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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
brandmalen bis brandopfer (Bd. 2, Sp. 299 bis 300)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) brandmalen, notis compungere, brandmarken: oder fand er, dasz sie giftige verleumdungen enthielten, die ehre eines unschuldigen nächsten zu brandmalen? Lessing 3, 276; wenn sie nicht mit den zeichen des schlimmen geschmacks gebrandmalet werden wollen. Wieland 36, 308;

hat dich des allmächtigen donner
nicht genug an dieser erhobnen stirne gebrandmalt? Mess. 2, 684;

gestorben ist noch lebend,
wes stirn die schande brandmalt.
Tieck 1, 52.

vgl. DWB bebrandmalen.
 
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brandmark, n., auch m. was brandmal, nnl. brandmerk: staubbesen und brandmark geben. Pierot 3, 11; schandzeichen, brandmark. Kant 10, 202; nur tod kann das brandmark der sünde an meiner stirn auslöschen. Leisewitz Jul. v. Tar. 5, 6; euer lob ist brandmark und in eurem tadel ruht innre selbstgrösze. Wagners kindermörderin s. 46; er glaubte, dasz er hiedurch allen universitäten einen brandmark geben würde. Hippel 1, 58.
 
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brandmarke, f. dasselbe: das ganze stück hat mir immer wie eine galante brandmarke der gesunden vernunft, der liebe, der geschichte geschienen. Herder bei Merck 1, 3.
 
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brandmarken, was brandmalen: mit einem so abscheulichen schandflecke brandmarken. Lessing 1, 143;

auf den tag des gerichts mit wunden der seele gebrandmarkt. Mess. 4, 581;

wie die hand des gerichts ihm seine stirne gebrandmarkt. 9, 654;

wir danken dem verfasser für die gute art, womit er eine gattung moralischer giftmischer hat brandmarken wollen. Göthe 33, 54; mit dem eisen deiner mutter, der schande, gebrandmarkt. Fr. Müller 3, 266; sie entweihen den ehrwürdigsten der namen, sie brandmarken ihn. Gotter 3, 89; ein wort brandmarken, d. h. mit einem zeichen, dasz es nicht echt sei, versehen. Hugo civ. mag. 4, 141; ein fasz brandmarken.
 
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brandmauer, f. murus incendiarius, feuerfeste wandmauer. figürlich, eine brandmauer oder ein ofenschirm ihrer in sich selber zurück brennenden freiheitslohe. J. P. Hesp. 4, 96; die junge dame hatte die alte zum schilderhaus oder zur brandmauer ihrer freundschaftlichen gefühle verbraucht. Katzenberger 3, 27.
 
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brandmeise, f. parus maximus, an hals und brust schwarz gestreift.
 
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brandmeislein, n. ein rotbrüstlin oder ein brantmeislin, wenn sie in dem leim gefangen werden und in der stuben sitzen z mudern, und lond sich fahen, das ist ein zeichen des todes; wenn sie aber die lüt fliehen und von eim ort z dem andern fliegen, das ist ein zeichen, das sie ferr von dem tod seind. Keisersb. brösamlin 11c.
 
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brandmeister, m. exactor incendiarius, brandherr, der zur leitung des abbrennens einer ortschaft befehligte kriegsmann: item der brandmeister hat ohne erlaubnis seiner oberkeit keinen oder niemands zu brandschätzen noch zu brennen. Fronsp. 1, 68b; rottmeister, wachtmeister, proviandmeister, profosz, brandmeister bestellet und angenommen. Kirchhof disc. mil. 53; brandmeister hat den namen daher, dasz er vom kriegsfürsten bestellet und verordnet worden, alle gewonnene stätte, flecken, dörfer und höfe, so sich mit angebotner brandschatzung nit lösen wöllen, in brand zu stecken. 120. vgl. DWB brandwagen

[Bd. 2, Sp. 300]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) brandnarbe, f. was brandfleck.
 
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brandnarbig, maculis inustis notatus: brandnarbige galgenschwengel. Garg. 47a.
 
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brandopfer, n. holocaustum, sehr oft im alten testament, z. b. Noah opfert brandopfer auf dem altar. Mos. 8, 20;

nein, der traulichkeit brandopfer entweih
üppiger frevel nie!
Voss 3, 25.

 

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