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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schnörkelchen bis schnorken (Bd. 15, Sp. 1379)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schnörkelchen, n.: die linien beym anfange gefallen mir nicht, und ich hatte ausdrücklich alle schnörkelchen, von was für art sie auch sind, verbeten. Lessing 13, 621.
 
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schnörkelcirkel, m., s. DWB schnörkel zu anfang.
 
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schnörkelei, f. stets in tadelnder bedeutung, im verbalen sinne: unterlasz alle schnörkelei (alles gesuchte verzieren) beim schreiben, singen; auch von den verzierungen selbst: die schnörkeleien der schrift. übertragen: menschen, welche etwas besseres und tieferes ahnen und wünschen, werden sich, wie ich glaube, mehr und mehr aller lächerlichen äuszerlichkeiten enthalten ... je weiter sie aber noch davon entfernt sind, desto mehr klammern sie sich an solche schnörkeleien. Keller 1, 208.
 
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schnörkelhaft, adj. zu schnörkel gebildet, meist in tadelndem sinne, sodasz das krause, unruhige, übertriebene, verworrene der gewundenen formengebung oder linienführung hervorgehoben wird. im eigentlichen sinne:

verbrännt gestein, bemodert, widrig,
spitzbögig, schnörkelhaftest, niedrig.
Göthe 41, 108;

als ich kurz vorher einige schnörkelhafte spiegelrahmen getadelt .. hatte. 25, 225; eine schnörkelhafte uhr. Keller 1, 59; freier: in einem etwas schnörkelhaften stile gebaut. Gutzkow ritter v. geist 1, 277; übertragen: zu dem schnörkelhaften inhalt seiner vorträge (über heraldik). Freytag handschr. 2, 177.
 
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schnörkelig, adj. wie das vorhergehende wort.
 
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schnörkeln, verb. in gewundenen linien, formen ziehen oder gestalten, meist in tadelndem sinne zur bezeichnung eines unschönen übermaszes, der geschmacklosigkeit, einer gewissen verworrenheit (vgl. verschnörkeln). Kramer deutsch-ital. dict. (1702) 2, 634a bietet die formen schnorcheln, schnörcheln, schnörckeln, vergl. oben unter schnörkel. Voss hat schnirkeln (s. unten), nd. snürkeln Woeste 247a. mit dem acc.: ornamente, buchstaben schnörkeln u. ähnl. übertragen: andre schwitzen am drehbret, wollen neue verfassungen und sitten schnörkeln. Fr. Müller 2, 21. viel gebraucht wird das part. geschnörkelt: seltsam geschnörkelte marmorvasen. Göthe 28, 116; jene geschnörkelten giebel. 44, 148; geschnörkelte beete, initialen u. s. w. übertragen: geschnörkelte komplimente, geschnörkelte sprache, melodie und ähnl.; sich schnorcheln, schnörcheln, schnörckeln, sich winden bei Kramer a. a. o. an etwas schnörkeln:

hier schnörkelt kein gärtner
kunstmäszig am hain.
Salis ged. (1821) 69.

intransitiv, sich seltsam winden, gewundene formen zeigen:

muckt lieber, steif und nett,
durch schnirkelndes bosket.
Voss 5, 233.


 
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schnörkelschrift, f.: zuverlässig hatte der schreiber des briefes nicht geahnt, welche aufregung seine verblichene schnörkelschrift unter späten enkeln hervorbringen würde. Freytag handschr. 2, 302.
 
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schnörkelwerk, n.: Schoppe horchte mit einem fatalen kräusel- und schnörkelwerke auf dem gesichte zu. J. Paul Titan 1, 20; was sonst im stück vorgeht und schlechterdings nicht passen will, ist lediglich symbolisch, änigmatisch und pure ironie, auch allenfalls nur schnörkelwerk, nur blauer dunst. Mörike maler Nolten (1890) 1, 203.
 
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schnörkelzug, m. Campe; schnörkelzug am ende einer unterschrift u. ähnl.
 
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schnorken, verb. schnarchen, s. oben schnarchen sp. 1178.
 
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schnorken, verb. im thüringischen im sinne von wanken: eins schnorkte hin, das andre her. Hertel sprachschatz 218; schnorkig, adj. spaszhaft, schnurrig. ebenda.