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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
bötchen bis botenbüchse (Bd. 2, Sp. 271 bis 276)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) bötchen, n. navicula: mit ihren kleinen bötchen. pers. reiseb. 3, 4.
 
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bötchen, n. licitatio:

do bi merkt man, das all disz welt
sich vast des köllschen bötchen helt.
Brant narrensch. 48, 86.

vgl. Zarncke s. 385.
 
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botding, n. placitum solenne, das gebotne gericht. Haltaus 179. Oberlin 177. das botinge. weisth. 2, 135.
 
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bote , m. nuntius, der entsendet wird, um zu entbieten, zu verkündigen, zu laden, eigentlich um gebot, dann auch andere meldung und nachricht mündlich zu bringen oder zu holen, endlich um briefe zu tragen, sl. posel von poslati senden; ein noch älteres wort und weiterer bedeutung war goth. airus, pl. airjus; alts. eru (oder êru?), pl. eri Hel. 17, 3; ags. âr pl. âras; altn. âr pl. ârar; wovon ahd. nur ârunti botschaft, ags. ærende, altn. erindi übrig ist, in welchem worte die vocalbestimmung schwierigkeit hat. von biudan kommt kein goth. buda vor, wäre aber wol möglich, alle übrigen sprachen haben die bildung: ahd. poto (Graff 3, 80), mhd. bote (Ben. 1, 183a), alts. bodo, mnl. nnl. bode, ags. fries. boda, engl. ausgestorben, altn. boði, schw. bd, dän. bod. nhd. wurde zur bezeichnung der kürze lange noch bott, botten geschrieben.
1) der bote ist ein diener, dienstbote, was auch jenes alte airus minister bedeutete, zu boten pflegte das alterthum schnelle

[Bd. 2, Sp. 272]


knaben und jünglinge zu nehmen, gern auch lieder tragende, liebesbotschaft werbende spielleute, weshalb die boten oft verkleinerte namen führten: Heinzelin, Künzelin, Werbelin u. s. w. daher in den liedern die anrede: bote vil lieber knabe! Beneckes beitr. 335. vgl. bötlein. der bote geht, geht hin (mhd. strîchet), eilt, läuft, reitet, zuweilen ist er langsam, träge, hinkt, bleibt liegen:

lieber bote, nu var
snelle und kum schiere wider
und lege dich under wegen niht nider
durch deheinen dînen muot. Mai 130, 36.

der eintreffende bote will sich nicht setzen, der reitende bote nicht absteigen, bevor er die botschaft gesagt hat. man sagt: er geht, läuft bote, wirbt die botschaft, richtet sie aus; ich mag nicht bote gehn zwischen dir und ihm; ich will dich boten gehn lassen, dahin entsenden; wer einen grusz an das liebe fleisch zu bestellen hat, darf nur das gute herz boten gehn lassen. Schiller 181b; (die fügung ist hier wie in der redensart: sie geht noch maget, jungfrau). des kommenden boten wird geharrt, man sieht ihn von weitem über die berge schreiten; schön heiszt es: wie lieblich sind auf den bergen die füsze der boten, die da friede verkündigen. Es. 52, 7; sihe auf den bergen komen füsze eines guten boten, der da friede predigt. Nahum 1, 15;

dô diu naht zuo seic,
ein bote dort über velt steic. Dietr. 5957.

