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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
geäsze bis gebächte (Bd. 4, Sp. 1632)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) geäsze, geäsz, n. collectivum zu asz, futter, auch zu äszen fressen, eigentlich füttern Steinbach 1, 356, s. DWB äsen, mhd. æʒen); mhd. geæʒe, im 14. jh. aus Schiltberger bezeugt.
1) besonders von körnern, als vögelfutter, auch im plur.: da musz man im (dem sultan) zwo tuben ziehen by einander (ein pärchen) und musz under ir geäszer zucker tun. Schiltberger 110, von brieftauben; reis oder anders geäse (gedruckt gäese), so die vögel gern fressen. Hohberg 2, 718b. noch z. b. bair. gäsz, 'das geäsze, aftergetreid', abfall beim reinigen des getreides, zum futter für geflügel verwendet. Schmeller 1, 116. vgl. gefräsz.
2) weidmännisch.
a) futter und futterplatz: der hirsch zieht aufs geäsz, nicht auf die weide. Döbel jägerpr. 18; das rot- tann- reh- und steinwildpret zeucht aufs geäse. Heppe leith. 130. im 16. jh.: zum ersten soltu (den hirsch) schen in den fronwälden, wo die geäsz ligen und an die wäld stoszen, als rocken, gärsten oder habern. Sebiz 571 aus Meurer, wo seine futterplätze gelegen sind. auch von hasen: (wenn) die hasen auf das geäs rücken. v. Thüngen pract. 302.
b) auch das maul bei rot- und rehwildbret. Adelung, das werkzeug zum äszen; geäs wird das maul des elen- dam- und rehwildes genannt. v. Thüngen pract. 297. vgl. landschaftlich, z. b. schwäb. gefräsz maul.
3) auch noch im allgemeinen sinne z. b. bei Steinbach 1, 356 was ist das vor ein geäsze, quid hoc cibandi genus? wol als kraftwort (wie kräftiger gefräsze). bair. schweingeasz von eicheln und bucheckern Schm. 1, 116 aus Krenner, nach bair. art ohne umlaut, wie tirol. gâsz abfälle von futter, unrat u. dgl. Schöpf 20. zur form übrigens s. auch DWB gäste und DWB geätz.
 
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geäszig, edax Steinbach 1, 356, wie äszig, s. d. und vgl. DWB gefräszig; schweiz. gäszig neben äszig, ungäszig, s. Stalder 1, 113. auch ein adj. geäsze gleich äsze wird nicht fehlen.
 
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geätz, n. gleich geäsz, z. b.: weil er gedachten tauben tauben ihr geätz fürgeworfen. Fronsp. kriegsb. 3, 269a. bei Stieler 895 und noch bei Adelung als nebenform von geäsz überhaupt, wie äszen auch ätzen heiszt, selbst gewöhnlicher, eigentlich mit langem ä wie jenes. s. auch geätze unter gäste 2 und vergl. gätz.
 
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geäugt, geaugt, mit augen versehen, in vocc. des 15. jh. oculatus geauget, geeuget (auch geaugelt), s. Dief. 393a, aber auszer in der wappenkunst (geauget, wenn die augen des wappenthieres durch besondere farbe bezeichnet sind) nur mit zusätzen besonders an stelle des adj. bei auge, z. b.: niemant ist .. so wol geögt, das er durch frawen nit müg werden betrogen. Wyle transl., Lucr., mit so guten augen versehen; bei neueren dichtern blaugeäugt (s. d.), schwarzgeäugt, vielgeäugt u. ä.
 
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geb, s. DWB geben.
 
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gebabel, n. loquacitas. Stieler 72. nl. gebabbel.
 
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gebach, s. DWB geback.
 
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gebäche, n. streng hochd. für gebäcke, wie bachen für backen, z. b. bei Hohberg 1, 199a. noch z. b. straszb. gebäch Arnold pfingstm. 177, bair. Schm. 1, 144.
 
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gebachens, gebaches, n. s. DWB gebackens.
 
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gebachern, bähen, wärmen: (freies holz zu liefern) das die selb frouw das selb (neugeborne) kind erlich gebaden und gebachren mug die nacht. weisth. 4, 334, schweiz., s. DWB bächern; das ge- freilich rührt nur von dem muge her, s. sp. 1614.
 
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gebächte, n. nebenform von gebäche (s. u.ge- II, 1, d, γ), z. b. Hohberg 1, 201a, auch noch bair. gebächt, im 17. jh. z. b.: die küechlhütten (wo frischgebackne küchlein feil sind) soll man alle fasttäg visitieren, ob sich beim gebächt kein fehler bezeuge. Münchner mand. von 1692 Schm. 1, 144, nach heutiger aussprache ' bacht (s. sp. 1606), wie auch östr. bacht Castelli 71, Höfer 1, 52.