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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
rebe bis rebellisch (Bd. 14, Sp. 323 bis 327)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) rebe, f. und m. ranke des weinstocks; weinstock selbst; ranke überhaupt.
1) das wort ist ein nur hochdeutsches; ahd. reba, fem., mhd. rebe, fem. und masc., in niederdeutsches sprachgebiet als wînrave (Schiller-Lübben 5, 732b) eingedrungen, wo sich sonst auch mit der verbreitung des wein- und hopfenbaues vom Rheine und von den Niederlanden her ranke (sp. 104) eingebürgert hat. die allgemeine bedeutung von rebe mag wol schosz, lote (th. 6, 1204) sein und das wort zu dem oben unter rebben aufgeführten verbum mhd. reben sich bewegen, rühren, gehören, zu dem weitere vergleiche fehlen; ahd. aber sehen wir einfaches reba, repa (ebenso häufig wie die zusammensetzung wînreba, wînrepa) durchaus nur auf den weinstock bezogen, so dasz in den weinbauenden gegenden des alemannischen, bairischen und ostfränkischen gebiets, aus denen die ahd. belege des wortes stammen, dasselbe jedenfalls ein frühes winzerwort war, wie es ein solches dort bis heute ausschlieszlich geblieben ist. dieser uralten sonderbeziehung gegenüber kommt die allgemeine bedeutung ranke (unten 8) erst später und im ganzen nicht häufig am einfachen worte vor. das geschlecht ist, wie bei ranke, zwischen masc. und fem. schwankend; alemannisch gilt das letztere, bairisch neben dem fem. das masc. Schm. 2, 5 Fromm.; die est an ainem weinreben. Megenberg 24, 28; der Oberöstreicher Hohberg braucht rebe nur weiblich: da nur die blosze reben ohne wurzel eingelegt wird. 1, 335a u. ö. in der schriftsprache seit dem 18. jh. hat sich das frühere schwanken im geschlecht (wie es auch bei Luther statt hatte, belege unten) zu gunsten des fem. völlig verloren.
2) rebe, schosz, zweig, ranke eines weinstocks: racemus, rebe, winerebe Dief. 482b; reb am winstock, palmes, dicitur ramus vitis. voc. inc. theut. r 2b; mir hat getreumet, das ein weinstock fur mir were, der hatte drei reben. 1 Mos. 40, 10; und sie schnitten daselbs eine reben ab mit einer weindrauben. 4 Mos. 13, 24; und es wuchs und ward ausgebreiter weinstock, und nidriges stammes, denn seine reben bogen sich zu jm, und seine wurzeln waren unter jm, und war also ein weinstock, der reben kreig und zweige. Hes. 17, 6; wann man einmal weinstöcke von guter art hat, kan man hernach jährlich von den besten und trächtigsten etliche reben (die man beizeiten deszwegen musz stehen und nicht abnehmen lassen) unabgeschnitten, zur erden in eine darzu bereitete gruben abbeugen, mit erden zufüllen, und 2 oder 3 augen oben heraus ragen lassen. Hohberg 1, 335b; dasz man (die weinstöcke) heuer im wachsenden, und das folgende jahr im abnehmenden schneidet, und so fortan; also wird der wurzel und stammen so wol, als den reben, einmal ums andere geholfen. 338a.
3) rebe, in der bibelsprache bildlich verwendet: was hab ich jtzt gethan, das ewer that gleich sei? ist nicht ein rebe Ephraim besser, denn die ganze weinernd Abi Eser? richt. 8, 2; der weinstock zu Sibma ist verderbt, die hern unter den heiden haben seine edle reben zuschlagen. Jes. 16, 8; ich mus uber dich Jaeser, du weinstock zu Sibma weinen, denn deine reben sind uber das meer gefaren. Jer. 48, 32; deine (Israels) mutter war, wie ein weinstock, gleich wie du, am wasser gepflanzt, und jre frucht und reben wuchsen von dem groszen wasser, das seine reben so stark wurden, das sie zu herrn scepter gut waren, und ward hoch unter den reben. und da man sahe, das er so hoch und viel reben hatte, ward er im grim zu boden gerissen. Hes. 19, 10—12; und ist ein fewr ausgangen von jren starken reben, das verzeret jre frucht, das in jr kein starker reben mehr ist, zu eines herrn scepter. 14; ich bin ein rechter weinstock, und mein vater ein weingartner. einen jglichen reben an mir, der nicht frucht bringet, wird er wegnemen. Joh. 15, 2; gleich wie der rebe kan keine frucht bringen von jm selber, er bleibe denn am weinstock, also auch jr nicht, jr bleibet denn an mir. 4.
4) rebe, der ganze weinstock mit seinen zweigen selbst: eine rebe heiszet zwar eigentlich ein zweig von einem weinstock, insgemein aber wird es von dem ganzen gewächse gesagt. öcon. lex. 2638; ahd. vitem repun Steinmeyer-Sievers 2, 628, 58;

