Wörterbuchnetz
Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schockreep bis schofel (Bd. 15, Sp. 1438 bis 1439)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schockreep, schockregen, m., nd. wort, schaukel Campe, mnd. schockrede, oscillum, s. Schiller-Lübben 4, 108a, dazu das verb. schokreden, oscillare ebenda; nnd. schockregen Richey 233, schokregen Schütze 4, 56, schokkreep brem. wb. 4, 670. Dähnert 411. selten in die hochd. schriftsprache eingedrungen: schoreln (schockref), oscillo (oscillatione) unter spielen aufgezählt Comenius sprachenth. 941, vgl. schockseil.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
schockschwerenot, f. als fluch, verstärktes schwerenot, vgl. DWB schock 6. Wander 4, 312. Hertel sprachsch. 220; in Leipzig auch alle schockschwerenot, allerlei unangenehmes, übles, dummes Albrecht 206a;

ei du verdammter bettelvogt, krieg du die schockschwerenot!
Schade handwerksl. 223;

dazu schockschwerenöter, schockschwerenotskerl, m., siehe schwerenöter.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
schockseil, n. seil, an dem man sich schaukelt, schaukel Campe, nd. schockreep, s. dieses: schock- ò schockelseil, n. corda da ciancolarsi ò de ciancola Kramer dict. 2, 636a.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
schockung, f. schockelung, ciancolamento etc. Kramer dict. 2, 636b.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
schockweise, adj., meist als adv., nach schocken, a sestantine etc., schockweis kauffen, zehlen. Kramer diction. 2, 636b; denke man sich nun dergleichen figuren schockweise verfertigt und ganz ohne sinn und verstand entsprungen. Göthe 28, 115;

ich aber hab' sie (die menschen) schockweis hingeschleudert.
Grillparzer4 5, 145 (k. Ottokar 5).


 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
schode, m. 1) jüdisch-deutsches wort, nebenform zu schaute, s. daselbst th. 8, 2375; geringer, niedrig denkender mensch Schm. 2, 375, spaszvogel, narr 485; in Eisleben als schülerausdruck, lump Jecht 99a. 2) wels, stör, scheid: dick, ein schoden oder weller, silurus, piscis Henisch 687, 40. 3) nd. schode, f. für schote, s. daselbst, selten auch im hd. Hupel 211.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
schodecke, f.? toxites, niederrhein. schodek (15. jh.) tithymalus (wolfsmilch) Pritzel-Jessen.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
schoder, m.
1) bair. österr. wort, auch schotter, schutt, anhäufung von sand, kies, steinen oder mauerstücken Campe. Schm. 2, 487. Höfer 3, 111. Castelli 249. Schöpf 642. Klein 2, 138. dazu schoderig, adj., vom boden, der mehr sand und steine als gutes erdreich enthält Höfer a. a. o. Castelli a. a. o.
2) in der gaunersprache bildlich für kleingeld, scheidemünze Avé-Lallemant 4, 603. Castelli 281.
3) kärntn. tschouder, tschûder, zerzaustes, buschiges haar, dazu tschoudret, adj.; tschàderlang, m. ein mensch mit zerzausten haaren; tschoudern, bei den haaren reiszen, schütteln, schaudern Lexer 224 f.
4) mhd. schoder, schûder, f. roszdecke Lexer handwb. 2, 809.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
schof , als mundartliche nebenform zu andern wörtern.
1) nd. form für schaub, bund stroh Campe, s. dieses theil 8, 2294 ff., in nd. mundarten s. Strodtmann 374b. Richey 235. brem. wb. 4, 667 ff. Schütze 4, 58. Dähnert 411b. Stürenburg 223a. ten Doornkaat Koolman 3, 130a. Woeste 231a. Klein

[Bd. 15, Sp. 1439]


2, 140. nd. korrespondenzbl. 10, 43. 13, 46: manipulus ein buschele, so grosz, als es einer in der hand fassen mag, belg. een schoof. Calepin (1570) 904. auch in mitteldeutschen mundarten s. Frommann 6, 18 (in der Eifel), 280, 11 (rheinfränk.); siebenb. schôf, plur. schêf bund stroh oder maisstengel 120. in der nhd. schriftsprache: schoof, m. fascis spicarum garbe, schoofstroh fascis straminis, schoeb Schottel 1407. — so besonders technisch, im wasserbau ein bund stroh oder ried von gewissen besticke Jacobsson 4, 36a.
2) in glashütten mehrere kleine glastafeln zusammengebunden oder eine ganz grosze tafel Campe (von 1 ausgehend?).
3) die aus einer brut entstandenen wilden gänse oder enten, kettenenten Kehrein weidmannsspr. 263. Thüngen waidm. pract. 308; ist ein schoof graugänse noch nicht getrieben und noch nicht beschossen worden. 235; nd. auch en schouf höiner nd. korrespondenzbl. 7, 55.
4) mundartlich (alemann.) für schaf (s. th. 8, 1992 ff.), so z. b.:

und ain junger, der nit mag nollen,
und ain altsz schof on wollen. fastn. sp. 695, 9.


