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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
abriegeln bis abrisz (Bd. 1, Sp. 90 bis 91)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) abriegeln, repagula claudere, mit vorgeschobnem riegel verschlieszen: eine stube abriegeln. vgl. abschlieszen.

[Bd. 1, Sp. 91]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) abries, n. folia, poma decidua, abfall, mhd. waʒ abe rîset. unzeitiges, wurmstichiges obst. Stalder 2, 276.
 
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abrieseln, decidere, leise, gemach abfallen: der sand rieselt von dem berge ab, das wasser von dem troge, der kalk von der mauer, das laub von den ästen ab. thränen rieselten ihr die wange ab.
 
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abriesen, decidere, abfallen: die nadeln der tanne riesen ab. Popowitsch. richtiger ist die schreibung abreisen, mhd. abe rîsen, das richtige starke part. abgerisen steht noch bei Thurneisser: welche bletlein, so die abgerisen, böllelein verlassen. influent. wirkung der erdgewächse. Berl. 1578. p. 26.
 
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abriffeln, devellere, abstreifen, gilt vom flachs, s. ahd. riffilôn (Graff 2, 497). figürlich, einen abriffeln, riffeln, schelten, durchziehen.
 
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abrinden, decorticare, die rinde davon ziehen, schneiden: einen baum, das brot abrinden; dasz von einer groszen lindenallee alle bäume unten rund umher abgerindet, also der axt bestimmt waren. Stolberg 6, 246; ein abgerindeter, auf eine insel eingepfählter maienbaum. J. Paul Tit. 3, 39.
 
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abrindig, ohne rinde, von der rinde abstehend: abrindiges, abgebackenes brot, dessen krume von der rinde absteht. sich abrindig gehn sagt man von einem der sich blasen geht.
 
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abringen, detorquere, nnl. afwringen, ringend wegnehmen. einem das schwert von der hand abringen; die haut von der hand abringen; der hirte rang dem wolf das lamm ab;

die priesterin uns abzuringen
umstürmt uns der Dolopen schaar.
Schiller 33;

freude über eine sich abgerungene gute that. J. Paul uns. loge 2, 132. sich abringen: Jacob rang sich mit dem engel ab. die wäsche abringen, damit fertig werden.
 
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abrinnen, defluere, ablaufen. der regen rinnt von dem dach ab; das wasser ist von ihm abgeronnen.
 
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abrispen, aus der rispe fallen: der haber rispet ab. s. rispen und abraspen.
 
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abrisz, m. descissio, nach den verschiednen bedeutungen des abreiszens: ein abrisz von der wunde; was mir und meinem lieben weibe durch solchen abrisz (wegreiszen) und benehmung meines lieben töchterleins uns vor kummer und betrübnis gegeben, kann wol abgenommen werden. Schweinichen 2, 223. Meistens aber entwurf, risz, bild, zeichnung: das es (die bildwerke der stiftshütte) schatten und abrisz sein künftiger ding. Mathesius 43a;

jedoch gleichwie in dem abrisz,
darinnen der umbkreisz zu sehen,
nur ein punct, eines worts auswisz
ein ganzes land gibt zu verstehen.
Weckh. 362;

ich sich und weisz gewis,
dasz aller schönheit ihr ein treflicher abrisz (seid). das. 732;

vergönnt dasz sich vermehr
eur hochverdientes lob und unsern czaren ehr
durch abrisz dieser angst, die euren geist beschweret.
A. Gryphius 1, 135;

mein bruder, den ich stets mit neuer freude nenne,
an dem ich noch weit mehr, als brudertreu erkenne,
ich eigne billig dir der freundschaft abrisz zu.
Hagedorn 1, 56;

der abrisz ist so schön, dasz ich mich drein vergaffe.
J. E. Schlegel 3, 393;

statt eines abgusses doch ein abrisz von einem menschen zu sein. J. Paul Hesp. 1, 179.