da aber die boten Johannis hingiengen (goth. at galeiþandam þan þaim airum). Luc. 7, 24; und die boten giengen hin und sagten solchs wider. 1 kön. 20, 9; und der bote der hingegangen war Micha zu rufen. 2 chron. 18, 12; da kamen die boten gen Gibea zu Saul. 1 Sam. 11, 4; aber es kam ein bote zu Saul und sprach, eile und kom! 23, 27; ehe der bote zu im kam. 2 kön. 6, 32; und er sandte boten fur im hin, die giengen hin, das sie im herberge bestelleten (goth. insandida airuns). Luc. 9, 52; Jacob aber schicket boten fur im her. 1 Mos. 32, 3; und Israel sandte boten zu Sihon. 4 Mos. 21, 21; da sandte ich boten aus der wüsten von morgenwerts zu Sihon. 5 Mos. 2, 26; Jephthah aber sandte noch mehr boten zum könige. richt. 11, 14. noch bis ins 17 jh. schickten sich die deutschen fürsten boten, heute couriere, z. b. in einer rechnung des landgrafen Moriz von Hessen von 1597 heiszt es: dem boten des herzogs von Sachsen, als dessen gemahlin zwei kinder geboren; einem boten, der trauben und mandeln von Darmstadt gebracht. Rommels hess. gesch. 6, 449. Im spott sagt man: wer hat dir einen boten geschickt? wer hat dich kommen heiszen? er wartet bis man ihm boten schickt, er kommt nicht uneingeladen. zuweilen ist bote nur ein vorausgehender, mitgehender, leuchtender wegweiser oder führer, ohne dasz er etwas zu melden hat: wir nehmen uns einen boten durch den wald; stunden früh auf und nahmen bis zum tage einen boten, der ihnen leuchten muste. unw. doct. 780. gerade so bezeichnet πομπός den geleiter und boten.
2) ein guter, böser bote kann verstanden werden in bezug sowol auf die meldung des entsenders als auf die heimgebrachte antwort: du bist uns ein guter, seliger bote; du warst heute ein schlimmer bote. David aber sasz zwischen zweien thoren, und der wechter gieng aufs dach des thors an der mauren und hub seine augen auf und sahe einen man laufen allein und lief und sagts dem könig an. der könig aber sprach: ist er alleine, so ist eine gute botschaft in seinem munde. und da derselbige gieng und erzu kam, sahe der wechter einen andern man laufen und lief in das thor und sprach, sihe ein man leuft alleine. der könig aber sprach, der ist auch ein guter bote. 2 Sam. 18, 24—26; ich bin zu dir gesand, ein harter bote. 1 kön. 14, 6;

gott grüesz euch, junkfrau Geut.
der Pesenstil euch enpeut,
das ir im den reien helft treten,
drum hat er euch fleiszig peten,
und laszt mich nit pöser pot sein. fastn. sp. 582, 21.

ein guter oder schlechter bote kann aber auch auf die persönliche fähigkeit des entsendeten gehn, und einen angenehmen, willkommnen oder unangenehmen bezeichen: mhd.

swer guoten boten sendet,
sînen vrumen er endet. Iw. 6065.

der bote ist sicher und gewis, richtet sicher aus: ein gwisser bote. Helbl. 2, 1509. 7, 970; wann die herren etwas dahin zu berichten hätten, solten sie schaffen, er wolte schon

[Bd. 2, Sp. 273]


einen gewissen boten und überbringer abgeben. unw. doct. 765; so soll der thumherrn gewisser bot mit den engern varen. weisth. 1, 714; unter sicherbote verstand man mhd. allgemein einen verbürgenden. rechtsalt. 619, vgl. Tit. 170, 4. Parz. 741, 25; wie die külde des schnees zur zeit der ernte, so ist ein getrewer bote dem, der in gesand hat und erquickt seines herrn seele. spr. Sal. 25, 13. gehet hin, ir schnelle boten, zum volk! Es. 18, 2. hinter der guten, fliegenden botschaft kommt oft die böse nachgeschlichen, das heiszt der hinkende bote: der hinkend bot kompt allwegen langsam nach. Petr. 100a; so dörfte villeicht auch wol der erste hinkende bot die zu spate reu sein. Simpl. 1, 17; der hinkende bote kömmt nach. Lessing 7, 124. volkskalender, die alle neuigkeiten des jahrs zusammenstellen, führen oft den titel eines hinkenden boten.
3) die göttlichen, himmlischen boten heiszen bei Ulfilas nur aggileis, niemals airjus, wie auch die lat. kirche angeli sagte. die ahd. sprache, so sehr die kirche auf angilâ, angilî drang, war frei genug, daneben auch poton zu verwenden (vgl. Rud. von Raumer s. 379), zumal galt das deutsche wort für die apostel, welche lange zeit hindurch vorzugsweise die zwölf boten genannt werden: der herr hatt auch apostelen, das seind zwölf botten. Keisersb. s. d. m. 68b; Jesum, Mariam und die zwelf botten. Reuchlin augensp. 1a; die zween zwölfboten. Diocl. 4972 für die beiden apostel. Helbling sagt abwechselnd lieber gotes bot! 7, 337. 395 und lieber engel! 7, 341. 423. Luther setzt in der bibel nur engel und apostel; wol aber sonst boten, z. b. gott wil seine prediger und boten unveracht. 3, 437, und so werden auch dem teufel boten beigelegt: betrachtung, das es seint botten des teufels. Keisersb. s. d. m. 68b; also dise botten des teufels die reden mit zweien zungen. das.; wo ich den teufel so frisch und frölich angreife in seinen boten = dienern. 3, Luther 476b. Fischart häuft oder bestimmt näher engelsbotten, wie schon ahd. der eigenname Engilpoto üblich war: die himmlische engelsbotten. Garg. 65b. die zwölf boten pflegte man bestimmte kanonen zu benennen. Garg. 200b, seltsam aber gebraucht es H. Sachs im sinne von schmutz und unrat:

wie hangen dir ins maul die zotten,
wie hengt dein schurz vol der zwelfbotten! I, 512a.

