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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schneckeln bis schneckenbrühe (Bd. 15, Sp. 1216)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schneckeln, verb. oberd., dim. zum verbum schnecken, langsam wie eine schnecke kriechen, dahin schleichen. Schm. 2, 567; mundartlich im bairischen putzen, zierlich ankleiden. ebenda; in der weidmannssprache für knappen beim auerwilde. Behlen 5, 511.
 
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schnecken, verb. langsam wie eine schnecke kriechen; dann überhaupt sich langsam fortbewegen. Schm. 2, 567. reflexiv: in einem solchen zustande schneckte sich die zeit nur langsam fort. Plant acad. liebe 265. unpersönlich: seht doch, was kommt denn dort vom wald herauf gezottelt? schneckt's nicht daher, wie ein lahmer karngaul? Tieck 3, 138;

ob es schnecke, ob es fliege,
endlich ist es doch vorbei.
Rückert (1882) 2, 51.

als hinschnecken: jahre werden hinschnecken und ich immer nicht der deine seyn. V. Weber sagen 4, 21.
 
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schneckenart, f. 1) eine art der schnecken. 2) die art und weise der schnecken; im sprichwort: er ist von schneckenart, er bewegt sich, handelt langsam wie eine schnecke; auch er trägt alles das seinige bei sich, wie eine schnecke ihr haus, omnia secum portat. Eiselein 553.
 
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schneckenartig, adj. und adv.
1) die art und weise der schnecken habend: dieses ungeheure schneckenartige thier (die grosze bisam-sprutte) hat veranlassung zu noch ungeheureren fabeln gegeben. Oken 5, 537.
2) der gestalt eines schneckenhauses entsprechend. bildlich: der zirkel unserer ideen zieht sich schneckenartig, immer in engere kreise, nach einem unmerklichen punkt hin. Sturz 1, 199.
 
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schneckenauge, n.
1) das auge einer schnecke, im vergleich: wer ihn in seinem nachlässigen aufzuge, einen breiträndigen schwarzen hut auf das kahle haupt gestülpt, schlottrigen ganges durch die straszen rennen sah, die augen vom beständigen suchen und spähen wie schneckenaugen rund vorgequollen, als ob sie alles sichtbare zu betasten strebten .. Heyse kinder der welt 2, 76.
2) in übertragener bedeutung, der mittelpunkt einer schneckenlinie, einer nach art einer schneckenlinie gebildeten verzierung, franz. oeil de volute. Jacobsson 4, 17b.
 
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schneckenberg, m. kleiner berg oder hügel, auf dem die eszbaren schnecken aufbewahrt und gemästet werden. Jacobsson 7, 258a; colliculus ad nutriendas cochleas. Frisch 2, 212c.
 
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schneckenblut, n. das blut oder der saft einer schnecke: die alte fromme sage, dasz die hand, die den saamen dazu ausgestreuet, sich siebenmal bey jedem wurfe in schneckenblute waschen müssen. Lessing 10, 38; in den nachklängen der lügenmärchen:

nembt ein loth blawes von den wolckn,
dasz durch ein steinbock sey gemolcken,
und nembt auch ein halb pfund krebsfaist!
dasselb in schneckenblut eynbeist!
Ayrer 2544, 4 Keller.

sprichwörtlich, von einem langsamen menschen: er hat schneckenblut. Wander 4, 291. gewöhnlich von dem saft der purpurschnecke gebraucht, aus dem die purpurfarbe hergestellt wird:

lasts seyn, dasz wir bereits das theure schnecken-blut,
den ewigen asbest und reiches glasz vermissen!
Günther 654;

dir (Theodosius) musz das schnecken - blut in Tyrus kessel schäumen. 975;

der wände zierrath war getäffelt ceder-holtz,
disz stand mit teppichen und seidnen decken stoltz,
die noch von schnecken-blut und scharlach-saffte trieffen. 1070;

zumal an einigen (blättern der weinrebe), die aus der maszen schön,
vermogt mein auge sich nicht satt zu sehn,
die gantz zinnober-roth, wie reines schnecken-blut.
Brockes 1 (1739), 218;

kein dunckel rother sammt, kein purpur-schnecken-blut
ist voller, kräfftiger, gläntzt prächtiger und flammt
in so gefüllter zier. 3 (1739), 560.


 
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schneckenbohne, f. phaseolus caracalla. Nemnich 5, 515.
 
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schneckenbohrer, m. bohrer mit schneckenförmig gewundener spitze, terebra cochleatim in ligna penetrans. Frisch 2, 212c.
 
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schneckenbrecher, m. name für den fisch sparus ovis. Oken 6, 234.
 
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schneckenbrühe, f. brühe von gekochten schnecken, jusculum, saporem coctarum cochlearum referens. Frisch 2, 212c.

 

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11) falschwitzig
 ... falschwitzig , nach seiner art, falschwitzig, bisweilen schmutzig. Ramler dichtk. des Hor. s. 85 .
 
12) fein
 ... ; so ist sie auch fein schmutzig fett, dasz allzeit ihr anklebt das bett.
 
13) flaum
 ... möglich. unter den heutigen mundarten ein nd. adj. vlaum schmutzig, trübe von wasser und auge ( Schambach 271 b
 
14) flecksiedern
 ... flecksiedern , schmutzig wie ein flecksiedern wammesz. Schwabe tintenf. A 5
 
15) fotze
 ... penis und praeputium. Was die deutung dieser beiden, schmutzig angelaufenen wörter belangt, so nehme ich auch für sie den
 
16) fuchser
 ... Stalder 1, 401 . 2) ein schmutzig geiziger, ein knicker. in Tirol ( Schöpf 158 ).
 
17) fud
 ... schwache biegung angenommen. Dasz dasselbe im nhd. ein schmutzig angelaufenes, in anständiger sprache durchaus gemiedenes ist, wurde schon sp.
 
18) fut
 ... 1) cunnus, vulva. dies die richtige schreibung des als schmutzig geltenden und darum gemiedenen wortes; doch wird, da wir zur
 
19) garstig
 ... noch heute auch abschreckend überhaupt. 4) schmutzig im sittlichen sinne. a) unsittlich, namentlich auch '
 ... schimpft, räsonniert u. ä. c) schändlich, gemein, schmutzig, niedrig überhaupt, im gegensatz zu ehre, sitte u. ä.:
 ... alle garstig - geizige, sordide avari. 147 ( jetzt schmutzig geizig), vgl. unter II, 1, e; dis ist
 ... Aber auch oberd.: kärnt. gaschtik ( neben garstik), garstig schmutzig, häszlich Lexer 108 , schwäb. gastig
 
20) genetzt
 ... mitbruder, der ( beim essen ) bis an den rückgrat schmutzig und bis auf die knochen genetzt erscheint. Göthe
 
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