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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
zinn bis zinngieszer (Bd. 31, Sp. 1423 bis 1439)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) zinn, n. , das metall zinn; ein germ. wort: anord., ags., mndl., mnd., ndl., nd. tin, n., dän., engl. tin, schwed. tenn gehen aus germ. *tina- hervor, das im finn. tina fortbesteht; ahd., mhd. zin, n., gen. zines, nhd. zinn, gen. zinnes, zinns. im ostfränk. und md., auszer den rheinischen landschaften, ist, seit dem 15. jh. erkennbar, gedehntes zīn, geschrieben

[Bd. 31, Sp. 1424]


zien, ziehn, zihn, gebräuchlich, vgl.: zihn Harsdörffer frauenz.-gesprächsp. (1641) 2, 186; ts Gebhardt Nürnberg 43; dsīn Roedder bad. Frankenland 581b; ziene (Frankfurt 1428) beitr. z. gesch. d. dt. spr. u. lit. 4, 20; zien Alberus (1540) Ji 3a; zihn zien Luther; zien Agricola sprüchw. (1534) A 5b; Zehner nomencl. (1645) 150; J. Prätorius glückstopf (1669) 27; B. Krüger Clawert 58 ndr.; dsī Gerbet Vogtland 74; zīn zī Müller-Fr. 2, 707a; zien L. Ercker beschr. aller min. ertzt (1580) 42a; zihn Mathesius Sarepta (1562) 100a; zien Comenius (1638) nr. 101; ziehn Logau 33 E.; zien Lohenstein Arminius (1689) 2, 301a; zien ziehn Steinbach dt. wb. (1734) 2, 1093; zcyen Claus Cranc Jes. 1, 25. das schwäb. gebiet längt und diphthongiert den stammvokal unter nasalschwächung und -schwund: tsẽn, tsẽ, tsĩ, tsãẽ H. Fischer 6, 1217; tsaĩ Jutz alem. mda. 81; zi Kuen oberschwäb. mda. 56. die flektierten formen des mnd. zeigen in den meisten nd. landschaften senkung und dehnung, doch stehn neben vorwiegendem tenes und tene auch tinnes und tinne (belege für tenes, tene s. bei Schiller-L. 4, 527b); bisweiten schlieszt sich der nom. mit teen an die flektierten fälle an (s. ebda). unter demselben lautgesetz stehen frühe ostmd. zeugnisse: 3 pfundt zens zun buchsen (1401) Marienburger tresslerb. 119 Joachim; 18 pfundt zeen (1401) ebda 121; czeen (Elbing) beitr. z. gesch. d. dt. spr. u. lit. 44, 144; 30 zcent. zcehens (Freiberg 1458) urk.-buch d. st. Freiberg 2, 439; das heutige nd. besitzt tinn, doch senkt das ostfäl. gebiet zu tenn, bezeugt durch Deiter Hastenbeck 149, Flemes Kalenberg 369, Schambach Göttingen 228b, Damköhler Nordharz 194a, Danneil altmärk.-plattdt. 223a. das südndl. senkungsgebiet setzt sich im Rheinland fort, gelangt aber rechts des Rheins nur zum geschlossenen e: ten Kilian 668b H.; zën Rovenhagen Aachen 167a; tenn Elberfeld. wb. 162a; ten Leihener Cronenberg 122a. rundung begegnet in zön Laven ged. i. Trierer mda. 290; zönn M. Schultze nordthür. mda. 47; tönn Fischer Samland 100. nordfries. tën P. Jensen Wiedingharde 621; ten Siebs Helgoland 293b; tann Schmidt-Petersen 134a. beachtenswert noch der sing. zinnen Schottel teutsche haubtspr. 146; tinən Bauer-Collitz Waldeck 104a. der plur. wird selten bezeichnet, vgl.: ziner Altprager stadtrecht 96, 142 Rössler; zu denen silbrin zinen Zimmer. chron.2 3, 459 B.; ziene zinnballen s. zinnkammer. das -e- in der fuge der zusammengesetzten substantive rührt nicht von zinn her, sondern geht auf das adj. zinnen zurück (s. dort die einleitung). mask. geschlecht tritt im ostmd. auf, z. b. bei L. Ercker beschr. aller min. ertzt (1580) 42a; Lohenstein Arminius (1689) 2, 301a; Steinbach dt. wb. (1734) 2, 1093; T. Hermes Sophiens reise 6, 266; aber auch im mfränk. bei Ph. Laven ged. i. Trierer mda. 290. das metall zinn ist von groszer bedeutung für die vorgeschichtliche kultur gewesen; die bronzekultur beruht auf ihm, da zinn dem kupfer beigemischt die härtere bronze erzeugte und damit ein metall, geeignet für waffen und dauerhafte schmucksachen und kunstwerke, ergab. da sich zinnerze nur an wenigen stellen der erde vorfinden, hat früh ein reger handelsverkehr von den zinnbergwerken her in alle kulturgebiete eingesetzt. dasz zur versorgung Europas und der vorderasiatischen kulturen zinn aus Hinterindien bezogen worden ist, läszt sich nicht erweisen. vor dem beginn des zinnbergbaus in Britannien, den man um 1300 annimmt, können persische zinnvorkommen ausreichende mengen geliefert haben. mit dem aufkommen des handels der Phönizier aber erhielt der nahe osten und Europa das zinn allein aus den bergwerken in Cornwall und Spanien. ja dieses wurde, wie die aufnahme des griech. wortes κασσίτερος ins sanskrit als kastīram, vermittelt durch arab. kasdīr kazdīr, lehrt, bis nach Indien verhandelt. die Südslawen bekamen das zinn durch dieselbe vermittlung; davon zeugt das aslaw. kaisiter kositer, bulg. kositro, serbokroat. kòsitar kòsiter. neben einer behelfsmäszigen benennung plumbum album oder candidum, während das blei selbst als plumbum nigrum unterschieden wurde, gebrauchten die Römer das wahrscheinlich kelt. wort (Walde-Hofmann 2, 585) stagnum stannum, vgl.

[Bd. 31, Sp. 1425]


cymr. ystaen, bret. sten, das ursprünglich eine mischung von blei und silber bezeichnete. aus dem lat. stagnum sind ital. stagno, frz. étain, span. estaño hervorgegangen. ein zweites wort der südlichen Romania (prov. peltre peutre, span. portug. peltre, ital. peltro, ins engl. als pewter, ins ndl. als piauter und ins isländ. als pjátur entlehnt; ein vlat. *piltrum voraussetzend) war eine bezeichnung einer mischung von blei und zinn; nach H. Flasdieck zinn u. zink (1952) 71 wohl einer voridg. mittelmeerischen sprache angehörig. von der idg. wurzel *elu- 'gelblich' stammt abulg. olovo blei, russ. olovo zinn, apreusz. alwis, lit. álvas zinn. den Germanen ist *tina- eigen; dessen hd. form haben die Westslawen übernommen als sorb. cyn, tschech. cín, slow. serbokroat. cìn, poln. cyna. die räumliche lage des sprachgebietes zinn zwingt zu der auffassung, dasz zinn ein heimisches wort ist; es unterliegt daher keinem bedenken, es aus germ. wortstoff herzuleiten. die schon von Mathesius Sarepta (1562) 135b geäuszerte vermutung, die später bei anderen wiederkehrt, dasz das deutsche wort zyn von zeinen her genent sey, (darum) das mans anfenglich zu zeinen gegossen, ist sprachlich durchaus haltbar, da *tina- als schwundstufe von got. tains, m., zweig, anord. teinn, m., schöszling, sprosz, stab, spiesz, ags. tān, m., gerte, zweig, ahd. mhd. zein, m., stab, rohr, gerte, mnd. tên, m., dünne metallstange erklärt werden kann, zumal die zuletzt angeführte und ob. sp. 208 für das nhd. zain mitgeteilte gleiche bedeutung diesen sprachlichen ansatz unterstützt. hinzukommt die wichtige angabe Diodors 5, 22, dasz das am vorgebirge Belerion in Cornwall gewonnene zinn in barrenform, als ἀστράγαλοι, auf dem see- und landwege ausgeführt worden sei. auch kommen barren und guszkuchen hin und wieder in gieszereifunden des kontinents vor (s. Ebert reallex. d. vorgesch. 14, 536a). zur geschichte der etymologie vgl. O. Schade altdt. wb.2 2, 1263a und H. Flasdieck zinn u. zink (1952) 73.
1) zur geschichte der zinngewinnung und -verwendung.
a) als mittel des kulturfortschrittes: mehr noch als das silber hat in früheren entwicklungsstufen das zinn die menschliche gesittung gefördert Peschel völkerkde (1874) 224. zinn hat die bronzekultur ermöglicht. ungemischt hat man es in vorgeschichtlicher zeit und in der antike zu schmucksachen und zu beschlägen verwendet (s. Ebert reallex. d. vorgesch. 14, 536a): blî unde zin bringet man wol von einander, zin unde silber, zin unde golt, kupfer unde golt bringet man ouch von einander, kupfer unde silber: dehein erze ist sô getân, ein meister bringe si wol von einander, wan eht zin unde kupfer Berthold v. Regensburg pred. 1, 76 Pf.;

es (das harnisch) hett von stahel festigklich
wol zehen schwartzer langer strich,
zweintzig von kostbarlichem zin
Spreng Ilias (1610) 138a.

inbezug auf den gebrauch als metallgeld bemerkt Luschin v. Ebengreuth: zinn wurde in Europa wegen seiner weichheit nur zu notmünzen ... benutzt münzkde u. geldgesch. (1904) 35. drei im moor bei Belgard gefundene zinnringe deutet man als ringgeld: Fr. Kauffmann dt. altertumskde 1, 125. eine starke zunahme erfuhr der verbrauch des zinns durch den glockengusz, der in Italien bereits im 16. jh. dem kult diente. aber erst nach der entdeckung von zinnerzlagern im Erzgebirge im 13. jh. entwickelte sich der zinngusz zu der höhe, welche die masse der in den folgenden abschnitten angeführten literarischen zeugnisse kennzeichnet; vgl. den hinweis: dort (in Sachsen) wurden einige jahrhunderte später reiche silberadern und auch zinn gefunden, später auch noch kohle Renn adel im untergang (1947) 382.
b) den handelsverkehr mit dem zinn beleuchten einige literarische und fachliche zeugnisse in ausschnitten: du hast deinen handel auff dem meer gehabt, und allerley wahr, silber, eisen, zihn und bley, auff deine merckt bracht Hesekiel 27, 12; so wie die phocäischen Massilier das britische zinn quer durch Gallien bis an den Rhodanus führten A. v. Humboldt kosmos (1845) 2, 163;

