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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schnatterliese bis schnatz (Bd. 15, Sp. 1196 bis 1199)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schnatterliese, f. schnatterhafte, schwatzhafte person. Frischbier 2, 302b. Bernd 271, vgl. DWB schnatterhans. ähnliche bildungen sind nd. snattergret, snaterfik, die auch auf undeutliches sprechen bezogen werden. korrespondenzbl. des vereins für nd. sprachf. 9, 87a. vgl. DWB schnattern 3 am ende.
 
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schnattermaul, n. schnatterhaftes maul, schwatzhafte person, plappermaul, schnader- ò schnattermaul, schnattergusche, plauderer, plaudertasche. Kramer deutsch-ital. diction. 2 (1702), 617a, schnattermaul Bernd 271. Frischbier 2, 302b, schnattermûl Tobler 394a, schnadermaul Hügel 141b. ähnliche bildungen sind nd. snaterbek ten Doornkaat Koolman 3, 240b, snatergat, -lok, -snute brem. wb. 4, 884. vergl. auch schnattertasche.
 
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schnattern, verb. tetrinnire, garrire, mhd. snateren Lexer 2, 1026. 3, 367, schnatteren quelle von 1482 bei Weigand4 2, 614, schnattern Henisch 897, 18. Hulsius 286b. Stieler 1886. 1888. Kramer deutsch - ital. diction. 2 (1702), 616c. Steinbach 2, 473. Wachter 1498. Frisch 2, 212a. Adelung. Klein 2, 133. Kehrein 1, 359. Schöpf 638. Tobler 393b. Jecht 97b, schnatern Lexer kärnt. wb. 223, mnd. snateren Schiller-Lübben 4, 269b, nnd. snatern Strodtmann 218. brem. wb. 4, 884. Dähnert 437a. Schambach 199a. Danneil 199a. ten Doornkaat Koolman 3, 240b, snattern 241a. Mi 82b; mndl. nndl. snateren, schwed. snattra, vielleicht eine lautmalende bezeichnung, vgl. DWB schnatter. daneben schnadern Stieler 1886. Kramer 2, 616c. idiot. austriac. 116. Hügel 141b. Castelli 247. Schm.2 2, 584. Birlinger wb. z. volksth. 82. Stalder 2, 338. Hertel sprachsch. 213, so auch bei Lessing und Schiller bezeugt (s. unten 1 und 3), schnaddern Steinbach 2, 472, nd. snaddern Danneil 199a. Frommanns zeitschr. 5, 294, umgelautet schnäderen Maaler 397a. Stalder 2, 338. Tobler 394a. Hunziker 227. Seiler 258b, schnättere, schnarren, knarren, heftig zuschlagen 259b, nd. snetern, snätern, schmettern, rasseln, klirren ten Doornkaat Koolman 3, 243a, weitergebildet schnätterla Frommanns zeitschrift 3, 303 (Vorarlberg), schnäderla, schnätterla Tobler 394a, mit anderem suffix schnadelen, schnatteln (im sinne von 2) Stalder 2, 338, im sinne von 3:

wird man an dir nicht auch was tadeln,
das bringst zuwegen mit deim schnadeln?
Kirchhof wendunm. 3, 68 Österley.

vielleicht gehört auch das östr. schndseln, ahschndseln, abküssen Castelli 247 in diesen zusammenhang. eine einfachere bildung schnatten, schnattern, zu der schnattern im verhältnis eines frequentativs steht, begegnet nur mundartlich. Schröer 203.
1) vom geräusch, das enten und gänse mit dem schnabel machen, schnäderen, wie ein endten, gringrire, glucitare Maaler 359a, enteren, schnatteren Henisch 897, 18, schnattern, idem fere quod schnadern (das nur im sinne von 3 angeführt wird 1886), sed anatum propr. est, et tetrinnire exponitur. Stieler 1888, schnadern ò schnattern wie eine gans. Kramer deutsch - ital. dict. 2 (1702), 616c, schnattern, crepitare, rostro sonum edere, wie die gänse in einem bach schnattern. Frisch 2, 212a. Adelung: die ente schnattert. Comenius sprachenthür (1657) 160; die gänse ... schnatterten ihrem brauche nach. Wiedemann gefangensch. nov. 71; die gänse schnadern. Kramer 2 (1702), 616c; dort schnatterte eine gans. Göthe 26, 332;

