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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schnuder bis schnüderling (Bd. 15, Sp. 1383 bis 1384)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schnuder, f., gleichbedeutend mit dem vorhergehenden: reuma, die schnuder Dief. 497b; wer hat die schnuder, der sol wenig eʒʒen und sol sich vor kalten drüncken hütten,

[Bd. 15, Sp. 1384]


so vergat sy im schier. quelle bei Schm. 2, 573; knoblauch ist nutzlich den hünern, so den zipff oder die schnuder haben. Tabernaem. kräuterb. 874 F; daneben aber als grober ausdruck für rüssel, schnauze, nase Lexer 224; in der form schnudern bei Schmeller a. a. o. auszerdem begegnet neben schnuder die form schnudert: schnudert, f. catarrus Dief. 106b, flegma, snudrot 239b, catharrus, schnudert nov. gl. 79b, sunderote (statt snuderote), flegma 177a; vgl. Graff 6, 845.
 
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schnuderbeere, f. die heidelbeere, vaccinium myrtillus Stalder 2, 345.
 
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schnuderblume, f. ornithogalum umbellatum(bere) Pritzel-Jessen.
 
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schnuderbube, -bub, m. rotziger bengel, vorlauter bursche, alemannisch als schimpfwort gebräuchlich, vgl. Stalder 2, 345. Hunziker 248. Seiler 261b: als ob die sieben weisen schnuderbuben gegen sie wären. Gotthelf Uli d. knecht (1841) 215.
 
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schnuderer, m. proprie rheumaticus, gravedinosus, naribusque stridulus ac praeterea reprehensor, obstrepens, carptor morum Stieler 1906 (wol wie das vorhergehende im sinne von vorlauter bursche) Stieler 1906. schnuderer, einer der durch die nase redet Frommanns zeitschr. 3, 133 (fränk.-hennebergisch); s. schnudern. bei Campe auch für schnuderfisch.
 
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schnuderfisch, m. eine art der kropffische: orbis scutatus, ein schnuderfisch, ein schnottolf. Forer fischb. 84b; die bezeichnung erklärt sich wol aus folgender bemerkung: so er (orbis oblongus) den angel verschluckt, oder sonst mit dem garn umbzogen, sol er sein schnuder herausz kotzen, sich damit besudlen und schlipfferig machen, sich zusamen ziehen in ein kugel, und sich also herausz schwingen. a. a. o. 85b; vgl. schnottfisch, schnottolf.
 
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schnuderhahn, m. mundartliche bezeichnung des truthahns Woeste 247a.
 
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schnudericht, adj. rotzig, schnupfig: schnoder-, schnudericht, moccioso Kramer deutsch-ital. dict. (1702) 2, 634a; wenn nun die pferde kröpfen, so bekommen sie beulen auf dem leibe und werden gar schnudericht, dasz ihnen der rotz zur nasen ausläuft. Colerus hausb. 273; vgl.snudrot, flegmaticus voc. von 1482 bei Lexer mhd. handwb. 2, 1044.
 
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schnuderig, adj. wie das vorhergehende wort: schnuderig, mucosus Maaler 360a; schnudrig, mucosus Steinbach 2, 482; schnüderig, geschnüderig, rotzig, schleimig von einer brühe, suppe Stalder 2, 345; schnuderig, mit rotz beschmiert Seiler 261b. Schm. 2, 573; ebenso nd. snuederig Woeste 247a.
 
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schnuderkengel, m. herabhängender rotz: ein weiszer schnuderkengel hanget jm an der nasen. Maaler 360a; vgl. DWB kengel 6, theil 5, sp. 530.
 
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schnüderling, m. wie das vorhergehende wort Schmeller 2, 573. Stalder 2, 345, schnüderlig Hunziker 228, sternschnüderling, sternschnuppe Schm. a. a. o.