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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schnabel bis schnäbelchen (Bd. 15, Sp. 1142 bis 1146)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schnabel, m. rostrum, hornartig verlängertes maul der vögel und ähnl. den continentalen Westgermanen eigenes wort, ahd. snabul, snapol, snapal, snabil, snabel (Graff 6, 838), mhd. snabel, mnd. snavel, fries. snavel, snavl; zu dem verbum mhd. snaben (vergl. unter schnappen, ebenso unter schnepfe und schneppe) gehörig, urverwandt zu litt. snápas schnabel, vgl. dazu und über vielleicht weitere verwandtschaft zu ags. nebb schnabel, altnord. nef nase Kluge etymol. wb.5 332a. die pluralform ist mhd. theils unumgelautetes snabel, theils mit umlaut snebel; nhd. älter lieber erstere, Steinbach 1, 471 führt sie als die alleinige auf, jetzt hat sich schnäbel fast durchaus festgesetzt. bedeutung.
1) schnabel am vogel: rostrum snabel, schnabel, snebel Dief. 500c; der schnabel eines vogels, rostrum, mit dem schnabel zeässen gäben oder speysen, wie die vögel jre jungen, ore suo cibos conferre Maaler 358b; die tauben habent grôʒen vleiʒ, wie si ir federn geslihten und gezerren und mit irm snabel stræln. Megenberg 182, 1; und meine hand hat funden die völcker, wie ein vogelnest, das ich habe alle land zusamen gerafft, wie man eyer auffrafft, die verlassen sind, da niemand eine fedder regt, oder den schnabel auffsperret, oder zischet. Jes. 18, 14; da geht man auff hohen steltzen mit flügeln und langen schnebeln, wöllen storcken sein. Garg. (1590) 91;

swen si (die jäger) die aren vindent, so bindent si die jungen an daʒ nest,
unt sperrent in den snabel ouch. minnes. 2, 208a Hagen;

ich wil euch frn in ein lant,
da get die gans gepraten, ..
si trt das meszer in dem snabel. Erlauer spiele 3, 879 Kummer;

[Bd. 15, Sp. 1143]



si wâren grœʒer denn der swan,
darzuo sach man si hân
snabel drîer vinger breit,
die wâren ouch, als man seit,
wol einer halben ellen lanc.
Ottokar reimchron. 96178;

aus seinem gezelte geht lachend
das gelbe täubchen, und kratzt mit rötlichen füszen den nacken,
und rupft mit dem schnabel die brust, und untergräbet den flügel,
und eilt zum liebling aufs dach.
E. v. Kleist (1771) 2, 15;

mein (des strauszes) ursprung berechtigt mich, federn zu tragen,
was brauch ich von schnabel und klauen zu sagen?
Lichtwer fabeln 21 (1, 11);

und flög' er (ein sperling) ewig, kreuz und quer,
nach allen fenstern hin und her,
zerbräch' auch schnabel sich und kopf,
er ist gefangen, armer tropf!
Bürger 20a;

und wollt (ein falke) in ihrem nacken
die goldnen flechten schön
mit wildem schnabel packen,
sie tragen zu dieser höhn. wunderhorn 1, 105 Boxberger.


2) in mancherlei sprichwörtlichen und formelhaften redensarten, die die beziehung auf den schnabel des vogels zeigen.
a) singen, pfeifen wie einem der schnabel gewachsen ist: die rechte hand der fürsten feret hoch her. denn sie müssen singen, wie jnen der schnabel gewachsen ist, art leszt von art nicht. Luther 5, 59a; ich rechen wol, er (Murner) hab söliche hohe spitzige kunst z Freiburg im faulen belz erschnapt: iedoch sing er nach seines schnabels art. Schade sat. u. pasqu. 2, 153; hör aber, du schmehvogel, der du singst, wie dir dein schnabel gewachsen ist. Kirchhof wendunm. 1, 280 Österley; meinethalben; ich lasse mich nicht lange bitten, und singe, wie mir der schnabel gewachsen ist! Weisze kom. opern 3, 191;

ein ider fogel sing all frist,
wie im sein schnabel gwachsen ist.
H. Sachs fastn. sp. 2, 36, 318 neudruck;

ein jeder pfiff, wie ihm der schnabel gespalten,
beschlossen aber wurde nichts.
Kl. Schmidt kom. dicht. 193;