[Bd. 31, Sp. 1426]


wohin segelt das schiff? es trägt sidonische männer,
die von dem frierenden nord bringen den bernstein, das zinn
Schiller 11, 45 G.;

hiute balc unde vel,
kupher, zin unde blî
ze füeren wâren si vil frî
Ottokar österr. reimchron. 60 833 Seem.;

settede de radt binnen Luneborch einen nien toln up to gevende ... van tinne 4 s, van blie 2 s städtechron. 36, 144; zum dritten (ist auf dem reichsregimentstage in Nürnberg beschlossen worden), das auf alle kaufmansware als: gulden stugk, silbern tucher, samatt und alles seidengewant, auch unczen golt, auslendische tucher, zin, kupfer, silber etc. ... ein zimliche pflicht geleget wurde H. v. d. Planitz berichte 49 Wülcker. überaus häufig ist die rede vom englischen zinn: das silber wrd dem bley vorgehn, auch dem englischen zinn Fischart praktik 24 ndr.; auf allen ihren tellern, messern, gabeln und lffeln ist es (ein wappen) gestochen; ungeachtet sie nur von englischem zinne sind dt. schaubühne (1740) 4, 74 Gottsched; da muste man soviel pfunde englisch zin haben Bahrdt gesch. s. lebens (1790) 1, 193; denn da das zinn in Wallis wie überall in einem nur scheinbaren granit vorkommt Göthe IV 28, 141 W.; das zinn der gruben von Cornwallis Mommsen röm. gesch.4 3, 219; dieses tellerbandelier, das ich trage, ist englisch zinn Brentano ges. schr. (1852) 5, 344; englisch zinn stagno d'Inghilterra Kramer teutsch-ital. 2 (1702) 1466b; Frisch 2, 479a; selten wird zinn anderer herkunft erwähnt: ich hatte noch nicht kenntnisz, dasz die zinnseifen so derbe, tüchtige stücke führen, auch das zinn von Malaga fehlte mir ganz Göthe IV 32, 100 W.; bömisch zinn Kramer teutsch-ital. 2 (1702) 1466b; vom zinn Hinterindiens, dessen reiche gruben jetzt den hauptanteil des weltbedarfes decken, berichtet nur dies eine zeugnis: die rückfracht (der chines. schiffe) besteht ... in ... zucker, zinn, cardamon Ritter erdkde (1822) 4, 806.
c) folgende gewichtmasze kommen vor: buchsengiszer: item 1 m. und firdung vor 1 steyn und 3 pfundt zens zun buchsen (1399-1409) Marienb. tresslerb. 119 Joachim; item 11 m. vor 12 steyne Proger zen (1401) ebda 112; ein zenten kleins zins Altprager stadtrecht 96, 142 Rössler; 30 zcent. zcehens (Freiberg 1458) urk.-buch d. st. Freiberg 2, 439; enen cyntener thenes (Braunschw. 1414) städtechron. 6, 247; van eneme hundert kornes ghift men in unde uth to schepende 2 sol. englis ... van der last coperes, tenes unde blies 3 penninghe engles seerecht v. Hamb. (13. jh.) bei Pardessus lois maritimes (1834) 3, 342.
2) die beschaffenheit des metalls zinn und der zinnerze.
a) älteres wissen und neuere kenntnisse: ein ander sulphur (ist) im goldt, ... ein ander im bley, zinn Paracelsus opera (1616) 2, 132a Huser; stannum, hoc est mistura plumbi nigri cum argento G. Agricola de re metallica (1556) 329; das zien ist unter den andern metalln allein, das sehr gern ins bley gehet L. Ercker allerfürn. mineral. ertzt (1580) 28b; krnichter zien ebda 42a; der zwitter, oder das zin, wird auff mancherley weg wachsendt gefunden Thurneisser magna alchymia (1583) 1, 139; zin, zwitter, graupen und wass dess dings ist (1660) bei H. Fischer schwäb. 6, 3534; zien ist ein weiszes metall, welches dem silber an farbe hnlich, aber weicher und leichter, hingegen hrter als bley. es bestehet aus einem reinen quecksilber, mit einem weiszen schwefel und sszen metallischen saltze vermenget; wird aus weisen, schwartzen, gelben, rothen und grnen ziengraupen, ingleichen zienstein, oder zwittern geschmoltzen Minerophilus bergwerckslex. (1730) 731; ähnlich Noel Chomel öcon. lex. (1750) 8, 2420; zinn: ist ein weiszes weichliches metall, das sich vom hammer leicht strecken lszt, anbeyschwefelig und glntzend, schwerer und etwas weicher als das silber, dem es fast an heller farbe gleichet, hingegen aber etwas hrter und leichter als das bley, doch zerflieszet es bald im feuer allg. haush.-lex. (1749) 3, 800; zinn (stannum), ein weiszes, leicht flüssiges metall und das leichteste unter diesen. versetzt mit andern metallen,

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macht zinn jene spröde. man findet es nirgends gediegen, sondern in Cornwall durch schwefel vererzt, oder oxydirt als zinnstein a) in gröszeren krystallen, zinngraupen oder zinnzwitter, b) in kleinen geschieben als holzzinnerz in Cornwall, Mexiko und Chili Hübner zeitungslex. (1824) 4, 1024a. gute kenntnisse hat bereits Martin Ruland in seinem lexicon alchemiae (1612): veluti plumbum nigrum vocatur a Germanis bley, simpliciter, oder schwartzbley, ita plumbum candidum ab his vocatur weiszbley oder zin 364; plumbum candidum purissimum, effossum in valle Joachimica gediegen zin, granula parva candida, quae lavantur prope vallem Joachimicam seiffen zin, ramenta plumbi candidi, quae in rivis colliguntur blanck seifen zin ebda 367; plumbum candidum Anglicum optimun et purissimum englisch zin 368; adulterinum, cui plumbum nigrum est additum geflscht zin, in quo argentum zin, das silbert, durum frisch zin 368; molle schmeidig zin, molle cancellatum gegittert zin oder kauffmanns gut, in panes formatum durum stuck zin 369; schlecht zinn, bley-zinn stagno inferiore, stagno di piombo Kramer teutsch-ital. 2 (1702) 1466b; drnicht heist man das zihn darunter viel eisen kommen ist Schönberg berginform. (1693) 2, 118; zinn, gediegen, ist bisher in der natur noch nicht vorgekommen Zappe mineral. hdlex. (1817) 3, 261; kälte und feuchtigkeit machen das zinn krank, es wird bröcklig und läszt sich mit den fingern zerreiben; gesundes zinn kann von krankem angesteckt werden Meyers lex. 712, 1815; vgl. zinnpest.
b) alchemistische und gegnerische anschauungen vom zinn: nun haben die alten philosophi ... jeglichs ausz ihnen (den metallen) einem himlischen planeten ... zugeeignet ... nemlich ... dem zien Jovem Ercker beschr. aller mineral. ertzt (1580) vorr. 3a; mit zinn ist gut wircken, wann der mon ist im krebs, visch unnd schütz Epimetheus Pandora (1588) 220; (wissen mögt ihr, dasz) die species der metallen nit mögen verkehren eins in das ander, also dasz sie mögen die species des sylbers verkehren inn die speciem, das ist eigenschafft des golds, oder eigenschafft des kupffers, bleys, zinnes, oder eysen in die eigenschafft des golds oder sylbers ebda 687; von mir ist tingirt worden zinn in gold J. J. Becher psychosophia (31707) 142; wie nehmlich die Venus solle beherrschen den freytag, und was an selbigen verrichtet werde, Jupiter den donnerstag, wie auch unter denen 7 metallen das zinn J. G. Schmidt rockenphilos. (1706) 1, 69; zien, weisz bley chymicis dicitur Jupiter Reyher thes. (1668) 3, 1597; das zinn das metall so die alchymisten Jupiter nennen Ludwig teutsch-engl. (1716) 2596; Venus hat das zeichen des kupfers, Mercur des quecksilbers, ... Jupiter des zinns Hegel w. (1832) 7, 1, 156.
c) die farbe des zinns α) bezeichnet durch attribute:

dô sach man von in glesten
harnasch wîz als ein zin
Ulrich v. Zatzikhoven Lanzelet 787;

si heten ouch wol gewunnen
eines kalten brunnen,
rechte lûter als ein zin
Konrad v. Fussesbrunnen kindh. Jesu 2403 K.;

wir machen aus dem claren zin
kandel, pawchet und auch glat
Hans Sachs 22, 268 K.-G.;

die fenster waren christallin,
das dachwerck silber-weyszes zin ebda 1, 437 K.;

vgl. zinnbrecht, -hell, -lauter, -licht; -fisch. β) wird beschrieben, auch bildlich bezogen:

sin mt wirt als ein zin
daz uz dem guzze glentzet
Johann v. Würzburg Wilhelm v. Österr. 576;

ir harnasch, der gie mit in,
brûn lûter als ein zin
Ulrich v. Zatzikhoven Lanzelet 8884;

wenn das silber sich dem reinen weiszen am meisten nähert, ... so ziehen stahl, zinn, blei usw. ins bleiche

