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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
bönhase bis bootsleute (Bd. 2, Sp. 237 bis 238)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) bönhase, m. opifex extra tribum opus faciens, pfuscher, stümper, humpler, ein niederd. wort (brem. wb. 1, 117. Schütze holst. id. 1, 124), nnl. beunhaas, schw. dän. bönhas (in Peringkjölds anm. zu Cochlaeus s. 358 bonäs), eigentlich bodenhase, namentlich ein schneider, der kein meister ist, heimlich unter dem dache, auf der bühne, auf dem boden arbeitet, wie ein gejagter hase auf den boden flüchten musz. die herleitung vom gr. βάναυσος, welcher Lessing 11, 246 beipflichtet, klingt doch zu gelehrt, und βαναυσουργός bezeichnet jeden handwerker, der hinterm ofen, in der stube hockt, nicht gerade den pfuscher. man schrieb auch bühnhase und beenhase (Stieler 262, wo durch druckf. bernhase steht, und 781), woraus dann verhochdeutscht wurde beinhase (s. d. w.) geradeso im Salzburgischen wird ein unzünftiger zimmermann genannt dachhas, zaunhas (Schmeller 2, 244), der sich hinter den zaun, unters dach verkriecht. das erstemal finde ich bönhase wieder bei einem bairischen schriftsteller: halten auch wol selber in ihren häusern ehrlose diebe, ferkenstecher und böhnhasen, verlaufene oder selbstgemeisterte schuster, schneider, mäurer, zimmerleut, schmid, die der rechten burger armen weib und kindern alle nahrung wegstehlen. Chr. Andreae buszposaune 1643 M 3. schriftsteller des 18 jh. verwenden es häufiger: es kommen auch so viele stümpler und beinhasen unter der jägerei, dasz viele das weidwerk gar nicht lernen, sondern sie laufen nur mit beiher. Döbel 3, 103; eine jagd kritischer bönhasen oder wilddiebe. Hamann 3, 431; keiner dieser böhnhasen ist je auf der wanderschaft gewesen. Hermes Soph. reise 1, 486; so wie man ihn schon zu einem böhnhasen und pfuscher gemacht hat. Tieck 1, 73. auch ein unbefugter, unbeeideter mäkler, ein ehbrecher, der in fremde ehe pfuscht, beiszt bönhase. s. DWB bühne.
 
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bönhasen, nnl. beunhazen, ein bönhase sein, pfuschen, dann auch einen als pfuscher abstrafen.
 
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böni, bönni, m. senecio alpinus, solidago alpina, wundkraut.
 
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bonit, bonitfisch, m. scomber pelamis.
 
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bonnebirn, f. eine kugelförmige birn von mäsziger güte.
 
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bonsdies, nach dem sp. buenos dias, wie bonjour:

bons dies bock! 'dei grats block!' wunderh. 2, 362;

bons dies, herr spatz! ei seht doch mal,
willkommen hier auf meinem sal!
er ist gefangen, sieht er wol?
Bürger 20a.

schlechte gemeine briefe, flederwische, bonusdiesbriefe, literae inanes, jejunae, vacuae, nullius argumenti. Stieler 238.
 
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boot, n. navicula, scapha, pl. boote und böte, nnl. boot, ags. bât, engl. boat, altn. bâtr (in der edda Sœm. 143b. 152b aber auch beit), schw. bt, dän. baad. dies uns heute ganz geläufige wort ist ahd. und mhd. gar nicht vorhanden, auch in seinem vocal und auslautenden cons. unsrer sprache unangemessen. Dasypodius und Maaler wissen nichts davon so wenig als die schweiz. bair. volkssprache; auch Luther braucht es nicht. Henisch 467, 60 führt es zuerst auf und schreibt boot, Stieler 105 bot, Adelung sogar both, in beiden ausgaben. es ist uns als schifferausdruck aus England oder den Niederlanden zugeführt worden, scheint aber, wie das it. batto, battello, sp. batel, franz. bateau keltischen ursprungs, ir. bad, welsch bâd, gal. bata. kaum gehört es zu bauta, propellere.
Jedes grosze schif hat boote anhängen, die es lösen und aussetzen, einsetzen kann. das grosze boot dient den anker an solchen orten auszubringen und wieder zu lichten, wohin das schif selbst nicht kommt. gerade das boot! engl. trim the boat! zuruf an die leute, nicht nach einer seite hin zu sitzen. das schif ist leck, setzt die boote aus! das boot ist überfüllt; alles drängt sich ins boot;

[Bd. 2, Sp. 238]


in sein stygisches boot
raffet der tod
auch der jugend blühendes leben.
Schiller 510b;

in den ocean schift mit tausend masten der jüngling,
still auf gerettetem boot treibt in den hafen der greis. 93b.

vgl. dampfboot, kanonenboot, paketboot.
 
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bootsanker, m.
 
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bootshaken, m. stange mit eisenhaken, das boot an land zu ziehen. auch name einer schnecke, strombus chiragra.
 
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bootsknecht, m. nauta, matrose: zween trunkene schif oder boszknecht. Kirchhof wendunm. 268a; wie niedergeschlagen sich alle und jede, auch die sonst so wilden bootsknechte bezeugten. Felsenb. 1, 93. vgl. DWB boszknecht.
 
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bootsleute, pl. nautae.

 

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