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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
bossierlich bis bosz (Bd. 2, Sp. 267)
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[Bd. 2, Sp. 267]


Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) bossierlich, dasselbe. Stieler 207, schw. putserlig, pusserlig, dän. pudserlig. Adelung, den zusammenhang beider wörter nicht erkennend, schreibt bossieren aber possierlich, und so alle nachfolger. bossierliche, rockenstubnarrische spiel und schlaftrünkliche übungen. Garg. 170a; affenbossierlich. 24a;

ein fein posirlichs (so) glächterspil.
Ayrer 187b;

der possierlich, lästerliche und kurzweilige hasz. hasenjagd 1632 (Zarnckes einl. zu Brant cxv); diese possierliche rede. pers. rosenth. 4, 11; er hatte einen possierlichen rath (possenreiszer). Weise kl. leute 33; ein possierlicher leiermann. 376; der possierliche kerl. causenmacher 21; allein wie die gewohnheit endlich alles erträglich macht, so versöhnte sie mich auch nach und nach mit diesen gnomen und machte, dasz ich zuletzt possierlich fand, was mir anfangs abscheulich vorgekommen war. Wieland 12, 190.
 
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bossierung, f. plasma. Stieler 266.
 
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bossig, gestuosus. Dasypodius 307c. in Schmids schw. wb. 88 possig, scherzhaft, närrisch. dän. pudsig.
 
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bosten, ire, festinare:

dann ist all lieb und trüw verlorn,
die einer an si leit mit kosten,
gar bald thuend si von eim bosten. trag. Joh. C 7;

zum küng wil ich gern mit dir bosten,
mein schwert würd mir sust gar verrosten. R 5.

die form des worts liesze vergleichung mit bausten, baustern 1, 1201, so wie altn. beysta concutere, schw. bösta, dän. böste zu, doch weicht der sinn ab. Stalder 1, 208 hat ein entsprechendes posten und posteln hin und her laufen, vgl. posterli und posternächten, auch engl. bustle.
 
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bosthat, f. maleficium, facinus: und dieser Seleucus, als er seine stiefmutter erwürget, hat er im durch diese bosthat einen groszen krieg uber den hals gezogen. Melanchthons Daniel, verdeutscht von Jonas. Wittenb. 1546 s. 125.
 
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bosthätig, iniquus. Stieler 2354, auch ohne umlaut des o.
 
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bösthier, n. panaritium, das böse ding, der fingerwurm, umlauf, ein nagelgeschwür. Stalder 1, 207.
 
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bösweh, n. epilepsia, das böse weh, auch blosz das böse, das böse wesen. Stalder 1, 207.
 
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böswilligkeit, f. Keisersb. bilg. 60.
 
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böswünschung, f. maledictio: also hiesz diser berg ein berg der verflchung und böswünschung. Frank weltb. 178a.
 
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bosz, m. mit langem o, mhd. bôʒ, ahd. pôʒ, folglich goth. bauts bedeutet einen stosz, pulsus, wie es sich noch in ambosz, mhd. anebôʒ erhalten hat, vielleicht in beifusz, mhd. bîbôʒ steckt. Ls. 1, 301 findet sich bôʒ als n., wenn der lesart zu trauen ist, auch im Lanz. 1484 slahen manec gebôʒ; das richtigere m. bewähren folgende zeilen eines pergamentstreifens:

zuo einander einen bôʒ,
da wirt vil manig herter stôʒ.

in Ulrichs Wilhelm 110b. 113b ist die handschriftliche lesart valkenbôʒ dem von Lachmann zu Nib. 1823 vermuteten backenbôʒ vorzuziehen, weil der falke auf seinen raub mit den klauen stöszt oder schlägt, was ebenso gut durch bôʒen ausgedrückt werden kann. im gedicht von Dietrichs kämpfen mit den drachen begegnet ein riese Glockenbôʒ, campanas pulsans. einen steilen, die knie stoszenden, brechenden felsenweg nannte man chniebôʒ, kniebosz, entstellt in kniebis, kniebes. Schm. 2, 367.

 

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