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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
äbtlich bis abtrappeln (Bd. 1, Sp. 140 bis 141)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) äbtlich, ad abbatem spectans. die äbtliche würde. Stolberg 10, 211.
 
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abtoben, desaevire, saevire desinere: der sturm hat abgetobt. auch sich abtoben: laszt ihn sich abtoben; wo der jugend ein gewisser zwischenraum gegönnt war, in welchem sie sich abtoben möchte. Göthe 43, 327.
 
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abtödten, interficere, goth. afdauþjan θανατοῦν: das fleisch (von dem leibe) abtödten; den baum (von der wurzel) abtödten; den tödten sie auch ab und lassen ihn mit nichten an dem schelmen sterben. Frank weltb. 194a; dasz du dein gefühl unterdrücken oder gar abtödten sollst. Tieck ges. nov. 4, 57; die bessern kräfte im menschen zu erlahmen und nach und nach abzutödten. Tieck Sternb. 1, 339; so läszt man die gerste erst lebendig keimen, ehe man sie auf dem darrofen zu gutem malz abtödtet. J. Paul dämmer. 85.
 
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abtödtung, f. exinanitio: abtödtung von der welt, gebet und fasten; abtödtung der leidenschaften. Gotter 3, 109; abtödtungen des einsiedlers Cuthbert. Stolberg 10, 100.
 
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abtosen, desaevire: das gewitter toset ab.
 
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abtraben, abire, evadere: er trabt ab, ich liesz ihn leer abtraben; wenn sie wolt seins ausleckens ab draben. fastn. sp. 235, 24.
 
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abtrag, m. ablatio, solutio, satisfactio. dem sinnlichen abtragen entnommen: abtrag der speisen von der tafel, was sonst abhub; nehmen sie mit dem abtrag von anderer leute gastung vorlieb? Schiller 151; jahrtausende lang verzehrt sie nur den abtrag von der tafel des todes. das. 700. abtrag der kleider, detritio vestium. desto häufiger von dem abstracten abtragen, abtrag restitutio, satisfactio: diese böse sache zum ende oder gütlichen abtrage fördern. Luthers br. 4, 658;

bisz das der kaiser urteil felt
und seinen sun mit groszer hab
zu abtrag diser witwe gab.
Schwarzenberg 117, 2;

es geschieht gebürlicher abtrag. landfr. von 1522. 13; begert der schmach ein abtrag. Pauli schimpf 87b; lossprechen mit kosten und schaden abtrag. Ayrer 46b; mit abtrag sich zu ledigen. das.; zu abtrag. weisth. 1, 444;

sich es nit vor ein abtrag an,
als hätt ich deiner gunst damit genug gethan.
Günther 756;

der schuld
erwart ich einen abtrag mit geduld.
Schlegel im sommern. tr. 3, 2;

bis zum abtrage der schuld. Dahlm. dän. gesch. 1, 469. Zumal in den redensarten abtrag thun, geben, nehmen, haben: abtrag zu thun schuldig sein. not. ordn. von 1512; er thäte mirs denn gebürlichen abtrag. Schweinichen 1, 240; also muste er mir einen abtrag thun und zusagen wider mich nicht mehr zu thun. 1, 348; einen abtrag schuldig. weisth. 3, 820; eben den tag als er abtrag gethan. Opitz 1, 2b; so lange bis sie dafür gebührenden abtrag gethan haben werden. Wieland 20, 145;

das die sach zu eim vertrag kem
und der jud gelt zum abtrag nem.
Ayrer 24a;

auch solt ihr von uns abtrag haben
alles eurs schadens grosz und klein. das. 442a;

noch sol ich für mein ehlich leben
ihm jährlich zins und abtrag geben. froschmeus. 1. 2, 5.

Einigemal umgekehrt für eintrag, abbruch, wegtragen: diese thäten mir viel abtrag und schaden. Simplic. 2, 193; so bringt auch die dieberei (des gesindes) und mancherlei abtrag

[Bd. 1, Sp. 141]


einen mangel und abgang. Hohberg 3, 45a; diese fälle sind selten und können dem groszen haufen an seinem rechte keinen abtrag thun. Wieland 24, 70.
 