5) ganz unklar ist: ein hennenei galt 9 d. ... zwei schof gab man umbe ein ei, ein bette galt 5 sol. d. städtechron. 8, 53, 12. im glossar wird darin zweifelnd ein getreidemasz vermutet, vgl. DWB schaff 3, theil 8, 2015 und schoff 2; doch würde der sinn zu der ganzen schilderung einer theuerung nicht gut passen. vielleicht hat man also doch an schaf zu denken, das, freilich in Ostfriesland, auch als bez. einer silbermünze vorkommt, siehe DWB schaf 5, c (theil 8, 1998).
6) schof, n. erdichtung. die altwestgerman. bezeichnung des dichters und der dichtung, vgl. ags. scop, m. dichter, ahd. scof, scopff, scoph, scopf, schof nubila(r) vel poesis, commentum, ludibrium, dazu psalmscof (Isidor 33, 20. 43, 21 Hench), scofleod, scofsanc, schophlîch poeticus, scopphên dichten Graff 6, 454 f.; mhd. schof erdichtung, schofsanc tragedia vel comedia Lexer handwb. 2, 766; schophbuoch, gedichtbuch, schophen dichten 771; zur etymologie vgl. J. Grimm kl. schr. 6, 155, der zusammenhang mit schöpfen und schöffe annimmt. bereits frühmhd. erloschen.
7) als nebenform zu schief, adj., s. th. 8, 2681: schief aliâ etiam dialecto effertur schef, et schöf, curvatus .. schöfe spitze, cuspis curvata Stieler 1779.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
schofar, s. DWB schofer.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
schofel, adj. schlecht, armselig, erbärmlich, von dingen, abgetragen, vom anzuge; von menschen mit bezug auf die gesinnung, schlecht, verächtlich, gemein, niedrig, niederträchtig, kleinlich, lumpig Adelung. Krünitz 147, 604. eigentlich jüdischdeutsches wort, aus dem hebr. (rabbinischen) (schâfêl, in jüdischer aussprache schôfel und schaufel) stammend, s. Avé-Lallemant 4, 475. 603. Weigand 2, 628. in mundartlicher rede weit verbreitet, s. Hunziker 229. Seiler 262b. Schmeller 2, 386. Castelli 250. Schöpf 643. Lexer 225. Albrecht 209a. Spiesz 225. Jecht 99a. Kleemann 20a. Bernd 274. Frommann 5, 292 (Fallersleben). Stürenburg 232b. ten Doornkaat Koolman 3, 130a. im engl. zu schowful entstellt Andresen volksetymol.4 45. in der nhd. schriftsprache etwa seit mitte des vorigen jahrh., vgl. noch Kluge studentenspr. 123b f. von den wörterbüchern zuerst bei Adelung aufgeführt als 'in der gemeinen sprechweise einiger gegenden üblich'. belege aus der litteratur: dieses (das gefolge Geszlers) war sonst vom volkshumor ziemlich schofel und wild, und besonders der tyrann sehr fratzenhaft und lächerlich dargestellt worden. Keller 1, 362; das fräulein bemerkte freundlich, dasz sie ihre eigene und beste leibgewandung herüber gebracht und das ältere zeug jenseits gelassen habe, um auf dem fremden gebiete nicht allzu schofel zu erscheinen. 2, 109; dasz der general Chanzy ein gründlicher Preuszenfeind ist, wuszte man längst; aber man hatte ihn eines so schofeln ausfalls doch nicht für fähig gehalten. neue preusz. zeitung 1872, 128 s. 2a;

als Bavs, des reimers, liebchen
in letzter nacht
ein abgestandnes bübchen
zur welt gebracht,
so rief Pasquin: o schande,
der schofle mann!
er bringt auch nichts zu stande,
das leben kann.
Pfeffel poet. vers. 3, 137.

 

schoder
1)  bair. österr. wort, auch schotter, schutt, anhäufung von sand, kies, steinen oder mauerstücken Campe. Schm. 2, 487. Höfer 3, 111. Castelli 249. Schöpf 642. Klein 2, 138. dazu schoderig, adj.,
2)  in der gaunersprache bildlich für kleingeld, scheidemünze Avé-Lallemant 4, 603. Castelli 281.
3)  kärntn. tschouder, tschûder, zerzaustes, buschiges haar, dazu tschoudret, adj.; tschàderlang, m. ein mensch mit zerzausten haaren; tschoudern, bei den haaren reiszen, schütteln, schaudern Lexer 224 f.
4)  mhd. schoder, schûder, f. roszdecke Lexer
 
schof
1)  nd. form für schaub, bund stroh Campe,
2)  in glashütten mehrere kleine glastafeln zusammengebunden oder eine ganz grosze tafel Campe (von 1 ausgehend?).
3)  die aus einer brut entstandenen wilden gänse oder enten, kettenenten Kehrein
4)  mundartlich (alemann.) für schaf (s. th. 8, 1992 ff.), so z. b.: und ain junger, der nit mag nollen, und ain altsz schof on wollen.
5)  ganz unklar ist: ein hennenei galt 9 d. ... zwei schof gab man umbe ein ei, ein bette galt 5 sol. d. städtechron. 8, 53, 12. im glossar wird darin zweifelnd ein getreidemasz vermutet, vgl. schaff 3, theil 8, 2015 und
6)  schof, n. erdichtung. die altwestgerman. bezeichnung des dichters und der dichtung, vgl. ags. scop, m. dichter, ahd. scof, scopff, scoph, scopf, schof nubila(r) vel poesis, commentum, ludibrium, dazu psalmscof (Isidor 33, 20. 43, 21 Hench), scofleod, scofsanc, schophlîch
7)  als nebenform zu schief, adj., s. th. 8, 2681: schief aliâ etiam dialecto effertur schef, et schöf, curvatus .. schöfe spitze, cuspis curvata Stieler 1779.