was haben doch die gense getan
dasz so vil müszens leben lan?
die gens mit irem dadern
da da, da da, da da,
mit irem geschrei und schnadern.
Uhland volksl.2 439 (nr. 206);

in illo tempore sedebat dominus Martinus, o! ho!
bonus ille Martinus inter anseres im stro,
und sie waren alle fro,
ja fro waren sie alle
und schnatterten mit schalle. 440 (nr. 207);

die henne jammert am ufer mit strupfichten federn, und locket
die jüngst gebrüteten entchen: sie fliehen der pflegerinn stimme,
durchplatschern die flut, und schnattern im schilf.
E. v. Kleist 2, 14;

[Bd. 15, Sp. 1197]



schnatternden enten ein raub.
Zachariä 1, 293;

ja, du trinkst und singst dazu.
neider nennen es zwar schnadern;
aber, ente, ich und du
wollen nicht um worte hadern.
Lessing 1, 67;

wird nicht der gänse schnattern, nicht das knurren
der thüren, das gebell
der hunde, dich verrathen?
Göckingk lieder zweier liebenden 51;

denn im frühjahr sorget sie schon, im hofe die küchlein
bald zu erziehen und bald die schnatternden enten zu füttern.
Göthe 1, 342;

da begannen mit schnattern
sie (die gänse) auseinander zu flattern.
Rückert 12 (1882), 9;

hört' ich einen hahn
nur krähen — einen dummen entrich schnattern —
die erde fühlt' ich wieder!
Grabbe 2 (1874), 151.

gnomisch: wenn eine gans schnattert, so schnattern die andern auch. Pestalozzi Lienh. u. Gertr. 3, 117. in verbindung mit verwandten ausdrücken: die gebratnen gänse, die enten, hühner, spanferkel, kälber-, schafs- und ochsenbraten, schnatterten, krähten, grunzten, blökten, brüllten. Klinger 3, 79;

das wiegern, das bölken, das blöken, das tadern,
das qwitschen, das zitschen, das pipen, das schnadern,
als es iedweders natura gelehrt,
lieber der wirt als den dudelbokk hört.
Scherffer 137.

freier: da schnattern sie die lieben psalmen dahin, wie die gense das haberstro. Luther 5, 170a; enten, die aus dem stall zum lang ersehnten futtern schnattern. Arnim schaub. 1, 68;

ihr (der Kypris) nur schnattert das gefieder
von den teichen dank empor.
Bürger 115.

seltener vom storch, schnattern, klappern wie ein storch, crepitare Frisch 2, 212a, von Adelung als oberdeutsch bezeichnet, schon mhd. so, heute meist hier durch klappern ersetzt:

da begunden snateren die bogn
sô die storche im neste.
Wolfram Willeh. 375, 10;

er satzte fur in (der storch vor dem fuchs) ein lauter glas,
daʒ was oben enge und unden wît,
darîn er ze der selben zît
die guoten spîse gôʒ,
die in dem glase alumbe flôʒ,
in der begonde er snatern.
Hugo v. Trimberg renner 5455.

vom frosche:

di (spötter) snaterent den abent unde den morgen
alse der froske in dem horewe.
Diemer deutsche ged. des 11. u. 12. jh. 38, 17.


2) als bezeichnung des ähnlichen geräusches, das beim menschen durch das aufeinanderschlagen der kiefer entsteht, schnattern, mit den zähnen klappern, stridere dentibus. Chytraeus bei Frisch 2, 212a, nach Adelung nur nd. als snatern, snätern (so brem. wb. 4, 884), doch auch in hd. mundarten üblich, schnadeln, schnatteln, schnadern, schnattern Stalder 2, 338, schnattera, schnätterla Frommanns zeitschrift 3, 303 (Vorarlberg), schnattern Kehrein 1, 359. Weinhold 86b und bei hd. schriftstellern bezeugt: wie wird er das klappern und das schnadern an den zehnen bekommen haben? Dornav amphitheatr. (1619) 1, 590; schnatterte und klapperte mit den zähnen. Pierot 1, 158; du schnatterst ja, als ob du das fieber hättest. Wieland 11, 163 (Sylv. 3, 1); warst du nicht eben die memme die anhub zu schnadern als sie riefen: der feind kommt? Schiller räuber schausp. 4, 5;

eh' mich greisen
ergreift im moore nebelduft,
entzahnte kiefer schnattern
und das schlotternde gebein.
Göthe 2, 69.