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abtragen, auferre, e loco tollere, nnl. afdragen. das kleid (an, von dem leib) abtragen, die schuhe (von den füszen) abtragen, verschleiszen; ein abgetragner hut, rock. Rab. 1, 97; der mann mag seinen rock abtragen, die frau den ihrigen vertrödeln. Göthe 19, 146; abgetragen schuh. A. Gryphius 1, 558. die leichen werden (von der bühne) abgetragen. A. Gryphius 1, 530. den leithund, den falken abtragen (ab der hand, ab der faust) abtragen, abrichten; sperber, falken, habicht abtragen soll man im august. Hohberg 1, 128b. das dach (vom hause), das haus (vom boden), die mauer (von der erde), den berg, hügel abtragen, mhd. ê dem lobe der kalc wær abe getragen. Walth. 28, 30. die speisen vom tische, von der tafel abtragen, den tisch, die tafel abtragen; das getraide von der tenne abtragen; bergmännisch, das rad, eine radstube abtragen. einen abtragen, abführen, abducere:

so hat der weg uns abgetragen,
dasz wir her zu euch komen sein.
Ayrer 167c.

Häufig weg, fort, beiseits tragen, entwenden, oft mit dem dat. der person: tragt eur frauen ir pfrunt ab. fastn. sp. 142, 31; der vater im himmel weisz wer sein ist, niemand wird ihm denselben abtragen; gleichwie sie (die zeit) nicht wenig abtregt dem, der nicht kan der wahr los werden. Luther 1, 195b; wo die messe so viel abtrüg als sie zutregt, solt sie bald werden, was der beutel nur wolte. 2, 156a; ich hab im warlich den hafen mit dem anken heimlich abgetragen. Frey garteng. 40b; vil abgetragner ding. H. Sachs 1, 442c. vgl. 1, 162b. 229d. 479d. II, 4, 109c; untrewe knecht, die dem herrn abtragen und damit sis allein haben vergraben. Frank sprichw. 2, 129b; ihren eigenen ehmännern, denen sie (die frauen) ehe alles abtragen, ehe sie den gespahnen einen mangel leiden lieszen. Philand. 1, 143. Aus dem sinnlichen abtragen, d. i. gleichmachen, ebnen scheint sich die heute geläufigste abstracte vorstellung des gutmachens, ausgleichens, erstattens, leistens und ersetzens, die jenem entziehen ganz entgegensteht, entfaltet zu haben: fellt die bibel auf die erd und ein jud sihet disz, er musz mit fasten abtragen (büszen). Frank weltb. 153a; in mitler zeit ward die sach abgetragen (verglichen). Frank chron 219a;

du hast gehoft, dein lohn ist abgetragen.
Schiller 1, 164;

während seine tochter, deren unschuld er verkauft hatte, Faust den lohn seiner sünde abtrug. Klinger 3, 199; euer hoheit unterthänigen dank für das bewuste abzutragen. Schiller 258; dir meinen wärmsten dank laut abzutragen. Klinger 2, 363; weil wir diesem manne gründlichen dank abzutragen wünschten. Göthe 6, 216; die termine sollen richtig abgetragen werden. 14, 172; ich wünschte sie (die beweise der unsterblichkeit) abtragen zu dürfen. J. Paul Kampanerth. 37. das part. abgetragen, adjectivisch verwandt, hat fast immer die sinnliche bedeutung von detritus, usu consumptus, defessus: eine quelle die den müden, abgetragenen wanderer ergötzt. Hippel 2, 328; ich bin so abgetragen und krank, dasz meine gesundheit im ganzen ernst gelitten. Hippel 13, 146; die abgetragensten ideen. Wieland 5, 160; der abgetragene gedanke. J. Paul lit. nachl. 4, 208; gleichniswörter, die allzu abgetragen sind. J. E. Schlegel 3, 228.
 
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abträglich, nocivus, abtrag thuend: halte ich dafür, es solte ihm nicht abträglich, sondern in viel weg nützlich und bequem erscheinen. Kirchhof disc. mil. 17.
 
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abtränken, potu reficere: ceremonien, womit sie die gottheit abspeisten und abtränkten. Hippel 5, 229.
 
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abtrappeln, vacillando abire: und so trappelte ich schnell ab. Klingers theat. 4, 213. auch abtrippeln.