Wörterbuchnetz
Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
brink bis brinnlich (Bd. 2, Sp. 391 bis 392)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) brink, m. viridarium, grüner hügel, ein nd., der bedeutung des hd. anger (1, 348) entsprechendes wort, vgl. schw. dän. brink clivus, altn. brecka. in Cassel heiszt ein hügelicher platz in der stadt der brink. siehe brunkel.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
brinkkote, f. stelle, wohnung des brinkköters.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
brinkköter, m. brinksitzer, was angerhäusler, häusling, kötter, halbbauer, hintersasze.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
brinklieger, m. dasselbe. Möser 1, 258.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
brinksitzer, m. nd. brinksitter: einen tüchtigen, ehrsamen bauernstand sucht man in tagelöhner, brinksitzer, den bürger in patentisierte pfuscher und die ganze nation in gesindel zu verwandeln. denkschr. des fr. von Stein 39; von dem adel, den bauern, köttern, brinksitzern. 63.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
brinksasze, m. dasselbe.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
brinnen, ardere, praet. brann, part. gebronnen, die echte gestalt des intransitivs, die sich zum trans. brennen brannte verhält, wie rinnen rann zu rennen rannte, vgl. oben sp. 365; da sie durch die poesie zurückgebracht werden könnte, verdienen hier die älteren, noch lange widerhaltenden belege sammlung. nur ein paar ahd. und mhd. mögen vorangehen:

wio thaʒ herzâ bran in.
O. V. 10, 29;

bran als daʒ gestirne heiter. Servat. 3116;

eʒ brunne, als eʒ was gezuckt ûʒ einem fiure. Lohengr. p. 62.

vocab. predicantium Nürnb. 1483 b 5a ardere, brinnen; c 5a carbo ignis, ein brinnender kol. ebenso ardeo, ich brinn. Dasyp. 12d; brinnen ardere. 309b; es brinnt von dach obenher; es brinnt lichter lohe;

so sahe si in dem spiegel innen
ein grosz fewr in ir prinnen,
si sprach und schrei: awe der groszen quel,
es print in mir leib und sele! cod. giss. vom spiegel 24a;

woren nit unser herzen brinnen? Keisersb. bilg. 129a; ir herzen brunnen in lieb. 19b; der wechter uf dem thurn, wenn es brinnt, so stürmpt er. brösamlin 13a; holz brinnet lang, heuw kürzer, aglen noch kürzer. 22c; da fiengen im an die zehen finger all z brinnen. geistl. gunkel c 7d; dem bran sein haus. Frey garteng. cap. 57; der unselige gemahel brann vor zorn. buch der liebe 116a; wan vil amplen da brunnen. sch. u. ernst ...;

in höll brinnt pöser, freier will.
Schwarzenberg 155, 2;

das kraut an lassen brinnen.
H. Sachs I, 533d;

der schlat fieng an zu prinnen. II. 4, 27d;

es brint mir leider dort mein haus. III. 1, 228a;

ja wol gottes tempel schon brint. III. 1, 230d;

da himmel und erd werden brinnen. III. 1, 260a;

das du in solcher liebe prinnest. III. 2, 6a;

wann sie hat innen
mit öl all nacht ein lampen brinnen. III. 2, 12d;

wie nachts die lampen hat gebrunnen. III. 2, 13c;

sie brinnt recht als der morgenstern. III. 2, 123a;

dem zehenden wil der schwum nit brinnen.
Haupt 3, 250;

darum lasse den leib also mit gedult ein weil brinnen, es ist besser der leib brinne, dan das gemüt. Petr. 202a; der herr ermanet sie, das ir lucernen sollen immer brinnen. Reiszner Jerus. 1, 38b; seine füsz waren als die im ofen brünnen. 1, 44b; ein flusz flosz durch ein land, das allenthalben bran. 2, 140b; so es noch nicht gebrunnen hat. Paracelsus 1, 523a; dasz gleich das ganze Teutschland hohe lohe gebrunnen. Rompler vorr. s. 2;

die sonne dieser welt hat nie so schön gebrunnen,
als eurer augen licht, das göttliche paar sonnen.
Logau 2, s. 69;

sie zunt das erste fewr und andre mehr mit an,
dasz zorn, hasz, grim und neid in vieler herzen brann.
Werders Ariost 26, 30;

[Bd. 2, Sp. 392]


es wäre ihm aber alsobald von groszer hitze das haar angangen, dasz es flämmlingen gebrunnen. Simpl. 3, 758. Auch die composita abbrinnen, anbrinnen, ausbrinnen verhalten sich ebenso und in der oberdeutschen, z. b. bairischen volkssprache (Schm. 1, 260) dauert brinnen bis auf heute fort. allein Luther hatte das falsche intr. brennen gebraucht und die dichter, Weckherlin, Opitz, Fleming (z. b. 618), Günther (z. b. 469. 473. 509) es beibehalten. auf den entgegengesetzten abweg geriet Spee, indem er brann transitiv für brannte setzt:

schau den menschen, den die liebe
viel zu stark am herzen brann. 250 (228);

ihn die lieb wol heftig brann. 276 (250).


 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
brinnerling, m. eine art äpfel. Hohberg 1, 396a.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
brinnet, ardens, flagrans, brennend:

stro wird bald brinnet bei dem fewr.
H. Sachs III. 2, 10c;

da behanget es also brinnet .... wann die feind sehen, das das fewr aus dem rohr fehret und also brinnet an inen behangt. Fronsp. kriegsb. 2, 191a.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
brinnig, dasselbe: brinniger, brunstiger oder zwingiger. voc. 1482 e 3b; er wiss auf sein brinnige seel von nichts. Ayrer proc. 2, 10.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
brinnlich, dasselbe: ihr naturen sind auch nicht fewrig noch brinnlich. Paracelsus 1, 832a.