Wörterbuchnetz
Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
brändlein bis brandmauer (Bd. 2, Sp. 298 bis 299)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) brändlein, n. diminutiv von brand, bair. brantl: einem ein brändlein schüren, verdrusz, unheil bereiten. Schm. 1, 261. auch die schwarze grasmücke, curruca fusca, heiszt brändlein. vgl. brändli.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
brandleiter, f. scala major incendiaria.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
brandler, m. was abbrändler: anschlag, etlich prandler der ort (daselbst) behaust zu machen. Chmels Maxim. s. 359.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
brändli, n. satyrium nigrum, auch brennli, eine köstlich duftende unansehnliche alpenblume, entweder danach oder von ihrer schwarzbraunen farbe genannt. Iken (Mones anz. 8, 391) meint sie heisze eigentlich gerbrändli, von einem heiligen Gerbrand. ihr romanischer name ist valser, valdser. Henisch 499 hat brendlin, kreuzblume, palma Christi minor.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
brandloch, n. loch in der brandmauer, in der brandkugel.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
brandmal, n. nota ignis, stigma, labes: wenn sich iemands

[Bd. 2, Sp. 299]


an der haut am fewr brennet und das brandmal rötlicht oder weisz ist. 3 Mos. 13, 24 ff.; die so in gleisnerei lügenredner sind und brandmal in irem gewissen haben. 1 Tim. 4, 2; das pfaffitetisch merkzeichen noch brandmal nit hat. bienenk. 136b; dann wan sie schlechts ein plat tragen, welches der character, der nachtruck und das brandmal des würdigen priesterthums ist. 156b; brennesseln, von welchen man nicht bald unbeklecket oder ohne brandmal kommet. mägdelob 31; ihrem vornehmen hause durch die verächtliche allianz mit einem reichen bürger ein nachtheiliges brandmal anzuhängen. ehe eines mannes 160;

wenn sie sahen den mordenden krieg, des menschengeschlechtes
brandmal alle jahrhunderte durch.
Klopstock Mess. 18, 807;

auf uns, die noch nicht wusten, der krieg,
sei das zischendste, tiefste brandmal der menschheit. werke 2, 39;

seht ihr
das brandmal nicht an seiner stirne? gott
hat ihn gezeichnet.
Schiller 301a.


 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
brandmalen, notis compungere, brandmarken: oder fand er, dasz sie giftige verleumdungen enthielten, die ehre eines unschuldigen nächsten zu brandmalen? Lessing 3, 276; wenn sie nicht mit den zeichen des schlimmen geschmacks gebrandmalet werden wollen. Wieland 36, 308;

hat dich des allmächtigen donner
nicht genug an dieser erhobnen stirne gebrandmalt? Mess. 2, 684;

gestorben ist noch lebend,
wes stirn die schande brandmalt.
Tieck 1, 52.

vgl. DWB bebrandmalen.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
brandmark, n., auch m. was brandmal, nnl. brandmerk: staubbesen und brandmark geben. Pierot 3, 11; schandzeichen, brandmark. Kant 10, 202; nur tod kann das brandmark der sünde an meiner stirn auslöschen. Leisewitz Jul. v. Tar. 5, 6; euer lob ist brandmark und in eurem tadel ruht innre selbstgrösze. Wagners kindermörderin s. 46; er glaubte, dasz er hiedurch allen universitäten einen brandmark geben würde. Hippel 1, 58.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
brandmarke, f. dasselbe: das ganze stück hat mir immer wie eine galante brandmarke der gesunden vernunft, der liebe, der geschichte geschienen. Herder bei Merck 1, 3.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
brandmarken, was brandmalen: mit einem so abscheulichen schandflecke brandmarken. Lessing 1, 143;

auf den tag des gerichts mit wunden der seele gebrandmarkt. Mess. 4, 581;

wie die hand des gerichts ihm seine stirne gebrandmarkt. 9, 654;

wir danken dem verfasser für die gute art, womit er eine gattung moralischer giftmischer hat brandmarken wollen. Göthe 33, 54; mit dem eisen deiner mutter, der schande, gebrandmarkt. Fr. Müller 3, 266; sie entweihen den ehrwürdigsten der namen, sie brandmarken ihn. Gotter 3, 89; ein wort brandmarken, d. h. mit einem zeichen, dasz es nicht echt sei, versehen. Hugo civ. mag. 4, 141; ein fasz brandmarken.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
brandmauer, f. murus incendiarius, feuerfeste wandmauer. figürlich, eine brandmauer oder ein ofenschirm ihrer in sich selber zurück brennenden freiheitslohe. J. P. Hesp. 4, 96; die junge dame hatte die alte zum schilderhaus oder zur brandmauer ihrer freundschaftlichen gefühle verbraucht. Katzenberger 3, 27.

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort: