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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
fein bis feindesbrief (Bd. 3, Sp. 1455 bis 1460)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) fein, adv.
1) neben einem verbum in der bedeutung von wol, recht, hübsch, zuweilen blosz ausfüllend und bedeutungslos: das es fein anlige auf dem leibrock. 2 Mos. 39, 19; durch ein geschwetz, damit er sie fein wolt anrichten. 32, 25; wenn die gerechten uberhand haben, so gehets seer fein zu, wenn aber die gottlosen aufkomen, wendet sichs unter den leuten. spr. Sal. 28, 12; denn ir seid seines reichs amptleute, aber ir füret ewer ampt nicht fein. weish. Sal. 6, 5; also ist dieser auch fein dahingestorben. 3 Macc. 7, 40; ir liefet fein (ἐτρέχετε καλῶς, currebatis bene, goth. runnuþ vaila). Gal. 5, 7; ich habe in da fein ergriffen. Luther 3, 44a; so were die lere fein und gerade volbracht gewesen. 3, 70a; ein fein gelerter pfarherr auf einem dorfe. 3, 497a; aber wenn das stündlin komet, so fellet doch solch geplerr alles dahin und findet sich fein, ob du rechtschaffen gegleubt und eines rechtgleubigen werk gethan hast. 6, 53a;

desgleichen ist es mit dem wein,
den priester darzu brauchen fein.
Schwarzenberg 155, 1a;

o herr doctor seit ir der man,
von dem ich lang gehöret han,
wie ir helft iederman so fein,
so kumb ich auch zu euch herein.
H. Sachs I, 466c;

sie antwort, wir fin enden wend,
was wir hend ghört und gsehn. trag. Joh. F 3;

kehr du auch widerum so gmach,
und geh deinr schwigerin fein nach.
Nic. Frischlin 92;

primo, das das wasser fein nach der leng ablauft. Garg. 242a; fein barhaupts (stehen), wie jener kriegsfürst im schnee und regen. 244a;

hin und her läszt du dich treiben,
heiszet das beständig sein?
Elachiste, steht das fein,
musz man nicht bei éinem bleiben?
Leucoleon Galam. 66;

musz also die ehe wolbedacht angefangen werden, unbesonnene heirathen, und da man fein zulumpt, gerathen gar nicht. wolgeplagter priester 1691 s. 141;

seiner lieb und des liechtes schein
leuchtet mir zu nacht so fein.
Weckherlin 158;

will Röschen eilends nach und Julchen gleichfalls wandern,
so denkt wie hofrath fuchs, 'fein eine nach der andern',

d. h. gehe oder komme, hofrath fuchs meint Reineke, den alten rathgeber Raginhart, eine variante lautet aber

denkt was der küster sprach, 'fein eine nach der andern'.
Günther 449;

ein kleiner feind, dies merke fein,
will durch geduld ermüdet sein.
Gellert ...;

ihr männer, dieses klingt nicht fein;
schwestern, sagt mirs fein,
ist mir, weil ich klein,
noch kein kus vergönnt?
Hagedorn 3, 71;

ihre wunde war wieder aufgerissen, welche vorhero sich schon fein gesetzt gehabt. Pierot 3, 220;

du magst so oft, so fein, als dir nur möglich, lügen,
mich sollst du dennoch nicht betriegen.
Lessing 1, 10;

bestärken sie ihn fein in seinem trotze. 1, 301; wenn ich gewust hätte, dasz sie mich nicht heirathen wollte, so hätte