[Bd. 14, Sp. 324]


psithia, diu repa 631, 66; lagaeos repa 67; bumaste repa 632, 4; mhd. nhd. vitis reb voc. opt. 41, 181; rebe vitis Dasyp.; die räb oder räben, weinräb, vitis. Maaler 322d; ungewärkte räb, vitis inculta, räben allenthalben gern wachsende, miscellae vites. ebenda; bei den winzern: zweiäugig reb, bigemmis, dreiäugig rebe, trigemmis, eingelegte rebe, propago, propages, reb die mit den wurzlen gesetzt wird, viviradix. Dasyp.; reben understützen, pedare vites, reben schneiden, putare vites, reben einlegen, propagare vites, reben erbrechen, defrontare vites, pampinare, entwerfen den reben und bäumen, ablaqueare vites vel arbores. ebenda; (im mai) die reben zum andernmal rüren, und mit der nächsten erden fütern und beschütten, damit sie die hitz nicht verletzet. Sebiz feldb. 55; reben zu impfen. ebenda; gute reben zu pflanzen. 508; reben beschneiden. 510; inn dem man aber die reben umbhacket und umbrühret. 515; die dritt arbeit soll sein das reben einlegen oder das reben biegen. 516; die reben ... stecken und sie anbinden lassen. ebenda; die reben entlauben. 517; wie man die reben zweigen soll. ebenda; wie man die reben peltzt. Hohberg 1, 339; es solle keiner ... ohne bewilligung meiner gn. herren keine reben ausstocken. Basler rechtsqu. 1, 1053 (v. 1770); und auszerhalb der gewerklichen sprache: er wird sein füllen an den weinstock binden, und seiner eselin son an den edlen reben. 1 Mos. 49, 11; mein lieber hat einen weinberg ... und er hat jn verzeunet, und mit steinhaufen verwaret, und edle reben darein gesenkt. Jes. 5, 2; die rebe mit dem stabe, an dem sie rankt:

allein, der gefräszige krieg vom zähnebleckenden hunger
und rasenden horden begleitet, verheeret oft arbeit und hoffnung ...
reiszt stab und rebe zu boden, entzündet dörfer und wälder
zur lust.
Chr. E. v. Kleist 204;

ein land voll korn und reben, äuszerst gesegnet:

doch herrlich sehn sie unter sich ergossen
das weite land voll kornes und voll reben.
Uhland ged. 129;

die dichtung begleitet das wachsthum der rebe von der pflanzung an:

der rebe lag versteckt,
weil ihn des winzers hand mit erde zugedeckt.
Birken Guelfis 29;

