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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
abschelfen bis abscheuchen (Bd. 1, Sp. 97 bis 98)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) abschelfen, abschilfen, deglubere. Stieler 1719.
 
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abschellen, vi defringere, durch heftige erschütterung ablösen: der fusz ist zwar nicht gebrochen, aber das fleisch vom knochen abgeschellt.
 
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abschelmen, decipere, abgaukeln, abbetriegen:

so gibt si es wider uf der statt
was si vor abgeschelmet hat.
Murners geuchmatt. 1519. i II.

[Bd. 1, Sp. 98]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) abschenke, f. womit abgeschenkt wird: ihm folgten 2 laquais, welche die abschenke, die in einer groszen güldenen kanne voll wein und einer schale voll allerlei confituren bestund, auf unsere tafel setzten. Felsenb. 4, 95.
 
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abschenken, ein bestimmtes masz getränkes austheilen, zumal an das reisegefolge des hofes. s. DWB abschank.
 
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abscheren, detondere, abschneiden, mhd. abe schern, nnl. afscheren: das haar, den hart von dem kopf, kinn abscheren; dem ritter schar er auch das har ab mit einer scheren. Galmy 293. heute schlechter: schor ab. abscheren soll auch bedeuten absondern durch eine scheidewand, was mit dem begrif des schneidens vereinbar wäre, doch gilt sonst dafür das abführende abschauern.
 
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abscherrete, f. für abscharrete, was abgescharrt wird: so gib ich dir nit (spricht der becker zum bettler) die abscherret auf meiner wirkbank. Frey garteng. 8b.
 
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abscherzen, von einem durch scherz erlangen, vgl. DWB abschäkern.
 
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abscheu, m. ábschèu, abominatio, heftiger widerwille und verachtung, eigentlich scheu ab (von) einem: es ist wahrer tief eingewurzelter abscheu. Gotter 3, 4;

und nur auf den seh ich voll abscheu nieder,
der menschenliebe nie empfand.
Gotter, 1, 422;

mancherlei schmähung
sprachst du wider uns aus, du entstelletest gerne zum abscheu.
Voss Od. 2, 86.

es kann darauf an, gegen, vor, über folgen, am seltensten der genitiv: abscheu am vergieszen des bluts haben. Klinger 2, 151; er hatte vor den katzen wahren abscheu; mein abscheu gegen die kranken nahm immer mehr ab. Göthe 26, 9; sie äuszerten gerechten abscheu über eine solche that; seit wann haben sie denn den abscheu der spinnen verloren? Klopst. 11, 198. Abscheu steht aber auch für den verabscheuten, je persönlicher, desto lebendiger: du abscheu, abscheu von einem menschen!; ich abscheu. Gellert 3, 53; o pfui welch ein abscheu, welch ein schreckbild! welch entsetzen! entferne dich! Göthe 11, 301; wie hasz ich dich, abscheu und gemahl, o Pluto! 14, 51; er stund der abscheu, wie ein eherner teufel stund er. 42, 187.
 
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abscheu, f., untadelhaft, da scheu weiblich ist: mit groszer abscheu. Opitz 3, 185; da dort die Lateiner eine solche abscheu vor dergleichen getragen. Opitz poeterei 30.
 
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abscheuchen, abigere, deterrere, wegscheuchen, fortscheuchen: denn sie werden jene abscheuchen und abhalten. Luther 4, 244; dadurch torheit wird abgescheucht. H. Sachs; die sünde abscheuchen, fugare, deterrere;

lasz mich kein gut sunst von disem gut abscheuhen.
Weckherl. 259;

wie wenn den funkelnden leun
oftmals hund abscheuchen.
Voss.

Rollenhagen schreibt abschewen:

das er die menschen, wolf und lewen
sol anmelden und helfen abschewen. froschm. 1, 2. cap. 6. J 6b.