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blaugraue hinüber Göthe II 1, 208 W.; der eisglanz hatte da hinab, wo wir heraufgekommen waren, eine farbe, wie zinn Stifter s. w. 2 (1908) 232.
3) das schmelzen zur läuterung des zinns, zur mischung mit anderen metallen, zum gusz und zum löten: gold, silber, ertz, eisen, zihn und bley, und alles was das fewr leidet, solt ir durchs fewr lassen gehen, und reinigen 4. Mos. 31, 22; das haus Israel ist mir zu schaum (1532 zur schlacken) worden, alle ir ertz, zihn, eisen und bley ist im ofen zu silberschaum worden Hesekiel 22, 18; wie man silber, ertz, eisen, bley und zihn zusamen thut im ofen. das man ein fewr drunder auffblase und zerschmeltz es ebda 22, 20; gold und silber, kupfer und eysen, pley und zyn ... wirt im fewr geleyttert Berthold v. Chiemsee tewtsche theol. 559 Reithm.; wirt aber gold vermüscht mit mess oder kupfer, und silber vermenget mit tzyn oder bley, so spricht man es sey verwstet, oder gemyndert Keisersberg predigen teütsch (1508) 62b; dieweil aber die bchsen ... ausz mischung des kupffers und zins gemacht werden, derhalben schelten sie das kupffer und zien viel mehr dann das eysen Bech Agricolas bergwerckb. (1621) 9;

kocht des kupfers brey,
schnell das zinn herbey
Schiller 11, 306 G.;

weil zinn und kupfer glockenspeise ... giebt Immermann w. 1, 113 Hempel; man solle auch ... auf der goltschmidt und zingieszer arbait vleiszig obacht geben, das si ... die zingieszer alle ir arbait von gerechtem gueten zin machen und sich der untermischung des pleis genzlichen enthalten (17. jh.) österr. weist. 2, 24; aes liquefactum fundere in canaliculum ferreum zien gieszen M. Ruland lex. alchem. (1612) 9; sonderlich was von zinn oder anderm metall gegossen ist Bock kreutterb. (1539) 249; mit zinn verlten saldare di stagno, stagnare, instagnare Kramer teutsch-ital. 2 (1702) 1466b; fein zinn, ltzinn stagno fino, stagno di saldare ebda.
4) zinngeschirr, -geräte und andere aus zinn angefertigte gegenstände für den gebrauch.
a) seit alters zu schmuck und geräten verarbeitet, namentlich in formen zu tafelgeschirr gegossen; früh ist spiegelbelag mit zinnfolie bezeugt:

zin anderhalp ame glase
Wolfram v. Eschenbach Parzival 1, 20;

man verzint auch diu spiegelglas und tempert si mit zin Konrad v. Megenberg buch d. natur 480. zinnmetall zum gusz von zinngeschirr: neben einer ehrlichen verehrung von zin zum hauszrath Mathesius Sarepta (1571) vorr. 3b;

er hat mir noch vor kurzer zeit
... einen saubern schäferstock,
den ich, weil er mit zinn beschlagen,
nur sonn- und feyertags getragen,
... abgewonnen
Triller poet. betrachtungen (1750) 1, 543;

in einem mit zinn verzierten hölzernen kästchen lagen vergilbte putzsachen ihrer jugendzeit G. Keller ges. w. (1889) 3, 257;

du schweigst, vertracktes zin (orgelpfeife)
Stoppe Parnasz (1735) 69;

die pfeifen (der orgel) ... sind theils aus zinn Schubart tonkunst (1806) 278; die knöpffle (sollen) von zien ... seyn (1684) Frauenholz entw. gesch. d. dt. heerw. 4, 425; sein erfaulter madensack leyt in lauter zin (in einem zinnsarge) Joh. Nas antipap. eins u. hundert 5 (1570) 124b; vgl. die szene, in der das schnelle schmelzen des zinnsarges durch eine flamme erzählt wird bei K. Kluge Kortüm (1938) 124; das ist gar ein schöner tempel und ist hoch und scheublig und weitt und ist mitt zin überdacht Schiltberger reiseb. 75 lit. ver.; ir müszt ein bild von zinne machen lassen Arigo decamerone 502 Keller; Friedrich der zweite ... ist in zinn gemalt, in Nürnberg zu haben schr. d. Goetheges. (1907) 21, 280; weil die verleger damals noch

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etwas seltener waren als heutzutage, stach der fleiszige künstler (J. S. Bach) seine werke zuletzt gar selber in zinn W. H. Riehl musik. charakterköpfe (1899) 1, 63; mit einem bettewermer von zien Gryphius Horrib. 87 ndr.; in krügen mit deckeln von blankem zinn Bettine frühlingskranz (1844) 53; neuer wein aus einem groszen kruge wurde in einfache grünliche gläser geschenkt, messer und gabeln waren aufs billigste beschaffen und die löffel von zinn G. Keller ges. w. (1889) 1, 305; wenn man kupfereineu vaz verzint, dâ wirt ezzen und trinken dester pezzer inn Konrad v. Megenberg buch d. natur 480; ein babist ... der satzte, dasz man solte haben gleserne kelche oder von zin gemacht Wigand Gerstenberg chron. 20 Diemar; 60 schüssel ..., der merer thail geschlagene zin (1553) bei H. Fischer schwäb. 6, 1217; giesze es nachmalen in ein kannen von zinn Würtz wundartzney (1624) 196; das um 1790 in Berlin in läden feilgehaltene zinngerät und -spielzeug beschreibt L. Tieck: jenseit erglänzt ein überfüllter laden mit blankem zinn (denn damals war es noch gebräuchlich, teller und schüsseln von diesem metall zu gebrauchen), aber neben den polirten und spiegelnden geräthen, blinkt und leuchtet in roth und grün, und gold und blau, eine unzahl regelmäszig aufgestellter soldatesken, Engländer, Preuszen und Croaten, Panduren und Türken, prächtig gekleidete paschas auf geschmückten rossen, auch geharnischte ritter und bauern und wald im frühlingsglanz, jäger, hirsche und bären in der wildnisz ges. nov. 2 (1847) 12.
b) prägnant steht zinn für esz- und trinkgeschirr, in der regel kollektiv sowohl die zu einer mahlzeit gebrauchten schüsseln, teller und kannen aus zinn als auch das gesamte zinnerne geschirr und schmuckgefäsze des haushaltes bezeichnend. belege: dasz kein gemacht zinn von bürgern, factorn und andern, so nicht zünfftig, solle verkaufft werden noch sie damit handlen und umbgehen (1600) Frankfurter zunfturk. 1, 498 B.-Schm.; item notatum quid emptum sit ad adventum regiae maiestatis domini nostri clementissimi: duas magnas scafas vulgo czynn pro asp. 13 (1538) qu. z. gesch. d. st. Kronstadt 2, 595;

ich verspil mich offt bisz ans hemb.
ausztrag ich kleider, bett und zin.
das geht offt als an galgen hin
Hans Sachs 7, 28 K.;

ein pantzer fleck mus man auch haben
und tzu der hackbenck ein banck schaben
schussel teller von holtz und tzin
schussel und teller korb tzu yn
...
sulchs in die kuchen sich geburn gedichte v. hausrath (1899) a 2b Hampe;

die laggeien, trometer, sahlknecht und dann der canzleyjung sollen ... daran sein, das allweg die zinn oder blech wie auch die uberbliebene speisz und tranckh wieder in die kuchen und keller ... getragen ... werden (1581) dt. hofordnungen d. 16. u. 17. jhs. 2, 197 Kern; ähnlich ebda 208; ging so gar in sein alte küche ... und zählte das zinn und steingut durch Bahrdt gesch. s. lebens 1, 348;

Bibulus ist gar nicht stoltz;
denn er trincket wein ausz holtz,
fängt in ziehn sein klares wasser:
ist er dannenher ein prasser?
Logau sinnged. 33 E.; 57;

mit grobem zinn, die schlechtste edelfrau
würd' es verschmähn, bedient man ihre tafel
Schiller 12, 401 G.;

zinn stagno, met. stagni, peltri, vasi, vasellamenti di stagno Kramer teutsch-ital. 2 (1702) 1466b; viel zinn haben haver molti stagni ebda; prang-zinn stagni di parada ebda 1466c; brauch-zinn, alltags-zinn stagni usuali ebda; aus zinn speisen mangiare di stagno (vasi di stagno) ebda 1466b; zinn, n., flache zinnerne schüssel Reinwald Henneberg 1, 201; all diese dinge, dieses steingut, dieses zinn, dieses blecherne geschirr Ludwig ges. schr. (1891) 2, 272;

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braucht die kannen! ist erst wein darin,
wird zum alten auch das neue zinn!
G. Keller ges. w. (1889) 10, 31

die ältere zeit richtete ihr augenmerk mehr auf das geschirr als auf den stoff, aus dem dies bestand, und sagte daher ein zinn, anscheinend nur für einen teller oder eine schüssel und nicht für eine kanne: uff jeden tisch ain zin mit pfandkuchen und milkuchen (16. jh.) H. Fischer schwäb. 6, 1217; so soll sie ... mandel nemen und ... honig darber gieszen unnd in einem zin stehen lassen Gäbelkover artzneyb. (1595) 2, 34;

denn bald bracht man do auff dem tische,
ein zin mit grosz und kleinen fischen
Eyering proverb. copia (1601) 1, 86.

aus der bezeichnung des einzelnen stückes gelangte die sprache auch zur zählung mehrerer: sechs zyn gros und kleyn (1525) H. Fischer schwäb. 6, 1217;

(der gast) bat die wirtin umb zwey zinn,
er wolt lauffen zum marckt dort hin,
ein bar gebratner hnner kauffen
Eyering proverb. copia (1601) 2, 665;

zerbrochne zihn und kannten (kannen, 1609) bei H. Fischer schwäb. 6, 1217; er ... war ganz gescheftig und bevalch mehrmals, die truchseszen sollten guete achtung geben zu denen silbrin zinen, also nampt er die silbrin blaten, damit die nit verloren oder sonst verwüst würden Zimmer. chron.2 3, 459 B. doch sind die zeugnisse selten. in anderen fällen erscheint nur eine scheinbare pluralform, die durch dichterisches unvermögen verschuldet ist:

o dasz wir doch ...
in zinnen schnupftoback, von leder hosen trügen
Dusch verm. w. (1754) 171;

herr kukuk, kann ich dienen,
mit brötlein und mit bier?
dann stellt sie mir auf zinnen
die gottesgäbchen für
Stelzhamer ausgew. dicht. (1884) 3, 238.