Lyäus kam und pflanzte süsze reben.
Uz 1, 102;

du (gott) bists, der zwischen rauhen bergen
erfrischend wasser quellen läszt,
und sonnenreichen höhen reben,
bäumen ihre frucht gegeben. 325;

durch sprossen und blühen und den gefahrdrohenden sommer hindurch:

swâ diu rebe sich blüemet,
dâ fliuhet daʒ gewürme dan;
des wînes blüete mac eʒ niht gedræhen noch gelîden.
K. v. Würzburg 396, 243 Bartsch;

zu schauen, ob nicht bald der rebe knospen hegt,
und der granatenbaum die neuen früchten trägt.
J. G. Albinus Salom. gartenland (1652) Ca;

schützt (ihr götter) Amors frohes reich,
schützt unsre frohen reben,
dasz lieb und wein zugleich
stets iedes herz beleben.
Uz 1, 28;

der erdkreis drohte zu vergehen:
denn, ach! die rebe stund betrübt. 60;

wenn die reben wieder blühen,
rühret sich der wein im fasse.
Göthe 1, 64;

ists, wo am Rhein die rebe blüht?
Arndt ged. 210;

auch die rebe weint, die blühende,
draus der wein, der purpurglühende,
in des reifen herbstes tagen,
kraft und freude gebend, quillt.
Uhland ged. xiv;

des herbstes goldner sonnenstaub
umwebt der reben üppig laub. 320;

bis zur ernte und ihrem ertrage:

ohne frucht der viel beaugten reben.
A. Scultetus bei
Lessing 8, 281;

mit öpfeln wart ich dein,
und trauben von den besten reben.
S. Dach in den ged. des Königsberger dichterkreises s. 131;

du schenkest uns das mark der reben,
den greis und jüngling zu erfreun.
Uz 1, 60;

ich werde mit den geliebten
nun nicht mehr das gewächs der frohen rebe genieszen.
Klopstock 3, 224 (Mess. 4, 1117);

und singt ihr und ihrem erzeugnisse preis:

ich lob die edlen reben,
die geben uns gut wein.
Gödeke u.
Tittmann liederb. s. 136;

[Bd. 14, Sp. 325]



wasser und rebens gaben
gut arzeneie haben. 139;

soll ich stets die trunknen reben,
soll ich nur den gott erheben,
der aus holden augen blitzt?
Uz 1, 162;

am Rhein, am Rhein, da wachsen unsre reben:
gesegnet sei der Rhein!
Claudius in Wackernagels leseb. 2 (1876), 957;

es grün und blüh ohn unterlasz
der süsze strauch der rebe!
Arndt ged. 84;

auch die schönheit des weinstocks, sein schattengebendes laub, sein leichtes ranken wird gepriesen:

ein baum worunter sein ahnherr
drei alter durchlebte, beschattet ein haus von reben umkrochen.
Chr. E. v. Kleist 207;

das bild der anmuth, die hausfrau,
in jener laube von reben, pflanzt stauden und blumen auf leinwand,
die freude lächelt aus ihr. 213;

traulich rankt sich die reb empor an dem niedrigen fenster.
Schiller hist.-krit. ausg. 11, 85;

sind sie nicht unser, diese saaten?
diese ulmen, mit reben umsponnen,
sind sie nicht kinder unsrer sonnen? braut von Mess. v. 198.


5) rebe, im sprichwort und sprichwörtlichen wendungen: reben können einen bauer ausziehen, aber auch wieder an. Simrock sprichw. 442; lumpenreben geben den besten wein. auch eine edelrebe trägt einen wintertroll. junge rebe zum alten baum gesetzt, musz verdorren. ebenda;

reben lassen einen fallen bis an den Rhein,
aber nie ganz hinein. ebenda;

zu Johannis aus den reben gahn
und die reben blühen lahn. ebenda;

den reben und der geisz
wird es nie zu heisz. ebenda;

aus den reben
fleuszt leben. ebenda;

disteln liest man von den reben,
thränen mischen unsern trank,
dornen pflastern uns den gang.
Günther 109, bilder des miszgeschicks auf erden;

sonnenschein behält sein licht,
edle rebe altet nicht.
Arndt ged. 179;

in vergleichen:

wann dein augen voll wassers sind,
und tropfen wie die newen reben. Grobian. N 2b (v. 3273);

sie (die verlaszne braut) gleichet einer welken traube,
bei der kein saft mehr wird erkennt,
alsz die vom reben ist getrennt.
S. Dach in den ged. des Königsberger dichterkreises 149;

