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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
abspielen bis absprecherisch (Bd. 1, Sp. 123 bis 124)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) abspielen, ludo pacisci, lucrari, im spiel abthun, verabreden, gleich dem heutigen abkarten: es wäre denn also zuvor abgespielet. Luthers br. 5, 364. im spiel abgewinnen: du hast die seele mir abgespielt mit falschen künsten. Tieck 2, 150. ausspielen, zu ende spielen: eine abgespielte rolle; ein abgespieltes leben. J. Paul bücherschau 1, 77.
 
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abspillen, languescere, tabescere: wan ein ochs abspillt, hat er den in den flor (auf die weide) zu schlagen. weisth. 3, 632; er ist ganz abgespillet, ossa atque pellis totus est. Stieler 2089.
 
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abspinnen, filum deducere, nnl. afspinnen, den faden von der spindel abspinnen, den rocken, den flachs abspinnen. figürlich, etwas vollenden:

wird vieles von den augen abgesponnen,
so dasz die menge staunend gaffen kann.
Göthe 12, 11;

ein monolog des Marco in dieser verlegenheit ist von der reinsten, gefühlvoll und glücklich abgesponnenen selbstqual. 38, 263.
 
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abspitzen, acuminare, decacuminare, oben spitz machen, gegensatz von abrunden, abstumpfen, nnl. afspitten: ein bleistift, einen kegel, zuckerhut abspitzen;

jene zugleich aufhebend den abgespitzeten ölbrand.
Voss Od. 9, 382.

mit einem spitzen werkzeug abnehmen: die maurer spitzen einen vorragenden stein ab, hauen ihn mit der zweispitze; die haare abspitzen, nicht abschneiden, nur oben ein wenig mit spitzer scheere oder ihre spitzen wegnehmen.
 
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abspleiszen, abscindere, nnl. afsplijten: die fasern vom holz, die blätter von dem kraut abspleiszen. damit es (das öffentliche eigenthum) dem reiche nicht abgesplissen oder zur todten hand gebracht würde. Möser 3, 140.
 
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absplisz, m. resegmen, ramentum. ein geringer absplisz von dem ganzen, pars fundi alienata. weisth. 3, 31. 162.

[Bd. 1, Sp. 124]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) absplittern, festucam abscindere, splitter abreiszen, nnl. afsplinteren: wenn der sturmwind die kirchenlinden absplitterte und äste brach. Hippel 2, 63. auch intransitiv, das splittert ab, reiszt ab, oder splittert sich ab.
 
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absprache, f. conventio, nnl. afspraak, mündliche übereinkunft, abrede. nach der absprache, abgesprochenermaszen.
 
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absprechen, nnl. afspreken, abjudicare, verbis adimere: so doch gott selbs solchen ungehorsamen kindern flucht und langes leben abspricht. Luther 6, 311b; die uns unser leben abgesprochen. 3 Macc. 6, 11; dasz ich diesem armen gesellen hierumb sein leben nicht absprechen sollte oder kann. Kirchhof mil. disc. 263; man hielt ihn vor schuldig und sprach ihm ohne bedenken den kopf ab. Hahn 3, 59; als ob die beklagten, wenn sie macht gehabt hätten, nicht völlig aus eben dem grunde ihnen selbst den kopf hätten absprechen können. Lessing 9, 400; soll ihm der blutrichter das leben absprechen? Klinger 1, 90; da er im gegentheil alle hofnung dazu absprach. Schiller 830; sie hätten die sache gerne nicht abgesprochen (geleugnet) sondern abgeändert. Claudius 5, 17. das feierliche absprechen geht über in bloszes leugnen, absagen: ich will das nicht absprechen, ihm nicht widersprechen. selten ist einer sache absprechen, absagen, sich von ihr lossagen:

die kaiser haben selbst dem irrthum abgesprochen,
den misbrauch hingethan, die bilder weggebrochen.
Opitz 393.

über eine sache absprechen, aburtheilen: Justus Möser war geneigter die verschiedenen seiten eines gegenstandes ins licht zu stellen als über ihn abzusprechen. Hugo lit. gesch. (1830) s. 552; über Deutsche anmaszend abzusprechen. Tieck ges. nov. 1, 194; glaubt er wider die kritik abgesprochen zu haben. Kant 3, 352. ein absprechender mann, absprechendes urtheil, in absprechendster weise. absprechen im sinne von besprechen, zu ende sprechen findet sich nur bei neueren schriftstellern: das ist unter uns abgesprochen, beredet;

wo ist der unverschämte, der es wagt,
mein eigenthum, schon abgesprochnen handel
mir zu entreiszen.
Tieck 3, 146.


 
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absprecherei, f. die gewohnheit über alles abzusprechen: seine absprecherei ist unerträglich.
 
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absprecherisch, gewohnt abzusprechen, arrogans.