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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
boszleute bis bötchen (Bd. 2, Sp. 270 bis 271)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) boszleute, pl. nautae, matrosen: hergegen so haben die bosz- oder schifleut auch nicht weiter fug im schif umbzuwandeln. Fronsp. kriegsb. 1, 162a;

der schifman rüft sein boszleut her.
Waldis Es. 2, 30.


 
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boszmann, m. nauta, nnl. bootsman, engl. boatsman: ein baur fuhr mit seinem fischerbot nach, erretten zu helfen, und indem er nach einem boszmann, welcher blosz herumb schwum, grif, fällt er selbst ins wasser, der boszman aber kompt ins bot. pers. reiseb. 2, 2.

[Bd. 2, Sp. 271]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) boszolt, m. saltationis genus, dann aber ludus amatorius, wie z. b. bettlertanz 1, 1737 aus Bocc. 2, 111b: mhd.

sie wurden beide einander holt,
des trâten sie den bôʒolt. cod. kolocz. 237;

nhd. knecht Heinrich trug mich auf die pank
und thet mir den heimlichen poszolt. fastn. sp. 1416.

vgl. den eigennamen Posselt.
 
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boszvolk, n. die schifsmannschaft, nnl. bootsvolk.
 
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bot, ablaut von bieten, mhd. bôt.
 
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bot, n. kommt ahd. ohne die partikel gi und bi, oder in andern zusammensetzungen, nicht vor, auch mhd. ist kein solches bot aus reiner quelle nachgewiesen, denn das von Ben. 1, 182b aus Gudr. 1297, 3 angezogne ist dem text entgegen, der gebot hat und auch behalten kann (wie 1298, 1); einzelne spätere beispiele des bloszen bot, wie aus Hätzl. 118, 204, mögen sich finden. nhd. sind sie gleichfalls selten, Luther schreibt in der bibel nur gebot, in den briefen begegnet einmal bot, andere namentlich H. Sachs setzen es öfter. nnl. bod.
1) für mandatum, praeceptum: gottes gebot lassen sie (die päbstlichen) umbsonst zureiszen, wer da reiszt, aber ir eigen bot musz niemand aufheben einen tag lang. Luthers br. 2, 350; mit andern ungeschickten botten und verbotten. Reuchlins augensp. 11b; die erfahrnus wil weder bott noch zwangnus gedulden, sonder sie sol frei sein. Paracelsus chir. schr. 70c;

unzal hat der bapst solcher bot,
der doch keins hat geboten gott.
H. Sachs II. 1, 86a;

thut gute werk, halt bäpstlich bot,
stift und opfert, es gfelt gott. II. 1, 88b;

mein lieber knecht, wie gfalt dir dsach?
das bott, das ietz der fürst hat gmacht,
das wir uns all sönd lassen beschweren? spil wie man die narren beschw. soll. 1554 A 7a;

von gotes pot geführt.
Soltau 277.

in der Schweiz bot, rechtsbot, gerichtliche aufforderung, namentlich zur bezahlung einer schuld; in Baiern das bot für die obrigkeit, das fürbot, die citation (Schm. 1, 223). hierher gehört auch die redensart allbot 1, 215. allegebot 1, 216. Stalder 1, 210;

die frauen wolten uns allpot törn. fastn. sp. 770, 3.


2) für licitatio, wo doch auch gebot üblicher ist: ein schlechtes, geringes, ein höheres bot thun; der kaufmann bot den juden die drei äpfel um 30 reichsthaler. weil sie nun solches bot zu hoch zu sein dauchte u. s. w. Hohberg 3, 528b. niederdeutsche, im genus oft fehlende schriftsteller brauchen es männlich: freie güter gegen den höchsten bot anschlagen. Möser 1, 113; büchersammlung, welche für den höchsten bot verauctioniert werden soll durch Moritz Helm in Stralsund. doch will Stieler 181 wirklich zwischen das bot indicatio und der bot licitatio unterscheiden. nnl. bod auch in diesem sinne n. vgl. DWB aufbot.
 
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botanisch, herbarius: botanischer garten.
 
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botanisieren, herbas scrutari: so botanisierte er überall nach jedem gräschen und kraut der erkenntnis. J. P. Tit. 4, 66.
 
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botanist, franz. botaniste: du weist, dasz ich kein botanist bin. Stolberg 6, 70. üblicher ist heute botániker, deutscher als beide wäre kräuter oder kräuteler, herbarius.
 
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bötchen, n. navicula: mit ihren kleinen bötchen. pers. reiseb. 3, 4.
 
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bötchen, n. licitatio:

do bi merkt man, das all disz welt
sich vast des köllschen bötchen helt.
Brant narrensch. 48, 86.

vgl. Zarncke s. 385.

 

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