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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
abschalmen bis abschattung (Bd. 1, Sp. 95 bis 96)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) abschalmen, in cortice signare, an der rinde zeichnen, forstmäszig für die hut und weide, durch abschälen, zeichnen: es sind der stadt Belitz gute örter in der haide abgeschalmet, und deren sich zu enthalten geboten worden. Frisch 2, 159. vgl. DWB schalm.
 
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abschälung, f. decorticatio, abtrennung: dasz du hier bist, beweiset viel für dich, aber abschälungen mag es doch gekostet haben. Wieland 27, 39.
 
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abschank, m. was von getränke verabschenkt wird, so hiesz namentlich der reisenden hofleuten dargereichte schlaftrunk.
 
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abschärfen, abstumpfen: das leder abschärfen, am rande dünner schneiden, das bret abschärfen, ihm die scharfen ecken nehmen. bei den jägern aber abschärfen für ablösen, abschneiden, mit der schärfe des jagdmessers.
 
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abscharren, deradere, scharrend ablösen: den rusz, den teig vom trog, den kalk von der wand abscharren, den schmutz von den schuhen abscharren, die schuhe, den trog abscharren. allen unrath von sich abscharren.
 
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abscharrete, f. gebildet wie abschabete. s. DWB abscherrete.
 
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abscharricht, n. was abgescharrt ist.
 
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abscharrsel, n. das abgescharrte.
 
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abschatten, adumbrare, durch hinzugethanen schatten genauer abbilden, als es im umrisz geschehn kann, bei den mahlern, die gestalt, die landschaft abschatten, in licht und schatten setzen, dann überhaupt abbilden, entwerfen, bilden: das menschenpaar, welches gott abschattete. Hippel lebensl. 6, 115;

die schöne menschheit,
zu welcher, wie das nektarräuschchen schwindet,
die göttin unvermerkt sich abgeschattet findet.
Wieland 9, 184;

leiden schattet niemals so scharf ab als thun. J. Paul aesth. 2, 80; blickte er ihr bethräntes angesicht an und schattete es ab in seiner öden seele. Hesp. 4, 86; wo ich eben sitze und den heutigen sonntag abschatte. jubelsen. 177; spitzbuben geschickt abschatten. holzschn. 10, 92. Das wort wurde viel häufiger in der sprache seit erfindung der schattenrisse durch den Franzosen Silhouette (um 1760): ich nahm oft im sommer meine schreibtafel heraus und wollte ihn an dieses silhouettenbret anpressen und dann abschatten. Hesp. 3, 203; dürfte man einen freund abschatten in rissen und schattenrissen. flegelj. 4, 90, und J. Paul geht damit verschwenderisch um. sich abschatten bedeutet sich durch schattenwurf darstellen:

[Bd. 1, Sp. 96]


die gestalt schattet sich auf dem hellen grunde genau ab; die blätter der reben schatteten sich ab auf seinem antlitz. Bettine tageb. 229.
 
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abschattieren, unedler als abschatten, doch den mahlern geläufig, wie schattieren.
 
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abschattung, f. adumbratio, abbild, entwurf, nuance, silhouette: während vorstehender kurzen abschattung des abderitischen schauspielwesens. Wiel. 19, 256; mit sanften abschattungen. Stolberg 8, 138;

der natur und der menschlichkeit weiser verkünder,
die abschattungen sind uns endlichen endloser gottheit.
Voss 1, 91;

ist mutterliebe in ihren abschattungen nicht eine ergibige quelle für dichter und mahler? Göthe 44, 8; nun war zuvörderst von forte und piano die rede, sodann aber von feineren abschattierungen. 31, 236.