nd. dat snätern der täne, das zähneklappern brem. wb. 4, 884; snätern vor kulde ebenda; ik frere, dat mi de täne im koppe snätert. ebenda. davon snattertannen, mit den zähnen klappern ten Doornkaat Koolman 3, 241a.
3) häufiger mit scherzhafter übertragung für 'unnütz und rasch reden, plappern', eine seit alter zeit auf hd. und nd. sprachgebiete weit verbreitete anwendung, garrulare, snateren Dief. 258a, sneteren nov. gl. 189b, schnatteren, inepte et odiose garrire, instar anatis Henisch 897, 18, schnattern, waschen, schwätzen Hulsius 286b, schnattern, blaterare, solutissimae linguae esse Stieler 1886, barbare, et incondite loqui, rusticius sermocinari 1888, more anseris loquor Steinbach 2, 473, schnattern, vom laut der plauderhafften weiber den sie mit schwätzen machen, blatterare Frisch 2, 212a. Adelung, mundartlich in verschiedenen formen, s. oben das formale. den bedeutungsübergang veranschaulichen stellen gleich der folgenden:

wann alte weib und enten,
gehörend in ainen see,
was sol man dran verquenten,
kain vich das snattert mê.
Osw. v. Wolkenstein 31, 4, 40.

[Bd. 15, Sp. 1198]


dann allgemein in obigem sinne: bistu in einem closter, so schest du die tröst auch die pfeiffhelderlin den gantzen tag, schnaderen und clapperen und würt darnach ein gewonheit darausz. Keisersb. narrensch. 111a; garruli oder häher, welche in die zwybelpfeiffen blasen, das ist: nichts denn plaudern und schnattern können. Kirchhof wendunm. 1, 5 Österley; da sie aufhöret zu schnattern, erzeiget sich ihr der bischof als glaubet er ihr. Bebel facetiae verdeutscht (1589) 277b; uns ist mit deim schnattern nicht gedienet. H. Jul. v. Braunschweig 64, 126 (Sus. 2, 3) Holland; lasse die leute schnadern bisz sie müde werden. Lazarillo de Tormes 123; fangen wieder mit einander an zu schnattern. Weise comöd. 228; er kan braf schnattern, lingua celebri et exercitata est. Stieler 1886; die weiber thun nichts dann schnadern, wann sie beysammen seynd, le femine non fanno che cicalare etc. quando sono frà di loro. Kramer deutsch-ital. dict. 2 (1702), 616c; das maull geth ihnen nit anderst als wie ein gensz-arsch, und da schnaderns hindereinander weck, dasz dem geyer dafür grausen thuet. Schwabe tintenf. 51; ein schnatterndes gewühl und lachen erfüllte auf einmal wieder den saal. Eichendorff (1864) 2, 148; aber das plappert und schnattert und fragt und unterbricht. Grillparzer (1887) 9, 249;

so ein gevater gen irn gevatern
beginnet snatern über den gatern.
Hugo v. Trimberg renner 18228;

eyn frow ist worden bald ein hätz
wann jnn sunst wol ist mit geschwätz
und lyplep, schnädern, tag und nacht.
Brant narrensch. 64, 21;

de (vorspraken, advokaten) konen snateren seer behende
und hefft doch vaken eynen beschetten ende. dat nye schip von Narragonien 1726 Schröder;

als sie (die gesellen) sich nun lang haderten
und mit einander schnaderten.
Waldis Esop 2, 24, 10 Kurz;

nu laszt uns gehn, hort auf zu schnattern,
wir wollen heut werden sein gevattern
und ihm bringen gut patengeld.
Pape Christiani hominis sors (1617) E 7a;

