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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schützling bis schutzpocken (Bd. 15, Sp. 2137 bis 2138)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schützling, m.
1) in älterer sprache für schüszling, s. d. sp. 2100: schützling, junge schossz, die ausz dem stammen und alten ästen truckend oder schieszend, pulli arborum, schützling, nebendschosz am räbstock die man als unnütz abbricht oder abhauwet, nepotes in vite Maaler 363a; schützling an abgehauenen bäumen und reben, suffragines Dentzler 2, 257b; auch in persönlichem sinne: schützling, aufwachsender jüngling. Maaler a. a. o.
2) jüngeres anderes schützling, der in eines schutze steht, zuerst bei Stieler verzeichnet: schützlingerrotte, clientum turba 1620; in der jetzigen sprache häufiges wort der gewählten rede: schützling Campe; den alten herrn samt seinem jungen schützling. Keller 6, 18; herr Johannes, der küster, freute sich der guten aufnahme, welche sein schützling gefunden. 46; dazu als fem.: dies lächeln .. machte Breitung an seiner schützlingin vollends irr. Ludwig 2, 599.
 
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schutzlos, adj. indefensus Frisch 2, 238a:

von dem gröszten deutschen sohne,
von des groszen Friedrichs throne
ging sie (die deutsche muse) schutzlos, ungeehrt.
Schiller 11, 329;

und schwach, ein schutzlos hülfbedürftig weib,
werf ich mich in des gatten offne arme.
Grillparzer 4, 141;

verbannt bin ich und schutzlos. 150.


 
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schutzmangel, m. desertio Stieler 1231.
 
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schutzmann, m.
1) defensor. Stieler 1237; in heutiger sprache polizeilicher unterbeamter zum schutze der bewohner einer stadt; plur. schutzmänner.
2) schutz genieszender mann, besonders eigenname: pl. schutzleute Möser phant. 2, 203; mundartlich im hildesheimschen schutzmann eigentlich ein bloszer schutzbefohlener oder hintersitzer, dann scherzweise ein rückstand von einer pfeife tabak, neige. Frommann 2, 43.
 
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schutzmantel, m. schutz gewährender mantel; uneigentlich auch deckmantel, ausflucht: diese ausrede ist ein guter schutzmantel.
 
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schutzmauer, f. schutz gewährende mauer: schutzmaur, propugnaculum Frisch 2, 238a; auch bildlich: unser gutes recht ist uns eine schutzmauer.
 
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schutzmittel, n. schutz gewährendes mittel: schutzmittel gegen die pest. Campe; Hugo .. hatte in Lukka nicht allein Urbans geistlichen segen, sondern auch eine heilige fahne empfangen, als schutz- und befeuerungsmittel in den kämpfen wider die ungläubigen. Raumer 1, 74; endlich dient vieles ritual zum schutzmittel gegen schädlichen einflusz überirdischer gewalten. Freytag bilder 1, 18.
 
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schutzort, m. schutz gewährender ort: heil-, schutz- et fluchtort, asylum Stieler 1395; man erblickt keinen vogel, kein thier, als das eilend nach einem schutzorte schlüpft. Göthe 8, 252; es (das muttergottesbild) wird in der feldkapelle von dem armen hirtenmädchen geschmückt, und macht einsamkeit zum schutzort. Brentano 4, 401; sie fand eine alte buche, deren starke wurzeln eine bucht bildeten .. in diesen schutzort schmiegte sie sich hinein. Keller 6, 405;

[Bd. 15, Sp. 2138]


leit ihn zum schutzort, vorm nord geschützt,
wo dem mittagsstral ein pappelwäldchen wehrt! der junge
Göthe 2, 14;

wohin fliehn?
kein schutzort ist für dich auf dieser erde.
Grillparzer 3, 238.


 
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schutzpatron, m. schutzheiliger:

Andreas, lieber schutzpatron,
gieb mir doch nur einen mann. wunderhorn 1, 369 Boxberger;

fem. schutzpatronin; in freierem sinne:

(das recht) das unser heilges kirchengut
als schutzpatron bewacht.
Uhland ged. 86;

hebt den schild, ihr schutzpatrone
aller völker, auf zum streite!
Keller 10, 44.


 
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schutzpflicht, f. pflicht zu schützen.
 
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schutzpockenf. plur., eingeimpfte pocken zum schutz vor natürlichen (vgl.schutzblattern): die schutzpocken impfen Campe. dazu schutzpockenimpfer, arzt, welcher die schutzpocken einimpft, schutzpockenimpfung ebenda.