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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
absteppen bis abstiften (Bd. 1, Sp. 130 bis 131)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) absteppen, consuere, cuspidatim exornare: ein kleid, einen rock absteppen.
 
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absterben, demori, emori, dem tode sich langsam nähern, dahin sterben, nnl. afsterven: der zweig stirbt von dem baum ab; das glied stirbt von dem finger, der finger von der hand ab; der fisch ist abgestorben; lasz uns zusammensitzen und absterben, wie der fisch, dem das wasser abgeleitet ist. Klinger 1, 60; die erze sterben ab, werden geringer; der baum, die blume stirbt ab, languet; der geist ist frisch, der leib stirbt ab;

schon lange grünt uns nicht mehr der abgestorbene wald,
der in die süszen schatten uns rief.
Zachariä;

damit sie des guten abgestorbenen (verstorbenen) kerls desto ehe vergessen möchten. Wickram rollw. 65b; du abgestorbener weltmann! Göthe 18, 313; ein absterbender greis; zuweilen für aussterben:

si wollen dasz mein nam und ehr
solt mit mir ganz absterben.
Weckherlin 140;

[Bd. 1, Sp. 131]



wer ist kindlos und erblos
ganz abzusterben nicht verdrossen? das. 499;

dies haus wird bald absterben; die mönche im kloster absterben lassen; handel und wandel in diesem lande ist ganz abgestorben; schweiz. abgstorba, verblichen: er hed e ganz abgstorbes halstüchli a. Tobler 13a; eine abgestorbene, ausgestorbene sprache; abgestorbene verhältnisse. Göthe 3, 157. abgestorbenes gut, erbloses: wegen der abgestorbenen verlassenen habe. Reutter kriegsordn. 17; das brauchen wir nicht wieder zu geben, die sachen sind abgestorben. Leipz. avanturier 1, 166. Einem absterben, durch den tod genommen werden: die eltern sind ihm frühe abgestorben (von seiner seite gerissen worden); es ist mir (von mir) an ihm ein treuer freund abgestorben;

ihm starben brüder, freund und weib und kinder ab.
Gotter 1, 317;

oft das gefühl wofür verlieren, entsagen: er ist der welt abgestorben; so ihr denn nun abgestorben seid den satzungen der welt. Coloss. 2, 20 (goth. gasvultuþ af stabim þis fairhvaus, vulg. mortui estis ab elementis mundi); der freude starb ich ab. Gotter 3, 573;

wir sterben uns uns selbst vor ab, für unserm sterben,
wann gaben, die in uns, unausgeübt verterben.
Logau 3, 8, 67;

ein weiser mann
stirbt ab der sterblichkeit.
Opitz 1, 65;

die ihre gewohnheiten und sitten beibehielten, weil es ihnen doch zu schwer war, ihrem vaterlande ganz abzusterben. Schiller 852; der neue mensch, indem er dem alten abstirbt. Kant 6, 239. auch mit der praep. für: abgestorben für jede freiheitliche regung. Dahlmann franz. rev. 65.
 
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absterben, n. obitus: auch konnte der schmerz über das zeitige absterben des braven mannes nur durch das gefühl gelindert werden, dasz er auf der welt wenig geliebt habe. Göthe 19, 141. das absterben eines glieds, hinschwinden.
 
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absterblich, intermoriens: so ist die krankheit alle zeit zu erwarten, und nicht absterblich, wie etliche krankheiten. Paracelsi opp. 1, 289b.
 
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absterbung, f. necatio, interemtio, was ein verlornes transitives absterben absterbte (mhd. sterben), verschieden von absterben abstarb (mhd. stërben) voraus setzt: die beschneidung bedeut die absterbung unser selbs. Frank weltb. 124a; die hugonotische reformation und absterbung (der begierden, folglich enthaltsamkeit). Fischart bienenk. 231b; mit gänzlicher absterbung des eignen willens sich ihm hingebe. Fichte staatsl. 193, obgleich die letzte stelle auch das absterben, emori meinen kann, wie bei Kant 5, 252 ein abgestorbenes oder die absterbung drohendes organ.
 
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absterzen? dunkler bedeutung:

so oft ein herze sterzt dem andern herzen ab.
Lohenst. Hyac. 34;

kaum abstürzen, aber sonst heiszt sterzen, starzen turgere, und die Windberger psalmen 347 haben ûf starzen erigere.
 
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absteuer, f. tributum: ein hüfener gibt einen thaler abfahrtsgeld, ein kossäte einen halben thaler absteuer. märk. amtsordn. §. 68; die absteuer der geschwister. Möser 1, 112.
 
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absteuern, navem solvere: das schif vom lande absteuern.
 
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abstich, m. abstich vom torf, abstich des flüssigen erzes, abstich des bildes, abstich der nath. hauptsächlich aber gilt es heute, wie früher abstechung, für den contrast und gegensatz: der abstich ist zu stark, den dieser neue ton mit deinem ersten macht. Wieland 9, 21; insonderheit machte das grosze schlachtschwert mit seinem übrigen ansehen einen lächerlichen abstich. 11, 336; ein begrif von machtvollkommenheit, der gegen das übrige staatsrecht der Deutschen den lächerlichsten abstich machte. Schiller 889; je härter der abstich war, den der grundsatz der wahrheit mit den herschenden maximen machte. 1118; eine lebhafte bewegung welche gegen die sinnende ruhe des Diomedes einen vielleicht nur zu starken abstich macht. 1228; die tannen und die verfallene hütte machten in der heiteren grünen landschaft gegen die weiszen häuser des dorfes und das prächtige neue schlosz den sonderbarsten abstich. Tieck 4, 368; der rührende abstich des morgengetümmels mit der nachtpause. J. Paul Hesp. 3, 144.
 
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abstieg, m. descensus: der abstieg war zu jäh, die vorüber ziehenden konnten nicht anhalten. Göthe 21, 6.
 
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abstiften, auferre, detrahere, gegensatz von DWB anstiften, DWB stiften:

[Bd. 1, Sp. 132]


sorgsam vermeid der welt gift,
so glauben, ehr und trew abstift.
Wickram irr. bilg. 23;

einem habe und gut abstiften. heute veraltet.