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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
brachdistel bis brachheu (Bd. 2, Sp. 282 bis 283)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) brachdistel, f. eryngium campestre, mannstreu, auf brachfeld wuchernd. in der weisthümern lautet die formel: wann distel und dorn auf dem acker wächst.
 
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brache, f. proscissio, cessatio agri, ahd. prâcha (Graff 3, 268), mhd. brâche (Ben. 1, 244), nnl. braak, engl. brake, dän. brak, franz. friche, gr. νειός. Adelung bestreitet die abkunft von brechen, weil er nicht einsieht, dasz der ruhen sollende acker gleich nach der ernte umgebrochen und davon benannt wird. dies brachen oder erste umbrechen (glebare) unterscheidet sich vom pflügen zur saat. in die brache ziehen, zur arbeit des brachens; die brache ist geschehen; der acker liegt in brache, ist umgebrochen und ruhet, est en friche, reste en friche, retourne en friche. mhd.

sîn bû im niht in brâche lac. MSH. 3, 414a.

daraus das heutige brach liegen. s. DWB brach. dann heiszt brache der brach liegende, ruhende acker selbst;

auf schwarzer brache pflügend.
Voss.

figürlich, auch in der wissenschaft musz zuweilen brache eintreten, und hernach desto frischere fruchtbarkeit.
 
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brachen, proscindere agrum, ahd. prâchôn, mhd. brâchen. brachen, widerumb graben, repastinare, effringere. Dasypodius 307d; braachen, das erdrich bauwen, arare, proscindere, das veld erstlich braachen, terram aratris proscindere; braachen zum drittenmal, terram vel solum tertiare; einen aufgebrochenen acker wider uberzwerch brachen und die schollen brechen, offringere. Maaler 75c. Luther schreibt brochen: kanstu im dein joch anknüpfen die furchen zu machen, das es hinder dir broche in gründen? Hiob 39, 10; pflüget oder brochet oder erbeitet auch ein ackerman seinen acker imerdar zur saat? Es. 28, 24. reuten, pflügen und brachen. Möser patr. ph. 4, 44. auch ein bearbeiten der reben heiszt brachen: die weinberge sonderlich drei vorneme regung bedürfen, im früling das hacken, wann der wein schier blühen soll, das brachen, rühren oder felgen, und diese drei regung seind karstarbeit. Spangenberg lustg. 112. vgl. driebrachen, raubrachen, zwiebrachen.
 
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bracher, m. mendicus, s. DWB pracher.
 
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brachfahre, f. das erste, wendefahre das zweite pflügen.
 
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brachfeld, n. was brachacker, ahd. prâchfeld intermissio (Graff 3, 516), mhd. brâchvelt; trug sie ir weg durch das brachfeld. Kirchhof wendunm. 257a;

hurtiger treibet vom berg der schäfer auf steinigtes brachfeld.
Zachariä 2, 62;

so wie ein pflüger sich sehnt zur nachtkost, welcher den tag durch
mit zween bräunlichen stieren den pflug hinlenkt auf dem brachfeld.
Voss Od. 13, 32.


 
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brachfell, n. tunicula oculorum equi: so werden dem ros die augen trüeb, als hetten sie fell und rinnen. ist es aber ein maienfell, so werden die augen wolkenfarb, ist es ein brachfell, so werden sie braun, ist es ein herbstfell, so ist es rot und gelb. Seuter 174; brachfell sind braun. Pinter 379. offenbar je nachdem die krankheit im mai, brachmonat oder herbst entsprang.
 
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brachfrucht, f. im gegensatz zur sommerfrucht. s. DWB brachkorn.
 
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brachgras, n. auf der brache wachsendes.
 
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brachhenne, f. charadrius pluvialis. s. DWB brachlerche.

[Bd. 2, Sp. 283]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) brachheu, n. heu von brachgras.

 

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