abgeordnete der könige und fürsten hieszen ehmals auch einfach boten, heute abgesandte, abgeordnete oder botschafter.
4) bote kann, gleich andern persönlichen wörtern z. b. freund, feind, meister, herr, nachbar, gesell, koch, auch von frauen gesagt werden: sie mag nicht sein bote sein; er schickte seine frau als boten. mhd.

nu seht wâ dort her reit
sîns wîbes bote, vrou Lûnete. Iw. 3103;

ich kiuse bî dem boten wol,
wie man die vrouwen wern sol. 6067;

sprach der bote (die jungfrau). Lanz. 4701. 4745;

den boten er heim sante
wider in der meide lant. 4930.


5) bote steht oft, wie andere wörter, z. b. bürge, verräter, freund u. s. w. auch von sachen:

nu ist dîn hant des worden bote. Parz. 266, 18;

sîn bevelhen dirre magde bote
was Gâwan in daʒ herze sîn. 370, 20;

des sî mîn sælde gein im bote. 416, 4;

herrn Laurein wart ein bott gesant (ein pfeil geschossen). ring 52b, 25;

als die dorn brastelent under dem feuer, also das lachen ist ein bott der thorheit. Keisersb. s. d. m. 54a; der persönlich gedachte Tod sendet, ehe er abholt, verschiedne krankheiten als seine boten voraus (myth. s. 807. 813. schimpf und ernst cap. 433) und freilich werden auch viele krankheiten personificiert; das gebet ist ein guter ausrichtsamer bott. Creidius 1, 357; die boten von gram lagerten sich auf seiner stirne; die morgenröte ist bote des tages, entbietet der welt den tag, daher man von ihr sagte, sie erbietet sich, z. b.

wie sich die morgenröt erbot. froschm. N 4a.

der morgenstern ist bote, herold des tags, und auch ihn sieht man über das gebirge steigen:

in der dämmrung des morgens den höchsten gipfel erklimmen,
frühe den boten des tags grüszen, dich, freundlichen stern.
nun erscheint ihr mir, boten des tags, ihr himmlischen augen
meiner geliebten, und stets kommt mir die sonne zu früh.
Göthe 1, 373;

ists nicht genug an diesen flammenden boten,
die rings herum auf allen bergen leuchten?
Schiller 547b.

[Bd. 2, Sp. 274]


ahd. begegnen für zizanium, lolium, avena vacua die dunkeln ausdrücke beresboto, meresboto (Graff 3, 81. 82), churspoto (? churnespoto). Haupt 5, 502b, läge darin bote von beere, meer, korn, bote im sinn von begleiter? weil solches lolch und trespe unter dem korn wachsen. wahrscheinlicher ist boto das ags. boðen lolium, ein sonst ahd. nicht vorgefundnes wort. unsern mundarten scheint jede dieser benennungen fremd, man müste denn in einem hessischen verzeichnis von fruchtgefällen aus dem 16 jh. den ausdruck trespen und berisz auf beresboto beziehen dürfen (Rommel 5, 701).
6) die ahd. sprache zeigt uns viele mit poto zusammengesetzte, zum theil verdunkelte mannsnamen, die sich auf den dienst und das geschäft der boten bezogen haben müssen, z. b. Antarpoto (Graff 1, 379, wahrscheinlich mimus, histrio, was antarari 1, 311), Hiltipoto, Sigipoto (die schlacht und sieg verkünden), Mahalpoto (der versamlung ansagt), Tragapoto, Lônpoto (der lohn bringt oder um lohn dient), Wolfpoto (der als wolf des sieges glückhaft erscheint), Waltpoto (gewaltbote) u. s. w.
7) man vgl. DWB beibote, DWB brautbote, DWB briefbote, dienstbote, dingbote, frohnbote, gewaltbote, landbote, postbote, schuldbote, sendbote, vorbote, waltbote, windelbote, wunnebote und mit genitiven gebildet: amtsbote, friedensbote, frühlingsbote, gerichtsbote, glücksbote, kriegsbote, unglücksbote.
 
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botenamt, n. nuntii munus.
 
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botenblech, n. lamella, insigne nuntii: ein ihnen mit botenblech und ranzen nachkommender amtsbote. J. P. Tit. 3, 140; ich machte mich sogleich ins wäldchen und wurde erst spät jener botenbleche an den bäumen ansichtig, die mir so gut bekannt waren als einem. paling. 1, 65.
 
