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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
abwandern bis abwasser (Bd. 1, Sp. 147 bis 148)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) abwandern, demigrare: die gesellen sind heute abgewandert; ins ewige leben abwandern; bei seinem abwandern betrug er sich ebenso excentrisch. Göthe 48, 33.
 
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abwanken, deflectere: nicht abwankend vom ziel. Voss 3, 106. nutando abire. Klingers th. 4, 138. vgl. DWB abwenken. mhd. galt auch ein subst. abewanc. En. 9501.
 
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abwärmen, calefacere: ofen, schmelzherd abwärmen, zu einem erforderlichen wärmegrad bringen.
 
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abwarnen, dehortari, praemonere: ob er darum niemalen wäre abgestraft oder abgewarnet worden. Philand. 1, 499.
 
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abwarnung, f. praemonitio.
 
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abwarten, exspectare, attendere. da in warten die sinnliche vorstellung des aussehauens enthalten ist, musz das zutretende ab vom standpunct des schauenden erklärt werden und abwarten, erwarten sein etwas mit (ab) den augen, von der höhe ab erschauen, danach blicken. der wächter wartet ab der zinne. ich will meinen freund hier abwarten heiszt ich will von dieser stelle aus ihm entgegen sehen bis dasz er komme; mich in einen offenen laden hinsetzen und die verkäufer abwarten. Tieck ges. nov. 2, 22. schon das einfache ahd. wartên drückt aus prospicere, speculari, exspectare. vor des spähenden augen breitet sich die gegend aus, er übersieht, beobachtet, bewacht sie, folglich bedeutet warten zugleich auf etwas acht haben, es in pflege und sorge nehmen. dieses abwarten pflegen, hüten construiert unsere sprache zwar auch noch mit dem acc., daneben aber mit dem gen. und dat. der sache. beispiele des gen., dasz er dieses handels nicht abwarten könnte. Melanchth. 3, 1202; ihres amtes, berufs und dienstes abwarten; seiner narung abwarten und darbei selig sein und bleiben könne. Mathesius 6b; christlich wandeln und vermöge seines eides seiner befohlner arbeit trewlich abwarten. das. 7a; dasz sie nicht besser ires berufs abgewartet. Ayrer proc. 2, 5; seiner güter abwarten. Opitz 1, 5a;

wer hätte vermeinet, dasz ich im garten
sollte der wachsenden blumen abwarten.
A. Gryphius 1, 622.

beispiele des dat., so er dem gericht selber nicht abwarten kan. Frankf. ref. 1. 6, 4; dasz er also seinem ampt nit genugsam abwarten kann. Uffenbach roszbuch. 2, 190; indem wir dem Laelius abgewartet. Philand. 2, 275; wie er seinen sachen wol abwarten möge. das. 2, 498; der plackscheiszerei abzuwarten. Simplic. 1, 3; keiner schickte sich besser dem alten herzbruder in seiner krankheit abzuwarten als ich. das. 1, 198; wann sie dem jetzt gegenwertigem glück nicht besser abwarten solte. Spee 440; als solchem verächtigen ampt ab zu warten. das. 489; gewis werden ihnen (den blumenzwiebeln) meine kinder mit fleisz abwarten. Pestalozzi L. und G. 1, 267. beispiele des acc., die händel abwarten. Schweinichen 3, 149; so würde er seinen dienst fleisziger abwarten. pers. rosenth. 5, 1; den gottesdienst abwarten. das. 7, 20; er wartete seine Concordia mit den treflichsten liebkosungen ab. Felsenb. 1, 146; er musz seinen beruf wohl abwarten. Rab. 1, 172; ohne seine stunden abzuwarten. 3, 29; aus der andacht, womit sie den öffentlichen gottesdienst abgewartet haben. Möser verm. schr. 1, 117; versicherte dasz sie (die wunden) leicht heilen würden, wenn der patient sich ruhig hielte und sich abwartete. Göthe 19, 56. heutzutage ist die fügung mit gen. und dat. veraltet, nur die mit acc. üblich (s. DWB warten), obschon einige redensarten zweifelhaft werden, den gottesdienst abwarten kann bedeuten den beginn, das ende des g. erwarten oder den g. verrichten; es will abgewartet sein, sowol es musz darauf gewartet, es musz erwartet, als gehörig verrichtet werden. der bote wartet die schlacht ab, um ihren ausgang zu melden, der feldherr wartet sie ab, schlägt sie. sie wollen es nicht abwarten. Lessing 1, 293.
 
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abwärts, deorsum, niederwärts, seorsum seitwärts. das wasser rinnt abwärts; die sonne geht abwärts; es geht mit ihm abwärts; abwärts steigen, schiffen; das gebirg ich bald stieg abwertz. H. Sachs 1, 253a;

o zeit, o hohe zeit, dasz wir auf knien liegen,
dasz wir die freche stirn zur erden abwerts biegen.
Logau 1, 10, 66;

ein loser gott flosz abwärts
in ihres busens mitte.
v. Kleist 1, 53;

sobald Aurora lieblich abwärts schauet. das. 1, 26;

bald sieht er abwärts voller glanz und prangen
noch einen himmel in den fluten hangen. das. 1, 27;

[Bd. 1, Sp. 148]


sie stürzte sich abwärts (in die höle). Klinger 10, 209;

holde Genoveva,
es neigt sich alles abwärts, sei mir lieb.
Tieck 2, 148;

geh den hügel abwärts.
Platen 21.

beispiele des seitwärts:

was blickst du hohnlächelnd abwärts?
v. Kleist 2, 131;

oft reichte Mars ein volles glas,
wenn ihr Vulcan nur abwärts sasz,
der himmlisch lächelnden Cythere.
Hagedorn 3, 127;

ihm schwärmen abwärts immer die gedanken
nach seines vaters hallen.
Göthe 9, 4.

der sinn ist oft unsicher, z. b. in den worten: so halte dich nun auch still und abwärts. Tieck 11, 138.
 
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abwartung, f. curatio: abwartung der puppe, ausputzung, pflege; abwartung des gottesdienstes. Rab. 4, 200; die abwartung der blumen, der wunden. nicht aber für erwartung, exspectatio.
 
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abwaschen, abluere, nnl. afwasschen: den schmutz von den händen, wangen, dem gesicht abwaschen, hände, wangen, gesicht abwaschen, ursprünglich ab den händen waschen, ahd. wasg nu aba mir mîn unreht. N. ps. 50, 4; er dich durch sein blut von den sünden abgewaschen habe. Augsb. conf.; seine hände abwaschen von den weltlichen eitelkeiten. pers. baumg. 3, 24; die schüsseln abwaschen; der regen wäscht die erde vom ufer ab; der flusz hat das land abgewaschen; ihre thränen wuschen das blut von der wunde ab; die leiche steht schon abgewaschen; das musz mit blut abgewaschen werden; die unflätige zunge mit maulbeersaft abwaschen (blutig schlagen). Simplic. 1, 347; wir wöllen die runzeln recht einander abweschen. Fischart Garg. 84a.
 
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abwaschung, f. ablutio.
 
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abwasser, n. aqua defluens ex alia, defluens super alias res, nnl. afwater: wasser, so von einem brunnen abgat und etwan hin zu nutzen geleitet wird. Pictorius; dieses sees ursprung ist in dem Nordholz und fleuszt sein abwasser durch die grafschaft Arnstein. Thurneisser von wassern s. 266; von dem abwasser, darin die erz, die solche ding bei sich haben, geweschen werden. das. s. 47.