dem diminutiv fehlt der artikel ein niemals: oxybaphum ... acetarium, vasculum scilicet aut catini genus, in quo acetum aut embamma apponitur ein zienlein oder essigschüslein, commentschüslein, salsirchen B. Faber thes. (1587) 578a; zinlein oder essigschssel, ein commentschszlein oxybaphum Decimator thes. (1615) reg.; bis sie, anstatt eines vesperbrods oder collation, einem jeden auf einem besondern kleinen zinnlein das essen brachten Havant d. christl. Ulysses (1678) 160; damit ein zinnlin nam unnd das hünlin anrichten wolt Montanus schwankb. 410 lit. ver.; ein schüsselchen, das nicht nur zum anrichten, sondern auch zur bereitung von arzneien dient: leg ein stcklin von tragant, einer hasselnusz grosz, in ein klein zinlin, geusz rosenwasser daran Gäbelkover artzneyb. (1596) 2, 73; nim herausz die gallen (einer jungen hündin), dieselbig stich auff unnd lasz die materi herausz in ein zinlin, das sauber sey ebda 1, 37, und sogar als pfanne verwendet wird: nimbt man darvon so viel man bedarffinn ein zinnlein oder pfännlin, lasset es warm werden Tabernämontanus kräuterb. (1588) 427. plur.: 2 klaine salzzinlin (1512) H. Fischer schwäb. 6, 1217.
c) sonstige verwendung α) als augensalbe: des zins schaum ist guot zuo den plâtern in den augen Konrad v. Megenberg buch d. natur 480; gebräuchlicher war dafür die zinksalbe. β) als probier- und läuterungsmittel von flüssigkeiten: die wein probieren auch etliche also. sie nemmen dnne plech von plej, zinn oder kupffer dreyer finger lang und breyt, die machen sie glantzend, unnd hefftens mit wachs an die ponten der fasz, legens dann auff die fasz, gegen dem wein, unnd schlagens mit dem ponten hinein, nach viertzig tagen thun sie die ponten ab M. Herr d. feldbau (1551) 106b; und dann das wasser vom zinn eine süszigkeit empfahet Sebiz feldbau (1579) 18.
d) verrichtungen am zinngerät. α) es wird gereinigt: das zinn splen, schuren, reiben, fegen lavare, rilavare, fregare, rifregare, rigovernare gli stagni Kramer teutsch-ital. 2 (1702) 1466b; wî wollen ten schern wir wollten zinn

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scheuern Schambach Göttg. 228b; als ein gefäsz, das ... wie ein gescheuertes zinn immer leuchtender wurde Langgässer märk. Argonautenfahrt (1950) 406. β) altes zinngeschirr wird gegen neues umgetauscht: item adi 8 czugnio hat mir die Lochnerin eczlich alt czerprochen czin verwechszelt, darauf par geben 2  26 D Tucher haushaltbuch 110 Loose; alt ò bruchzinn umtauschen barattare stagni vecchi, rotti contro delli nuovi Kramer teutsch-ital. 2 (1702) 1466b; ohngefähr einen monat nachher ging er auf den boden und wollte das alte zinn zusammensuchen br. Grimm kinder- u. hausmärchen (1812) 2, 45. γ) auf jahrmärkten werden zinngeräte als schiesz- oder spielpreise ausgesetzt; ein erfolgloser schütze beim armbrustschieszen klagt:

mein weib wird sawer darzu sehen,
das ich heut kein zin mit mir bring
Hans Sachs 21, 92 K.-G.;

(er) spielt ins zinn Fischart Garg. 73 ndr.; ins zin schieszen ob praemia stannea jaculari voc. v. 1618 bei Schmeller-Fr. 2, 1132; zin paschen um zinngeschirr würfeln ebda;

sie ruffen: zeichen rein! und spielen um das zinn
Henrici ernst-, scherzh. u. sat. ged. (1727) 2, 538.

δ) als glücksorakel, wofür in jüngerer zeit das bleigieszen üblicher war: des abends gieszen sie zinn bey wachsstöckchen Kotzebue s. dram. w. (1828) 20, 16.
5) in vergleichen mit edelmetallen a) zur bildlichen bezeichnung des geringeren wertes:

ich hate ane wîven cranken sin,
dî nouwe tin
nemen vore alt golt
Heinrich v. Veldeke in: minnesangs frühling 62, 21 Frings;

ich bin ain golt, du bist ain zin liedersaal 2, 344, 56 Laszberg;

virwiz wehselt durch gewin,
biz daz er nimt vür silber zin
Hugo v. Trimberg d. renner 1856 Ehrism.;

ûzen golt und innen zin
sint wîp und meide ân zuht, ân sin ebda 12 593;

von guot entrin!
dîn golt hât zin
Frauenlob 42, 16 Ettm.;

also der Phariseer lehr, das ist silber und blei, hat viel stoppel oder zien bei sich Mathesius erkl. d. ep. a. d. Corinther (1591) 1, 88b. b) in anderen beziehungen:

was vormals unrecht, sünd und schand,
das thut man itzt gut preisen,
was vormals bley und zin genand,
das heist man itzt hart eisen
Johann Walther bei
Wackernagel dt. kirchenlied 3, 191;

denn viel suchen jetzt, die da finden, einer gold, der andere silber, einer kupfer, der andere zinn, und da es doch nicht soll von metallen verstanden sein, sondern vom geiste in der kraft J. Böhme s. w. 3, 376 Schiebler; weil er (Jean Paul) so viel gold besasz, als andere zinn, hat man als prunksucht getadelt, dasz er täglich aus goldenen gefäszen asz und trank Börne ges. schr. (1829) 4, 57; ein betrieger verkaufft zinn für silber Kirchhof wendunmuth 2, 226 lit. ver.;

ihr meint doch zinn, herr kaiser? denn das hab ich;
wenn ihr auf silber rechnet, thut mir 's leid
Raupach dram. w. ernster gattung (1835) 7, 86.


6) die vocabulare setzen als lat. entsprechung für zinn stannum und dessen romanische abkömmlinge, selten plumbum album oder candidum ein, nur in den deutsch-ital. erscheint peltre, peltro (s. einleitung). reichliche belege, welche die ahd. der glossae Salomonis u. a. fortsetzen, seit dem 14. jh.; Adelung2 4, 1719; Campe 5, 870a.
7) belege für das prägnant gebrauchte diminutiv s. 4 b.
8) zinn- in fachausdrücken und seltenen zusammensetzungen anderer art (häufige zss. folgen unten an alphab. stelle): -abstrich, m., beim schmelzvorgange abgesonderte

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unreine zinnschicht Lampadius hdwb. d. hüttenkde (1817) 225; beim raffinieren des werkbleis ausgeschiedene unreine zinnschicht Meyers lex.7 12, 1812; -acker, m. Mathesius Sarepta (1571) 99b; -ader, f., a vain of tin in mines Ludwig teutsch-engl. (1716) 2596; zinnader in schmelzmischung Hoyer allg. wb. d. artillerie (1804) 1, 2, 191; -after, n., im hüttenbau ausgewaschener leerer zinnstein Adelung2 4, 1719; Campe 5, 870a; -amalgam, n., legierung von zinn und quecksilber Prechtl technol. encycl. (1830) 1, 246; -anbruch, m., anzeichen von zinnerz, welche man auf einem angefahrenen gange findet Campe 5, 870a; -arbeiter, m. Mathesius Sarepta (1571) 32a; Göthe IV 21, 306 W.; -art, f. Campe 5, 870a; Krünitz öcon. encycl. 241 (1858) 461; Töpfer lehrb. d. orgelbaukunst (1855) 644; -auflösung, f., zinnlösung allg. dt. bibl. (1765) 42, 442; 60, 164; Göthe II 1, 214 W.; Campe 5, 870a; Schedel waarenlex. (1834) 2, 137; -bad, n., 'das geschmolzene zinn, in welches das blech beim verzinnen getaucht wird' Krünitz öcon. encycl. 241 (1858) 459; Mothes ill. baulex. (1881) 1, 222; -ballen, m., 'zinngatter, gatterweise oder in gestalt von gegatterten tafeln gegossenes zinn, welches hernach zusammengerollt wird und dann den namen zinnballen hat' Hübner zeitungslex. (1824) 4, 1024a; Minerophilus bergwerckslex. (1730) 732; stannum in frustis malleo solidis redditis Frisch 2, 479a; Noel Chomel öcon. lex. (1750) 4, 733; Lichtenstein entdekte geheimnisse (1778) 159; Adelung2 4, 1819; Campe 5, 870a; -barren, m., in barrenform gegossenes werkzinn Peschel völkerkde (1874) 478; -baum, m., 'eine metallische vegetation, welche man erhält, wenn man eine zinkstange in eine auflösung stellt, indem sich dann das zinn in blättchen an das zink anlegt' Krünitz öcon. encycl. 241 (1858) 459; Lichtenberg verm. schr. (1800) 8, 129. eine andere entstehungsweise ist in Meyers lex.7 12, 1810 beschrieben; -becher, m., becher aus zinn Zschokke s. ausgew. schr. (1824) 26, 143; A. Sperl söhne d. hrn. Budiwoj (1927) 216; -becken, n. ebda 290; -beize, f., 'in salpeter und salzsäure aufgelöstes zinn, in der färberei zur erhöhung rother farben angewandt' Bucher kunstgewerbe (1884) 449a; Karmarsch-Heeren techn. wb. (1876) 11, 290; -berg, m., zinnstein, la mine d'étain solide Schwan nouv. dict. (1783) 2, 1108b; zinn enthaltender quarz Mothes ill. baulex. (1881) 4, 515; -beschlag, m., einfassung, umrandung mit zinn (1646) bei H. Fischer schwäb. 6, 3486; -bett, n., 'leberschlag oder braun kupferertz ... minera cupri hepatica livida' Noel Chomel öcon. lex. (1750) 6, 14; 'in einigen oberdeutschen bergwerken der name eines braunen, bläulichen kupfererzes, welches halbkuglig bricht; vielleicht weil es unter dem zinnsteine bricht' Adelung2 4, 1719; 'bläulichbrauner zinnkies' Mothes ill. baulex. (1881) 4, 515; -bild, n., auf zinn gemaltes bild Arigo decamerone 503 Keller; s. DWB zinn 4 a; -blatter(n), pl., karbunkel Tabernämontanus kräuterb. 447; 210; 271; -blech, n., gewalztes zinn: zinnplatte, zinnblech piastra di stagno Kramer teutsch-ital. 2 (1702) 1466c; sheet-tin, feuille d'étain Hoyer-Kreuter technol. wb. (1902) 1, 871; verzinntes eisenblech Ludwig teutsch-engl. (1716) 2597; -blei, n., gemisch von blei und zinn Muspratt chemie (1888) 1, 1619; -blende, f., eine mit zinnstein oder zinnerz verbundene blende Adelung2 4, 1719; blende mêlée de mine d'étain, f., blend mixed with tin-ore Beil technol. wb. (1853) 1, 672; -blume, f., 'flores Jovis, zinnblumen, ist ein flüchtig gemachtes und mehlfrmiges zinn, das durch hlffe eines flchtigen saltzes so weit gekommen ist' Noel Chomel öcon. lex. (1750) 4, 265; la fleur d'étain Schwan nouv. dict. (1783) 2, 1108b; -bord, n., bord oder 'wandbrett, worauf alle küchengeräthe aus zinn blank gescheuert hingestellt werden' Doornkaat Koolman 3, 412b; -brecht, adj., glänzend wie zinn, name einer apfelsorte H. Fischer schwäb. 6, 3486; -brett, n., wie -bord: H. Fischer schwäb. 6, 1217; v. Schubert selbstbiogr. (1854) 1, 109; -brillant, pl. -en, m., auch Faluner brillanten nach dem herstellungsort in Schweden genannt, stark glänzende schmuckgegenstände, bestehend aus glasperlen, welche in ein schmelzgemisch von blei und zinn getaucht worden sind, vgl. Karmarsch-Heeren techn. wb. (1876) 2, 619; -bronze, f. ebda 11, 349;

