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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
tanne bis tannenberg (Bd. 21, Sp. 109 bis 111)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) tanne, f. abies, eigentlich der waldbaum (s. DWB tann und DWB tannbaum 1), ahd. tanna, tanne, danne abies und quercus (vgl. tanneiche) Graff 5, 428, mhd. tanne, abies und pinus Lexer 2, 1401, nhd. tanne (plur. tannen, früher auch tennen), nd. danne, nnl. denne.
1) abies picea, der tannenbaum, die weisz-, edeltanne, auch die fichte (vgl. tannfichte) und die verschiedenen arten von pinus in zusammensetzungen, s. harz-, lärchen-, roth-, schwarztanne u. a.: abies haiʒt ain tann und ist ze latein sô vil gesprochen sam ain aufgängel, wan der paum wirt gar hôch und langet über ander paum. Megenberg 313, 32; du scholt auch wiʒʒen, daʒ die maister in der natûr vörhein holz und viechtein holz alleʒ tannen haiʒent mit dem gemainen namen abies; aber sie sprechent, daʒ diu reht tann under den drein die alleredelst sei, wan diu hât daʒ allerweiʒist und daʒ allerlüftigst holz. 314, 12; tann ist ein groszer baum; ... sie werden nit gearbeitet und wachsen in dem teutschen gebürg und in kalten schneestetten und wachsen alle ser schlecht in die höhe, allezeit seind ihre bletter grün. P. de Crescentiis vom ackerbau u. s. w. (1531) 95;

ime walde stuont kein tanne,
diu im (dem riesen) zuo der stunde
an daʒ knie gelangen kunde. herzog Ernst 5318 Bartsch;

nû seht, wie von dem winde waget
ze walde manic tanne.
Konrad troj. krieg 34047;

[Bd. 21, Sp. 110]



grüene vichten und grüene tannen
in dürren welden suln wir den mannen
und ouch den reinen frouwen gelîchen,
die wir sehen tugentlîchen
grüenen bî den, die zühte unde êren
niht ahtent. Renner 1590;

welche ains hochfertigen gemütes sint und wellent sich gegen iren öbern nit naigen und demütigen, denen beschicht als der tannen, die sich nit naigen wolt, do der grosz wind kam. Steinhöwel Es. 190 Österl.; ich habe seine hohe cedern und auszerlesen tannen (cypressen?) abgehawen. 2 kön. 19, 23; heulet ir tannen, dann die cedern sind gefallen. Zach. 11, 2; die reiger wonen auf den tannen. ps. 104, 17; auch frewen sich die tannen uber dir, und die cedern auf dem Libanon. Jes. 14, 8, umgelautet die tennen 41, 19. 55, 13;

ihr wälder! wo kein licht durch finstre tannen strahlt.
Haller über die ewigkeit v. 1;

abgründe, mit der düstern tanne und fichte besetzt. Immermann schriften 2, 215;

von dem sturme getroffen krachet
drauszen die tanne. 1, 189;

dorten rauscht die grüne tanne.
H. Heine buch d. lieder 148 neudruck;

auf die berge will ich steigen,
wo die dunkeln tannen ragen. werke 1, 4;

je höher man den berg hinaufsteigt, desto kürzer, zwerghafter werden die tannen (s. DWB zwergtanne) 1, 73.
2) tannenstamm als mastbaum, mhd.:

der Swarzwalt und der Spehteshart
die tannen künden nicht getragen,
die man ûf sach ze berge ragen
in den kielen über sich.
Konrad troj. krieg 25173.


3) ausgehöhlter tannenstamm als nachen (vgl. einbaum und kahneiche): er sol och han ein nawen, aber sol er han ein tannen. weisth. 4, 353 (Wangen am Zürcher see); s. tännlein.
4) balken u. dgl. aus tannenholz? seines nachbars thanen, gebälk und holzwerk abschneiden. Frankf. reform. viii, 1 § 6; die thanen, balken und buge. viii, 4 § 2. 7 § 1.
5) tannenwald (s.tann): ich pflege meinen gang nach der tanne zu haben, weisz er wohl. der grosze wald ist von der natur mein lustrevier, und die tanne liegt mir so bequem, gerade am thore. Claudius (1775) 3, 47;

wenn d'nacht vergoht,
und d'sunne hinter de tanne stoht.
Hebel (1843) 1, 132.

ein in der nähe Würzburgs gelegener föhrenwald heiszt die schenkentanne (neben der ruine des schenkenschlosses).
6) die zusammensetzungen bilden sich eigentlich mit tann-, tanne-, uneigentlich mit tannen- (genitiv plur. oder adjectiv).
 
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tannebaum, s. DWB tannenbaum.
 
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tanneiche, f. quercus robur (cum pediculo longo) Nemnich 2, 1106. Pritzel-Jessen 321b. vgl. ahd. tanne, quercus.
 
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tannekäfer, s. DWB tannenkäfer.
 
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tannel, s. DWB tangel.
 
