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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
seelenheim bis seelenhund (Bd. 16, Sp. 16 bis 17)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) seelenheim, n. heim(at) der abgeschiedenen seelen, sieh E. H. Meyer myth. s. 69. Golther myth. s. 87 ff. vgl. DWB seelenreich, n.
 
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seelenheiter, adj.: alle leute glauben, ich wäre darum so seelenheiter, weil ich angestellt wäre. H. v. Kleist briefe an seine schwester s. 35. — dazu seelenheiterkeit, f., s. Campe.
 
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seelenherzchen, n. als kosewort: der intime freund von meinem seelenherzchen, dem allerliebsten närrischen kuckuk. Tieck novellenkr. 4, 252.
 
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seelenhirt, m. pastore dell' anime Kramer dict. 2, 732a; pastor animarum Stieler 815, gewöhnlich vom geistlichen (vgl.seelsorger): unnd andere deines gleichen getreue prediger und eiferige seelenhirten. Rist friedej. Teutschl. 42; die geistlichen hirten, so pastores animarum: seelen-hirten genennet werden. Abr. a S. Clara etwas für alle 2, 581; dasz dasjenige, was mein lieber urältervater, Sancho Pansza, mit seinem esel geredet hat, weit vernünftiger gewesen ist, als dieses neuen seelsorgers heilige rede an seine gemeine war. Rabener 4, 44; auch gab es eine menge adeliger seelenhirten, welche die bauern junker pfarrer nennen muszten. Keller 1, 15;

ein seelenhirt soll gutes beispiel geben.
Grillparzer4 7, 14;

der seelenhirt gehört in seinen sprengel. 8, 36;

[Bd. 16, Sp. 17]



begleitest du sie gern,
des pfarrers lust und plagen:
sich gleich an allen tagen
triffst du den frommen herrn.
der gute seelenhirt!
A. v. Droste-Hülshoff 1, 237.

namentlich in der ältern geistlichen redeweise auch von Jesus als dem guten hirten, vgl. DWB seele II, 10, a, η. s. auch seelhirt.
 
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seelenhoffnung, f.:

fluch jeder seelenhoffnung der vergebung!
Körner Hedwig 2, 14.


 
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seelenhoheit, f. hoheit, erhabenheit der seele (vgl. das. II, 13, a). Campe.
 
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seelenhold, adj.:

ihr herz ist ächt und rein wie gold.
drum bin ich ihr so seelenhold.
Schubart (1829) 3, 65 (fischerlied).


 
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seelenholz, n., bez. sälen-, sellenholz, (holz der) heckenkirsche, lonicera xylosteum. Nemnich.
 
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seelenhort, m., häufig in geistlicher dichtung, z. b.:

o süszer seelenhort.
P. Gerhardt s. 143, 20 Gödeke.


 
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seelenhospital, n.:

wer zählet sie, die fehl' und muttermaale,
freybriefe der natur zum seelenhospitale?
Gotter 1, 333.


 
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seelenhund, m. als schimpfwort: wer den andern einen seelenhund schilt, soll 2 f. straf geben. Ulmer polizeiordnung bei Schmid 491.