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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
rötlich bis rotmalen (Bd. 14, Sp. 1311 bis 1313)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) rötlich, rötlicht, adj. ins rote spielend (s. Grimm gr. 2, 381, 382 u. 660), mhd. rœteleht, rœteloht, rœtlot, rôtelot:

dô sach er Wolfharte
mit rœtelehtem barte
gevallen nider in daʒ bluot. klage 835 Lachmann;

rôtiu varb oder rœtlotiu bedäut vil hitz und vil pluots, aber mitelvarb zwischen rôt und weiʒ bedäut ain geleich natur. Megenberg 43, 9; sô werdent si plaich oder rôtelot. 249, 33. rotlecht, rotbrächt, rotlächt, subrubicundus, rufus, rotlächt, vast rot, rubicundus, rufulus, schiler, rotächter weyn, rubellum vinum, rotlächt sein, ein wenig rot sein, subrubere. Maaler 336b. noch im 17. jahrh.: ihre backen seyn so hübsch rotlecht,

[Bd. 14, Sp. 1312]


doch nicht gar so roth, als neulich die neue nestel waren, damit die schwäbische fuhrleute von Ulm ihre lätz gezieret hatten. Simpl. 1, 143, 29 Kurz;

Apollons pracht
mit dem rohtlecht-vergüldten morgen.
Weckherlin 408;

ist der herbst-pfersich nicht dick, rohtlecht, halb gespalten? 774;

mundartlich oberdeutsch bis heute; auch in quellen, die der mundart einflusz gestatten: die brust war mit einem rothlechten flaum gekleidet. Hebel schatzkästl. 309 (das seewunder). mit umlaut rötlicht, noch bis ins 19. jahrh. gebräuchlich, jetzt der form rötlich (s. unten) gewichen:

wo die sonne,
wo der blaue himmel
durch die röthlichten blüthen bebt.
Hölty 137 Halm;

röthlicht ist deine (des mondes) wang', purpurfarben dein kleid,
wenn du, rosen ums haar, deine grotte verläszt. 67;

sie (die morgensonne) bestreuet die bahn, welche die sonne betritt,
schon mit röthlichten und mit goldenen
blumen. 66;

auf dem meerschiff ist es (das fremde geschlecht) gekommen,
von der sonne röthlichtem untergang.
Schiller braut von Mess. 1, 3;

um mich summt die geschäftige bien', mit zweifelndem flügel
wiegt der schmetterling sich über den röthlichten klee. werke 11, 83;

die poeten zogen röthlichte stiefel an und liefen in die schöne natur hinaus. J. Paul teuf. pap. 2, 94. heute, wie schon in älterer sprache, rötlich; rot-, röt-, roitlich, -lick, roetlich rot, rubicundus Dief. 501c: weisze, grawe, rötliche quertze, drein zihnstein bricht, machen vil unkost, aber sie fliehen im auffbereiten. Mathesius Sar. 100a; röthlich, subruber, röthlich seyn, subrubere Frisch 2, 128c;

violett und weisz und bläulich
sind des mohren ritterkleider:
gleich gefärbt die federbüsche,
und die vorderfeder röthlich.
Herder 7, 175;

schwinge dich wolkenan,
und bewalle mit mir den stern,
wo im morgengewölk, röthlich und licht, ihr geist
an melodischen quellen irrt.
Hölty 73 Halm;

anderes auch von hier an röthlichem erze,
schongegürtete weiber zugleich und grauliches eisen,
bring' ich, so viel ich erloos't.
Voss Ilias 9, 365;

als sie den glimmenden schutt mit röthlichem weine gelöschet. 23, 250;

und mischt ihm röthlichen nektar. Od. 5, 93;

schau' die morell' und die pflaum, und dort an der planke den kleinen
apfelbaum, wie so voll er die röthlichen knöpfchen entfaltet. Luise 2, 153;

röthlicher kopfsalat mit endivien, beet' und oliven. id. 13, 192;

sey mir gegrüszt mein berg mit dem röthlich strahlenden gipfel,
sey mir sonne gegrüszt, die ihn so lieblich bescheint.
Schiller 11, 83;

und ich ergetzte mich an dem röthlichen spiele der wellen.
Körner 2, 192;

röthliche flöckchen ziehen
über die berge fort (am abend).
Droste-Hülshoff 1, 121;

Spanien ist mein heimathland ...
wo die mandeln röthlich blühen.
Geibel 1, 22;

horch, von den dünen,
horch, aus dem tann
wogen die kühnen
Sachsen heran:
riesige streiter
röthlichen barts,
friesische reiter,
jäger vom Harz. 4, 163.

