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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
abmühen bis abnaschen (Bd. 1, Sp. 79 bis 80)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) abmühen, lassare, stark bemühen, ermüden:

nun fieng sichs herrchen an zu schämen,
umsonst so sehr sich abzumühn.
Bürger 1, 149.


 
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abmurzeln, mutilare, schwer abschneiden, den knochen mit stumpfer klinge abmurzeln, absäbeln. s. DWB abmutzen.
 
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abmüszigen, vacuefacere, von etwas auf kurze zeit frei, los, müszig machen: ich darf ihn nicht von der arbeit abmüszigen; wenn ihr noch einen augenblick von euern geschäften abmüszigen (abstehlen) könnt. Tieck 3, 36; gewöhnlich nur als reciprocum, sich abmüszigen: du kannst dich wol einen augenblick von dem schreiben abmüszigen, des schreibens müszig gehn; könnten sie sich so viel von ihrer denkart auf einen augenblick abmüszigen. Hippel lebensl. 4, 342;

da selten ich
von meinem tagebuch mich abgemüszigt.
Platen 201;

alle abzumüszigenden tage und stunden in freier luft zubringen. Göthe 25, 344. Die kanzleisprache verwendet es auch für abnöthigen, abdringen: einem eine erklärung abmüszigen, gleichsam ihm dazu musze machen; in solchem sinne Platen 275:

zur seite der lady die börse
auf dem nachttisch liegt, die könnt ich ja wol
ganz ohne gefahr abmüszigen ihr,

wie man auch sagt abnöthigen, wegnehmen.
 
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abmutzen, mutilare, abhauen, abstumpfen, wie es scheint mit ausgestosznem r für abmurzen, s. DWB abmurzeln und DWB abwürzen.

das hindertheil war abgestutzt,
gleich wie die gans kurz abgemutzt. ganskönig F 6a;

bäume abmutzen, stutzen. ein thier abmutzen, ihm den schwanz stümpfen: abgemutzt detruncatus. Stieler 1315.
 
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abnagen, derodere, mhd. abe genagen. Barl. 119, 26; tuon im sein herz abnagen. fastn. sp. 159, 5, nnl. afknagen, nagend ablösen. die maus nagt das holz ab; der hund nagt das fleisch vom bein ab, nagt das bein ab; sich die nägel von den fingern abnagen. der kummer nagt ihr das herz ab; so sitzest du da und nagst dein herze ab. Tieck 2, 122; sich das leben abnagen. Klinger 1, 433.
 
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abnähen, consuere, nnl. afnaaijen, benähen, steppen: die ermel belegt und abgenäct mit baumwolle. Frank weltb. 206a; einen rock abnähen, felder abnähen, so dasz die untergelegte wolle sich nicht verrücke. eine blume abnähen, sticken. eine schuld abnähen, durch nähen abverdienen.
 
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abnäher, m. den schneidern, eingenähte, weggenahte falte: einen abnäher machen.
 
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abnahme, f. defectus, nach den verschiednen bedeutungen des wortes abnehmen. sinnlich das herab, herunternehmen: die abnahme vom kreuz, des bildes von der wand, des hutes vom kopf, des bartes vom kinn, des tuches vom tisch. figürlich die abnahme des eides von dem schwörenden, der rechnung von dem der sie stellt. der kaufmann hat keine abnahme, keinen absatz. Von dem intransitiven abnehmen bildet sich abnahme defectus: abnahme des mondes, lichts, tages, des wassers im meer; der kraft, der sinne, des gedächtnisses, der augen, der macht, des reichs. auch abnahme an kraft, an tugend, an fleisz. der gebrauch ist in abnahme, verfall.
 
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abnarben, depilare, bei lederarbeitern, die oberfläche des fells, die haare davon abstoszen. in der landwirtschaft, die

[Bd. 1, Sp. 80]


heide abnarben, abmähen; den mist von der heide abnarben. Möser p. ph. 1, 345.
 
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abnarren, fallere, abbetriegen: bedacht, wie sie andern nationen ihr geld abnarren könne. Weise kl. leute 108.
 
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abnaschen, praeripere delicatiora, den rahm von der milch abnaschen, die rosinen vom kuchen.