von etwas schnattern, davon, darüber schwatzen: aber unsere weiber schweigen entzwischen, doch höre ich sie schon wiederum schnadern, zwar nicht von sich selbsten, auszer, wann ihr eignes lob, nutz und ehr, darbey unterlauffet, sondern nur von andern ihres gleichen. Abele künstl. unordnung (1670) 89; (er) holte bei den mädchen nur noch dieses nach: 'ihr seid ein paar gänse und werdet in der kirche nur von eurem lumpenkrame schnattern'. J. Paul Tit. 2, 47. mit pronominalem factitiven object: was schnaderstu? quidnam friguttis? Stieler 1886. häufiger mit solchem objectsaccusativ neben richtungsadverbien wie daher, heraus, hinein, zusammen: darmit meinte er seine schendtliche sodomitische bossen, welche ehr auffs eusserste und frey herausser schnadert. Kirchhof wendunm. 1, 273 Österley; dasz m. Bernhard Schmid etwas daher schnattert, .. dasz musz ich geschehen lassen. Schuppius 800; hier empfangen sie einander und schnattern vielerley zusammen. Weise comöd. 225; er schnattert so was daher, verba multa, inornata, et strepentium sine modo graculorum similia blaterat. Stieler 1888; schnattert nicht so ungewaschenes zeug hinein. Eichendorff (1864) 2, 551. mit äuszerem object neben derartigem zusatz:

statt pulverblitz und knattern
aus jedem wüsten haus
gevattern sehn und schnattern
alle lust zum land hinaus. 1, 256.

ähnlich: ich glaube, sie hat das ganze dorf zusammen getrieben, damit sie Jobsen zu tode schnattern sollen. Weisze kom. opern 2 (1768), 169. vereinzelt erscheint das wort in der verwandten bedeutung 'durch die nase sprechen': er schnadert, hat eine schnadernde rede, egli parla del naso. Kramer deutschital. dict. 2 (1702), 617a.
4) seltener in allgemeiner anwendung von lauten, die dem schnattern der gänse, enten ähnlich sind, schnattera, schnätterla, knacken, knappen, knistern Tobler 394a, schnättere, schnarren, knarren, 'tür schnättere, die thür zuwerfen, auch intransitiv vom zufallen der thür Seiler 259b, niederd. snetern, snätern, rasseln, klirren, schmettern ten Doornkaat Koolman 3, 243a: in der nacht hörten wir etwas schnättern; da war neben uns ein weyer, den hat man den tag abgelassen, und sprungen die fisch auf der mauer. Th. Platter 54. in Appenzell sagt man: wenns i-der wand schnatteret, so sterbt neber. Tobler 394a.

[Bd. 15, Sp. 1199]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schnattertafel, f. die in klöstern und sonst in der karwoche statt der glocke übliche tafel. vgl. DWB tafel 2 unten theil 11, 14 und schnattern 4: sy wissend nit wie sy das gewand an sullend schneiden das wol bereyt sey z der hoffart, und mit schneblen an den schchen und holzschchen, und gan ainher schnateren, man dorft kainer schnatertafel an dem karfreitag, wen man sy het an dem weg. Ingold golden. sp. 68, 3 Schröder.
 
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schnattertasche, f. schnatterhafte, schwatzhafte person Hertel thür. sprachsch. 216, snderdsche ders. Salz. wb. 41, nd. snatertaske Strodtmann 219, snätertasch Danneil 199a, snaddertasche Frommanns zeitschr. 5, 294 (Fallersleben). vgl. DWB schnatterbüchse.
 
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schnatterung, f. das schnattern, garrulitas, loquacitas, atque id. quod schnaderung, facundia odiosa, stolida, et vecors Stieler 1886. 1888, vgl. DWB schnattern 3.
 
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schnatterzunge, f., eine schnatterhafte zunge, femina cicalona, garrula Kramer deutsch-ital. dict. 2 (1702), 617a. vgl. DWB schnattern 3.
 
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schnattfisch, m., s. schnottfisch.
 
