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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
abnehmlich bis abnutschen (Bd. 1, Sp. 81)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) abnehmlich, deficiens, abnehmend, schwindend: sintemal dieselbige (gedächtnis) für sich selbst schwach und abnemlich. Kirchhof disc. mil. vorr.
 
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abnehmung, f., susceptio: abnemung seiner sünden. Freys garteng. 97. früher auch abschlachtung der opfer: si (die druiden) weissagtend künftige ding und namend ir gemerk aus den loszungen, vogelgesang und abnemungen der menschen und thier. Stumpf 1, 103a.
 
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abneigen, deflectere, declinare. auge, ohr, herz von einem abneigen;

wan die sonn ihren schein von uns abnaiget.
Weckherlin 207;

ob der blumen ehr, die ros,
so euch eure farb gezaiget,
da sie heut der thau aufschlosz
ihren pracht noch nicht abnaiget. das. 391;

lasz mich nichts davon abnaigen. das. 263;

sich abneigen: alsbald sich Adam von gott wider abneiget und sich in sein nicht begab. Frank 3, 130; die fahne neigt sich vom thurm ab, der leser vom buche. s. abgeneigt.
 
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abneigung, f. sinnlich das herabneigen, dann aber der gegensatz von DWB zuneigung, aversio, schwächer als widerwille und hasz. Agathon entschuldigte sich mit seiner abneigung vor dem geschäftigen leben. Wieland 3, 39; abneigung gegen das kloster. Gotter 3, 35.
 
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abnieszeln, bergmännisch für abnutzen: die bergeisen abnieszeln.
 
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abnieszen, uti, frui, davon genieszen: dasz ich dem closter mit pferden niemer abgenossen hab, dann ein viertel habern. urk. von 1461 bei Haltaus; zu einem rechten, redlichen, werenden pfand ane alles abnieszen. ebenda.
 
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abnieten, solvere clavum, das angenietete lösen.
 
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abnolken, abnulken, sorbillare. Stieler 1184. s. DWB nolken, DWB nutscheln.
 
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abnöthigen, vi auferre, gebildet von nöthig, wie abmüszigen von müszig, das ahd. nôtac bedeutete aber violentus und in diesem sinn ist abnöthigen mit gewalt abfordern, abnehmen: einem das geld abnöthigen, den befehl abnöthigen; ich wundere mich, dasz der heutige tag dir einige unruhe abnöthigt; ein entschlusz der mir stille thränen abnöthigte, abzwang; in freventlicher, recht abgenöthigter weise. Felsenb. 2, 398; lobsprüche abnöthigen. Gellert 4, 87. Hingegen ist einen abnöthigen einen in noth bringen, quälen und sich abnöthigen sich abmühen: Simplicius wolte die wirthin sich nicht mehr so abnöthigen lassen. Simplic. 2, 305.
 
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abnutscheln, exsugere: das füllen hat das pferd ganz abgenutschelt. Stieler 1184. s. DWB abnolken.
 
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abnutschen, dasselbe.