rötlicher hahn, s. v. a. roter hahn (s. DWB hahn 1, e, rot 3):

Hans, mir empört sich das herz! ich lasse dem adligen räuber
einen röthlichen hahn auf das dach hinfliegen die nacht noch.
Voss id. 3, 106.

heutige dialektische formen reatla, reatlet, reatilet, reatschelet Lexer kärnt. wb. 210. rotlechtig, rötlechtig ältere weiterbildung von rotlecht, rötlecht, s. Lexer 2, 505a; rotlechtiger wein, rubellum Dief. 501b; das .. roth strauszgrasz .. ist dem jetztgemelten ... durchaus gleich, allein dasz die hälmlein und ährlein röthlechtig seynd. Tabernaemont. kräuterb. 519 (1664).
 
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rötlichblau, adj. blau, das ins rötliche spielt: drüben aber blitzte der rötlichblaue morgenhimmel in völliger reinheit und kläre. Ludwig 2, 634;

auf bergen, in der reinsten höhe,
tief röthlichblau ist himmelsnähe.
Göthe 2, 232.


 
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rötlichbraun, adj. braun, das ins rötliche spielt. Campe.

[Bd. 14, Sp. 1313]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) rötlichgelb, adj. gelb, das ins rötliche spielt. ebenda.
 
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rötlichgesprenkelt, adj. mit rötlichen flecken:

und was fehlte dem schinken, den heringen oder der spickgans?
was dem gebratenen lamm und dem kühlenden rötlichgesprenkelten
kopfsalat?
Voss Luise 1, 82.


 
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rötling, m. 1) das rotschwänzchen, schwarzkehlchen, motacilla phoenicurus. Nemnich. 2) oberd. name des rotauges. Campe. 3) eine art lippfische, labrus anthias. Nemnich. 4) eine forellenart, salmo umbla. Campe. 5) ein schwamm. ebenda. 6) ein bleichroter oder hellroter wein, clairet. ebenda. 7) malum rubellum Nemnich.
 
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rotlinie, f. mit roten linien gezeichnete schnecke, murex succinctus. Campe.
 
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rotlippe, f. name einer schnecke, patella neritoidea. Campe.
 
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rotluchs, m. felis rufa. Nemnich.
 
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rotmachung, f.: rothmachung, rubratio, in der münze, eine beschickung des silbers, da mehr roth als weisz genommen wird, das ist, da die mark mehr kupfer als silber hält. Frisch 2, 128c.
 
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rotmalen, n.: denn besonders .. dieses rothmalen einiger vertiefungen, wodurch ein hölzernes berghaus den so lustigen anblick gewährt, solche künste waren mir besonders übertragen. Göthe 21, 24.

 

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11) rebe
 ... ranken anderer pflanzen: es war ein tann erwachsen hoch, dabei ein körbs sich auch auf
 ... bekleidt also den ganzen baum, das man die tann kundt sehen kaum, mit vielen reben umbefangen,
 
12) riesenheer
 ... im schlaf streckt schwarz und wüst der weite tann, ein riesenheer in zaubermacht für tausend
 
13) rötlich
 ... horch, von den dünen, horch, aus dem tann wogen die kühnen Sachsen heran:
 
14) schlagen
 ... Steinbach 2, 427 ; da eilten in die von Tann .. nach; da slugen sich die unsern mit in.
 
15) schneiten
 ... auch klein hacken oder hauen, graszach oder dächsen schnaiten, tann - oder fichtenäste zur streu klein hacken Schm. 2
 
16) schurke
 ... : schurke, heiszt nach Meiszners zeugnüsz in Silesia loquente, tann - äpfel, tann - zapfen, squamata nucamenta
 ... Meiszners zeugnüsz in Silesia loquente, tann - äpfel, tann - zapfen, squamata nucamenta abietum Frisch
 
17) spulen
 ... von einem gleichmäszigen schnurrenden tone der vögel: eine gesellschaft wandernder tann - , kohl - , hauben - und blaumeisen, denen
 ... denen sich ein halbes dutzend goldhähnchen angeschlossen, streicht durch den tann, ... häkelt sich kollernd, spulend, »zit - zit« rufend an
 
18) stöhnen
 ... ; und fuhr im winter der sturm rasend durch den tann und stöhnten unter seinem drucke die föhren, so war es
 
19) strobel
 ... 1014 c ; die zirbelnusz, auch wohl jeder tann - und fichtenzapfen Adelung 4 (1780)
 
20) strolchen
 ... ich ( der weihnachtsmann ) so strolcht' durch den dichten tann, da riefs mich mit heller stimme an
 
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