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Bucher kunstgewerbe (1884) 449a; -büchse, f., zinnerne büchse, als salbenbehälter Paracelsus opera (1616) 1, 142b Huser; für tee Ritter erdkde (1822) 7, 477; für proviant Rosegger schr. (1895) II 5, 170; -butter, f., eine weiche masse, bestehend aus zinnchlorid mit wasserzusatz Campe 5, 870a; allg. dt. bibl. anh. 1/12, 294; Prechtl technol. encycl. (1830) 25, 447; -chlorid, n., ätzende flüssigkeit, aus zinn durch chlor gebildet, spiritus fumans Libavii (1605) ebda 25, 446; -chlorür, n., zinnchlorid ebda; Sömmerring menschl. körper (1839) 6, 62; -dampf, m. Ackermann krankh. d. künstler u. handw. (1783) 2, 254; -decke, f., zinnschicht auf verzinntem eisen Krünitz öcon. encycl. 241 (1858) 433; Karmarsch-Heeren techn. wb. (1876) 10, 125; -deckel, m., zinnerner deckel von bierkrügen Gaudy s. w. (1844) 9, 96; H. Seidel vorstadtgesch. (1880) 110; -draht, m., draht aus zinn J. E. Schlegel w. (1761) 5, 35; -eisen, n., ein meszgerät, mit welchem man die spannprobe nimmt Lampadius hdwb. d. hüttenkde (1817) 227; -feile, f. 1) feile zur bearbeitung von zinnsachen Töpfer lehrb. d. orgelbauk. (1855) 675; Adelung2 4, 1720; lime à polir l'étain, f., file for polishing or cutting tin Beil technol. wb. (1853) 1, 672; 2) sehr feine feilspäne von zinn, ein wurmmittel allg. dt. bibl. anh. 58/86 (1771) 280; -figur, f. Schedel waarenlex. (1834) 2, 104; -fisch, m., der häsling, squalius leuciscus L. nach der silberglänzenden farbe an seiten und bauch benannt v. d. Borne fischzucht u. fischerei (1886) 135; s. zienfisch (sp. 1132); -flasche, f., zinnerne flasche (1576) bei H. Fischer schwäb. 6, 3486; Sperl söhne d. hrn. Budiwoj (1927) 168; -flicker, m., ausbesserer von zinngerät Hildburghausen actenmäszige nachr. (1753) 42; -flöz, n., ein flöz, in welchem zinn bricht Adelung2 4, 1720; -folie, f., zu einem dünnen blättchen geschlagenes oder gewalztes zinn, stanniol Adelung2 4, 1720; Lichtenberg verm. schr. (1800) 8, 16; Helfft wb. d. landbaukunst (1836) 422; -formation, f., nur bei Göthe belegt: I 36, 139 W.; II 5, 1, 224; II 9, 127; III 6, 121; IV 24, 13; IV 25, 96 u. ö.; -futter, n., innere zinnbekleidung von bleirohren Muspratt chemie (1888) 1, 1642; -gabe, f., bei schützenfesten ausgesetzter preis in zinngerät (1706) bei H. Fischer schwäb. 6, 3486; -gang, m., im bergbau ein gang, in welchem zinnerz bricht Adelung2 4, 1720; pl. zcenegenge (Freiberg 1377) urk.-buch d. st. Freiberg 2, 40; -gatter, n., im hüttenbau eine tafel gatterweise gegossenes zinn Voigtel wb. (1793) 3, 703a; Adelung2 4, 1720; Campe 5, 870b; -gebirge, n., ein gebirge, in welchem zinngänge oder zinnflöze streichen Adelung2 4, 1720; Basilius Valentinus chymische schr. (1677) 2, 202; -gefäsz, n., zinnernes gefäsz acta publica 6, 323 Palm; W. Raabe s. w. I 6, 233; -gehalt, m., gehalt an zinn Krünitz öcon. encycl. 241 (1858) 415; Karmarsch-Heeren techn. wb. (1876) 1, 64; -gekrätz, n., abgang beim zinnschmelzen Lampadius hdwb. d. hüttenkde (1817) 227; Adelung2 4, 1720; Karmarsch-Heeren techn. wb.3 11, 351; -geld, n. Luschin v. Ebengreuth münzkde u. geldgesch. (1904) 35; -gelöt, n. H. Fischer schwäb. 6, 3486; -geschiebe n., 'zinngraupen ..., welche vom gebirge abgerissen und durch das wasser mit fortgeführt worden sind' Krünitz öcon. encycl. 241 (1858) 461; bergmänn. wb. (1778) 622; Adelung2 4, 1720; Campe 5, 870b; -geschrei, n., das geräusch, welches eine zinnstange beim biegen von sich gibt Meyers lex.7 12, 1810; Karmarsch-Heeren techn. wb. (1876) 11, 342; -geselle, m., gleich zinner 2 Voigtel wb. (1793) 3, 703b; Campe 5, 870b; -gestein, n. Basilius Valentinus chym. schr. (1677) 2, 210; -gieszen, n., silvesterbelustigung mit gieszen von zinnfiguren, aus deren gestalt das glück im neuen jahr vorgedeutet wird Frischbier 2, 494a; -gieszfasz, n. Zingerle mittelalt. inventare (1909) 14; -glanz, m., ein zinnerz Basilius Valentinus chimische schr. (1677) 2, 126; glänzender zinnüberzug Hoyer wb. d. artillerie (1804) 2, 156; -glasur, f., zinnschicht auf töpfer- und porzellanwaren, den sog. fayencen und majolicawaren Lueger lex. d. ges. techn. (1894) 4, 131; -glöckel, n., sterbeglöcklein, aus minderwertigem metall H. Fischer schwäb. 6, 1218; Hügel Wien 195b; Schacherl Böhmerwald 44; -granat, m.,

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eine art dunkelbrauner granaten, welche zinnhaltig sind Adelung2 4, 1720; ein zinnerz von dunkelbrauner farbe Lichtenstein entdekte geheimnisse (1778) 222; Voigt beitr. z. e. mineral. id. 326; Krünitz öcon. encycl. (1773) 19, 703; -gras, n., österr. gleich zinnkraut Söhns pflanzen6 99; -groschen, m., 'ein stückchen zinn, etwas gröszer als ein thalerstück, worauf sich das zeichen der zeche, von welcher es ist, geprägt befindet' Campe 5, 870b; -gusz, m., gegossenes gerät aus zinn A. v. Arnim s. w. (1853) 3, 20; Karmarsch-Heeren techn. wb. (1876) 4, 727; ausführlich Meyers lex.7 12, 1813; -hammer, m., 'bei den orgelbauern ein hammer mit einer groszen polierten bahn, die gegossenen zinntafeln damit fester zu schlagen, damit die pfeifen heller klingen' Adelung2 4, 1720; Campe 5, 870b; abweichend Abr. a s. Clara etwas f. alle (1699) 2, 391; -händler, m., zinnkrämer, händler mit zinngeschirr Campe 5, 870b; -haus, n., werkstatt der blechhämmer, in der die eisenbleche verzinnt werden Hübner cur. u. reales lex. (1714) 1734; Minerophilus bergwerckslex. (1730) 732; Frisch 2, 479a; Lampadius hdwb. d. hüttenkde (1817) 227; -hell, adj., blank wie zinn, übertr. zinhelle säu wahre säue Schmeller-Fr. 2, 1132; -herd, m., herd vorm schmelzofen, in dem sich das daraus flieszende zinn sammelt Lampadius hdwb. d. hüttenkde (1817) 227; -herr, m.: ziener, zienherr hieszen die ersten bauenden gewerken in Altenberg Merkel Kursachsen 2, 29 bei Müller-Fr. 2, 707a; -heu, n., equisetum arvense, der ackerschachtelhalm, steiermärk. Popowitsch versuch (1780) 637; Holl pflanzennamen (1833) 322a; Söhns pflanzen (1899) 65; -hobel, m., ein hobel, mit welchem die orgelbauer die zinnplatten für die pfeifen glatt hobeln Adelung2 4, 1720; Campe 5, 870b; Töpfer lehrb. d. orgelbaukunst (1855) 675; -känsterlein, n.: zinnkensterlin Fischart Garg. 109 ndr.; s. känsterlein teil 5, sp. 171; -kasten, m., zinnerner kasten Leipziger avanturieur (1756) 2, 84; schrank zur aufbewahrung von zinngeschirr (1621) H. Fischer schwäb. 6, 3487; rahmen zum gusz von zinnplatten Töpfer lehrb. d. orgelbaukunst (1855) 644; -kaule, f., zinngrube: zynnenkuyllen (Cornelismünster 1413) weist. 2, 783; -keffer, m., gleich zinngraupel oder -gräuplein Noel Chomel öcon. lex. (1750) 5, 1070; -kessel, m., kessel des zinnherdes einer blechzinnerei Beil technol. wb. (1853) 1, 673; kessel aus zinn zum auskochen von rizinusöl aus rizinussamen Karmarsch-Heeren techn. wb. (1876) 6, 411; zum kaffeesieden A. v. Droste-Hülshoff ges. schr. (1878) 2, 374; -kies, m., mit schwefel, kupfer, eisen vermengtes zinnerz Pansner frz.-dt. miner. wb. (1802) 57; Oken allg. naturg. (1839) 1, 415; -knecht, m., aufwärter für das zinnerne tafelgeschirr (meckl. 1524) hofordn. 1, 188 Kern; (schwäb. 1610) H. Fischer 6, 1218; -knopf, m., zinnerner knopf Prechtl technol. encycl. (1830) 8, 401; -knoop Mensing schlesw.-holst. 5, 66; -knopfmacher, m. Casseler ztg. (1731) 346; -korn, n., pl. -körner körner von zinnmetall in erde oder schlacken Lampadius hdwb. d. hüttenkde (1817) 226; Knebel liter. nachl. (1835) 3, 382; -kram, m., bottega da stagnaio; stagnaria Kramer teutsch-ital. 2 (1702) 1466c; -krankheit, f., s. DWB zinn 2 a; Langgässer d. unauslöschl. siegel (1946) 73; -krätze, f., die oxydschicht auf dem schmelzenden zinn, die vorstufe der zinnasche Schwan nouv. dict. (1783) 2, 1108b; Campe 5, 871a; Zappe mineral. hdlex. (1817) 3, 260; -kristall, m., pl. quarzkristalle, welche zinngraupen enthalten Adelung2 4, 1720; allg. dt. bibl. (1765) 83, 470; -krücke, f., 'bei den orgelbauern ein hölzerner, oben und unten offener kasten mit beweglichen querbrettern, das zu den pfeifen gegossene zinn damit zu plätten' Campe 5, 871a; Hübner zeitungslex. (1824) 4, 1024b; Voigtel wb. (1793) 3, 703b; -krug, m., zinnerner bierkrug W. Raabe s. w. I 4, 409; -kuchen, m., gegossene zinnmasse Bech Agricolas bergwerckb. (1621) 395; Göthe I 44, 211 W.; -lampe, f. Chr. Rogge franktireurfahrten (1914) 97; -läuse, pl., 'schwarze flecken in lange ungebrauchtem zinngeschirr' Kehrein Nassau 1, 454; -legierung, f., mischung von zinn mit anderen metallen Prechtl technol. encycl. (1830) 25, 442; -leute, pl., vornehme leute, die aus zinngeschirr speisen (beleg v. 1586) H. Fischer 6, 1218; -licht, adj.,