[Bd. 3, Sp. 1456]


ich mich fein mit pachters Liesen nicht gezankt. 2, 482; fein auf der stelle gekostet, so weisz man, was man hat. 2, 548; der ich bin, der bin ich und bleib ich, lasse den wind fein schnurren, woher und wohin es ihm beliebt. Fr. Müller 1, 314;

und hin und her hofmeistert, 'fein gerade!
hübsch füszchen aus und einwärts hübsch die wade,
den rücken schlank! fein hals und kopf empor!
Bürger 28b;

denn wort fein halten,
das steht bei alten
und jungen schön!
Gökingk 1, 171;

in keiner gilde kann man sein,
man wisse denn zu schultern fein.
Göthe 4, 378;

die beiden lieben sich gar fein,
mögen nicht ohne einander sein. 4, 380;

fand jeder in mauern gute zeit.
der ritter duckte sich hinein,
bauer in noth fands auch gar fein. 41, 236;

als ich etlichemal sachte an der wand hin und her gieng, mich endlich still und fein andrängte, die thüre öfnete. 18, 22;

wenn scham und weisheit sich vereinen,
sieht man die grazien erscheinen,
und sittlichkeit, die fein entscheidet,
was ehrbar ist und edel kleidet.
Schiller 220b.


2) neben einem andern adj. oder adv. zur erhöhung oder ausschmückung des begrifs, in der weise wie wir auch DWB hübsch, DWB recht u. a. beifügen: ein glied nach dem andern fein gemechlich zu strecken. Bocc. 1, 40; war ich nicht glückselig? war ich nicht fein stille? Hiob 3, 26; verdienen wol ein gut stuck specks fein warm aus der pfannen. bienenkorb 194a; nur fein nüchter, pulchre sobrius. Maaler 133c;

so ist sie auch fein schmutzig fett,
dasz allzeit ihr anklebt das bett. flöhatz D 5b;

doch seit fein still und habet ruh.
Ayrer 190a;

für war das ist ein herlich lob,
das ihrs könt machen so fein grob.
was wir thun als recht christenleut,
solches ihr uns zum ärgsten deut.
Ambr. Pape christiani hominis sors. Halle 1617 F 6a;

hergegen die frewde gibt dem herzen wieder raum und gute luft, dasz es sich wieder stille und fein ruhsam befindet. Mülman geisel. s. 8; gehet mir durchs herz und macht mir dasselbe so fein stille und ruhsam, dasz ich ohn alle hindernis einen süszen ton auf meinen gott dahinschlafe. s. 10;

fein rund und schlecht.
Weckherlin 410;

kein vers, wie künstlich er mag sein,
der kan mir jetzund bürge werden,
man werde dieses mein gebein
bedecken mit fein leichter erden.
Opitz 2, 209;

er (der fürst) wacht, damit sein volk fein sicher schlafen kan.
Logau 2, 49, 75;

lasset euch unterdessen die nägel fein lang wachsen und den bart nicht abscheren, so sehet ihr einem löwen desto ähnlicher. Gryphius 1, 722;

wacht, weil ihr wachen könnt, und nehmt des glaubens licht
fein hurtig in die hand.
Chr. Gryphius p. wäld. 1, 451;

ein fein aufrichtiges leben führen. Butschky Patm. 386; manchem wird mit kleinen würfeln ein groszer beutel fein leer ausgeführet. 924; gab gleich anfangs fein gerade heraus zu verstehen. Chemnitz I, 102b; auf dasz aber das häutlein nicht wieder anwachse, soll eine säugamme dem kinde des tages einigemal mit einem finger fein gemachsam unter der zunge herum fahren. Ettners hebamme 821; um nur fein ofte den vortheil zu erlangen, mit ihr briefe zu wechseln. Felsenburg 2, 344;

drum thun wir beide wol, dieweil wir uns bequemen,
mit rüben, kohl und speck fein hüpsch vorlieb zu nehmen.
Canitz 265;

so lieb ich selber gern, ich habe licht genug,
komm doch fein oft zu mir, dein umgang macht mich klug.
Rost schäferg. 135;

hätte nun ein artig kind
einmal erst den korb bekommen,
ach, das würde fein geschwind
in der ganzen stadt vernommen.
Gottsched ged. 2, 189;

nur fein viel charaktere! Rabeners br. 73; ich habe sie noch nicht um ihren gereimten fürspruch angeflehet, herr Reimreich, ersparen sie ihn zu brote. 'fein schnippsch, jungfer tochter! weist du auch, dasz du deinen bräutigam vor dir hast?' Weisze lustsp. 1, 25; fein naseweis, mein sohn, fein naseweis! Lessing 1, 278; ach! papa — 'nu, nu! fein wild, fein wild!' 1, 316; laszt ihm fein starke beineisen anlegen.