dann auch reden, wie einem der schnabel gewachen ist, frei, gerade heraus reden: ich dächte auch, ich redte, wie mir der schnabel gewachsen wäre. Weisze kom. opern 2, 232; wir sind der gefeilten arbeit müde; es ist zeit, dasz endlich mutter natur einmal spricht, wie ihr der schnabel gewachsen ist. Sturz schriften (1779) 1, 119; ein jeder red' und singe doch, wie ihm der schnabel gewachsen ist. Bürger 178a; selbst so schreiben u. ähnl.: ja von der (einer guten beurtheilungskraft) lernet einer allererst, dasz er ungezwungen und ohne ängstliche nachäffung anderer poeten, mit einem wort, nicht anders schreiben solle, als wie ihm der schnabel gewachsen ist. Günther vorr. a 3b; Schnabel setzte den gelassenen Maus ganz auszer sich — wortspiele über die namen, z. b. sich mausig machen, oder schreiben wie der schnabel gewachsen, waren posttägliche sachen. J. Paul polit. fastenpred. 204. vortragen, wozu einem der schnabel gewachsen: anstatt dasz man bei andern gesellschaften schon anfing, nur diejenige prosa vorzutragen, wozu einem jeden der schnabel gewachsen war. Göthe 19, 124.
b) der weiche, gelbe, grüne schnabel junger vögel, als bild für jugend, unerfahrenheit: junge vogel hebben weke snavels. Tunnicius 613 (s. 58 Hoffmann); er ist noch gelb um den schnabel. Simrock 430;

es plagt ihn der gelehrte nabel
von vieler kunst und wissenschaft,
und der noch etwas grüne schnabel
gab jeder sylbe thon and krafft.
Günther 166.

vgl. dazu gelbschnabel th. 41, 2888, grünschnabel; dafür mundartlich auch schnabel allein: schnabel, mensch, der unüberlegt spricht Schmeller 2, 564, vorlauter mensch Castelli 247; snavel, naseweiser bengel brem. wb. 4, 886; im scherzenden, nachsichtigen tone gegen naseweise, leckerhafte kinder Reinwald henneberg. idiot. 144.
c) mit bezug auf die noch am schnabel junger vögel hängende eierschale: wenn du mich doch zur frau hättest, du könntst vielleicht noch einer werden und liefst nicht mit solcher brut herum, die noch die eischalen am schnabel hangen hat. Ludwig (1891) 2, 34.
d) schnabel und klauen als wehr: er hat schnabel und klauen. Wander 4, 283.
e) mit beziehung auf den umstand, dasz ein huhn, dem ein strich mit kreide über den schnabel gezogen ist, sich gebunden

[Bd. 15, Sp. 1144]


glaubt: du siehst immer nur der geraden linie nach, die deine frau dir mit kreide über den schnabel zieht. Lenz 1, 5.
f) mit bezug auf den schnabel eines vogels als erkennungszeichen seiner art: man kann's am schnabel merken, dasz ihre mutter keine gans gewesen ist. Wander 4, 283.
g) mit bezug auf den schnabel des vogels als aufpickenden, nahrung suchenden (vgl. schnabelieren):

der vogel, dem dergleichen fülle
nie vor den schnabel kommen war,
genosz sein futter in der stille,
und unterliesz das singen gar.
Lichtwer fab. 1, 3.

von menschen: etwas kommt einem vor den schnabel, ist für eines schnabel u. ähnl.: indem er hier gut essen und trincken, und auch dergleichen frauenzimmer fand, mit welchen er vor sein geld so verliebt und vertraut umgehen mochte, als er nur selbst wolte, und dieses war nun schon recht vor seinen schnabel. Plesse 2, 58;

der sein seel nicht gern trocken sezt
(die man doch für die klügste schäzt),
sucht stäts, wa er den schnabel nezt,
und also seel und leib ergezt.
die sau, die sich im kat gern salzt,
sucht kein rosen, drinn sie sich walzt,
der vogel, der gern steckt im nassen,
hat stäts den schnabel inn dem wasser;
mus also stäts der leib volpringen,
darnach das gemüt pflegt zuringen.
Fischart 3, 214, 7 Kurz;

ich hab ein altes buch,
das thut von ihm berichten
viel schnurrige geschichten,
worin manch stutzer gnug
fur seinen schnabel fände,
wenn er latein verstände.
Bürger 20b.

den schnabel wetzen:

und die armee liegt hier in Böhmen,
pflegt den bauch, läszt sich's wenig grämen,
kümmert sich mehr um den krug als den krieg,
wetzt lieber den schnabel als den sabel.
Schiller Wallenst. lager 8.

im vergleich: krumm, scharf, hart wie ein schnabel:

sîn nase krump als ein snabel.
Heinr. v. Neustadt Apoll. 9093.