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botenbrot, n. viaticum nuntio datum. dem boten, wenn er geworben, d. i. seines auftrags sich entledigt hatte, wurden von dem, an welchen er entsandt war, drei schnitten brots vorgelegt, wie den hergang noch im 16 jh. Sigmund von Herberstein in der nachricht von seinen gesandtschaften schildert: sagte mein werbung ... spricht der fürst, Sigmund, du wirst mein brot mit mir essen ... dann so rueft der fürst dem tischdiener und gibt ime drei schnitten prots, die nach lengs geschnitten vor sein (vor ihm) etliche lagen, gibt sie dem auf die flache hand, bevilht ime, die dem Sigmunden, unsers brueders Maximilian, erwelten romischen kaiser und hochsten kunigs pottn zu geben. der geet zu mir und spricht laut: Sigmund, der grosz herr Basilius, kunig und herr aller Reuszen und groszfurst thuet dir die gnad und schickt dir das brot von seinem tisch ... so nimb ich das brot, legs fur mich nider und neig mich gegen dem fürsten und allen andern, die mit mir aufstunden, damit zu danken, alsdann bracht man die speis, etlich gebratne schwanen u. s. w. (Kovachichs saml. 1, 155. 156). andern Slaven heiszt der botenlohn kolač, poln. kolacz, d. i. kringel, semmel, wie man auch den opferkuchen benannte. in der Schweiz empfangen die leichenbitter noch hie und da ein stück brot, ein botenbrot. Kirchhofer 66. Ohne zweifel war schon der ahd. ausdruck potinprôt, Ducange 5, 56c führt aus einer vita S. Wilibaldi die worte an: da mihi panem nuntii, soror tua advenit te benigne salutatura. Notker ps. 29, 10 verdeutscht praedicare evangelium, die frohe botschaft verkünden durch predigôn petinbrôt, wie die hs. auch in Hattemers abdruck liest. er nahm es wol für pëtan prôt, erbetnes brot, und die lesart ist um so weniger anzufechten, als auch Nib. 518, 1. 650, 2 Jh. betenprot liest, 1156, 3 A. petenbrot, und noch Wirsung Cal. R 3b: kompt bald umb das betenbrot und fastn. sp. 727, 13 pettenprot steht. vgl. Stalder 1, 144 bättenbrot (selbst mättenbrot) trinkgeld, Schmeller 1, 223 böttenprot. richtiger aber ist botenbrôt.
Alle mhd. stellen zeigen schon die bedeutung einer gabe, die dem boten zu theil wird, und oft einer reichen) oder auch übeln, ohne den gedanken an brot oder speise; einer suchte dem andern das botenbrot abzugewinnen und es zuerst zu heischen:

obe got wil, dir sol geben
dîn neve daʒ boten brôt. Reinh. 1779;

unde gif mir daʒ boden brôt. Roth. 3511;

gebet mir botenbrôt! Gudr. 1289, 1. Nib. 518, 2;

silber und golt swære was ir botenbrôt. 650, 2;

ir muget mich gerne grüeʒen und geben botenbrôt. 1156, 3;

die boten strichen sêre, in was der reise nôt,
durch die grôʒen êre unt durch rîchiu potenbrôt. 1229, 6;

des emphieng er rîcheʒ botenbrôt. Er. 2886;

gebent mirʒ botenbrôt! Iw. 2204;

und iesch vil grôʒiu botenbrôt. Parz. 21, 1;

[Bd. 2, Sp. 275]



wan einiu sol gewinnen
an vier küneginnen
daʒ potenbrôt, ir lebet noch. 577, 17;

wander die botschaft het vernomen
von ir garzûne Schandalec,
der was an loufen alsô quec,
daʒ er von im daʒ botenbrôt
enpfie, dâ mit er sîne nôt
überwant mit rîcheit. Wigal. 8933;

ich sagiu guotiu mære,
und gebet mir daʒ botenbrôt.
Ulr. Trist. 1041;

Isôt. diu wîʒgehande
an Tristanen iesch daʒ botenbrôt. 3381;

daʒ botenbrôt soltu mir geben.
Türl. Wh. 92b;

wer daʒ botenbrôt erwürbe? Helmbr. 708;

daʒ er in vor daʒ botenbrôt
wolde erbieten grimmen tôt. pass. H. 221, 33;

der paruch gap im boten brôt daʒ rîche. Tit. 2772, 3;

sîn botenbrôt wart smæhe,
im wart daʒ houbt benomen zeiner miete. 3746, 2;

der mære wil ich mich gerne mâʒen,
diu solhiu botenbrôt kunnen werben. 3747, 3;

dô gab si in ze botenbrôt
ein vêhen mantel, was durchsticket mit golde rôt. Morolt 1615;

Morolt mit sîme swerte
er im sîn houbet abe swanc:
daʒ soltu zeinem botenbrôte hân. 1645;

si sagt im daʒ potenbrôt,
ir sult nimmer haben nôt. Diut. 3, 392.