[Bd. 3, Sp. 1457]


3, 61; sie fein weit in ehrerbietiger entfernung halten. Kant 1, 217; ich hätte gute lust, dasz ich meinen kopf auch setzte und ihnen fein hübsch nichts sagte. Wieland 12, 333; laszt uns fein christlich leben. Gotter 1, 368; ich verstehe euch nicht, sprecht allein, sprecht allein! 'ach du stellst dich fein dumm an, kleine spitzbübin!' die dorfgala 29;

dein Hussan sang dir diese lieder
fein frech und wahr, nach seiner art.
Claudius 3, 118;

komm fein bald wieder heim ins land!
Bürger 29a;

dies liesz fein viel raum. Bodes Tristr. Sh. 4, 45; war er fein hitzig der bursch? Göthe 10, 80; wie solls man dem übrigen publicum verdenken, wenn es sich bei romanen erkundigt, ob denn das alles fein wahr sei? an Schiller 347; die hofmeister junger fürsten, die ich kenne, vergleiche ich leuten, denen der lauf eines baches in ein thal anvertraut wäre, es ist ihnen nur drum zu thun, dasz in dem raum, den sie zu verantworten haben, alles fein stille zugehe. an fr. v. Stein 2, 190; lebe wol. sei fein fleiszig. liebe mich. an Knebel 60; heute, mein bester, ersuche ich sie nur um einige kleine besorgungen, mit dem wunsch, dasz sie dieses blatt fein wol antreffen möge. an Zelter 113;

nun zum abschied wünsch ich dir
andres nicht, als dasz du mir
bleibest fein gesund.
Rückert ges. ged. 1, 460.


3) die volkssprache weisz noch leisere beziehungen in dieses fein zu legen, z. b. in Schwaben drückt es aus 'sogar' oder 'noch dazu': er hats fein versprochen und fein am sonntag. Schmid 188. für fein bald! perge! Stieler 84 hiesz es ahd. filu paldo, mhd. vile balde, harte balde! balde île! (1, 1081).
 
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feinaderig, was feingeädert.
 
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feinbarchen, von feinem barchent:

auch feinbarchene kissen mit schwanflaum. Luise a. l. h. 199.


 
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feinberle, f.feinberlein, n. margarita, feinberlin. schatzbehalter oder schrein der waren reichthümer des heils. Nürnberg 1491. Bb 6b; derhalben Christus sein reich und evangelium einem verborgen schatz und feinberlin vergleicht. Frank chron. a 4a und öfter; der herr nennet solche hund und schwein, so die feinberlen mit füszen tretten. Reiszner Jerus. 1, 5b. wahrscheinlich ist auch in den von Diefenbach 349b ausgehobnen glossen finperlin, veinperlein als compositum zu lesen.
 