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klar, hell, lauter (vom wasser) Jakob Wien 226; Hügel Wien 195b; Unger-Khull steir. 652b; Schmeller-Fr. 2, 1132; H. Fischer schwäb. 6, 3487; -löffel, m., zinnerner löffel; -lösung, f. Muspratt chemie 3 (1891) 38; Lueger lex. d. ges. techn. (1894) 7, 394; -lot, n., aus zinn und blei, auch wohl wismut, gemischtes schnell- oder weichlot der klempner, früher auch der glaser Adelung2 4, 1720; Zappe mineral. hdlex. (1817) 3, 231; -meister, m., aufseher über das zinngeschirr (1718) H. Fischer schwäb. 6, 1218; -metall, n.: zyn metal (1522) Lori baier. bergrecht (1764) 186; zinnmetall Epimetheus Pandora (1588) 292; -mine, f., das gelände, in dem sich zinnerz befindet, zinnbergwerk Ritter erdkde (1822) 4, 800; Baer red. u. versch. aufs. (1864) 3, 312; -münze, f. Ritter erdkde (1822) 5, 88; Baer red. u. versch. aufs. (1864) 3, 314; -mus, n., in einer zinnschüssel bereitetes mus (1761) H. Fischer schwäb. 6, 3487; -mutter, f., in scheidewasser gelöstes und nach wasserzusatz eingetrocknetes zinn, welches anderm geschmolzenen zinn zugesetzt wird, um es geschmeidiger und schöner zu machen bergmänn. wb. (1778) 623; Adelung2 4, 1721; Krünitz öcon. encycl. 241 (1858) 470; -ofen, m., sowohl der schmelzofen der hütte als auch der ofen der blechhämmer, worin die eisenbleche überzinnt werden Minerophilus bergwerckslex. (1730) 732; Herttwig bergbuch (1734) 433a; Adelung2 4, 1721; -oxyd, n., zinnsäure Lampadius hdwb. d. hüttenkde (1817) 224; Oken allg. naturg. 1 (1839) 201; Muspratt chemie 8 (1905) 910; -pausche, f., die beim schmelzen unreinen werkzinns auf dem floszherde übrigbleibende ungeschmolzene masse Meyers lex.7 12, 180 (vgl. DWB pauschherd teil 7, sp. 1513); -pest, f., zerfall des zinns bei lange andauernder kälte in ein graues, nichtmetallisches pulver Meyers lex.7 12, 1815; -pfanne, f. 1) in den blechhämmern die eiserne pfanne des ofens, in welcher die eisenbleche verzinnt werden Adelung2 4, 1721; 2) pfanne des zinngieszers (1670) H. Fischer schwäb. 6, 3487; Follmann Lothr. 558b; -pfeife, f., orgelpfeife aus zinn Campe 5, 871a; Jean Paul w. 54, 16 Hempel; -plane, f., zinnplatte (16. jh.) H. Fischer schwäb. 6, 3487; (15. jh.) bei Zingerle inventare (1909) 98; -pletz, n., stück zinnblech, zinnteller Hans Sachs 5, 247 K.; -pochwerk, n. Chr. Lehmann hist. schaupl. (1699) 291; -probe, f., prüfung der güte des zinns J. Möser s. w. (1842) 1, 285; Adelung2 4, 1721; Lampadius hdwb. d. hüttenkde (1817) 228; Karmarsch-Heeren techn. wb. (1876) 11, 345; -puder, m., pulverförmiger zinnabstrich Meyers lex.7 12, 1815; -pulver, n. Rivius Vitruv (1575) 590; J. Chr. Sturm kurtzer begriff d. physic (1713) 229; Karmarsch-Heeren techn. wb. (1876) 2, 172; -quarz, m., zinnhaltiger quarz Adelung2 4, 1721; Beil technol. wb. (1853) 1, 673; -rahmen, m., -rehm, f., (1571) rahmengestelle zum aufstellen des zinngeschirrs Unger-Khull steir. 652b; -raspe, f., feile für zinnwerk (1393) Marienburger ämterb. 143 Ziesemer; -ring, m. Vischer auch einer (1879) 1, 168; -rost, m., gerösteter zinnstein Voigtel wb. (1793) 3, 704a; Adelung2 4, 1721; -salz, n., in säuren gelöstes zinn Thurneysser magna alch. (1583) 142; Noel Chomel öcon. lex. (1750) 8, 2422; sel de Jupiter Schwan nouv. dict. (1783) 2, 1109a; Liebig hdb. d. chemie (1843) 500; -sarg, m., zinnerner sarg Dehio gesch. d. dt. kunst 3 (1926) 404; Max Dreyer erdkraft (21943) 203; -sarkophag, m., zinnerner sarkophag K. Kluge Kortüm (1938) 117; -sauer, adj., zinnoxyd oder durch säuren gelöstes zinn enthaltend Prechtl technol. encycl. (1830) 25, 445; Oken allg. naturg. 1 (1839) 327; -säure, f., zinnoxyd Prechtl technol. encycl. (1830) 25, 444; Oken allg. naturgesch. 1 (1839) 327; Liebig hdb. d. chemie (1843) 498; -schacht, m., zinnbergwerk: plumbaria Stieler stammb. (1691) 1702; miniera da stagno Kramer teutsch-ital. 2 (1702) 1466c; -schale, f., zinnerne schale (1486) bei Röhricht pilgerreisen (1880) 149; -schau, f., behördliche prüfung der zinnwaren H. Fischer schwäb. 6, 3487; -schauer, m., der die schau besorgt (1670) ebda; -scheibe, f., 'hölzerne schleif- und polirscheibe, auf deren peripherie ein ring aus blei und zinn aufgegossen ist' Bucher kunstgewerbe (1884) 449b; Karmarsch-Heeren