als bild inniger umschlingung: an ihnen (vorzüglichen menschen), wie die rebe am ulmenbaum, wie epheu an der mauer, rankt er sich hinauf, auge und sinn zu erquicken. Göthe 6, 55;

gleichwie das epphew grün den baum jung oder alt,
gleichwie die liebend-gaile reben,
den pfal und auch sich selbs umgeben:
so lieb und halt mich hoch, wie ich dich lieb und halt.
Weckherlin 770;

wie um ihren stab die rebe
brünstig ihre arme strickt,
wie der epheu sein gewebe
an der ulme busen drückt, ..
dürft ich so dich rund empfangen!
dürftest du, geliebte, mich!
Bürger 38b;

des fürsten und des volkes rechte sind
verwoben, wie sich ulm und reb umschlingen.
Uhland ged. 102;

menschen werden reben genannt:

ach, mîner wunne ein bernder rebe! minnes. 2, 364a Hagen;

namentlich die hausfrau (nach ps. 128, 3: dein weib wird sein wie ein fruchtbar weinstock umb dein haus herumb): grüszet mir ewer liebe rebe, meine schwegerin, Hanna Rühlin, mit jren drauben. Luther 3, 138a;

dein weib, die deines herzens
und hauses cron und ehr,
wird deines keuschen scherzens
auch andren eine lehr,
indem sie, wie ein reben,
so liebreich und fruchtreich,
ernewern wirt dein leben
mit frewd und frucht zugleich.
Weckherlin 286;

dein geliebtes weib wird eben
umb dein reiches hausz her sein
wie ein stock mit fruchtbarn reben (vgl. oben 2).
S. Dach in den ged. des Königsberger dichterkreises 278;

[Bd. 14, Sp. 326]



der mann wird einem baume gleich,
an ästen schön, an zweigen reich,
das weib gleich einem reben,
der seine träublein trägt und nährt
und sich je mehr und mehr vermehrt
mit früchten, die da leben.
P. Gerhard 303, 33;

ein alter mensch ein dürrer reben:

zum mägdlein da der alte sprach:
mein liebes herzchen, was vermag
von blumen ich zu geben?
mein gärtchen starret schon von eis,
auch ists vom schnee des alters weis,
bin selbst ein dürrer reben.
Stolberg 2, 324;

wilde rebe, der wilde weinstock: uuildiu reba labrusca Graff 2, 353, im bilde:

ich war ein wilder reben,
du hast mich gut gemacht.
P. Gerhard 111, 17.


6) rebe, in einzelnen wendungen statt der traube genannt:

darumb schenk ein
den edlen saft von reben!
Gödeke u.
Tittmann liederb. s. 144;

ist weisz und rot beineben
von rotem traubenschaum,
den er erpreszt von reben
mit schwerem kelterbaum.
Spee trutzn. 36, 87 Balke;

schau, die körnel ab den reben
flieszen, waidlich aufgetrennt! 194, 295;

mich berauschten Cyperns reben.
Uz 1, 72;

und ihr, genährt vom fett der länder, schwindet
und siecht beim saft der besten reben ab.
Mastalier gedichte (1782) s. 169;

klagen ertränkt er im golde der reben.
Schiller eine leichenfantasie;

bringt mir blut der edlen reben,
bringt mir wein!
Arndt ged. 323;

ein andrer preszt die reben.
Uhland ged. 58;

ich (Bacchus) bin die fülle schaffender natur,
die sich besonders in dem edeln blut
der rebe reich und göttlich offenbart. 315;

und selbst statt des weins:

im kühlen keller sitz ich hier
auf einem fasz voll reben.
K. Müchler, vgl.
Hoffmann volksthüml. lieder nr. 549;

der gott der reben, des weins, Bacchus:

ewig musz ich also leben,
ewig! denn beim gott der reben!
ewig soll mich lieb und wein,
ewig wein und lieb erfreun!
Lessing 1, 65,

