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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
sturmmäszig bis sturmnagel (Bd. 20, Sp. 660 bis 661)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) sturmmäszig, adj., geeignet zum erstürmen:

und do die graven ungetruw
merckten, daz vestung und gebuw
zerstoszen und sturmmeszig was,
fluhens daraus
M. Beheim reimchron. 43;

und liess von erst das geschlos vast niderschiessn, das die stat davon sturmmassig würd G. Unrest chronic. Carinthiacum 725; ob jr mawren und gräben sturmmässig sein Schwarzenberg vom gebuwe (1533) 8b; wessen orts man die wälle und gemeuer sturmmässig beschiessen könne Dilich kriegsbuch (1607) 203. —
 
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sturmmeer, n., sturmbewegtes meer: er (der hafen) wäre ja nicht hafen, wenn er höhe des sturmmeers wäre Herder 5, 657 S.; da ward heilige stille im saal, wie überm galiläischen sturmmeer, als der herr den wellen gebot E. v. Handel-Mazzetti Stephana Schwertner in dtsch. rundschau 151, s. 200; bildlich: wo alle verborgne interessen zusammenströmen in ein aufbrausend sturmmeer der leidenschaften Bettine dies buch gehört dem könig (1843) 1, 244; es war das erste und einzige mal, dasz ich das mare magnum solcher vorschläge, ein sturmmeer, das zu vielem kummer führt, meinem herzen folgend beschiffen wollte A. v. Humboldt bei Max Hoffmann Aug. Böckh 419; der zeiten sturmmeer Baggesen poet. werke (1836) 2, 78. —
 
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sturmmeldung, f.: die dänischen sturmwarnungsstellen erhalten telegraphische sturmmeldungen von dem meteorologischen institut in Kopenhagen hdb. f. Skagerrak u. Kattegat 56; trotz des harten windes und der nächtlichen sturmmeldung aus Norddeich Domizlaff Dirk II in Norwegen (1930) 90. —
 
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sturmmelodie, f.:

da rauschen des Rheines wogen
die ernste sturmmelodei
M. Waldau blätter im winde (1847) 207.


 
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sturmmonat, m.; im folgenden beleg f., 'monatssold für einen sturm': so se mit den knechten gemeen hielden und den anslach im ringe untdeckeden, sloech de gemeene man den toch af, het were, dat grave Edsard em vor den anval der flecken eene stormmaent wulde tostaen Beninga chron. v. Ostfriesland (1723) 532. anders, auf seelische erregung bezogen: die sturmmonate seines herzens rückten nun auch näher Jean Paul 1, 141 Hempel.

[Bd. 20, Sp. 661]


sturmmöwe (
 
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-mewe), f., name einer mövenart: larus canus Naumann naturg. d. vögel 10, 301; larus marinus Nemnich wb. d. naturg. 583. —
 
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sturmmusik, f., das brausen und heulen des sturmwindes: der regen prasselte an deck, und auch die fallböen ergänzten die sturmmusik Domizlaff Dirk II in Norwegen (1930) 235; der orgelpunkt der donnerschläge, das akkompagnement der wüsten sturmesmusik J. Bayer lit. skizzenbuch 302. dann eine musik, die den gehörseindruck des sturmwinds wiedergibt: sturmmusik. Alcinda als altes weib in bettlerkleidung rauscht im hintergrunde ... über die bühne Raimund werke (1881) 2, 20. —
 
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sturmmut, m.: sturmmuth der matrosen W. Fr. v. Meyern hinterl. kl. schr. 1, einl. 64; auch sturmesmut:

der feldmarschall mit sturmesmuth,
der stund ihr an der seiten (17. jh.)
Blümml 2 Leipz. liederhss. 109.


 
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sturmmütze, f., mütze, die gegen das unwetter schützt: auf Süderoog lebt der alte Paulsen, ein reicher mann, der mit keinem herzogshute seine sturmmütze vertauschen möchte D. v. Liliencron sämtl. w. 3, 28. —
 
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sturmnacht, f., auch sturmesnacht:

hoffnung gieszt
in sturmnacht morgenröthe!
Göthe 17, 45 W.;

wenn ich da in heiterer luft nach einer sturmnacht oben am gipfel des masts hing Hölderlin ges. dichtungen 2, 182 Litzmann;

ein schiffer irrt durch sturmesnacht getrieben,
der wogen und der winde leichtes spiel
Grillparzer (1892) 1, 142.


 
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sturmnagel, m., in der älteren sprache 'groszer nagel, schiffsnagel', s. Unger-Khull steir. wortsch. 588a. —