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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
abgilben bis abglitschen (Bd. 1, Sp. 49 bis 50)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) abgilben, flavum tingere, gelb färben: ist der gestoszen krebs abgegilbt, gewürzt und gesalzen. altes kochb. vgl. DWB abgelben.
 
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abgipfeln, in cacumine praecidere, ein gewächs oben abbrechen: einen baum oder weinstock; schneiden, rebenklauben, jeten, binden, abgipfeln, steckenziehen. Schmelzel lobspruch 70; etliche gipfeln den pelzer oben ab. Hohberg 1, 406b.
 
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abglanz, m. resplendor, widerschein, ebenbild. (der mond,) der reineren sonne abglanz. Stolberg 1, 370; deiner herrlichkeit

[Bd. 1, Sp. 50]


abglanz. Voss; der abglanz der rose auf die lilie. Klinger 5, 297; abglanz ewiger gerechtigkeit. Lessing 2, 351;

und so sah ich den mond verbreiten befreundeten abglanz.
Platen 50.


 
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abglänzen, resplendere, widerscheinen und widerscheinen machen: wenn er sie als ein ruhiger spiegel treu aufnimmt und wieder abglänzt. Herder 20, 87.
 
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abglätten, laevigare, abschleifen: ein holz, einen band abglätten; so glättet sich das rauhe ab. Klinger 2, 356; die menschen glätten sich ab. vgl. abschlichten.
 
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abglaube, incredulus: er wer ein ketzer und ein abtrünniger abglaube. Frei garteng. 33 (wo der falsche nom. abglauben). schon ahd. giloubo credens, ungiloubo incredulus (Graff 2, 71). gleichviel mit dem folgenden.
 
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abgläubig, incredulus, verschieden von abergläubig superstitionsus. das es zuwider den abgleubigen und hoffertigen heiligen geschrieben. Luther 4, 128a; den ketzerischen, abgläubigen büchern. Luthers br. 2, 112.
 
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abgleichen, adaequare, völlig gleichmachen, ausgleichen: mit einem hölzlin abgleichen können. Phil. v. S. 1, 470; schuld und fordrung abgleichen; kinder,

die des vaters tapfren sinn
und der mutter schönes kinn
lieblich werden abegleichen.
Logau 1, 6.

d. h. harmonisch vereinen, in sich zusammen ausdrücken, referre.
 
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abgleiten, delabi, von etwas niedersteigen, abfallen: da gleit (glitt) die hellebort (ausgeburt der hölle) von den leitern ab. Luther 3, 35; das messer glitt von dem brote ab; der spiegel glitt beim befestigen ab; die sanft abgleitenden schatten. Voss; in den gedanken abgleiten; ich hab einen nebel lieb, sobald er wie ein schleier vom angesicht eines schönen tages abgleitet. J. Paul Hesp. 1, 12.
 
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abglimmen, sensim exstingui, verglimmen, niederglimmen: der letzte funke ist abgeglommen; um einen abglimmenden aschenhaufen. Göthe 30, 64; das abglimmen des lichtes bei heiteren abenden. 51, 201.
 
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abglitschen, frequentativ von abgleiten: dahero ich nach abgeglitschten stosze mich selbst in der grösten lebensgefahr sahe. Felsenb. 1, 58; stich auf der brust, welcher aber vermuthlich auf einer ribbe abgeglitschet war. Plesse 3, 125;

da glitschten ihre augen
sogleich von gruppen ab, die nicht für mädchen taugen.
Wieland.

der künste zauberei, der reiz verwöhnter musen,
der wollustvolle tanz, das weiche saitenspiel
glitscht schadlos ab an seinem festen busen.
Wieland 9, 225;

verdoppele deine aufmerksamkeit und lies von der stelle an, da sie abglitschte, noch einmal. Fichte sonnenkl. ber. 2.