vgl. rebengott.
7) der plur. reben für rebland, weinberg: und zu sant Johans tag ze sunngihten sollen alle buwe volbracht sin in den reben, und soll man die reben schetzen und schowen. weisth. 4, 508 (Schwarzwald, 15. jahrh.); dʒ zn reben oder weingart gehört, vineaticus, vinearius, vinealis Dasyp.; es solle keiner, ohne es dem nachbar des tags vorher angezeigt zu haben, in seinen reben herbsten. Basler rechtsqu. 1, 1053 (v. 1770); erzählte ihm, was er für einen streit habe mit seinem schwager, wegen einem stück reben im untern berg. Hebel 2, 242;

acker, wisen unde reben
si (die milde) mêret ouch.
Konrad v. Würzburg 377, 24, 8 Bartsch;

schweiz. inn de räbe, im weinberg Seiler 232a.
8) rebe, an die bedeutung 2 angeschlossen, von den schossen oder ranken anderer pflanzen:

es war ein tann erwachsen hoch,
dabei ein körbs sich auch auf zoch, ..
bekleidt also den ganzen baum,
das man die tann kundt sehen kaum,
mit vielen reben umbefangen,
mit fleschen und mit blettern bhangen.
B. Waldis Esop 2, 28, 7;

es ist der hopfenbau .. wie er diese reben den weinreben anzunähern versteht. Göthe 45, 235;

wer des trankes froh genieszt,
preise unsre reben,
die alljährlich — wie ihr wiszt,
uns den hopfen geben.
Anton Fürnstein ebenda 241.


9) rebe, in den namen von rankengewächsen; vgl. gundelrebe (schon ahd. gundereba), waldrebe, jungfernrebe; periploga graeca, die indianische rebe. Nemnich 4, 912.
10) in den vorausgehenden und den folgenden zusammensetzungen gehören die mit reb- vorzugsweise der oberdeutschen, besonders alemannischen, die mit reben-, die indes hier ebenfalls vorkommen, vorwiegend dichterischer sprache an.

[Bd. 14, Sp. 327]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) rebe, f. rübe, alemannisch: die reb, rb, rapa Maaler 326c; die räb, rben, rapum, rapa 322d; räbe, rebe, weisze rübe. Stalder 2, 252. vgl. DWB rabe, räbe sp. 7.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
rebell, m. aufrührer. lehnwort aus dem lat. adj. rebellis, das nach seinem vorkommen in einem zufällig aufgezeichneten mischverse:

si noveris pellem uxoris esse rebellem,
slahe sleg drei ader vier, si cupis pacem habere.
Dief. 486a,

im späteren mittellatein schon auszerhalb der engeren gelehrtensprache stand und das im 15. jahrh. als adj. bereits entlehnt war (Lexer handwb. 2, 356 aus einem eidgenössischen abschiede), wie es auch französisch in gleicher stellung als rebelle seit dem 13. jahrh. belegt ist (Littré 2, 1498a). als subst. ist es wenigstens im 16. jahrh. eingebürgert: die rebellen von Magdenburg. reichstagsabsch. zu Augsburg v. 1551 § 18; wer der oder die wären, sich der rebellen und der ächter der alten stadt Magdenburg annehmen .. würde. § 26;

verleih dem katholischen stand
sieg und triumph in allem land,
rebellen hand kein bstand.
Opel u.
Cohn 68, 18;

(wo) nach dem leeren thron ein schwarm rebellen strebt.
Lessing 1, 179;

euch heiszt rebell der entschiedene mann.
Freiligrath dicht. 3, 169;

niederl. rebel, rebellis, contumax, perduellis, quia republica defecit, rebel zijn, rebellare, rebellionem facere, a republica deficere vel desciscere. Kilian.
 
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rebelle, f. blumenname, aus mirabilis verderbt. Frisch 2, 95a, die peruanische wunderblume heiszt so: rebellen, Schweizerhosen, flos americanus, mirabilis de Peru (alles namen éiner blume). Hohberg 3, 1, 486b.
 
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rebellen, verb. rebellion erheben, revoltieren; auch lärm, getöse erregen. in Baiern und Tyrol Schm. 2, 7 Fromm. Schöpf 541. in Baiern auch coire Schm. a. a. o.
 