3) schnabel, in derber und komischer rede, für den menschlichen mund: was da für gesichter darin (Lavaters physiognomischen fragmenten) stehen! .. und so viele schnabels, und nasen und münde, die gar an kein gesicht sitzen, sondern so in freyer luft schweben! Claudius 3, 33; und um den tisch her fünf oder sechs bauren in ihren weiszen kitteln, die kurzen stummelchen im schnabel, aus welchen der dampf des Brandenburgischen knasters in dichten wirbelnden wolken hervorstieg. Siegfr. von Lindenberg 1, 64; Homer that das als Grieche, sang griechisch mit griechischem schnabel, und würde so eben wieder, mit deutschem schnabel, auch deutsch gesungen haben. Bürger 178a; haben wir (eine schauspielerin ist gemeint) nicht die schönste haut? die schönsten augen, den schönsten schnabel? Göthe 36, 74;

dirre untugenthafte man
zeimal spilte wurfzabel.
seht wâ sîn ungenême snabel
durch verlust sprach ubele. pass. 536, 76 Köpke;

dô sach Engelmâr
daʒ sîn veter Übelher
was gegrüeʒet durch den snabel;
er sprach 'wer hât dir den schorpf verhowen unz ûf den zant?'
Neidhart 228, 63;

halts maul du loser kiel! sonst werden sie dich wichsen,
du weist, was jungfern-zorn und weiber-liebe kan.
das sprüch-wort ist gemein: es geht wie Simsons füchsen,
sie zünden dir gewisz den lincken schnabel an.
Günther 601;

was, denkt er, will denn die zigeunerin,
die ihren schnabel so zum ohr des engels rücket,
und stets dabey den hals, so viel ihr doppelt kinn
verstattet, rückwärts dreht, und funkelnd nach mir blicket?
Wieland 21, 284 (Klelia 5, 295).

in sprichwörtlichen und festen wendungen: bleich, gelb um den schnabel aussehen; ein krankhaft blasser mensch wird bleichschnabel im scherz genannt; den schnabel halten, stille sein, schweigen: halt den schnabel von dingen, die du nicht verstehst. Grabbe 3, 467. den schnabel begieszen, sich betrinken: bisz endlich ein secretarius, mit züchten zu reden, mit begossenem schnabel sich vergriff, und fing an ... mit mir zu disputiren. Ayrer proc. 725. seinen schnabel waschen, reichlich übermäszig trinken: so waschen wir unsern schnabel im wein, unnd lingua nostra in exultatione, und singen mit

[Bd. 15, Sp. 1145]


wonne, kein besser freud auff erden ist, dann gutes leben han! Fischart Garg. 1, 142 neudr. den schnabel aufsperren, von thörichten oder lächerlichen menschen: nein, unter diesem leben im flug, sollte doch das ding, das so prestissimo hinschieszt aus einem regenschauer in den andern und von gewölke zu gewölke, doch nicht in einem fort den schnabel aufsperren zum gelächter. J. Paul Hesp. 1, 76. jemandem nach dem schnabel reden, sprechen, um zu schmeicheln oder einen gewinn, vortheil davon zu tragen; vgl. DWB maul 7, p, mund 9, e, theil 6, 1793. 2679:

mehr als mit dem schärfsten sabel
kannst du, freund, erreîchen,
sprichst du andern nach dem schnabel,
oder weiszt zu schweigen.
Gubitz gesellschafter (1831) 207.

in ähnlicher bedeutung: einem um den schnabel herum gehen, os alicui delinire, ad nutum loqui, blandiri. Stieler 1894. jemandem den schnabel wischen, durch heftige und derbe gegenrede eine thorheit, lächerlichkeit jemandes strafen: aber Florindo wolte ihm gleich den schnabel wischen mit den contradictoriis veris et apparentibus, wenn nicht etwas wäre darzwischen kommen. Weise erzn. 164 neudruck.
4) schnabel, bisweilen für das ganze menschliche gesicht:

auch bildte sich der gauch
auf seinen schnabel
und seinen bauch
und seine glatte hand
nicht wenig ein.
Wieland 18, 306 (sommerm. 1, 166).