Hierzu stimmen auch die nhd. belege, botenbrot steht nicht nur für botenlohn, sondern auch für lohn überhaupt, ja einige brauchen es im sinne von botschaften, wie schon Notker that: da kam einer und wolt das bottenbrot verdienen. Keisersb. s. d. m. 29b; da nun die jungfraw disz ersehen, gieng sie eilends zur frauwen und begerte bottenbrot, und saget, der ritter were wider funden. buch der liebe 389, 1; gab dem botten ein reiches bottenbrot. 274, 1; so wöll sie ime zu bottenbrot ein hübsch new hembd geben. Götz von Berl. herausg. von Zöpfl s. 10; als er nu des herzogen vatter solche botschaft zu wissen thet, ein ehrlich bottenbrot von ihm erlanget. Galmy 357; der tod ist des lebens bottenbrot. Frank spr. 1, 149b;

herr der wirt, nu gebt mir das pettenbrot! fastn. sp. 727, 13;

wir schullen han das pettenbrot. ring 32c, 40;

ach frewlein, gebt mirs potenbrot,
ewer edler herr und der ist tot
sofern auf breiter heide.
Uhland 208;

ich hab vierhundert guldin,
die seind dein bottenbrot. 321;

min zukunft (ankunft)
wirt sin ein angnems bottenbrot. trag. Joh. G 1;

o der mir saget, sie wer todt,
dem geb ich ein gut bottenbrot.
H. Sachs I, 521a;

nun bin ich kommen aus der not,
bring euch allen das bottenbrot (die botschaft!). I, 536b;

bringen das allerfrölichst bottenbrot. III. 2, 129b;

drumb bringt uns bald gut bottenbrot.
Ayrer 46a;

wollte dessenthalben der gemeinde das botenbrot angewinnen, darum läuft er ganz eilends, damit ihm nicht jemand das botenbrot absteche, nach dem flecken Schilde. schildb. cap. 16; ein kreuzer zum bottenbrot verschenken. Garg. 73a; mir nit des bottenbrots! ich will mich des trinkgelts behelfen. 125b; das bottenbrot verdienen. Helvicus 1, 26; ein klein pottenprot schicken. Elisab. von Orleans 244;

dem guten boten
kein botenbrot?
Lessing 2, 330;

es gibt gut botenbrot, Steffen, wenn du antwort bringst, wie man sie gern hört und braucht. Fr. Müller 3, 210. Später kommt dieser alte, naive ausdruck, den Stieler 246, Frisch 1, 122c noch anführen, Adelung natürlich für gemein erklärt, ganz ab, und weder Göthe noch Schiller bedienen sich seiner. Weiland hat auch nnl. bodenbrood, boonbrood.
 
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botenbroten, nuntiare: Paulus, der als Saulus die kirche verfolget, hat nachmals den glauben gepredigt und das evangelium bottenbrotet. Hedion kirchenhist. 245b.
 
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botenbroter, m. nuntius. Schm. 1, 223.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
botenbrunne, m., an dem sich die fahrenden boten niederlassen und laben. mhd. ze Botenbrunnen, ein ortsname bei Neidhart MS. 2, 71b. Ben. beitr. 426; heute Pottenbrunn, ein östr. dorf unweit sanct Pölten.

e cosi ragionando una fontana
trovoron, dove due fan gran contesa:
eron corrier con lettere mandati,
e come micci si son bastonati.
Pulci Morg. magg. 2, 41.

[Bd. 2, Sp. 276]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) botenbüchse, f. pyxis, qua nuntius epistolas condit: wir tun uch wissin, daʒ lantgr. Hermann nu an mittwochin ubir unsin bodin rante, der unse bussin drug und brach ime di af. Landau ritterges. 109 (a. 1371); ein bäpstlicher bott, der des bapsts schlüssel auf seiner bottenbüchs füret. bienenk. 13a, etlich füren judenringlein auf der brust, die andern zwei schwerter, die dritten ein crucifix für ein bottenbüchs. 29b; die bottenbüchs der verdienstlichen werk. 101b; kompt Jahn, hat ein bottenbüxen an und ein spieszlein. Ayrer 398d.

 

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