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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
abrasen bis abraupen (Bd. 1, Sp. 85 bis 86)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) abrasen, bei den jägern, was sonst abgrasen, abweiden.
 
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abraspeln, deterere, einen ast, ein bret abraspeln. scharfes erfassen, eilige sättigung, auch nachher wiederholtes abraspeln der gegenstände. Göthe 55, 318.
 
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abraspen, s. abrispen.
 
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abrasseln, crepitando abire, mit geräusch abfahren: der wagen rasselt aus dem thor ab; säbelhiebe pfeifen durch die luft, abrasselnd auf panzer und tartsche. Fr. Müller 1, 359.
 
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abrathen, dissuadere, rathgebend von etwas abmahnen: der graf rieth dem könig ab von dem krieg, der vater seinem sohn von dem soldatenleben. dann mit dem acc. den krieg, das soldatenleben abrathen, widerrathen. zu der ersten fügung kann man sich leicht einen ausgelassenen inf. denken und das ab mit ihm verknüpfen: rieth dem könig abzulassen von dem krieg; die andere verhält sich zur ersten, wie den hut abblasen zu von dem hute blasen. abrathen hiesz vordem auch einem durch falschen rath abnehmen, abschwatzen, ablocken: bis er (Lorenz Jansen) endlich durch der Hochteutschen offenherzigkeit, weil sie ein ding nicht lang heimlich halten können und ihnen die käse gar leicht abzurathen sind, weise geworden. Philand. 2, 809; denn so verstand der fuchs dem raben den käse abzurathen. Kant 2, 160 gebraucht abrathen, in gutem sinn, für absehn, ablauschen, aberrathen: der natur ihre handgriffe abrathen und sie unverdeckt vor augen legen.
 
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abrauben, diripere, von einem durch raub entfremden: wie vil guts in abgeraubt. fastn. sp. 180, 4;

sonder er hat ein mantel do,
das ich im den nit mag abrauben.
B. Waldis Esop 2, 46. bl. 109b;

abgeraubtes gut; alles obst von den bäumen abrauben.
 
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abrauchen, evaporare, abdampfen: als dann das wasser darvon gesiegen oder abgeraucht (ist), so hastu gar ein edlen vitriol. Paracelsi opp. 1, 892b.
 
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abraufen, devellere, abrupfen: die wolle von dem fell abraufen, daher raufwolle.

rauf doch, rauf doch nicht ab
die versengten haare.
A. Gryph. 1, 175.


 
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abraum, m. locus vacuefactus. bergmännisch, alles was wegzuräumen ist, bevor man zu dem erz gelangt: aber bergleut müssen manchen schurf vergebens werfen und vil schecht

[Bd. 1, Sp. 86]


abteufen, ehe sie durch den abraum kommen. Mathesius 37b; darnach ein schwarzer stein, in dem das alaunerz ligt, wird mit geding nach der ruten der abraum weg gearbeitet, als dann wird das erz auch also verdingt und in grosze haufen geführt. Thurneisser magna alchymia 1, 69; abraum ist die tammerde so über den gang lieget. Herttwigs bergbuch. Forstmännisch, der abgeödete wald, die ausgerotteten wild und vieh an der weide hindernden stämme. Flemings deutscher jäger 1, 40; afterschlag oder abraum vom baumholz, das liegende abholz des gefällten baums. überhaupt also schutt, der weggeräumt werden musz. Aus einer Freiburger urk. von 1432 bei Haltaus p. 3 erhellt aber, dasz abraum auch den gang in die verbannung bedeutete: Hans Heseler, Ticze sin bruder und Hans Heseler ir vettere haben gesworn, geret und gelobit ... einen aberûm zu tunde und zu wichen acht mile wegs unser stad Friburg; drückt das blosz ein räumen der stadt aus? oder kann es den gang in die waldeinöde, den unwegsamen wald meinen, wie sonst unser alterthum das exil den waldgang nannte? Nächstdem gemahnt aber abraum noch an das unerklärte ahd. ârûmi bei Otfried (Graff 1, 463), weil in mehr als einem wort, namentlich in abkosen und abweisz, aberkosen und aberwitz das ab und aber dem alten â begegnen; von dem engel wird gesagt: gisiunes ârûmi er gab in daʒ îtala grab, er gab den leuten knappen raum zu blicken in das leere grab; in thên ârûmen bichûmen heiszt beklagen in den öden, engen räumen der grabhöle, und neben dem n. ârûmi läszt auch ein ahd. m. ârûm sich denken. vgl. DWB abschlag.
 
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abräumen, vacuefacere, wegschaffen: die teller, schüsseln, tücher von dem tisch, die töpfe, kessel von dem herd, die bücher, kleider von der bank, dann den tisch, herd, die bank abräumen; das arbeitszeug abräumen; es ward abgeräumt (nach dem abendessen). Göthe 23, 73;

raumt ab das weisze tuch mit dem gestückten rand.
A. Gryphius 1, 436.

forstmännisch, abräumen, das holz ausrotten, ausstocken, aböden; bergmännisch, den gang abräumen, die darüber liegende dammerde fortschaffen. die steinbrüch abraumen. Jac. Ayrer 121a. der himmel ist ganz abgeräumt, wolkenleer, wie der abgeräumte tisch leer von speisen.
 
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abraupen, erucas colligere, die raupen ablesen. den baum abraupen.