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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
bramarbas bis brämling (Bd. 2, Sp. 292 bis 293)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) bramarbas, m. homo gloriosus, groszsprecher, prahlhans, soll von Holberg aufgebracht sein, wenigstens kennen es Stieler, Steinbach und Frisch noch nicht, auch klingt es ans dän. bram prahlerei, bramme prahlen.

sarmatische bramarben.
Pfeffel 4, 136.

[Bd. 2, Sp. 293]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) bramarbasieren, magnifice gloriari: der wein bramarbasiert aus deinem gehirne. Schiller 108a.
 
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brambeere, f. rubum, s. DWB brombeere und das folgende.
 
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brame, f. rubus, vepris, ahd. prâmo m. und prâmâ f. (Graff 3, 304), mhd. brâme (Ben. 1, 232b), nnl. braam; ags. fortgebildet bremel und brember, engl. bramble. brame bezeichnet aber mehrere rankende und stachlichte sträuche, namentlich rubus fruticosus und idaeus, woran die brombeeren und himbeeren wachsen, dann aber spartium scoparium, brambesen, besenpfrieme, besenkraut und genista, ginster, pfriemkraut; auch junge hopfenranken heiszen bramen. überhaupt jedes gesträuch, an dem das gewand hängen bleibt und die hände sich kratzen:

etslîcher grôʒe wunden
ahte als einer brâmen kraz. Wh. 449, 15.

sollte nicht auch die stechende pfrieme verschiebung desselben wortes sein? gerade wie franz. framboise deutlich zurückgeht auf nnl. brambezie, bramboos. darum liegen ahd. primma, brimma myrica, heide, ginster (Graff 3, 305), phrimma (3, 367) unmittelbar nahe. mhd. brimme fehlt bei Benecke, steht aber Mauritius 1680:

die rôsen und die brimme
bluoten alle en widerstrît.

alle diese formen suchen ein ablautendes brëmen bram brâmun und daraus ein brimman bram brummun, welche aber gleich dem entsprechenden lat. fremere die vorstellung des tönens, rauschens, nicht des stechens gewähren, aus der sich das kratzen der bramen am leichtesten erklären würde. doch die brummende bremse, ahd. prëmo oestrus sticht zugleich und wol noch in andern wörtern wird der ausdruck des schalls dem des stichs begegnen.
Unsere sprache sollte sich wieder angewöhnen, das einfache brame, wie es noch die schweizerische mundart kennt (Stald. 1, 215), statt der schleppenden zusammensetzung brombeerstrauch, brombeerstaude zu verwenden.
 
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brame, f. scapha latior ad vehenda onera, nnl. prame, sonst auch prahme geschrieben. vgl. passional K. 445, 37.
 
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bräme , f. margo, fimbria.
1) pelzbesatz, gebräme:

am vielfärbichten kleid, an viel ungleichen brämen,
und mancher tracht, kan er dasz sie es sei abnehmen
(la conobbe al vestir di color cento,
fatto a liste inequali ed infinite).
Werders Ar. 14, 60 (83);

jedem was er bedarf, lieben herren, der dame zobel und hermelin, dem kavalier etwa fuchskehlen und wampen zur bräme. Siegfr. von Lindenb. 3, 6; die am ende doch nichts anders als nur die bräme auf ihren mänteln waren. Fr. Müller 2, 52.
2) laubholz, das den rand eines waldes, feldes, einer wiese säumt, s. DWB brane.
3) für breme, bremse, oestrus: wenn die bräme sticht. Mich. Neander eth. vet. 347; darumb verzeicht im die mucken, uber jar bringt er brämen. bienenk. 180a.
 
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bramen, fuliginem inducere, was auch mhd. berâmen, beræmen heiszen könnte. sich bramen und besudlen under dem angesicht am eschermitwochen oder auf fasznachttag. Höniger 394. wahrscheinlich ist in der 1, 580 ausgehobnen stelle omeisz 9d zu lesen berämen sich, statt berümen sich, wie im alten druck steht. schweiz. brämen, auch figürlich: er ist gebrämt, angetrunken; er hat sich gebrämt, ist übel angekommen. Stalder 1, 215.
 
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brämen, praetexere, mhd. brëmen (Ben. 1, 238a), verbrämen:

prämbt mit samat, gfütert mit seidn.
Schmelzl hochz. 10b;

ein kerl, der nur zwei jahr mit aus der fremde bringt
und seiner mutter geiz auf hut und titul brämet.
Günther 396;

maszen auf solche weise auch der schneider den adel auf die kleider bremen und alles edel sein würde, was reich und wolbegütert. Butschky Patm. 493; die habicht mit einer gebrämten (aufgeputzten falschen) tauben und leimruten wegzufangen. Hohberg 1, 125b. mehr unter bremen.
 
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brämenschwirmig, furens ut oestri, schwärmend wie bremsen: hurnausenstürmig und brämenschwirmig. Garg. 82b.
 
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brämi, n. schweizerisch macula, ein flecklein: nur so zuweilen ganz leise und süferli ein brämi abmachen. Gotthelf bilder und sagen 5, 19.
 
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brämling, m. emberiza, eine art goldammern, deren federn gelb gebrämt sind.

 

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