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techn. wb. 4 (1880) 62; -scherbe, f., zinnteller (1576) bei H. Fischer schwäb. 6, 3487; -schieszen, n., schieszen um zinn (1706) ebda; -schlacke, f., pl., zusammengebackene rückstände beim schmelzen von zinnerzen: Mathesius ausg. w. 4, 171 L.; Martin Ruland lex. alch. (1612) 369; Lampadius hdwb. d. hüttenkde (1817) 228; Mothes ill. baulex. (1881) 4, 130; -schläger, m.: batteur d'étain en feuilles Schwan nouv. dict. (1783) 2, 1109a; -schlich, -schliech, m., schwarzer zinnsand Chr. Lehmann hist. schaupl. (1699) 442; Noel Chomel öcon. lex. (1750) 8, 964; Karmarsch-Heeren techn. wb. (1876) 7, 60; -schmelzen, n. Schönberg berginform. (1693) 2, 122; -schmelzer, m. Ercker beschr. aller min. ertzt (1580) 121a; excoctor nigrorum lapillorum Frischlin (1586) 150a; Span spec. juris metallici (1698) 131; Ritter erdkde (1822) 5, 77; -schmuck, m., Faluner brillanten Prechtl technol. encycl. (1830) 25, 442; Meyers lex.7 12, 1815; -schnalle, f., zinnerne schnalle, besonders an schuhen Tieck schr. (1828) 17, 206; -schnur, f., schmuck an hüten Mathesius Sarepta (1571) 32a; -schörl, m., 'eine taube, räuberische bergart, welche den zinngraupen gleicht' Adelung2 4, 1721; Campe 5, 871b; -schrank, m., schrank für zinnerne geschirre und geräte Stieler stammb. (1691) 1915; Kramer teutsch-ital. 2 (1702) 1466c; Campe 5, 871b; -schwamm, m., argentin, durch fällen von zinnsalz mit zink gewonnen Karmarsch-Heeren techn. wb. (1876) 11, 349; -span, m., pl., bei der bearbeitung von zinngusz abfallende späne ebda 4, 131; Avé-Lallemant gaunerth. 2, 268; -spat, m., zinnhaltiger spat allg. dt. bibl. (1765) 62, 431; Voigt beitr. z. e. min. id. 326; Adelung2 4, 1721; -speise, f., obere, eisenhaltige schicht der geschmolzenen zinnmasse Lampadius hdwb. d. hüttenkde (1817) 229; -spiel, n., ein volkstümliches würfelspiel um zinngeschirre im schieszgraben Birlinger schwäb.-ausgb. 440a; -staub, m., 'pompholyx, quae in caminis colligitur, ubi plumbum candidum coquitur' (unrichtig, trifft auf die zinkblumen zu, s. DWB zink, n.) Martin Ruland lex. alch. (1612) 382; -stäuber, m., federbusch zum abstäuben von zinngeschirr im haushalt Amaranthes frauenz.-lex. (1715) 531; -stock, m. 1) gleich zinnstockwerk; 2) ein hölzener stock, über welchen das gegossene zinn zu ballen geschlagen wird Adelung2 4, 1721; -stockwerk, n., von zinnerzadern durchsetzte gesteinsmasse ebda; Zappe miner. hdlex. (1817) 1, 87; Mothes ill. baulex. (1881) 4, 515; Meyers lex.7 12, 1816; -stück, n., ein stück zinnerz Bech Agricolas bergwerckb. (1621) 449; d. beutelschneider od. diebshist. (1641) 5, 274; -stufe, f., ein stück zinnerz Adelung2 4, 1721; Göthe I 36, 120 W.; III 5, 39; IV 28, 141; -sud, m., flüssigkeit aus weinstein und gekörntem zinn Prechtl technol. encycl. (1830) 19, 628; -tuch, n., tuch zum reinigen des zinngeschirrs (Pfalz 1526) hofordn. 2, 178 Kern; Unger-Khull steir. 652b; -wage, f., wage in zinnbergwerken Schönberg ausf. berginform. (1693) 1, 206; -wagemeister, m., die zum wägen des zinns in den bergwerken bestellte person ebda; Minerophilus bergwerckslex. (1730) 733; Campe 5, 871b; -wald ort im Erzgebirge; -ware, f. Campe 5, 871b; Ritter erdkde (1822) 5, 218; Schedel waarenlex. (1834) 1, 230; Dehio gesch. d. dt. kunst 3 (1926) 188; -wärter, m., aufseher über das zinngeschirr der hofhaltung (Pommern 1575) hofordn. 1, 126 Kern; Hessen-Casselscher staats- u. adresscalender (1764) 44; -wäsche, f. 1) gleich zinnseife Adelung2 4, 1721; Ritter erdkde (1822) 5, 127; Knebel liter. nachl. (1835) 3, 382; Ratzel Deutschl. (1911) 35; 2) 'im hüttenbaue eine anstalt, wo das gepochte zinnerz vor dem schmelzen gewaschen, d. i. durch das wasser von den tauben steinarten geschieden wird' Adelung2 4, 1721; -wäscherin, f., 'an den höfen eine weibliche person, welche das zinnerne gerät zu waschen und rein zu erhalten hat' ebda 4, 1722; -weisz, adj., weisz wie reines zinn Illiger thier- u. pflanzenreich (1800) 90; Campe 5, 871b; Oken allg. naturg. 1 (1839) 96; Liebig hdb. d. chemie (1843) 340; -zaine, f., zinnstange, (dim. zihnzeunlein Mathesius ausg. w. 4, 171 L.; -zeche, f., zinnhütte (1645) Chr. Lehmann hist. schaupl. (1699) 615; -zehent, m., zehnt an zinnstein Schönberg berginform. (1693) 1, 220; -zeug, n., zinngeschirr (1745)

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Friedrich d. grosze br. an Frederdorf 56 Richter; tinntüg Mensing schlesw.-holst. 5, 66; Woeste-Nörrenberg 272a; -zug, m., 'das in gitteriger oder anderer künstlicher gestalt gegossene oder gleichsam gezogene zinn' Adelung2 4, 1722; Campe 5, 871b; -zwitter, m., 'kleine zinngraupen, an welchen die eckige gestalt nicht kenntlich ist, und welche anderm gesteine eingesprenget sind' Adelung2 4, 1722; 'jedes klare gemenge von zinnerz und gang- oder gebirgsart' Voigt beitr. z. e. miner. id. 326; name eines mit zinnstein durchsetzten granits Karmarsch-Heeren (1876) 11, 355; Hoyer-Kreuter technol. wb. (1902) 1, 872.
 
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zinnasche, f., zinnoxyd, verbranntes zinn, ein weiszliches pulver, welches sich aus der zinnkrätze, der grauen haut auf einer geschmolzenen zinnmasse, bildet, früher zinnkalk genannt: Jovis zinnaschen (Ulm 1648) bei H. Fischer 6, 1217; zienasche calx Jovis, Jupiter calcinatus Reyher thes. (1668) 1, 827; zinnasche ceneri di stagno Kramer teutsch-ital. 2 (1702) 1466c; die zinnasche, der zinnkalk la potée, chaux d'étain calciné Schwan nouv. dict. (1783) 2, 1108b; Adelung2 4, 1719; cineres Jovis, zinnasche, zinnkalk, ist aus zinn gemacht, welches so lange zu calciniren, bis aus dem graulichten pulver ein gantz weiszes wird, welches einige cerussum Jovis nennen, und der Frantzosen blanc d'Espagno, spanisch weisz ist, so zum schmincken miszbrauchet wird Hübner cur. u. reales lex. (1714) 376; zienasche ist ein calcinirtes oder zu einen graulichten pulver gebrandes zien, dessen sich die glaszschleiffer oder andere zum polieren bedienen Minerophilus bergwerckslex. (1730) 731; alii incipiunt silber glet ... ganffer, bley schen, zinschen ... & extinguunt Paracelsus chirurg. büch. (1618) 577a Huser; etliche probirer ... geben ihm (dem zinn) ein linde hitz, dasz sich das zien zu einer zienaschen rstet Ercker beschr. aller min. ertzt (1580) 29a; nachdem solches (holz) auff allen seiten fein glatt abgehobelt, streut man darauff kleinen uhrsand oder zihnaschen trincirbuch (1652) 21; polire es (das gemälde) mit trippel oder zinnasche und baum hl mit einem zarten leder lacquirkunst (1724) 45; beym zinngieszer und zinnasche brennen sehen Göthe III 3, 342 W.; dazu zss.: zinnaschen-büchse, f., 'bei den gürtlern eine büchse mit zinnasche, deren sie sich zum blänken ihrer arbeiten bedienen' Campe 5, 870a; -riemen, m., mit zinnasche belegter riemen, auf dem die zuvor auf dem schleifsteine geschärften schneidewerkzeuge geglättet werden Krünitz öcon. encycl. 241 (1858) 459. —
 
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-bergwerk, n., 'ein bergwerk, wo auf zinnerz gebauet wird, wo zinnerz oder zinnstein gebrochen wird' Campe 5, 870a; Adelung2 4, 1719; plumbaria zienbergwerck oder bleybergwerck Zehner nomencl. (1645) 153; plumbaria sc. fodina zienbergwerck Corvinus fons lat. (1646) 641; une mine ou miniere d'estain Duez germ.-gall.-lat. (1664) 716; miniera da stagno Kramer teutsch-ital. 2 (1702) 1466c; Abertham unnd die benachbarten zinbergkwerck Mathesius ausg. w. 4, 75 L.; jedoch ist zu wissen, dasz ein jegklichs zienbergkwerck im werck den zwitter oder zienstein auffzubereiten, ein sondere weisz und art haben will Ercker beschr. aller min. ertzt (1580) 120b; vor diesem bergwerck ist auch das zinnbergwerck zum Altenberge ... auffkommen Peccenstein theatr. saxon. (1608) 3, 32; im j. 1241 trug es sich zu, dasz die böhmischen zinnbergwerke entdeckt wurden M. I. Schmidt gesch. d. Deutschen (1778) 3, 112; beschreibung von dem Schlackenwalder zinnbergwerke Göthe IV 24, 60 W.; III 5, 45; und noch dazu, da ich ... nach den zinnbergwerken von Cornwall reisen wollte Immermann w. 1, 113 Hempel.
 
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-blatt, n. 1) zu dünnen blättern getriebenes zinn, stanniol, zinnfolie Campe 5, 870a; stanniol vel stannum foliatum zinnblätter Marperger kaufmannmag. (1708) 1222; einen spiegel mit zinnblättern belegen mettre une glace au tain Schwan nouv. dict. (1783) 2, 1108b; man gieszt (zur spiegelherstellung) quecksilber auf dünne zinnblätter (staniol) und reibt es ein v. Schubert verm. schr. (1823) 1, 210. häufig dim. zinnblättchen Hübner zeitungslex. (1824) 4, 1024a; sein kindermesserbesteck mit einem heft von

[Bd. 31, Sp. 1438]


zinnblättchen Jean Paul w. 3, 158 Hempel; brief an Döbereiner, zwey zinnblättchen betreffend zu entoptischen versuchen Göthe III 7, 41 W. 2) schwäb. zinnplatte: ein kantten ... 4 zinen fleschen, 2 zinbletter' (1574) bei H. Fischer schwäb. 6, 3486; ebda ein beleg vom jahre 1761.
 
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zinne, f., zinnen- in zss. und zinnen, adj., s. unten am ende der zinn-zusammensetzungen.
 
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zinner, m., in alten zeugnissen zinngieszer: uff das nu ein sulchs in czukomenden czeiten uber all dis land von allen kannengiszern und czennern vorbas unvorserlich und stete gehalden werde, wellen wir (1435) acten d. ständetage Preuszens 1, 706; maister Chunrat maler, Heintz pfragner, Gotz taschner, Wernlein ziner (Nürnberg) städtechron. 1, 182. später wird darunter nur noch der verzinner von eisengeräten verstanden: berzinner, zinner, m., instagnatore, stagnatore Kramer teutsch-ital. 2 (1702) 1467a; ziener ist bey den blechhmmern die person, welche die bleche verzienet Hübner cur. u. reales lex. (1714) 1734; Herttwig neues u. vollk. bergb. (1734) 432b; zinner qui res ferreas stanno obducit Frisch 2, 479a; Adelung, Campe; noch in der alten bedeutung:

Marei und Kathrin
und der zinner macht zinn.
und der schuster macht schuh,
wann's dich g'freut, so frag zu!
Rosegger schr. (1895) I 3, 387.


