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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
abraufen bis abrechtigen (Bd. 1, Sp. 85 bis 86)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) abraufen, devellere, abrupfen: die wolle von dem fell abraufen, daher raufwolle.

rauf doch, rauf doch nicht ab
die versengten haare.
A. Gryph. 1, 175.


 
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abraum, m. locus vacuefactus. bergmännisch, alles was wegzuräumen ist, bevor man zu dem erz gelangt: aber bergleut müssen manchen schurf vergebens werfen und vil schecht

[Bd. 1, Sp. 86]


abteufen, ehe sie durch den abraum kommen. Mathesius 37b; darnach ein schwarzer stein, in dem das alaunerz ligt, wird mit geding nach der ruten der abraum weg gearbeitet, als dann wird das erz auch also verdingt und in grosze haufen geführt. Thurneisser magna alchymia 1, 69; abraum ist die tammerde so über den gang lieget. Herttwigs bergbuch. Forstmännisch, der abgeödete wald, die ausgerotteten wild und vieh an der weide hindernden stämme. Flemings deutscher jäger 1, 40; afterschlag oder abraum vom baumholz, das liegende abholz des gefällten baums. überhaupt also schutt, der weggeräumt werden musz. Aus einer Freiburger urk. von 1432 bei Haltaus p. 3 erhellt aber, dasz abraum auch den gang in die verbannung bedeutete: Hans Heseler, Ticze sin bruder und Hans Heseler ir vettere haben gesworn, geret und gelobit ... einen aberûm zu tunde und zu wichen acht mile wegs unser stad Friburg; drückt das blosz ein räumen der stadt aus? oder kann es den gang in die waldeinöde, den unwegsamen wald meinen, wie sonst unser alterthum das exil den waldgang nannte? Nächstdem gemahnt aber abraum noch an das unerklärte ahd. ârûmi bei Otfried (Graff 1, 463), weil in mehr als einem wort, namentlich in abkosen und abweisz, aberkosen und aberwitz das ab und aber dem alten â begegnen; von dem engel wird gesagt: gisiunes ârûmi er gab in daʒ îtala grab, er gab den leuten knappen raum zu blicken in das leere grab; in thên ârûmen bichûmen heiszt beklagen in den öden, engen räumen der grabhöle, und neben dem n. ârûmi läszt auch ein ahd. m. ârûm sich denken. vgl. DWB abschlag.
 
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abräumen, vacuefacere, wegschaffen: die teller, schüsseln, tücher von dem tisch, die töpfe, kessel von dem herd, die bücher, kleider von der bank, dann den tisch, herd, die bank abräumen; das arbeitszeug abräumen; es ward abgeräumt (nach dem abendessen). Göthe 23, 73;

raumt ab das weisze tuch mit dem gestückten rand.
A. Gryphius 1, 436.

forstmännisch, abräumen, das holz ausrotten, ausstocken, aböden; bergmännisch, den gang abräumen, die darüber liegende dammerde fortschaffen. die steinbrüch abraumen. Jac. Ayrer 121a. der himmel ist ganz abgeräumt, wolkenleer, wie der abgeräumte tisch leer von speisen.
 
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abraupen, erucas colligere, die raupen ablesen. den baum abraupen.
 
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abrechen, rasto auferre, mit dem rechen abnehmen: die ähren von der tenne abrechen.
 
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abrechlicht, n. purgamentum rastro collectum, das zusammengerechte von ähren und halmen. s. DWB abrich.
 
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abrechnen, deducere, von etwas abziehen: ein thaler musz abgerechnet werden; es ist abzurechnen, nicht in anschlag zu bringen. häufig steht auch abgerechnet, unabgerechnet, wie ausgenommen u. a. m. absolut und als adv.: diesen fehler abgerechnet führt er ein tugendhaftes leben. mit einem abrechnen, zusammenrechnen, die rechnung schlieszen.
 
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abrechnung, f. in abrechnung bringen, abziehen; auf abrechnung geben, abschläglich.
 
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abrechte, f. pars obliqua, bei tuchbereitern die linke seite des tuchs. nicht aus ab und recht zu deuten, sondern gleichviel mit äbichte. s. äbich.
 
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abrechten, litigando auferre, abprocessieren: einer beschwerte sich, dasz dieser ihm sein erbgut abgerechtet hätte. Lohenst. Arm. 1, 62.
 
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abrechtigen, was abrechten: er gieng, seitdem er seinem vater die brunnenmatte abgerechtiget hatte, nicht mehr gern in sein haus. Pestalozzi L. und G. 1, 76.