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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
abgraben bis abgründig (Bd. 1, Sp. 51 bis 52)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) abgraben, fodiendo auferre, weggraben, einen hügel, berg abgraben. einen flusz abgraben, sein bett verändern. einen brunnen abgraben, dem wasser den zugang zu ihm sperren: wo den belägerten die trenkenbrunnen abzustricken und abzugraben seien. Kirchhof mil. disc. 33. figürlich: die übel abgraben. fastn. sp. 297, 4; das wir für gott tretten, allen fäl erstatten und alle ungnad abgraben. Frank weltb. 110a; dardurch wird vil unglücks abgraben. Ayrer 163a; einem etwas ablauern, abstehlen, abgraben. Klinger 6, 63.
 
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abgrämen, aegritudine consumere, einen durch verursachten gram plagen: sich abgrämen, sich durch gram verzehren:

ein jeder sehne sich nach dem fatalen glück,
zu ihren füszen sich zum schatten abzugrämen.
Wieland.


 
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abgrapsen, abgrapschen, vi abripere.
 
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abgrasen, gramen depascere, das gras wegfressen. die lämmer grasen den anger, die junge saat ab.
 
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abgrausen, n. horror. der (du) für aller gleisnerei unt lügen ain abgrausen hast. Meliss. ps. E 2a. vgl. abgreulich.
 
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abgreifen, attactu deterere, durch angreifen abnützen. der hut, die mütze ist abgegriffen.
 
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abgrenzen, limitare, grenzzeichen setzen, durch grenze sondern:

zwischen der erd und dem meer und den himmlischen höhn in der mitte
hegt ein ort abgrenzend der erd dreischichtige kugel.
Voss.

die Schweiz wird durch hohes gebirge abgegrenzt.
 
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abgreulich, horribilis, vor (früher ab) dem man grauen empfindet: ain abgreulich wesen. Melissus ps. E 5a.
 
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abgrinsen, plorando adimere, grinsend abnehmen:

und solten wol die schweren zinsen
die leng dir all dein gut abgrinsen.
Ringw. laut. warh. 46.


 
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abgrund, m. abyssus, ahd. abcrunti n., mhd. abegründe n.,

[Bd. 1, Sp. 52]


goth. afgrundiþa f., was hinab, von der erde weg reicht, die unterste tiefe, der abgrund der hölle, des meers; gerade so gebildet ist das ags. ofdäle praecipitium (ahd. abteli?), ins thal niedergehend:

den abgrund füllend und den himmel.
Weckh. 346.

dann unermeszliche tiefe überhaupt: wie kan man hie anders sagen, denn das der gott doch nichts sei denn ein abgrund ewiger liebe. Luther 6, 47b; erhebe dein antlitz aus dieses jammers abgrund. Messias 12, 753; abgrund des denkens und fühlens. Klinger 12, 271; abgrund des verderbens. Kant 6, 245; so dasz das all im abgrunde des nichts versinken müste. Kant 2, 477; blicke in das wesen der dinge, die mir einen abgrund von reichthum eröfnen. Göthe 29, 212. schön von tiefen augen: aus ihren abgründen schien ein licht hervor zu blicken. Göthe 22, 102. der blaue abgrund, die unermessene tiefe des himmels. J. Paul Hesp. 3, 84; wie furien des abgrunds (der hölle) folgen mir die schauerlichsten träume. Schiller 246.
 
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abgründig, immense profundus, unermeszlich tief: got hat ein vollkommen einsehen in sich selber und abgrundiges durchkennen sich selbs mit im selber. Tauler Leipz. 1498, 5a; abgründige verzuckung. Fischart Garg. 112a.