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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
sekundenzeiger bis selaunen (Bd. 16, Sp. 410 bis 411)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) sekundenzeiger, m. an einer sekundenuhr der zeiger, der die sekunden angibt und den kreis des in 60 theile getheilten sekundenziffernblattes in einer minute einmal durchläuft. Jacobsson 4, 138a.
 
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sekundieren, verb. , lehnwort aus lat. secundare oder vielleicht richtiger franz. seconder. Weigand 2, 678.
1) im allgemeinen sinne, so meistens in der ältern sprache: oneri succedere, einen secundiren, an seiner statt arbeiten. Corvinus fons lat. 137b; secundiren, alicui auxilio esse, usui esse, auxilio, subsidio alicui succurrere. Apin gloss. 492; helfen, unterstützen Kinderling 329; damit unter die officier und burger, so dessen (des holzes) bedürftig, zuweilen hieran grosse noth leiden, eine proportionierte ausztailung gemacht und jedwederen der billigkeit nach secuntiert werden möge. steir. taid. 462, 25; der neffe secundirte meine absicht, als wenn wir es abgeredet hätten. Göthe 20, 59. so jetzt noch mundartlich: nassauisch seckendiern, sickendiern, ernähren, durchbringen. Kehrein 1, 373.
2) jetzt gewöhnlich nur in einigen speziellen verwendungen, besonders beim fechten, einem sekundieren, sein sekundant (s. daselbst 1) sein. Campe erg.-wb. Kluge studentensprache 126a: Michael. ... du sekundierst mir. Paul. du willst — Michael. diesem major ein thürchen in den leib machen, aus dem seine bedientenseele gehorsamst unterthänigst herauskriechen kann. Ludwig 3, 701.
3) in der musik, begleiten, die zweite stimme singen, oder die zweite geige spielen (vgl. sekunde 5). Campe erg.-wb.: die lieder, welche die andern frauensleute sangen, waren von eben der melodie, als in Ea-Uwhe. auch hier secundirten sie einander ganz harmonisch, und stimmten zuweilen ein allgemeines chor an. Forster reise 1, 357. jetzt veraltet, nur noch luxemburgisch als secondéren. Gangler 412.
 
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sekundlich, adj. was alle sekunden, oder in jeder sekunde einmal geschieht:

rollt die stunde glatt und rundlich,
greif' ich mir die lust sekundlich
in dem wein.
Arndt ged. 328.


 
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sekurieren, verb., nur im ältern nhd.: da ein grosse quantität fuhren .. von der stadt sollte anbegehret werden und der herr hauptmann befunde, dasz die stadt gravirt, solle solcher von der baurschaft die stadt seccuriren und erleichtern lassen. steir. taid. 252, 8 (vom j. 1715). das glossar erklärt 'sicher stellen', ich möchte eher entlehnung aus franz. secourir annehmen.
 
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sekurität, f. sicherheit, gewiszheit Jacobsson 4, 138a. Kinderling 330. Campe erg.-wb. jetzt veraltet.

[Bd. 16, Sp. 411]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) sel, m. seehund, s. DWB seel theil 9, 2846. nachzutragen ist seel kabarus, in einem glossierten fischkatalog des 15. jh., s. zeitschr. für d. phil. 11, 315, 12, vgl. auch nd. sel, sele, fett von seehunden. Dähnert 421b. — über sel, sêl für saal, seil, siel, s. daselbst, vgl. noch seele II, 27, theil 9, 2924.
 
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sel, ableitungssuffix, wie in rätsel, wechsel, füllsel, auch in vollerer form sal (labsal, trübsal), vgl. darüber Grimm gr. 2, 335. Kluge stammbildungsl. § 98. 142, b. Weigand 2, 689.
 
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sela ,
1) hebr. , in den poetischen theilen des alten testaments, wahrscheinlich bezeichnung einer musikalischen pause bez. eines zwischenspiels, s. Siegfried-Stade hebr. wb. 461a. am häufigsten in den psalmen am schlusse eines abschnittes, so in ps. 3 nach v. 3, 5 und 9, auch in Hab. 4, 3. 9. 13, vgl.: auch seind etlich psalmen mit dem wortleyn 'sela' (das ist 'ruge') unterscheyden. Luther 2, 82, 18 Weim. ausg. substantiviert: da ich offt an einem spruch stutzen und ein gutes sela dabey halten müssen. Heyden Plinius (1584) vorr. 4a. — jetzt zuweilen nach art einer interjection gebraucht, wie punktum: abgemacht, sela! und ähnliches.
2) in schweizer. mundarten sèla, lasz uns sehen (sela, me wönd luega), lasz (mich) gehen (sela wie, lom-mi go). Tobler 420b. wol weiterbildung zu se, ecce, s. daselbst theil 9, 2771.
 
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seladon, m.
1) eine figur in dem roman Astrée von d'Urfé (1610—27), dann sprichwörtlich als bezeichnung eines schmachtenden liebhabers: freylich krümmt Franz sich nicht wie ein girrender seladon vor dir — freylich hat er nicht gelernt, gleich dem schmachtenden schäfer Arkadiens, dem echo der grotten und felsen seine liebesklagen entgegen zu jammern. Schiller räuber 3, 1 schauspiel;

denn, lass die seladons so viel sie wollen sagen,
wer liebt sey lauter herz; man hat auch einen magen!
Wieland 17, 190 (Idris 3, 107);

und diesen feinen seladon
(das ideal von einem besenbinder)
so öffentlich zum vater ihrer kinder
erklärt! 18, 152 (Pervonte 2);

denn unser seladon
begann in worten und geberden
eindringlicher, und nach dem minnelohn
zusehens lüsterner zu werden. 21, 317 (Klelia 6).


2) weil diese figur in schäferspielen gewöhnlich in blaszgrüner farbe auftrat, wird seladongrün oder auch seladon schlechthin dann zur bezeichnung dieser farbe (bez. so gefärbten stoffes), s. Jacobsson 4, 138a:

hier sieht man bunten buch- bey rechtem weitzen blüh'n,
des habers seladon, der wiesen safftig grün.
Brockes 1, 84;

denn wenn ein saftig dunckelgrün
das alte mosz gefärbt; so zeigt das neue sich
recht eigentlich
als wie ein seladon. 2, 76;

fünf saamen - körnerchen erblicket man in ihr (der blüte des englischen grases),
vom schönsten seladon, die auf ein bleiches grün
sich aber, wenn sie reiffen, ziehn. 3, 549.

als färbstoff: grünerde (terre de Verone, terre verte), seladongrün, Veronesergrün, Cyprisch grün, Kaadner grün, seladonit. Karmarsch - Heeren3 4, 166. — als adj.: seladongrüne farbe Jacobsson 7, 335a, auch seladonen:

wenn schimmer wechseln, weisz und seladonen.
A. v. Droste-Hülshoff 1, 89.


3) auch eine motte mit grünen flügeln, eichbaum-motte, diana, noctua orion. Oken 5, 1308.
 
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selam, m., aus arab. salâm 'grusz', blumengrusz, ein blumenstrausz, nach der blumensprache geordnet, auch diese selbst: der pfarrer hätte wol die blumen seiner guten frau nach einem nächtlichen zwist als morgenselam der versöhnung bestimmt. Gutzkow ritter vom geist 2, 245.
 
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selaunen, n.: saliunca, selaunen, herba. Corvinus fons lat. 563a; selaunen, das, saliunca, al. celtischer narden, spica celtica. Stieler nachsch. 27a.

 

sekundieren
1)  im allgemeinen sinne, so meistens in der ältern sprache: oneri succedere, einen secundiren, an seiner statt arbeiten. Corvinus
2)  jetzt gewöhnlich nur in einigen speziellen verwendungen, besonders beim fechten, einem sekundieren, sein sekundant (s. daselbst 1) sein. Campe erg.-wb. Kluge
3)  in der musik, begleiten, die zweite stimme singen, oder die zweite geige spielen (vgl. sekunde 5). Campe erg.-wb.: die lieder, welche die andern frauensleute sangen, waren von eben der melodie, als in Ea-Uwhe. auch hier secundirten sie einander ganz harmonisch, und
 
sela
1)  hebr. , in den poetischen theilen des alten testaments, wahrscheinlich bezeichnung einer musikalischen pause bez. eines zwischenspiels, s. Siegfried-Stade
2)  in schweizer. mundarten sèla, lasz uns sehen (sela, me wönd luega), lasz (mich) gehen (sela wie, lom-mi go). Tobler 420b. wol weiterbildung zu se, ecce, s. daselbst theil 9, 2771.
 
seladon
1)  eine figur in dem roman Astrée von d'Urfé (1610—27), dann sprichwörtlich als bezeichnung eines schmachtenden liebhabers: freylich krümmt Franz sich nicht wie ein girrender seladon vor dir freylich hat er nicht gelernt, gleich dem schmachtenden schäfer Arkadiens, dem echo der grotten und felsen seine
2)  weil diese figur in schäferspielen gewöhnlich in blaszgrüner farbe auftrat, wird seladongrün oder auch seladon schlechthin dann zur bezeichnung dieser farbe (bez. so gefärbten stoffes), s. Jacobsson 4, 138a: hier sieht man bunten buch
3)  auch eine motte mit grünen flügeln, eichbaum-motte, diana, noctua orion. Oken 5, 1308.