 
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zinner, m., s. 2ziemer, m. (sp. 1114).
 
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zinnerz, n., zinnstein: volkomenmachung des zinertzs Thurneysser magna alch. (1583) 141; das bleyerz, welches stahelgantz, wie es die bergkleut nennen, magstu nemen (verstehe hiemit auch das zinertz und die graupen) und das erstlich zu einem pulver stoszen ders. von wassern (1612) 87; das zin ertz aber magstu auff die weisz probieren Bech Agricolas bergwerckb. (1621) 201; zinnerze, wir theilen sie httenmännisch ein, in: 1) rein aufbereiteten zinnstein, 2) arsenikalischen (d. i. mit arsenikkies gemengten) zinnstein und 3) in schwefelkiesigen zinnstein Lampadius hdwb. d. hüttenkde (1817) 227; zinnertz, n., stagno minerale Kramer teutsch-ital. 2 (1702) 1466c; die zinnerze ... haben ihre vererzung hauptsächlich dem arsenik zu danken allg. dt. bibl. (1765) 5, 2, 284; kornisches zinnerz Werner oryktognosie (1792) 241; der granit ist aber von weiszen quarzgängen durchsetzt, die reich an zinnerzen sind Ritter erdkde (1822) 5, 13; von dem cap an ... beginnt das vorkommen der zinnerze, welche das erzgebirge dieser Malayenhalbinsel characterisiren ebda 4, 1080; dasz phönizische seefahrer ... die lager der zinnerze entdeckt haben sollten Peschel völkerkde (1874) 225. —
 
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-gerät, n., gerät von zinn: das zinn, zinnwerck, zinngeräth oder zinngeschirr, zinnerne schüssel, teller, etc. pewter Ludwig teutsch-engl. (1716) 2596; Campe 5, 870b; man asz auf irdenem geschirr, weil auch das zinngeräth, das dem herrn Gros eigenthümlich zugehört, ... umgegossen ... war T. Hermes Sophiens reise (1769) 4, 337; altes zinngeräth hat gute risse A. v. Arnim s. w. (1853) 20, 298; ihre zinngruben und ihr zinngeräth im lande (Siam) wird von Chinesen bearbeitet Ritter erdkde (1822) 4, 1112. —
 
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-geschirr, n., haushalts- und prunkgerät von zinn:

zyngeschirr das sind ir wannen liederbuch d. Hätzlerin 285 Haltaus;

darausz (burg Möringen) grosz und vil guets von silbergeschier, zingeschier und vil pettgewand (Augsburg) städtechron. 5, 34; das alles zingeschir, schüszlen, und dergleichen so verhanden ist oder noch gekauft wirt, dem kuchenschreiber, daszelb zu hallten und herfurzegeben, bevolhen und alles aigentlich inventirt werd (Pfalz 1526) dt. hofordn. d. 16. u. 17. jhs. 2, 172 Kern; an zingeschirr sechzig schüssel klain und grosz (1553) urk.-buch d. klosters Heiligkreuztal 2, 484; zum syrupen und latwergen lasz solchen geluterten zucker weiter sieden, darvon treiffe auff ein kalten stein oder zingeschirr ein tropffen

[Bd. 31, Sp. 1439]


oder zween, dupfe mit eim finger darauff Wirsung artzneyb. (1588) 17d; ein manche arme trpffin hätte wol fglicher ursach, die gedult zu verlieren ber ihren mann ..., dessen zinngeschirr in nichts als in flaschen (ohrfeigen) besteht Abr. a s. Clara mercks Wien (1680) 103; das zinngeschirr wird nur alle jahr einmal gescheuert Zschokke s. ausg. schr. (1824) 13, 48; als er auch das buffet mit dem blanken zinngeschirr aufmerksam beschaut G. Keller ges. w. (1889) 5, 200; ich (als ältester) muszte das zinn- und blechgeschirr putzen, unser bett machen Bebel a. m. leben (1946) 1, 28; vasa stannea ... czin geschir dict. seu nomencl. quat. ling. (1566) E 2b; zinngeschirr vasa stannea, ex plumbo albo fusa Stieler stammb. (1691) 1769; stannaria vasa zinngeschirre (1692) schweiz. id. 8, 1176; zinngeschirr, zinnwerck, n., vasi, vasellamenti di stagno Kramer teutsch-ital. 2 (1702) 1466c. redensarten: ihr zinngeschirr sehen lassen mostrar' i suoi stagni, met. ridere à bocca aperta ebda; einer preson mit groszen hervorragenden zähnen därf man auch kein zgeschir, (wortspiel mit zähn-) kaufen H. Fischer schwäb. 6, 1218. —
 
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-gieszer, m., handwerker, der zinngeräte gieszt; früher dem gleichbedeutenden kannengieszer (kandelgieszer) gesellt, ein zeichen, dasz dies handwerk vornehmlich trinkkannen herstellte (s. kannengieszer teil 5, sp. 166), und kannengieszer hat namentlich in nd. gegenden als berufliche benennung geherrscht; doch begegnet ein Johannes tingetere schon 1265 in Rostock, s. Hel. Brockmüller Rost. personennamen (1933) 124; sie waren im mittelalter in eigene zünfte zusammengefaszt, bisweilen gemeinsam mit den grapengieszern und gelbgieszern oder mit den rot- oder apengieszern, s. Meyers lex7. 12, 1812 mit literatur. früher obd. beleg: Karels des zingieszers haus (Augsburg 1338) Augsb. urk.-buch 1, 335; beide bezeichnungen vereinigt: kanten- oder zinngieszer schweiz. id. 2, 471; die zihn- und kanttengieszer (vor 1635) bei H. Fischer schwäb. 4, 196. einige nd. mundartwörterbücher melden allein kannengeter, so Schambach und das brem. wb., andere nur tinnengeter, wie Woeste, Martin Waldeck, Mensing, beides Danneil. selbst dem zum schlagwort gewordenen politischen kannegieszer nach Ludwig Holbergs komödie den politiske kandestøber rückt als schriftsprachlich gestützter ausdruck der politische zinngieszer im 19. jh. zu leibe, s. belege unt. die vocabulare und wörterbücher buchen zinngieszer reichlich seit dem ausgehenden 15. jh.; sie geben das wort wieder mit: stannifex und cantrifex Diefenbach gl. 75a; nov. gl. 72a; erifusor (richtig gelbgieszer) nov. gl. 155a; faber stannarius zien giszer Alberus (1540) Ji 3a; stannarius Schönsleder (1618) Qq 7a; vascularius, plumbarius, vulgo stannarius Stieler stammb. (1691) 647; Steinbach (1734) 1, 621; Frisch 2, 479a; stagnaro, maestro chi lavoro di stagno Hulsius (1605) 164 u. a.; Kramer teutsch-ital. 2 (1702) 1466c; potier d'estain Widerhold (1669) 437a; potier d'étain Schwan (1783) 2, 1108b; pewterer Ludwig (1716) 2597; Adelung2 4, 1720. über die handwerklichen satzungen und arbeiten unterrichten folgende belege: man solle auch ... auf der goltschmidt und zingieszer arbait vleiszig obacht geben, das si ... die zingieszer alle ir arbait von gerechtem gueten zin machen und sich der untermischung des pleis genzlichen enthalten (17. jh.) österr. weist. 2, 24; man solle auch auf der goltschmidt, zingieszer, eisen- und kupferschmidt, spezger, kramer, mezger, müllner ... ellen, masz, wag und gewicht, mer auf die werchschuech, wegelasser, kornfueter ... vleiszig obacht ... haben (17. jh.) ebda 2, 29; es süllen all weinschencken und leitgeben und all purger gemainkleich all ir kändel pringen Hintz dem gesworen zingiezzer, den die stat gesetzet hat, und der sol die beschauen und enpfaechten, ob die nagel darinne gerecht sten stadtr. v. München 147 Auer; die zinngieszer ... die meisten gefsz ... zusammenlten Abr. a s. Clara etwas f. alle (1699) 1, 330; (es singt) der ziengieser bey der scheiben, das kuchlmensch bey dem reiben ders., Judas 3 (1692) 93; da habt ihr Warze, — ihr seht, was es für eine ruppige figur ist: der ladet und schieszt euch so flink wie ein zinngieszer hämmert

[Bd. 31, Sp. 1440]


Shakespeare 6 (1800) 294; eine der sinnreichsten wasseruhren, die noch jetzt von den zinngieszern in Deutschland und Frankreich verfertigt wird v. Schubert verm. schr. (1823) 4, 267. zeugnisse anderen inhalts: schmid, schlosser, zingieszer Paracelsus opera (1616) 2, 463 Huser; wie dan gott der herr, mancherlei handwerck verordnet hat, als mller, becker, goldtschmid, zingieszer, schuster, maler, glaser Huberinus spiegel d. hauszucht (1552) 301b; wegen der erbrochenen und aus der gruft von Troplowitz geraubten särge haben sie (rat v. Breslau) bei den hiesigen zinngieszern nachfrage gehalten acta publica 6, 105 Palm-Krebs; beym zinngieszer und zinnasche brennen sehen Göthe III 3, 342 W.; weil sie aber stark empfinden mochten, dasz mit ihren nachweisbaren ahnen, die bei den Fontanes als zinngieszer ... feststanden, nicht viel staat zu machen sei, so lieszen sie die ... stammtafel fallen Fontane ges. w. (1920) II 1, 82; denn rechts stand ein alter kupferschmied, links ein gebrechlicher zinngieszer, welche mich mit den seltsamsten arabesken von der rechten bahn zu locken suchten G. Keller ges. w. (1889) 1, 353. der politische zinngieszer (s. ob.): politische zinngieszer sind in der regel wahre bluthunde Schilling mondsteinwürfe (1808) 98; was kann ich aber da viel erläutern, da sie doch wahrscheinlich den politischen zinngieszer auf dem theater gesehen haben E. T. A. Hoffmann s. w. 15, 64 Gr.