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rebellenleiche, f.:

und so lieg ich nun da in meiner kraft,
eine stolze rebellenleiche!
Freiligrath dicht. 3, 185.


 
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rebellern, verb. im volkstone für rebellieren: unsere leute wollten längst rebellern, ich habe nur immer abgewehrt. Göthe 15, 23; aber wenns just gut rebellern sei? das glaub ich ist viel schwerer zu sagen. 24 (im munde von landleuten).
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
rebellieren, verb. aufruhr machen, niederl. rebelléren, rebellare Kilian: rebelliren, deficere ab imperio, rebellare, rebellionem coeptare, eine rebellion anfangen. Frisch 2, 95a; (weil) die stadt Embden ... sich wiederumb von newem gelüsten lassen, gegen jhrem erb- und landherrn ... abermals zu rebellirn. abschied des reichstags zu Regensburg von 1603, § 39;

dasz ihr seit rebellierte leuth,
kündt jhr gar nit verneinen.
Soltau volksl. 457 (v. 1619).


 
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rebellin, f. weiblicher rebell:

die geächtete, die rebellin.
Freiligrath dicht. 3, 186.


 
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rebellion, f. rebellio Frisch 2, 95a; bürgermeister, rathsmann, innungsmeister der alten stadt Magdenburg, .. die .. auf jhrer halsstarrigen verstockten rebellion verharret. reichstagsabsch. zu Augsburg von 1551, § 16;

auf der lippe den trotz und den zuckenden hohn,
in der hand den blitzenden degen,
noch im sterben rufend: die rebellion!
Freiligrath dicht. 3, 185.


 
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rebellisch, adj. rebellis, aufrührisch Frisch 2, 95a; eine rebellische provinz, provincia rebellatrix. ebenda; wie denen rebellischen underthanen zu begegnen. reichstagsabschiede und satzungen (Mainz 1660) s. 190 am rande; Magdeburg rebellisch und halsstarrig. s. 476 ebenda; scherzhaft: die kinder wurden rebellisch, wollten der leitung der eltern oder erwachsener sich nicht fügen; sein magen wurde rebellisch, indem er entweder ungestüm nach nahrung verlangte, oder die ihm zugeführte zurückwies.

 

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11) rebe
 ... ranken anderer pflanzen: es war ein tann erwachsen hoch, dabei ein körbs sich auch auf
 ... bekleidt also den ganzen baum, das man die tann kundt sehen kaum, mit vielen reben umbefangen,
 
12) riesenheer
 ... im schlaf streckt schwarz und wüst der weite tann, ein riesenheer in zaubermacht für tausend
 
13) rötlich
 ... horch, von den dünen, horch, aus dem tann wogen die kühnen Sachsen heran:
 
14) schlagen
 ... Steinbach 2, 427 ; da eilten in die von Tann .. nach; da slugen sich die unsern mit in.
 
15) schneiten
 ... auch klein hacken oder hauen, graszach oder dächsen schnaiten, tann - oder fichtenäste zur streu klein hacken Schm. 2
 
16) schurke
 ... : schurke, heiszt nach Meiszners zeugnüsz in Silesia loquente, tann - äpfel, tann - zapfen, squamata nucamenta
 ... Meiszners zeugnüsz in Silesia loquente, tann - äpfel, tann - zapfen, squamata nucamenta abietum Frisch
 
17) spulen
 ... von einem gleichmäszigen schnurrenden tone der vögel: eine gesellschaft wandernder tann - , kohl - , hauben - und blaumeisen, denen
 ... denen sich ein halbes dutzend goldhähnchen angeschlossen, streicht durch den tann, ... häkelt sich kollernd, spulend, »zit - zit« rufend an
 
18) stöhnen
 ... ; und fuhr im winter der sturm rasend durch den tann und stöhnten unter seinem drucke die föhren, so war es
 
19) strobel
 ... 1014 c ; die zirbelnusz, auch wohl jeder tann - und fichtenzapfen Adelung 4 (1780)
 
20) strolchen
 ... ich ( der weihnachtsmann ) so strolcht' durch den dichten tann, da riefs mich mit heller stimme an
 
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