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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
seelengesundheit bis seelengottesdienst (Bd. 16, Sp. 14)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) seelengesundheit, f. gesundheit der seele. Campe.
 
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seelengewitter, n.: o! dasz ich jetzt vermöchte, dir das seelengewitter in seiner ganzen schrecklichen wahrheit zu schildern, unter welchem sich die leidende stufenweise bis zum letzten zermalmenden ausbruche ihres wahnsinns erhob. Thümmel reise 9, 63.
 
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seelengift, n. was die seele vergiftet, verderblich für sie ist: was weiss das thier von fehlgeschlagner hofnung, unbefriedigtem ehrgeiz, verschmähter liebe, von kummer, reue, verzweiflung? und wie lebensverzehrend und tödtend sind für den menschen diese seelengifte! Hufeland makrob.2 1, 262;

nein! ich bin genesen!
von hoffen, wahn und pein, und was man liebe nennt,
der höllen-heissen gluth die in dem herzen brennt,
und uns ans rasen bringt. was hab ich nicht begangen?
als diese seelen-gifft den blinden geist gefangen!
A. Gryphius 1, 240 (Card. u. Cel. 5, 78);

den schützen trifft ihr (der liebe) pfeil, ...
den artzt ihr seelen-gifft.
Günther 1062;

hier speist ihn engel-brod an statt Egyptens bohnen,
kein tödtlich seelen-gifft versaltzet seine kost. 1077;

ein blumenmund' entsognes seelengift,
ein todeswurm in reifer lebensfrucht, ...
das bist du, schmach der lieb', o eifersucht!
Rückert ged. (1841) 306 (sicil. 22).

besonders in geistlicher sprache: solchen glauben halten wir für ein gefährlichen glauben, ... derwegen wir jhne, als ein grewel und seelen gifft, gäntzlich verflchen unnd verdammen. Th. Heilbrunner v. d. Augsp. confess. (1598) 61; denn sie (die päpstliche lehre) ist ein rechter seelen-gift, so die seele tödtet. P. Sperling Nicodem. rediv. (1719) 2, 439;

ich, ich bin selbst mein seelengîft,
mein tod und feind gewesen.
Scheffler 1, 217 Rosenth.;

lasz uns beugen das knie, mein Vosz,
dasz nie unser gesang Satan frohlocken liesz,
und kein tropfen des seelengifts
fleckt die palme, die uns lohnend die tugend wand!
Hölty 98 Halm.


 
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seelenglanz, m.: Albano fand in der verklärung, worin der himmel ihm nur der vergröszerungspiegel einer schimmernden erde war und die vergangenheit nur das vater- und mutterland heiliger eltern; in diesem seelenglanz fand er das erziehunghaus, worein er trat, festlich. J. Paul Tit. 5, 187.
 
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seelenglaube, m. der glaube an das fortleben der seele nach dem tode, bez. an erscheinungen und gespenstische wirkungsweisen solcher seelen (als eine hauptquelle mythologischer vorstellungen).
 
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seelengleich, adj.:

er schaut so seelengleich die heerde an,
dasz man nicht weisz, ob schaf er oder mann.
A. v. Droste-Hülshoff 1, 101.


 
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seelenglied, n., vgl. DWB seele II, 8, a: es giebt hungerige menschen, deren seelenglieder insgesammt gesund sind. J. Paul aus des teufels pap. 2, 49.
 
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seelenglück, n. was die seele glücklich macht Campe: es war, als .. wären hasz, bitterkeit, gram, rache, zorn lauter wohlthätige gefühle, ein wahres seelenglück. Gotthelf 1, 241 Vetter; obwohl ich schmerzlich betroffen war, sie (Anna) nicht mehr zu finden, überwog doch mein junges seelenglück. Keller 1, 261.
 
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seelenglücklich, adj. in der seele, vollkommen glücklich: nach diesem erfolge waren wir seelenglücklich. Arnim 1, 364; das that dem ehrlichen knaben gar weh, sonst war er seelenglücklich mit seiner wahl. 3 (kronenw. 1), 385.
 
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seelengluth, f.:

die schwärmerische seelengluth
entflammet bald sein junges blut.
Wieland 9, 230 (Sixt. u. Klärch. 1).


 
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seelengottesdienst, m.: aufrichtigen, herzlichen dank sagen wir .. allen, welche der theuren dahin geschiedenen durch ihre betheiligung an dem feierlichen leichenbegängnisse und dem seelengottesdienste die letzte ehre erwiesen haben. Münch. allgem. zeit. 94, 86 (26. märz 1892), s. 4.