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schnättig, adj.
1) fränk.-henneb. schnettig, schneddig, schlank, gerade, gut gewachsen Spiesz 222. Reinwald 2, 112. in Frommanns zeitschr. 2, 170, 10 wird zusammenhang mit schnatte, reis vermutet. s. oben schnat, schnatte 2.
2) im bergbau wird schnättig, schnätig, schnetig neben schneidig gebraucht von gestein, das leicht bricht, leicht zu gewinnen ist Veith bergwb. 424, 425. vielleicht, wie dort angenommen wird, entstanden aus schneidig, schneitig oder verwandt damit. dann könnte das wort dasselbe sein wie 1. vgl. DWB schnatte 1: es wurde anders ein schnättiger gang gehawen, anders ein vester. Bechius übers. v. Agricolas bergwerksb. 82; ein schnättigen gang aber heisze ich diesen, der ausz der erden, unnd auch ausz weichen säfften zusammen gewachsen ist. ebenda; schnetig ist, wenn der gang oder gebirg gut zu gewinnen ist. quelle von 1616 bei Veith 425.
 
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schnättlein, n. junger pflanzentrieb, sprosz, deminutiv zu schnatte 2:

sie (die apfelkerne) fielen in nachbars gärtelein,
es wuchsen ein paar schöne schnättelein.
Mittler volksl. nr. 314, 7 (schlesisch).


 
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schnatz, m. , zu schnatzen, schnätzen gehörig.
1) schnitz Hertel thür. sprachsch. 216. Frommanns zeitschr. 5, 114, 9 (elsäss.), deminutiv schnatzel, schnitzel Hertel a. a. o. daneben mit umlaut schnätz, schnitz Stalder 2, 340, schnetz, schnitt, schnetze, f., schnitte Lexer kärnt. wb. 229, schweiz. ist schnätz auch schnitzmesser Stalder 2, 340. vgl. schnätzer.
2) hess. das geflochtene und um die haarnadel gewickelte haar der frauenspersonen, in Oberhess. auch der kopfputz der bräute, gevatterinnen und zuchtmägde Vilmar 361: die braut sasze auf einem mit tannenzweigen ausgeschmückten wagen, sange und spanne; um sie saszen etwa 6 brautmädgens und sangen mit. alle im schnatze, das ist, blosköpfig mit band und rosmarien geziret, auch zween geflochtenen harzöpfen. quelle von 1757 ebenda.

 

schnattern
1)  vom geräusch, das enten und gänse mit dem schnabel machen, schnäderen, wie ein endten, gringrire, glucitare Maaler 359a, enteren, schnatteren Henisch 897, 18, schnattern, idem fere quod schnadern (das nur im sinne von 3 angeführt wird 1886),
2)  als bezeichnung des ähnlichen geräusches, das beim menschen durch das aufeinanderschlagen der kiefer entsteht, schnattern, mit den zähnen klappern, stridere dentibus. Chytraeus bei Frisch 2, 212a, nach Adelung nur nd. als snatern, snätern (so brem. wb. 4,
3)  häufiger mit scherzhafter übertragung für 'unnütz und rasch reden, plappern', eine seit alter zeit auf hd. und nd. sprachgebiete weit verbreitete anwendung, garrulare, snateren Dief. 258a, sneteren nov. gl. 189b, schnatteren, inepte et odiose garrire, instar
4)  seltener in allgemeiner anwendung von lauten, die dem schnattern der gänse, enten ähnlich sind, schnattera, schnätterla, knacken, knappen, knistern Tobler 394a, schnättere, schnarren, knarren, 'tür schnättere, die thür zuwerfen, auch intransitiv vom zufallen der thür Seiler 259b
 
schnättig
1)  fränk.-henneb. schnettig, schneddig, schlank, gerade, gut gewachsen Spiesz 222. Reinwald 2, 112. in Frommanns
2)  im bergbau wird schnättig, schnätig, schnetig neben schneidig gebraucht von gestein, das leicht bricht, leicht zu gewinnen ist Veith
 
schnatz
1)  schnitz Hertel
2)  hess. das geflochtene und um die haarnadel gewickelte haar der frauenspersonen, in Oberhess. auch der kopfputz der bräute, gevatterinnen und zuchtmägde Vilmar 361: die braut sasze auf einem mit tannenzweigen ausgeschmückten wagen, sange und spanne; um sie saszen etwa 6 brautmädgens und sangen mit. alle