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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
düstergelb bis dustschlag (Bd. 2, Sp. 1765 bis 1766)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) düstergelb, adj. schmutzig gelb.

wach, gleichwie ihr blick das düstergelbe
matte kerzenlicht, so wach vernahm
jüngst ihr ohr den ruf
Bürger 100a.


 
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düstergluticht, adj. und adv. in dunkler glut brennend.

selbst dem düsterglutigten tartarus
sang seine (Orpheus) leier ergötzen ein
Willamov Poet. schriften (Leipz. 1779) 43.


 
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düsterheit, f. häufig düsternheit, wie schon Lohenstein Armin. 11, 984 schreibt. niederl. duisterheid.
1. dunkelheit, undurchsichtigkeit; s. DWB düster n. düstere f.

kaum deuten in der bogen düsternheit
geschwärzter scheiben reste, dort und hier
im blei der fenster sparsam noch zerstreut,
der glasgemälde gothischfromme zier
Matthisson 88.

wegen stärke und düsternheit des glases Göthe 58, 271.
2. uneigentlich.
a. unklarheit. er zaubert ihnen eine herrliche welt vor die augen, wo sie sonst nichts als düsternheit und verwirrung sahen Göthe 33, 94. in absicht auf localität (in dem Nibelungelied) grosze düsternheit 45, 208. so im niederl. duisterheid van een rede dunkelheit einer rede.
b. trübe, traurige, ernste stimmung.

der mathematsche theolog
der sich und andre nie betrog,
sasz zwischen zweimal zweien wänden
mit archimedscher düsternheit
Lessing 1, 31.

dort sieht man düsternheit, hier sieht man licht und leben 1, 108.

so würden alle wege eröffnet sein, wodurch trägheit zum fleisze erweckt, düsternheit erleuchtet werden könnte Garve Anm. zu Cic. off. 3, 187. deine düsternheit benimmt jetzt alle freude ihrem mütterlichen herzen Fr. Müller 1, 69. der stille kummer der eine düsternheit über das schöne gesicht unsers helden ausbreitete Wieland 1, 310. dann aber versenkte sie ein blick auf das goldne kreuzchen welches die kleine tag und nacht am halse getragen und das nun an dem ihrigen hing, in die alte düsterheit Paul Heyse Vier neue novellen 3, 225.

ein jedes weltlich ding hat seine zeit,
die dichtung lebet ewig im gemüthe,
gleich ewig in erhabner herrlichkeit,
wie in der tiefen lieb und stillen güte,
gleich ewig in des ernstes düsterheit,
wie in dem spiel und in des scherzes blüthe
Uhland Ged. 183.


 
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düsterlich, adj. und adv. niederl. duisterlijk.
1. dunkel. dusterlich obscure, caliginose Serranus Synonym. libellus 54b. Diefenbach Gloss. lat. germ. 389a. Henisch 780.
2. unverständlich, undeutlich. so im niederl. duisterlijk spreeken, schrijven.

fast mitten auf dem wald zuletzt
hört ich ein düsterlich gesprech
neben der straszen in der nech (nähe)
H. Sachs I, 502c.

[Bd. 2, Sp. 1766]



3. fürchterlich, schrecklich. s. DWB düster 2 c. diese bedeutung auch im niederländischen.

schrie auch so grausam düsterlich
dasz köngk und gest entsatzten sich
Eyering Sprichw. 1, 392.

ein düsterlich gesicht Frisch 1, 212c. ein düsterlicher ort der durch dunkelheit furcht erregt das. düsterlich aussehen das.
 
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düsterling, m. der geistige dunkelheit liebt s. Heynatz Antibarb. 1, 318, finsterling.
 
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düstern dustern, dusteren caligare Henisch 780. mnd. duustern, dustern caligare Diefenbach gl. 90b, opacare 396c, obscurare 389a, das. mitteld. 15 jh. auch duesteln, während ein adj. düstel nicht erscheint.
1. intransitiv.
a. dunkelheit verbreiten.

eh noch diese hügel düstern
grüszen mich wol tausend küsse
Göthe 5, 180.

noch schweifet ihr geist in dem schein
der dämmrung: man sieht unter ranken
des düsternden epheus sie wanken
am grauen bemosten gestein Schillers Musenalmanach 1798. s. 254.

dort, wo die linden düstern,
vernahm ich diese nacht
ein plaudern und ein flüstern
Uhland Ged. 364.

als ich mit der geliebten scherzte,
düsterte heimlich der mond noch um uns
Pückler-Muskau Ged. 1, 63.

der abend düstert Contessa Werke 9, 7. abends düsterten die wolken.
b. man sagt in der Wetterau von dem der ausgeschlafen hat aber noch im bette liegt, er dustert. nach dem mittagessen ein wenig dustern halbwachend schlafen Weigand.
2. transitiv, verdunkeln, wie verdüstern. vergl. DWB entdüstern. überdüstern. umdüstern.

loos der engel! kein sturm düstert die seelenruh
des beglückten! der tag hüllt sich in lichter blau
Hölty im Götting. Musenalmanach 1774 s. 154.

süsze liebe! deine rosenauen
gränzen an bedornte wüstenein,
und ein plötzliches gewittergrauen
düstert oft der freundschaft ätherschein
Matthisson 43.

auch bedüstern, da sitzt der knoten der euch so bedüstert hat Lichtenberg 3, 60.

die graue zeit, wirkend ein neues grauen,
verwittrung, staub und regenschlick,
mit moos und wildnis düstre sie die räume
Göthe 13, 284.


3. reflexiv. der himmel düstert sich umwölkt sich.
4. unpersönlich. es düstert im wald.

von auszen düsterts, wenn es innen glänzt,
ein glänzend äuszres deckt mein trüber blick
Göthe 3, 21.


 
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düsternis, f. finsternis, wie düsterheit Rädlein 209b. ebenso niederd. Brem. wb. 1, 277, niederl. duistnernis. mnd. duusternisse, dusternisse Diefenbach gloss. 90b. 389a. bemerkenswert ist dunsternisse in der Kloster Altenberger handschrift aus der ersten hälfte des 14ten jahrhunderts (vergl. Haupts zeitschr. 6, 532), er hâd ouch mich geworfen in dunsternisse der sunden und hierumbe sô ist mîn geist in angest B 6a. entsprechend ist das mhd. dinsternisse Ben. 1, 361a. dinsternis n. do sach her groszes dinsternis und dorinne einen lichten stern J. Rothe Düring. chronik cap. 122.

der schlund am felsen wird enger,
die düsternis bänger
Matthisson 102.

doch wenn wieder den stralen (der sonne) umher sich düsternis
breitet,
etwa so wie zarte gewölk herführen gewöhnlich;
traun wol möchte der wind' ankommende macht sie umdüstern
Voss Aratos 873.


 
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düsterroth, adj. und adv. dunkelroth.

die tiefen hohlen augen sprühn
ein düsterrothes feuer
Hölty 44.

ein düsterrother fackelschein Klinger 8, 86.

sie schwingen in entfleischten händen
der fackel düsterrothe glut
Schiller 58b.


 
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düsterung, f. dämmerung Simpliciss. Calender 196.
 
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dustholz, n. weichholz. s. DWB dust 2.
 
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dustschlag, m. s. DWB dust 2.