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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
bragen bis bramarbas (Bd. 2, Sp. 292)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) bragen, ausbragen, heiszt den kürschnern die felle über ein scharfes eisen ziehen. wahrscheinlich eins mit braken, ausbraken. s.brak.
 
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brägendin, n. paludamentum, lorica. Maaler 75d; prägedin, bilix lorica, doppelpanzer. Henisch 730, 23 aus dem romanischen brigandina, eine rüstung, deren sich die brigancii, brigands, praedatores bedienten. Ducange 1, 777; allesamt mit guten brägendinen, welche man selbiger zeit zu tragen pflegte. Stettler 71.
 
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brägesin, n. dasselbe. Maaler 75d; prägesin. Dasypodius 395d; pregeisen. Alberus.
 
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brahne, s. DWB brane.
 
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brähnen, aprum appetere, weidmännisch von der wilden sau. engl., zumal schott. ist brawn a male swine, a boar (Jamieson 1, 154) und so könnte brähnen gesagt sein, wie von der kuh stieren, von der ziege bocken. doch fehlt die nachweisung von brähn für eber in unsern mundarten. wahrscheinlich ist H bloszes dehnzeichen.
 
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bralle, f. squalor, sordes, scheint zusammengezogen aus bradel, brodel. schafbralle, oesypum, immundities haerens in velleribus ovium, ungewaschne wolle. Maaler 344 und aus ihm Steinbach 1, 178. Stalder 1, 215 hat den pl. brällen, umherhängende mistknollen am vieh. brodel ist der anklebende, ausdünstende schmutz, vgl. DWB aschenbrödel. bei Stalder bralle, brälle auch starktönende stimme. s. das folgende.
 
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brallen, clamare, schweiz. brallen, brällen, heftig schreien, franz. brailler. Stalder 1, 215; brallen fulminare, invehi, empsig auf der kanzel schreien und vermanen. Maaler 76a; erbrallen, percrepare, erschallen. 108c. die volle form scheint wiederum bradeln, brodeln, dunsten, sieden und wir sahen bei brägeln ähnlichen übergang aus dem begrif des siedens in den des schallens.

ihr mark in beinen wallet,
und wiederlebend blut
in süszem sod erbrallet (= erbrodelt)
und färbet herz und mut.
Spee trutzn. 66.

der donnernde kanzelredner ist also der bradelnde, sprudelnde. man vergleiche wallan sieden, quellen, sprudeln und wadalôn fluctuari, vagari, errare = wallôn (Graff 1, 777. 797). aber auch unser prahlen musz mit diesem brallen eins und dasselbe sein, wie auch nnl. brallen und pralen zusammen fallen. im Simpl. 1, 461 erscheinen beide verbunden, wenn es heiszt: ein anderer pralet und prallet daher. das nähere wird auf PR verspart.
 
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bram, m. spartium, juncus, ginster, s. DWB brame:

komm, o komm in unsern kamp,
da wächst das gras wie bram so lang!
Annette von Droste ged. 72.


 
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bram, m. fuligo, sordes, gleichviel mit rahm, ahd. hrâm = lat. cremor, von cremare, schwarz brennen, vgl. ahd. hrâmac furvus (Graff 2, 511), mhd. râm, welchem hier ein B vorschlägt. bram, ruszfleck hat Stalder 1, 215. s. hernach bramen und brämseln, brämsen.
 
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bram, n. margo, fimbria, limbus. daher augbram, windbram (wimper). Schmeller 1, 258 für augbraue, windbraue, s. DWB brane. dann auch, was bräme, pelzeinfassung: mit einem präme. Münster 741. vgl.gebräm.
 
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bramarbas, m. homo gloriosus, groszsprecher, prahlhans, soll von Holberg aufgebracht sein, wenigstens kennen es Stieler, Steinbach und Frisch noch nicht, auch klingt es ans dän. bram prahlerei, bramme prahlen.

sarmatische bramarben.
Pfeffel 4, 136.

 

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