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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
zitronen(en)korb bis zitronen(en)scheibe (Bd. 31, Sp. 1677 bis 1678)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version)  -korb, m.: citronenkorb heiszt an aufsätzen, plats de menage oder surtouts das obere stück, worin die citronen liegen Krünitz öcon. encycl. 8 (1776) 169. —
 
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-kraut, n., verschiedene, nach ihrem geruch benannte pflanzen. 1) melissa officinalis L., garten-, zitronenmelisse: citronenkraut Pancovius herbarium (1673) 256; citronenkraut ... nennen einige die officinelle melisse wegen ihres citronengeruchs Krünitz öcon. encycl. 8 (1776) 169; zitronenkruud (Münsterland) Focke in: abhandl. d. naturw. vereins z. Bremen 2, 262; zitronenchrut ... garten- oder citronenmelisse wird gegen bleichsucht angewendet schweiz. id. 3, 916; zitrounekraut balsammelisse luxemb. ma. 505a; zitronenkraut heiszt auch manchmal (z. b. in Niederbayern) die mit der melisse verwandte nepeta cataria L. var. citriodora Balb. (mitteilg. von Marzell). 2) artemisia abrotanum (vgl. Marzell wb. d. dt. pflanzenn. 1, 417), stabwurz, eberraute: auch wird eine art stabwurz ... citronenkraut genannt Krünitz öcon. encycl. 8 (1776) 169; stabwurz abrotanum hortense zitronekraut wegen des geruches Popowitsch versuch (1780) 556; zitron(en)kraut stabwurz, artemisia abrotanum Fischer schwäb. 6, 1245; zitronenchrut eberraute schweiz. id. 3, 916. 3) dracocephalum L. (vgl. Marzell wb. d. dt. pflanzenn. 2, 165): zitronenkraut dracocephalum, drachenkopf Krünitz öcon. encycl. 242 (1858) 32. 4) ungewisz, welche pflanze: wann man will, mag man

[Bd. 31, Sp. 1678]


die schelffen auch langlecht schneiden, wie das citronikraut Hohberg georg. cur. (1682) 1, 224; das citronenkraut, auch eine art thymian, dessen blätter einen geruch wie citronen haben, wird im gemeinen leben citronenkraut genannt Adelung 1 (1774) 1207; zitronenkruut wohlriechendes zitronenkraut Mensing schlesw.-holst. 5, 761. diminutiv: zitrunekrütche, n., wermut Rovenhagen Aachen 168. —
 
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-limonade, f.: ich bekam eine zitronenlimonade E. Wiechert wälder u. menschen (1936) 54. —
 
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-melisse, f., melissa officinalis, dass. wie DWB zitronenkraut 1: citronenmelisse Pritzel-Jessen volksn. d. pflanzen 234a; Mensing schlesw.-holst. 5, 761; Krünitz öcon. encycl. 242 (1858) 37. vereinzelt auch für nepeta cataria L. Holl pflanzenn. (1833) 189. —
 
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-öl, n.: zitronenöl ... wird auf Sizilien, sowie im südlichen teile von Kalabrien aus den fruchtschalen der zitrone oder limone (citrus limonum R.) gewonnen Merk warenlex. (51908) 545b; zitronenöl Kramer t.-ital. 2 (1702) 1469c; Lueger lex. d. ges. techn. (1894) 1, 151. —
 
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-presse, f., dass. wie zitronendrücker, zitronenquetscher: zitronenpresse Campe 5 (1811) 876a; der saft (wird) am besten mit einer zitronenpresse ausgepresst unser kochbuch (1952) 308. —
 
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-quetscher, m.: zitronenquetscher ist ein instrument, dessen man sich bedient, den saft aus den citronen zu drücken frauenz.-lex. (1773) 3932; Jean Paul w. 7/10, 73 H.
 
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zitron(en)saft, m., 1) der aus der zitrone gepresste saft: zitronensaft citri (succus) Stieler stammb. (1691) 1663; zitronensaft sugo (agro) di limoni Kramer t.-ital. 2 (1702) 1469c; die grobe rauhe händ weisz und glatt zumachen ... wäschet die händ mit citronensafft Sebiz feldbau (1580) 78; dasjenige, was mit citronensafft geschrieben wird, nicht kan gelesen werden Dannhawer catech.-milch (1657) 5, 1347;

ein regen von zitronensaft
soll tauig sie (die austern) begieszen
H. Heine s. w. 1, 126 E.;

mit zitronensaft ... beträufeln Wimmer gesch. d. dt. bodens (1905) 397; zitronensaft, zucker ... viel wasser A. Zweig einsetzung e. königs (1950) 383. 2) der durch einkochen zu sirup verdickte saft der ausgepressten zitrone: ain zitteronsafft zu machen. item nimb zwu masz zitteron safft (dieses zu 1), thu in inn ain glaseirten hafen und setz in in ain glut unnd lasz den dritten tail einsieden, und nimb drey vierdung zucker darein, lasz sieden bis er dick gnug ist (1554) Augsb. kochb. (1886) 9d. 3) limonade, der mit wasser verdünnte und mit zucker versetzte saft der ausgepressten zitrone.
 
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-säure, f., die am reichsten im zitronensaft, aber auch in johannisbeeren, preiszelbeeren usw. vorhandene säure; chemisch oxytrikarballylsäure: als surrogat des zitronensaftes kann man ... kristallisierte zitronensäure anwenden Davidis kochb. (1873) 37; Lueger lex. d. ges. techn. (1894) 7, 1006. bildlich: tadel ist eine angenehme zitronensäure am lob Jean Paul w. 7/10, 11 H.
 
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-schale, f.: zitronenschale scorze di limoni Kramer t.-ital. 2 (1702) 1469c; wen ich zu Heydelberg den husten hatte, kochte man mir ein solche tissane (arzneitrank), wie ma tante drinckt, es war aber noch eine zitronenschal drin Elisabeth Charlotte v. Orleans br. (1707—15) 201 Holland; eine bonbonbüchse aus zitronenschale G. Keller ges. w. (1889) 4, 228; (bei einem essen i. j. 1714 wurde aufgetragen:) gesottener kürbis, spritzkuchen, eingemachte zitronenschalen (wohl succade), eingemachte kirschen qu. bei A. Schweitzer Bach (1948) 158. —
 
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-scheibe, f.: denn ein halbes masz wasser stillt oft nicht so sehr den durst als eine zitronenscheibe Jean Paul w. 55/58, 103 H.; einen ganz vorzüglichen schweinskopf ... mit einer zitronenscheibe im maul H. Heine s. w. 3, 182 E.; Fontane ges. w. (1920) II 1, 90. —