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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
botenweib bis botschaft (Bd. 2, Sp. 276 bis 277)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) botenweib, n. was botenfrau. Göthe an Schiller 326.
 
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botin, f. nuntia, botenfrau. Schiller 672a.
 
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botlaufen, s. botenlaufen:

ein ander, der vor reich gewesn,
verdorret mehlich als ein besn,
und auf das alter ohn verdrusz
bottlaufen oder bettlen musz.
Ringwald tr. Eck. L 2a (L 5b).


 
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bötlein, n. nuntiolus, vgl. DWB bote 1:

mir zilt ein schöne frau zu ir,
die schickt ir pötlein drümb zu mir. fastn. sp. 759, 21;

bötlein, sag was ist dein beger?
H. Sachs V, 233a.


 
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bötlich, apostolicus: bötlich underwisung, quam scire

[Bd. 2, Sp. 277]


debet nuntius. voc. praedicantium 1486 B 6; von den böttlichen jüngeren unseres herren. Keisersb. post. 2, 104.
 
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bötling, m. vervex, aries castratus, gewöhnlich hammel oder schöps. wird auch geschrieben bötel, böttling, böhtling, nach Frisch 1, 123a auch ein verschnittnes pferd, wallach. der einfache ausdruck begegnet im schw. bete = gumse, dän. bede, von beta, bede verschneiden = altn. beita. es ist also ein niederd. wort und lautete besser betling, hochd. beiszling, was aber nirgends vorkommt.
 
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botmäszig, imperio subjectus: das sol man in pieten, ob sie potmäszig sind. Oberlin 178; Logau 3, zugabe 6 überschreibt 'botmäszige weiber' folgendes distichon:

für gott ist nie kein mann gerecht,
für weibern jederman ein knecht.


 
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botmäszig, adv. solche grosze herrn seind wie ein leib, ihr bottmäszig unterworfene aber wie ein schatten. Abr. a s. Clara 2, 51.
 
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botmäszigkeit, f. imperium: die schönheit erstreckt ihre botmäszigkeit über alle örter. Butschky Patm. 303; wenn mir dieser unerträglicher schimpf in einem andern gebiet und unter eines andern fürsten botmäszigkeit widerfahren, so wolte ich ihn mit gedult verschmerzet haben. Gryphius 1, 859; kompt einer mit trutzen und nimmt die einkehr bei mir gleichsam mit pochen und einer herrischen bottmäszigkeit. Simpl. 2, 151; ihr könnet es vor gott am jüngsten tage nicht verantworten, wenn ihr muthwillige knechte und mägde, welche ihren herrn und frauen nicht ein gut wort geben, sondern ihre eigene kammern mieten und ihre eigene herren sein wollen, unter eurer bottmäszigkeit leidet. Schuppius 341. der tod hat die botmäszigkeit aller dinge. Coredans geschichtrede bl. 175 in Kongehls lorbeerhain s. 2.
 
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botschaffer, m. legatus, nnl. boodschapper: derselben ist zweifels ohne die höchst betrauerliche zeitung von dem tödlichen hintritte ihres liebsten zu ohren kommen, und ich wolte nicht gerne ein so unglücklicher botschaffer sein, solche derselben zu hinterbringen. Butschky kanzl. 846.
 
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botschaft , f. nuntius, ahd. potascaf, potascaft (Graff 3, 81), mhd. boteschaft (Ben. 1, 184b), alts. bodscepi, nnl. boodschap, ags. bodscipe, altn. boðskapr, dän. budskab.
1) verkündigung, meldung: eine botschaft bringen, ausrichten, werben, thun, schicken, senden, erhalten, empfangen; und Mose sandte botschaft aus Kades zu dem könige. 4 Mos. 20, 14; er sandte auch botschaft zu Asser. richt. 6, 35; du bringest heute keine gute botschaft. 2 Sam. 18, 20; es ist ein guter man und bringt eine gute botschaft. 18, 27; du sendest deine botschaft in die ferne. Es. 57, 9; so schicket er botschaft, wenn jener noch ferne ist (goth. nauhþanuh fairra imma visandin insandjands airu). Luc. 14, 32; schickten botschaft nach im (insandidêdun airu afar imma). 19, 14; so sind wir nun botschaften an Christus stat (goth. faur Christu nu airinôm). 2 Cor. 5, 20; die Gibeliner weren gerüst wider sie zu streiten und sie möchten botschaft dahin thn, so würden sie es innen, das es war was. Keisersb. s. d. m. 67a; das wir nit on geheisz botschaft an die frembden werben. Frank weltb. 158b; wolan, schälk treffen den weg bald, bringen aber selten gut botschaft. bienenk. 232b; das blicket allbereit aus seiner botschaft. pers. baumg. 7, 10;

don Cesar! gute botschaft harret dein.
Schiller 494a;

die botschaft hör ich wol, allein mir fehlt der glaube.
Göthe 12, 45;

ach, zeigt mir erst den mann, der aus dem dunkeln land
die frohe botschaft wiederbringet.
Gotter 1, 388;

was soll diese ängstliche einleitung? heraus mit deiner botschaft! 3, 111; den dritten tag liesz mir Emilie durch einen knaben, der mir schon manche botschaft von den schwestern gebracht und blumen und früchte dagegen an sie getragen hatte, in aller frühe sagen, ich möchte heute ja nicht fehlen. Göthe 25, 280. ungewöhnlich mit dem gen., statt von etwas: mich verlanget, dessen gesundheit botschaft zu erhalten. Butschky kanzl. 54; erwündschte botschaft des glücklichen ergehens meines hochg. herrn. 83.
2) wie das lat. nuntius sowol den boten als seine meldung ausdrückt und in den angezognen goth. stellen Luc. 14, 32. 19, 14 airus πρεσβεία übersetzt; so steht umgekehrt botschaft auch persönlich für den boten oder botschafter: unser der botschaften herrn. absch. des reichsreg. von 1501; des königes von Poln botschaft hie, Dantiscus bischof zu Culm. Spalatin

[Bd. 2, Sp. 278]


bei Luther 5, 36a; sie heiszen angeli, boten oder botschaft. Luther 5, 337; sie sind unsers herrn gottes botschaften. der teufel heiszt auch wol angelus, aber er ist eine böse botschaft. daselbst; erstlich hat mich herzog Georgen botschaft zu Aldenburg verklagt. 6, 20a; er Carol von Miltitz, auch deiner heiligkeit botschaft. br. 1, 511; fürsten botschaften, praelaten, grafen, herrn und stadt sendboten. landfriede von 1521. 20, 5; warum trägt ein bott ein büchs oder schilt am mantel hangen anderst, als allein dasz man sehe, dasz er ein botschaft ist. Paracelsus 1, 908c; Paulus sagt 1 Cor. 4, wir sind botschaften an Christi statt, botschaften oder legaten. da die Corinther der Römer legaten oder botschaften verachteten und sie mit kammerlauge begossen, dasz gott der herr das nicht ungestraft läszt, wann man lehrer und prediger als seine legaten, botschaften und abgesandten veracht und beschimpft. Schuppius 196.
3) botschaft hiesz ehmals auch ein nachfolgendes gericht, das dem hauptgericht angehängt wurde. weisth. 1, 692. 711; das ding und die botschaft. 1, 714; botschaftding. 1, 718; dingtagen und botscheften. 1, 730; das dritte ding wirt zu mittelmeigen und hat dasselbe ding deheine botschaft. 1, 748.

 

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