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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
abletzen bis ablocken (Bd. 1, Sp. 73 bis 74)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) abletzen, valedicere, einen zu guter letzte begrüszen, verabschieden; sich abletzen, sich verabschieden: nun hab ich (sagt Grünenwald der sänger) ie nit von hinnen künnen scheiden, ich hab mich dan mit euwer gnaden abgeletzet; hab deren zu lieb ein newes liedlein gedicht, so euwer gnad das beliebt zu hören, wolt ichs deren zur letze singen. Uhland volksl. 624 aus dem rollw. 68. s. DWB letze und DWB letzte.

[Bd. 1, Sp. 74]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) ableugnen, negare. alles ableugnen, gott ableugnen, verleugnen. meist mit dem dat. der person, einem alles gute ableugnen, die schuld, das anvertraute gut; das hiesze göttern die vernunft ableugnen. Schiller 229.
 
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ablichen, ein ganz veraltetes wort für mundare, emundare, begegnet verschiedentlich in Reiszners Jerusalem: ich wil ablichen dein blut, das an dir ist. 1, 45b; ich hab dich gewaschen und dein blut von dir abgelicht, emundavi sanguinem tuum ex te (Ezech. 16, 9) 1, 6a; der mit seinem blut den gestank der sünden abgelichet. 1, 102b. sein musz es das ahd lichôn polire, welchem Graff 2, 118 mit unrecht ein î gibt, polire drückt zwar eigentlich glätten, dann auch reinigen und waschen aus, polire lina et lanas = lavare, wobei noch liquare zu erwägen, da in todes gehugde 117 zu lesen steht: die muken si lichent, culicem excolant (Matth. 23, 24) und excolare liquare bedeuten kann.
 
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ablieben, bei den weidmännern, einen leithund auf der fährte anhalten, liebkosend und streichelnd. das wort scheint aber mit lieben unverwandt und auf ein ahd. lîban parcere (Graff 4, 1110) mhd. entlîben zurückzuführen, wie man den jagdhunden auch schmeichelnd zurief: schôna lieber hund schôn! (altd. wäld. 3, 132). die unverstandne redensart suchte man später auf lieben zu beziehen, vgl. Gottleib Dietleib, später Gottlieb, Dietlieb. Zweifelhaft, ob Logaus einem andern abgeliebet 3, 7, 52 den weidmännischen sprachgebrauch im sinne hat, es meint aber abgeschmeichelt, was er könnte verstanden haben geliebkoset. vgl. abverlieben.
 
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abliefern, tradere, praestare, nnl. afleveren, aus den händen geben, liefern: geld, korn, heu abliefern, soldaten, gefangene. die bauern haben abgeliefert; die frau hätte uns weisheit abgeliefert für ewige zeiten. Tieck 3, 20.
 
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ablieferung, f. praestatio, hingabe.
 
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abliegen, diffiteri, bei Luther noch richtig geschrieben statt des heutigen ablügen, ableugnen: du wirst mir auch nicht abliegen das buch, lieber lügner. 1, 363b. mhd. abe liegen. das du mir mein kind hast abgelogen. fastn. sp. 43, 3.
 
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abliegen, distare, nnl. afliggen, fern liegen, mhd. abe ligen. Eduard drang auf einem bewachsenen pfade weiter vor, wol wissend, dasz die mühle nicht weit abliegen konnte. Göthe 17, 81, wo das weit entbehrlich ist. deine folgerungen liegen ganz ab von meinem grund. ein abgelegnes dorf, eiland; an diesem abgelegnen ort. Wieland 2, 50. abliegen auch eine zeitlang liegen: der wein musz erst abliegen, bevor man ihn trinken kann, ein abgelegenes bier. transitiv: eine schuld im gefängnis abliegen, absitzen; sich abliegen, das pferd hat sich die haare abgelegen, durch liegen abgedrückt.
 
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ablisten, callide auferre, listig abgewinnen. durch einen eid, den wir ihnen betrüglich abgelistet. Schiller 344; wenn der soldat auf der lauer steht und dem feinde etwas ablisten möchte. Göthe 8, 234;

ich habe nicht gelernt zu hinterhalten,
noch jemand etwas abzulisten. 9, 63.


 
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abloben, vovendo recusare, abgeloben, geloben etwas zu unterlassen: das trinken, fluchen abloben.
 
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ablocken, delicere, weglocken: den hund, die tauben ablocken, meist mit beigefügtem dativ. einem sein geld, ein geheimnis, ein lied, lächeln, thränen ablocken;

lockt keinen blick durch seinen scherz ihm ab.
Wieland 10, 254;

er ist unsinnig in das mädchen verliebt, und hat wahrscheinlich seinen verwandten so viel geld abgelockt, dasz er wieder eine zeitlang mit ihr leben kann; einem seine einwilligung ablocken. sich ablocken lassen: der sich von seinem herren nicht ablocken läszt. Kirchhof wendunm. 229a. s. DWB ableckern.