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feind, m. inimicus, hostis, ἐχθρός, goth. fijands, ahd. fîant, alts. fîond, fiund, ags. feond, fries. fiand, mhd. vîent, vînt, nnl. vijand, engl. fiend; altn. fiandi (falsch geschr. fjandi), schw. dän. fiende. für feind setzen ältere bücher zuweilen feiand, feiend, feigend, figend, z. b. Keisersberg omeis 83c. weisth. 2, 324. 3, 842, mit noch vordringender participialform, wie goth. fijands deutlich von fijan odisse, frijônds amicus von frijôn amare stammt. dem ahd. fîant gebührte eigentlich fîênt von fîên, das sich in fîant, fîent, wie frîônt in friunt kürzte. solche participia haben wir in heiland, weigand oder wigand, und in dem namen Wieland übrig, die alte sprache besasz ihrer weit mehrere. entsprechend sind gr. subst. auf ων, gen. οντος wie ἄρχων ἄρχοντος, zu welchen oft das verbum ausgestorben ist, z. b. γέρων, κρείων, λέων, Ξενοφῶν für ξενοφόων, der fremdredende. in dem lat. amans, imperans, regens bleibt das particip regsamer. unser feind zeigt seine natur noch darin, dasz es bald substantivisch, bald adjectivisch gefaszt wird.
die eigentliche wurzel liegt bisher unaufgehellt. das schwache fijan fijaida (ahd. fîên fîêta) scheint zurückgehend auf ein starkes feian fai fijum fijans, wofür es keine belege gibt, doch die analogie von keian kai kijum kijans, welches part. Luc. 8, 6 vorkommt, angeschlagen werden darf. auszerdem sehen wir auch ein feinan feinôda, wie keinan keinôda, weiter abgeleitet. feian musz aber eine sinnliche bedeutung besessen haben, aus welcher die abstraction fijan herflosz, ungefähr die von schäumen, wobei ich an feim (wie an keim) denke. infeinan ist σπλαγχνίζεσθαι, gerührt, aufgerührt sein, gleichsam schäumen, wie nun auch hasz nahe liegt an der vorstellung von schaum und wuth. dies alles sei dahingestellt und fordert bestätigung. weil hier überall kein h vorbricht, wurde (sp. 1386. 1417) verwandtschaft von feind mit fêh bunt und zwieträchtig, fehde und fechten abgewiesen, sonst liesze sich auch faih auf die bunte farbe des schaums beziehen.
1) feind, das substantivum, steht fast auf allen blättern der bibel und es wäre überflüssig stellen herzuschreiben. Luther bildet recht den pl. feinde, der auch im gen. feinde bleibt, fehlerhaft lautet er feinden:

[Bd. 3, Sp. 1458]


erröt (errette) du, herr, mich deinen knecht
von deiner feinden händen.
Weckherlin 46;

anfangend seiner feinden laid. 49,

gleichsam das adjectivische seiner feienden, hassenden. häufig geleiten possessiva: mein, dein, sein feind; ob deinem feind hungert, gib im ze essen und ob im dürst, gib im wasser zu trinken. bibel 1483, 304, bei Luther: hungert deinen feind, so speise in mit brot, dürstet in, so trenke in mit wasser. spr. Sal. 25, 21 (also feindesliebe schon im A. T. geboten); uber vier oder fünf dotzent thumherrn und caplän, die irer Laureten (der madonna di Loreto) dienst andächtiglich pflegen und sie für dieben, räubern, spinnweppen, mucken, motten, schaben und anderen iren feinden bewaren. bienenkorb 183a; aber das ist ruhmswerd, mit einem rennspiesz zehen seiner feind nider gesetzt haben. Garg. 176b; sie legen, werfen alle ihre feinde nieder;

ist jemand tadelnswerth, so sind es meine feinde,
die unschuld hassen sie, sind aller laster freunde.
Rost schäferg. 46;

entschuldige den Amor, theurer Sebaldus, wenn er bisher wider seinen willen dein feind gewesen ist. Thümmel Wilh. 23; erstaunt sah Wilhelmine ihren dringenden feind an. 48. sobald ein feind heran dringt, bläst ihn der thurmwächter an und allgemein erschallt der ruf feindio! auch: es ist feind da! Schelmufsky s. 146; er ist vor dem feinde gefallen;

der wolf nimmt was ihm kümmt, ist feind für wild und vieh.
Logau 1, 108, 53;

die katze ist der mäuse feind. ein tödlicher, abgesagter, erklärter feind; ein ofner, heimlicher feind; ein feind des vaterlandes; das edict, durch welches Valenciennes des verbrechens der beleidigten majestät angeklagt und zum feinde erklärt worden, sollte widerrufen werden. Schiller 845;