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tannen, tännen,adj., mhd. tennîn, tennen von der tanne, aus tannenholz, abiegnus Dief. 3a, dännin Frischlin nomencl. 55, nd. dannen Schambach 39b: er (der blitz) prastelt auch oft sam daʒ tännein holz prastelt in ainem feur. Megenberg 93, 2; tannini latten weisth. 4, 437 (vom j. 1437); er bedackt den estrich mit tenninem holtz. historienbib. 407 Merzdorf; ein tennen holz Tucher baumeisterb. 76, 12. 14, ein tennen tanpaum 30. tennene pretter A. Tucher haushaltbuch 131; mache dir ein kasten von tennen holz. 1 Mos. 6, 14; die tennen bewme (vgl. DWB tannenbaum) Hesek. 31, 8; dieser predigstul ist noch zur zeit thennen. Kirchhof wendunm. 432a;

ein tännin schuben man im gît,
die fressend im die schaben nit.
R. Manuel weinspiel 3188;

es .. legte buchene scheite ans feuer, damit tannene durch ihr spräzeln niemanden wecken möchten. Gotthelf Uli der pächter (1859) 416.
 
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tannenapfel, s. DWB tannapfel.
 
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tannenast, s. DWB tannast.
 
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tannenbaum, m. zusammenrückung aus tannen baum (tennenbaum 1 kön. 9, 11 s. DWB tannen adj.), wofür mhd. die eigentliche zusammensetzung tanboum, im ältern nhd. tannebaum, plattd. dannebôm.
1) waldbaum (s.tann): ein eichen, ein tennen tanpaum Tucher baumeisterb. 74, 18. 76, 13.
2) tanne, abies, mhd. tanboum Lexer 2, 1401:

hier sieht man hoch empor den stoltzen reiger nisten
.. auf einem tannebaum.
Opitz (1645) 3, 165, ps. 104, 17;

[Bd. 21, Sp. 111]


des thannenbaums werden zwei geschlecht erfunden; eines so weiszer tannenbaum genennet wird, das ander aber rother thannenbaum. Tabernäm. 1346b; ein sehr hoher gewaltiger dannenbaum. Kirchhof wendunm. 4, 283 (7, 59) Öst.;

ach dannen-baum, ach dannen-baum,
du bisz ein edler zweig. (
Chr. Reuter) graf Ehrenfried 57, vgl.
Böhme altd. liederb. nr. 491;

die hohe tannenbäum erhöhen hoch das nest
der vögeln.
Weckherlin 225, ps. 104, 17;

der tannenbaum mit niedern fingern
pocht an's niedre fensterlein.
H. Heine buch der lieder 149;

der mit wachslichtern besteckte und mit übersilberten nüssen behängte tannenbaum (weihnachtsbaum). Moritz A. Reiser 28, 32 neudruck; die Dänen hatten ihre fahne 'zum tannenbaum' (wirtshaus mit einem tannenbaum als schild) hinausgehängt. Freytag ges. werke 21, 186.
 
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tannenbäumchen, n.: drauszen auf dem weihnachtsmarkt standen die kleinen kinder um die tannenbäumchen. Freytag ges. werke 7, 24.
 
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tannenberg, m. mit tannen bewachsener berg:

die tannenberge rings den tiefen see umklammen.
Lenau 1, 230.

 

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21) sturmgesträubt
 ... sturmgesträubt , adj. : ein sturmgesträubter tann R. Dehmel ges. w. 2, 248 .
 
22) tann
 ... tann , s. tanne .
 
23) tann
 ... tann , m. ein weiter wald ( vgl.
 ... die jeger jagten in dem tann. Rebmann 186 ;
 ... das kriegend hölden - volk, dasz in dem tann gewohnt, hat in abgötterei seins bluts auch nicht
 ... eingeführt: wer suchen will im wilden tann, manch waffenstück noch finden kann. Uhland
 ... im felde oder im tiefen tann. Simrock volksb. 1, 211 ; der
 ... volksb. 1, 211 ; der hauste im dunkeln tann Scheffel Ekkeh. 324 ;
 ... 324 ; selbst wenn den höchsten tann zersplittert der wetterstrahl in meinem schosz
 
24) tann
 ... tann , m. spätmhd. und frühnhd. tan, boden
 
25) tannast
 ... tannast , m. tannenast schweiz. idiot. 1, 575, tann - , tannenast Wander sprichw. 4,
 
26) tännchen
 ... tännchen , n. dim. zu tann und tanne, vgl. tännlein.
 
27) tanne
 ... f. abies, eigentlich der waldbaum ( s. tann und tannbaum 1), ahd.
 ... roth - , schwarztanne u. a.: abies haiʒt ain tann und ist ze latein vil gesprochen sam ain aufgängel,
 ... dem gemainen namen abies; aber sie sprechent, daʒ diu reht tann under den drein die alleredelst sei, wan diu hât daʒ
 ... diu hât daʒ allerweiʒist und daʒ allerlüftigst holz. 314, 12; tann ist ein groszer baum; ... sie werden nit gearbeitet und
 ... 7 § 1. 5) tannenwald ( s. tann): ich pflege meinen gang nach der tanne zu haben, weisz
 ... 6) die zusammensetzungen bilden sich eigentlich mit tann - , tanne - , uneigentlich mit tannen -
 
28) tannenbaum
 ... plattd. dannebôm. 1) waldbaum ( s. tann): ein eichen, ein tennen tanpaum Tucher baumeisterb.
 
29) tännlein
 ... tännlein , n. , demin. zu tann und tanne, vgl. tännchen : da
 
30) tannmark
 ... tannmark , n. , schweiz. tann - , tannenmark, valeriana offic. Campe. Pritzel
 
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