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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
abwechseln bis abwehren (Bd. 1, Sp. 148 bis 149)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) abwechseln, alternare, variare, nnl. afwisselen: nun das wir von dem alten abgewechselten verlassen Hungaria auch etwas sagen. Frank weltb. 80a; wechslen sis ab in des künigs münz. das. 195a; singt tag und nacht den psalter mit abgewechseltem chor. das. 132a; welche (münze) ihnen auch von der oberkeit wieder abgewechselt wird. Thurneisser alchym. 2, 110; denn der prophet redet einslei ding mit abgewechselten worten. Mathesius 108a; wo man die pferde abwechselt und wieder frische bekompt. pers. reiseb. 1, 4; unterwegens wechselte der könig etlichemal sein reitpferd, auch einmal die kleidung ab. das. 4, 43;

[Bd. 1, Sp. 149]


wilst du mit dieser bürd abwechseln deine ruh?
A. Gryphius 1, 18;

die königliche leibwache (wurde) abgewechselt (abgelöst). Schiller 1049; als wir solche gespräch abwechselten. Voss Od. 11, 225;

wir wechseln, wies im leben pflegt zu gehen,
das frohe mit dem ernsten ab.
Gotter 1, 23.

sich abwechseln, sich ablösen: wann sich die (winterlichen) dünste mit des widers gegenschein abgewechslet und verglichen haben. Fischart groszm. 29. intransitiv, glück und unglück wechseln ab; ein abwechselndes fieber.
 
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abwechselnd, adv. alternando: sie sangen abwechselnd; die blätter stehn abwechselnd, bald auf dieser, bald der andern seite.
 
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abwechselung, f. permutatio: abwechselung (austausch) der gefangenen. Kirchhof mil. disc. 179; diese schrift umfaszt die abwechselungen aller jahrhunderte. Claudius 7, 103.
 
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abweg, m. diverticulum, devium, ahd. âwicki, âwiggi (Graff 1, 671) n., nnl. afweg m. auf dem abweg entfliehen; die strasze hat viel abwege; bleib er nur auf der fahrstrasze und lasz sich kein abweg kümmern. wegkürzer 2; musz ein nebengassen, abweg gehen. Frank weltb. 106a (oder: ein nebengassen abweg?); vom abwege führen. Kirchhof wendunm. 438b; durch lauter wald und abwege. Simpl. 1, 442; abwege suchen. 1, 391; ich möchte auf meine alte schliche und abwege kommen. Plesse 1, 99; die tugend ist die mittelstrasze zwischen zwei abwegen. Wieland 1, 256; ein längerer fortgang auf den abwegen, auf die er verirrt war. 1, 292; aus tausend abwegen den rechten weg auszusuchen. 7, 216.
 
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abweg, adv. de via, vom weg ab, mhd. abe wege: var er abe wege. Maurit. 1495; nu vart abe wege. 1085; si füeret ab wege. Haupt 6, 502; giengen balde abe wege. Königshofen 295; wir gungen ein wenig abweg. Philand. 2, 348; und die armen tropfen gar abweg und noch besser für sich in den wald hinein zu gehen müszigten. Simplic. 2, 271; bisz du der materi abweg (fort) verhelfest. Uffenbach roszbuch 2, 116; das steinecht erdreich ist auch zu sauberen, so man die stein abweg (fort) schaffet. Sebitz feldbau s. 20; abweg liegen. das. 28; viel von den umbstehenden funden seine wort nicht gar abweg sein (aus dem weg liegen). Philand. 1, 304. zum subst. abweg verhält sich das adv. wie zum subst. weg das adv. weg.
 
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abwegig, remotus, aus dem weg liegend: ein abwegiger wald.
 
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abwegs, adv., dem vorigen gleichbedeutend, mnl. afweghes (lekensp. 2, 350): von des hauptmanns erstem schiffe abwegs getrieben. Fronsp. 3, 229b;

ir seit abwegs gereist der strasz.
Ayrer 358a;
H. Sachs IV. 3, 17b. 18c; II. 2, 34a;

als ich nun abwegs machen (fortreisen) wolte. Simplic. 1, 164.
 
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abwegsam, was abwegig: ein abwegsamer wald. Voss; abwegsamer ort.
 
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abwehen, deflare, nnl. afwaajen: der wind weht alles obst von den bäumen ab; der sturm wehte die fahne vom dach ab; mhd starken liuten wæt erʒ houbet abe. Walth. 13, 17; die abgewehten töne des musikalischen gefolges. J. Paul Hesp. 3, 218. intr. schneeflocken wehen vom dach, blüten von den bäumen ab; da sie denn auf dem berge eine grosze weisze fahne abwehen lieszen. Lohenst. Arm. 1, 951.
 
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abwehr, f. depulsio, defensio:

da zur abwehr kühn ich genaht war.
Voss Il. 1, 590;

dir schaff ich des wehs abwehr und errettung. Od. 10, 286.


 
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abwehren, depellere: die katze von der milch abwehren; die mutter wehrt dem schlafenden kinde die fliegen ab; der pelz wehrt die kälte ab;

die strafen sind das salz, damit man abewehre,
dasz gute zucht sich nicht in fäul und stank verkehre.
Logau 3, 10, 63;

die sorgfalt,
mit der ich mich bemüht, dein unglück abzuwehren.
Gellert;

der thräne ausbruch abzuwehren.
Bürger 2, 3;

armuth, als eine grosze versuchung zu lastern abzuwehren. Kant; er läszt sich nicht abwehren, die sache ist nicht abzuwehren. Einigemal mit dem dat. der person oder sache:

mit zittern fiengst du an, ist dem nicht abzuwehren,
der mit dem säbel kommt?
Opitz 1, 4;

sie sucht den kindern abzuwehren.
Michaelis;

der aus Sicilien der theurung abgewehrt.
Gellert

in diesem sinn bedeutet es steuern, einhalt thun.