nie war ich meines landes feind. 543b;

bairisch, einen feind, einen hasz auf jemand haben. die frau war sein feind, sein ärgster feind. der böse feind, der leidige feind, der teufel, auch blosz 'der feind' (mythol. 941); bairisch bei schiffern, 'da hats einen feind', eine gefährliche stelle im wasser. Schmeller 1, 536, gleichsam einen dämon, wassergeist; arbeiten wie ein feind, heftig, angestrengt;

alt und wahr, herr Isegrim! sagt er, beweist sich das sprichwort
'feindes mund frommt selten'.
Göthe 40, 9,

des vîendes munt schaffet selden vrom. Reineke 155, besser

vîants mont seit selden wel. Reinaert 182;

feindes gaben gelten nicht.
versöhntem feinde traue nicht.
zeigt eurem feind das weisze in dem auge!
Körner.

s. bücherfeind, bruderfeind, bürgerfeind, dichterfeind, ehefeind, erbfeind, erzfeind, hauptfeind, hausfeind, kinderfeind, obstfeind, scheinfeind, schulfeind, spielfeind, todfeind, weiberfeind, weltfeind und eine menge mit genitiven zusammengezogner.
2) feind, adjectivisch (doch nie attributiv), comp. feinder, sup. feindest, wie man gr. ἐχθίων und ἐχθρότερος, ἔχθιστος bildet, meist mit dat. der person, nicht feind = sehr gut:

dën zweien bin ich vînt als einem wolve.
Neidhart 44, 6;

dri junge ritter eʒ sint,
si sint mir alle dri nit fint. Dioclet. 5352;

da nu seine brüder sahen, das in ir vater lieber hatte denn alle seine brüder, waren sie im feind. 1 Mos. 37, 4; da wurden sie im noch feinder. 37, 5; du bist feind allen ubelthetern. ps. 5, 6; ich hasse sie in rechtem ernst, darumb sind sie mir feind. 139, 22; seine bürger aber waren im feind, goth. iþ baurgjans is fijaidêdun ina, ἐμίσουν αὐτόν, oderant illum. Luc. 19, 14; euch die ir weiland frembde und feinde waret, goth. izvis simlê visandans framaþidans jah fijands, ὑμᾶς ποτὲ ὄντας ἀπηλλοτριωμένους καὶ ἐχθρούς. Col. 1, 21; bis es dahin komen ist, das pfaffen, münche, leien unternander feinder worden sind, denn Türken und christen. Luther 1, 330a; derhalben bin ich deste feinder und zorniger auf die messe. 6, 119a; und haben doch damit nichts ausgericht, denn das wir nur sind erger und diesem tag feinder worden. 6, 232a; das hülfe sie es, das man ir sieben mal feinder were. 8, 60b; das sie keinem ding auf erdboden feinder werden. 8, 265b; und ist das evangelium keinem menschen feinder denn den falschen herzen. Luthers br. 2, 244; auch ist uns niemand feinder denn die geistlichen. tischr. 1, 33; das unser eigen freund uns feinder denn der gegentheil pflegen zu sein. Fronsperg 1, 169a; mir ist unverborgen, dasz dich Rosamunda nicht halden wil, darumb ich ir nicht feind bin. buch der

