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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schnudelicht bis schnuderbube (Bd. 15, Sp. 1383 bis 1384)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schnudelicht, schnudelig, schnudlig, schnuddlig, adj. rotzig, schmierig, unsauber. im eigentlichen sinne (vgl.schnudel): schnudelecht, reumaticus Dief. 497b; schnudelicht, moccioso Kramer deutsch-italien. dict. (1702) 2, 634a, schnuddlig, schmierig, unsauber Albrecht 205b; snudeloht in übertragener anwendung im renner des Hugo v. Trimberg, vgl. Lexer mhd. handwb. 2, 1043.
 
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schnudeln, verb. in eigentlichem sinne (s. DWB schnudel), rotz aus der nase flieszen lassen, den rotz in der nase geräuschvoll hochziehen, durch die gefüllte nase schnaufen u. ä., vgl. Kramer deutsch - ital. dict. (1702) 2, 633c. mundartlich in verschiedenen abgeleiteten bedeutungen: beschnudeln, beschmutzen, besudeln Drechsler W. Scherffer 236; sich beim essen gesicht und kleider beschmutzen Lexer 224; eilfertig, obenhin verfahren Schm. 2, 573; durch die nase reden Reinwald 2, 114; sehr hurtig und mit unaufhörlich sich bewegenden lippen reden Frommanns zeitschrift 2, 464; schnudeln, geschwind und schlecht arbeiten; schnudeln und hudeln, schlecht, unverständlich lesen Klein prov.-wb. 2, 137; schnudeln, liederlich leben, sich in den kneipen herumtreiben Jecht 98b; nd. snudeln, küssen brem. wb. nachtr. 321; snudeldanz, tanz, bei dem geküszt wird. ebenda; über nd. snuddeln vgl. nd. korrespondenzbl. 3, 48.
 
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schnudelnase, f. rotznase, auch von einer person: schnudelnase, naso moccioso Kramer deutsch-ital. dict. (1702) 2, 634a; schnuddelnasz Schmidt 205.
 
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schnudeltuch, n. schnupftuch (s. DWB schnudel und schnudeln): jr schnudelthuch welchs allzeit bereit und fertig ist. Fischart bienenk. 200b.
 
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schnudelwerk, n. unordentliches werk, treiben: schnudel und sudelwerk. Nigrinus widerl. A 1a.
 
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schnude, schnuden, s. DWB schnaude, DWB schnauden sp. 1205.
 
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schnuder, m. (daneben schnoder, schnudder, niederd. snodder, vgl. auch schnudel, schnodel), schnupfen, rotzflusz, der rotz selbst, besonders wenn er aus der nase hängt. über die verwandtschaft des wortes vgl. oben unter schnauden sp. 1205: flegma, schnuder Graff 6, 845, catarrus, schnuder Dief. 106b, mucus, schnuder 369c, reuma, schnoder, schnuder 497b, screatus, snuder, schnuder 520c; schnuder (der) nasenrotz, mucus, myxa Maaler 360a; schnuder, m. mucus, rotz Schottel 1406; schnoder, schnuder, der, mucus, humor narium, pituita, phlegma, destillatio, fluxio, catarrhus Stieler 1906; einem der schnoder ò schnuder aus der nase flieszen. Kramer deutsch - ital. dict. (1702) 2, 634a; schnuder (der), mucus narium Steinbach 2, 482; vergl. zur landschaftlichen verbreitung des wortes Schm. 2, 573. cimbr. wb. 234a. Zingerle 52a. Lexer 224. Stalder 2, 345. Hunziker 228 (hier auch im sinne von 'unreifer, noch flüssiger nuszkern'). Seiler 261a. Klein prov.-wb. 2, 137 (Appenzell). Vilmar 365. Bernd 273. Woeste 247a. rotz: dem gond z der nasen an dem morgen herausz wüster schnuder, und ausz dem mund wüste knyllen. Keisersberg sünden des munds 9d; Matz hast ein hembd an, so wisch mein schnuder und strauchen dran. Fischart Garg. 152a;

speit um sich, und warf schnuder aus. 2, 54, 2013 Kurz.

schleim im rachen: denn so er (ein fisch) den angel verschluckt, ... sol er sein schnuder herausz kotzen. Forer fischb. 85b. im sinne von schnupfen, verschleimung: vom schnuder oder schnuppen. Wirsung arzneib. 82 (1572); der schnuder ist eine schwäre unrechtmäszigkeit desz hirns, in welcher dasselbige ein grosze mänge einer dicken zähen feuchtigkeit in die naszlöcher von sich verschickt, und dasselbige eine zeitlang für und für ohne einiges auffhören gleich wie ein brunquell, so stätigs fleust. Uffenbach neues roszbuch (1603) 2, 62; engbrüstigkeit, schnuder, keichen, lungensucht. Thurneisser von wassern (1612) 193; etliche nennens den zips, pips, rotz, schnuder oder schnuppen, davon ihnen (den hühnern) die nasenlöcher verstopft werden. Colerus hausb. 381. im thür. ist schnuder, m. im sinne von penis bezeugt Hertel sprachsch. 219.
 
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schnuder, f., gleichbedeutend mit dem vorhergehenden: reuma, die schnuder Dief. 497b; wer hat die schnuder, der sol wenig eʒʒen und sol sich vor kalten drüncken hütten,

[Bd. 15, Sp. 1384]


so vergat sy im schier. quelle bei Schm. 2, 573; knoblauch ist nutzlich den hünern, so den zipff oder die schnuder haben. Tabernaem. kräuterb. 874 F; daneben aber als grober ausdruck für rüssel, schnauze, nase Lexer 224; in der form schnudern bei Schmeller a. a. o. auszerdem begegnet neben schnuder die form schnudert: schnudert, f. catarrus Dief. 106b, flegma, snudrot 239b, catharrus, schnudert nov. gl. 79b, sunderote (statt snuderote), flegma 177a; vgl. Graff 6, 845.
 
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schnuderbeere, f. die heidelbeere, vaccinium myrtillus Stalder 2, 345.
 
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schnuderblume, f. ornithogalum umbellatum(bere) Pritzel-Jessen.
 
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schnuderbube, -bub, m. rotziger bengel, vorlauter bursche, alemannisch als schimpfwort gebräuchlich, vgl. Stalder 2, 345. Hunziker 248. Seiler 261b: als ob die sieben weisen schnuderbuben gegen sie wären. Gotthelf Uli d. knecht (1841) 215.