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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
bombenfrei bis bönhase (Bd. 2, Sp. 236 bis 237)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) bombenfrei, dasselbe.
 
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bomber, m. sonus, crepitus. hosenbomper. Stieler 212.
 
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bomhart, m. fides crassiuscula, sexta in testudine, quae bassum sonat, der grosze bomhart. Henisch 451. auch ein blasinstrument, wie clarinette, abgebildet in Mart. Agricola musica instrumentalis deudsch. Wittenb. 1542 10b.
 
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bomme, f. tympanum, nd. bunge.
 
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bommeln, bombilare, summen.
 
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bommen, sonare, resonare. s. DWB bummen, DWB bimbam.
 
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bommer, m. crapula. Stalder 1, 202.
 
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bommert, m. pomarium, was bangart, bongert, baumgarte. Stalder 1, 202. Tobler 69a.
 
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bömpeli, n. colymbus minor.
 
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bompernickel, m. panis Westfalorum ater, aus geschrotenem, ungesiebtem, die kleie behaltendem rocken gebacken, nnl. pompernikkel. kommt erst im 17 jh. verzeichnet vor, wird aber älter sein:

heiszt marcipan soldatenbrot? so essens nur die groszen,
der arme knecht der mag sich nur am pompernickel stoszen.
Logau 2, 7, 45;

[Bd. 2, Sp. 237]


wie der alte bompurnickel, von welchem die alte teutsche landsknecht sungen:

Bompurnickel ist wiederkommen,
hat die schuh mit bast gebunden.
Schuppius 249;

ein westphälischer bauer würde lieber ein stück speck und bon pour Nicol haben wollen. 273. wol könnte schon ein landsknecht oder ein fremder kriegsmann im scherz das ihm vorgelegte grobe brot gut genug für sein pferd erklärt haben, nickel, engl. nag soll nd. ein kleines pferd bezeichnen. brem. wb. 3, 240. bompern, pumpern meint aber stoszen, klopfen und in Baiern pumpernickel einen untersetzten, dicken kerl, ein lustiges lied vom Pumpernickel wurde gesungen (Schmeller 1, 284), was jenes landsknechtische sein mag. zu ermitteln wäre nur, ob und wie lange bompernickel für das brot unter dem landvolk selbst gebräuchlich war.
 
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bönhase, m. opifex extra tribum opus faciens, pfuscher, stümper, humpler, ein niederd. wort (brem. wb. 1, 117. Schütze holst. id. 1, 124), nnl. beunhaas, schw. dän. bönhas (in Peringkjölds anm. zu Cochlaeus s. 358 bonäs), eigentlich bodenhase, namentlich ein schneider, der kein meister ist, heimlich unter dem dache, auf der bühne, auf dem boden arbeitet, wie ein gejagter hase auf den boden flüchten musz. die herleitung vom gr. βάναυσος, welcher Lessing 11, 246 beipflichtet, klingt doch zu gelehrt, und βαναυσουργός bezeichnet jeden handwerker, der hinterm ofen, in der stube hockt, nicht gerade den pfuscher. man schrieb auch bühnhase und beenhase (Stieler 262, wo durch druckf. bernhase steht, und 781), woraus dann verhochdeutscht wurde beinhase (s. d. w.) geradeso im Salzburgischen wird ein unzünftiger zimmermann genannt dachhas, zaunhas (Schmeller 2, 244), der sich hinter den zaun, unters dach verkriecht. das erstemal finde ich bönhase wieder bei einem bairischen schriftsteller: halten auch wol selber in ihren häusern ehrlose diebe, ferkenstecher und böhnhasen, verlaufene oder selbstgemeisterte schuster, schneider, mäurer, zimmerleut, schmid, die der rechten burger armen weib und kindern alle nahrung wegstehlen. Chr. Andreae buszposaune 1643 M 3. schriftsteller des 18 jh. verwenden es häufiger: es kommen auch so viele stümpler und beinhasen unter der jägerei, dasz viele das weidwerk gar nicht lernen, sondern sie laufen nur mit beiher. Döbel 3, 103; eine jagd kritischer bönhasen oder wilddiebe. Hamann 3, 431; keiner dieser böhnhasen ist je auf der wanderschaft gewesen. Hermes Soph. reise 1, 486; so wie man ihn schon zu einem böhnhasen und pfuscher gemacht hat. Tieck 1, 73. auch ein unbefugter, unbeeideter mäkler, ein ehbrecher, der in fremde ehe pfuscht, beiszt bönhase. s. DWB bühne.

 

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