[Bd. 3, Sp. 1459]


liebe 238, 4; damit wir sehen, dasz der sathan keinen menschen feinder als eheleuten sei. Musculus eheteufel D 8a; dasz der teufel den christen feinder ist denn den gottlosen. Neander menschensp. 40; im alle juden auf den tod feind waren. Reiszner Jer. 2, 104a; das ir ewrem geld so feind seind (es so wenig bewahrt) und gebts umb ein schlim pferd. Krafts reise s. 355;

ich bin, der was uns feind, verdruck und freund erhebe.
Gryphius 1, 84;

ich bin eben so wol als ihr ein Deutscher, welcher der römischen dienstbarkeit feinder, als kein anderer Deutscher ist. Lohenst. Arm. 2, 290; ich mag keinen knecht der mir verlauft (weglauft), bin nichts feinders als dem verlaufen. fr. Simpl. 1, 45; ich will dem teufel so feind sein als der sünde, doch der sünde noch feinder als dem teufel. Heinr. Müller erquickst. s. 8; als er nun göttlicher träume hat, werden sie ihm noch feinder. Scriver selentr. 1, 87; er feindet alle an, die zufriden und vergnügt sein und ist doch niemanden feinder als ihme selbst. Butschky Patm. 68; busze ist dazu vonnöthen, dasz ich meine schwachheit erkenne, der sünde feinder werde. Weise drei hauptverderber 72; je feinder gott solchem wesen ist, desto mehr wird jedweder sich bemühen davon abzustehen. väterl. testam. 27; doch wahrhaftig, ich müste meiner zeit sehr feind sein, wenn ich mich weiter mit ihnen abgeben wollte. Lessing 3, 441;

Corinne war, von ihrer jugend an,
der liebe niemals feind gewesen.
Rost schäferg. 37;

den möchten sie auch gern meinem mann feind haben. Göthe 8, 22; Ottilie konnte dem mädchen nicht feind sein, denn ihr war es besonders freundlich. 17, 179; die unglückliche liebesgeschichte, über die der arme jüngling dem ganzen weiblichen geschlechte feind geworden war. 19, 29; wie kann man einer sprache feind sein, der man den gröszten theil seiner bildung schuldig ist? 19, 239. bairisch, einen feind gewinnen, wie lieb gewinnen: er gewann sie von der zeit an viel feinder. einem guten bier bin ich nicht feind, wie sonst nicht böse. Schm. 1, 536. für den superl. feindest wenig belege: es waren die jenen, den er am feindesten sein mochte. Aimon n 2a. s. todfeind.
 
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feindel, n. inimiculus: 'wir haben wieder ein kleines feindel bekommen' soll Ferdinand II zu Tilly gesagt haben. Beckers weltg. 9, 62. s. feindlein.
 
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feinden, odisse, infestare: und tet niemant die sechen, der nit hiedurch ainen ieden man wurd vinden und hassen. Nicl. von Wyle 23, 15; feinden und verfluchen. Luther 3, 95b; loben oder tadeln, danach sie iemand lieben oder feinden. 6, 532a; man feindet, ab dem man sich msz entsetzen. Frank sprichw. 1, 57a; und das haben alweg die weisesten und frümsten der welt than und inen ein gten, gnädigen, fleischlichen gott fürdicht, der nit so narrecht sei, auch in nit so feind, das er sollich ding beger, das einer sich selbs feinde und abtödte. Franks 280 wunderred. Ulm o. j. vorr. bl. 2; wil mich aber jemand darümb hassen und feinden. Spangenberg jagteufel bb; je höher du in wirden und stande bist, je mehr sol dein vätterliches herze den kindern geneiget immer mehr verzeihen dann strafen, immer mehr lieben dann rechen und feinden. Petr. 85b; weil solcher wind diese krankheit heftig feindet. Thurneisser magna alch. 2, 125; dasz sich alls unter einander begehret, vermischet, liebt, feindet. Jac. Böhme Aurora s. 72;

so wendet sie ihr fewr und heisze liebesflamm
in lauter hasz und zorn, und wird ihm heftig gram,
sie feindet endlich auch wol so gar sehr Filandern,
als sie nicht erstlich hat gehasset jenen andern.
Werders Ar. 21, 56;

sie feinden sich untereinander, inimicitiae sunt inter eos. Stieler 462. später ungebraucht. s. DWB anfeinden, DWB befeinden, DWB verfeinden.
 
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feinder, m. inimicus, anfeinder.
 
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feindesangrif, m. hostilis aggressio:

so steht der kühne mann am engen wege,
den er mit macht vor feindesangrif deckt.
Gries befr. Jer. 19, 42.


 
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feindesblut, n.

so pranget hier auf starken wänden
der pallast, wo von feindesblut
gewaschen Friederich im löwenschlummer ruht
und blitz noch glimmt in mächtgen händen.
Willamov das deutsche Athene. Berlin 1765 s. 7;

und hast du dir aus strömen feindesbluts
die angestammte krone kühn erobert.
Schiller 453b.

[Bd. 3, Sp. 1460]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) feindesbrief, m. fehdebrief, absagebrief: da nu der herzog zu Brunswig meuchlings, plötzlich und unversehens war angezogen und kein feindesbrive ausgeschicket und zu felde daher fuhr. Luther von dem gefangnen herzog zu Br. Wittenb. 1546. B 3b; des tags komen die feintsbrief von marggraf Albrecht. quellen zur bair. gesch. 8, 236; Crotus: wolt ir ihn (ihnen) auch vor ein feindsbrief schicken und öffentlich absagen? Witzel: die ketzer sint nit wert, das ich ihnen ein feindsbrief schreib. Alberus wider Witzel M 7a; vil brechen in (ihnen) etwan ein vähe (feindschaft) ab einem zaun, sagen ab mit feindsbriefen. Frank weltb. 46b; in summa summarum, das reich verordnete 400 pferd wider mich, darunter grafen und herrn, ritter und knecht waren, wie dann dieselbigen feindsbrief noch vorhanden, und kamen ich und mein bruder in die acht und uberacht. Götz von B. lebensb. 124;

die vögel uber die thier klagten,
mit einem feindsbrief absagten,
sie wolten an gelegnen zeiten
sich rüsten wider sie zu streiten.
Waldis 2, 52 bl. 113b.

 

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11) falschwitzig
 ... falschwitzig , nach seiner art, falschwitzig, bisweilen schmutzig. Ramler dichtk. des Hor. s. 85 .
 
12) fein
 ... ; so ist sie auch fein schmutzig fett, dasz allzeit ihr anklebt das bett.
 
13) flaum
 ... möglich. unter den heutigen mundarten ein nd. adj. vlaum schmutzig, trübe von wasser und auge ( Schambach 271 b
 
14) flecksiedern
 ... flecksiedern , schmutzig wie ein flecksiedern wammesz. Schwabe tintenf. A 5
 
15) fotze
 ... penis und praeputium. Was die deutung dieser beiden, schmutzig angelaufenen wörter belangt, so nehme ich auch für sie den
 
16) fuchser
 ... Stalder 1, 401 . 2) ein schmutzig geiziger, ein knicker. in Tirol ( Schöpf 158 ).
 
17) fud
 ... schwache biegung angenommen. Dasz dasselbe im nhd. ein schmutzig angelaufenes, in anständiger sprache durchaus gemiedenes ist, wurde schon sp.
 
18) fut
 ... 1) cunnus, vulva. dies die richtige schreibung des als schmutzig geltenden und darum gemiedenen wortes; doch wird, da wir zur
 
19) garstig
 ... noch heute auch abschreckend überhaupt. 4) schmutzig im sittlichen sinne. a) unsittlich, namentlich auch '
 ... schimpft, räsonniert u. ä. c) schändlich, gemein, schmutzig, niedrig überhaupt, im gegensatz zu ehre, sitte u. ä.:
 ... alle garstig - geizige, sordide avari. 147 ( jetzt schmutzig geizig), vgl. unter II, 1, e; dis ist
 ... Aber auch oberd.: kärnt. gaschtik ( neben garstik), garstig schmutzig, häszlich Lexer 108 , schwäb. gastig
 
20) genetzt
 ... mitbruder, der ( beim essen ) bis an den rückgrat schmutzig und bis auf die knochen genetzt erscheint. Göthe
 
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