5) schnabel von schnabelförmigen oder schnabelähnlichen gegenständen.
a) rüssel eines elephanten: elephant oder helffant under allen thieren das sterckst auff erden, ... büffelfarb, ein langen gekrümpten schnabel bisz auff die erden, vornen hinausz fleyschin. Franck weltb. 197b; den elefanten den schnabel abhauen. Eppendorf Plin. 44.
b) spitze einer schreibfeder:

ich weisz nicht, was mir ahnt, die feder schweifft herum,
und da sie wünschen soll, so wird ihr schnabel krumm.
Günther 797.


c) von schnabelähnlichen geräten der handwerker: breites ende einer schmiedezange Jacobsson 7, 255a; am anker, dünnster oder schwächster theil der arme. ebenda; ende von blasbälgen, rostrum follis, acrophysium; an öllampen alter art, hervorstehender dochthalter, tubulus prominens in lampade, qui ellychnium elevatum tenet; bei maurern rinne oder ausgosse, die an der wand des hauses herausgeht, canalis ad effundendam aquam Frisch 2, 210bc.
d) besonders auch an destillierhelmen lange herabgehende röhre, durch die das destillat in den recipienten tropft Jacobsson 7, 255a:

doch prangen sie (die frauen zu Straszburg) daher so stoltz und auffgeblasen,
nicht anders als ein frosch, ob schon die alten nasen,
sind einem schnabel gleich, dadurch man distillirt,
und trieffet immerfort, dasz einem übel wird.
Rachel sat. ged. 114.


e) mundstück an der klarinette: (ein rohrblatt) das die untere seite des schnabelförmigen mundstücks (schnabels) verschlieszt. Riemann musiklex. (1884) 461a; auch am bassethorn.
f) theil der hinteren achse eines wagens, worauf die räder laufen. Jacobsson 4, 13a; die hinter-achse, an welcher die zwey grossen räder umlauffen, hat einen schnabel von zwey spitzig zusammen lauffenden höltzern. öcon. lex. 2567.
g) oberer balken an einem krahn. Jacobsson 4, 13a.
h) theil einer thurmfahne: und ist breit zu oberst und mit den schnabel 3 schuh 11 zoll, am untern theil des schnabels 3 schuh 7 schuh (sic) und an den schnabel 2 schuh, so ist der schnabel zu hinderst breit 1 schuh 5 zoll und zu vorderst 11 zol. d. städtechron. 11, 477.
i) gabelförmiges instrument, dessen sich die jäger bei der abrichtung der hunde bedienen. Jacobsson 4, 13a; schnabel, eine gabel, die den abzurichtenden hühnerhund zwingt, den kopf hoch zu halten Frisch 2, 210b: will er (der hühnerhund) sich nun zu tief auf der erden gewöhnen, so musz man ihm einen schnabel anmachen. selbiger wird von einer gabel gemacht, etwan eines fingers dicke. Döbel jägerpractica 1, 110a.
k) der spitzauslaufende theil an den kriegsschiffen der alten, der aus metall gearbeitet zur durchbohrung der feindlichen schiffe diente; auch die hervorragende spitze des vordertheils. Jacobsson 3, 599b: schnabel, als der schiffschnabel, rostrum in navibus longis Frisch 2, 210b;

die schnäbel seiner schiffe waren schon
herumgekehrt, und alle seegel flogen.
Schiller 151, 49.

[Bd. 15, Sp. 1146]



l) an den schuhen, besonders des 15. jh., lange, vorstehende spitzen, die als verzierung galten und als zeichen der hoffart oft von den behörden verboten wurden (s.schnabelschuh): in den selben zeiten (am ausgang des 14. jh.) do waren vil tummer leut in der werlt, die trugen schuch an mit langen snebeln, etlich waren einer spann lang, etlich lenger, etlich kurzer. deutsche chron. 1, 360 Weiland; und desselben jars huben sich an die langen schnebel an den schuhen, die hoffart kom von Schwaben. d. städtechr. 10, 197 (von 1452); item ain vogtherr mag och lassen verbieten die langen schnäbel an den schuochen. weisth. 5, 156 (von 1466); man hat etwan schh getragen mit langen schneblen, und klopften mit wa man mit gieng, und welcher die lengsten schnebel het, der solt der hübschest sein, und stack etwan ein pfunt werchs oder kuder darin. Pauli schimpf u. ernst 114 Österley; und sonderlich pflag er die langen, spitzigen schuch zu tragen; dieselbigen schnebel liesz er im lang machen. Zimm. chr.2 1, 480, 17; und wiewol die jung welt dozumal solche lange schnebel nit mer an schuchen trueg. ebenda;

si bundend ûf ir helme
und woltends fürhin tragen,
von schchen huwends dschnebel,
man het gefüllt zwen wagen.
Liliencron hist. volksl. 1, 34, 18;

er was ain feiner junger man.
derselben farb des besten tuch
zu hosen, und ietlich schuch
mit langen schnebeln scharpf und frei. Zimm. chronik2 4, 240, 19.


m) die lange, gebogene spitze einiger schlittschuharten: ich schaffte mir nach seinem gebot so ein paar flache schuhe mit langen schnäbeln. Göthe 26, 336.
n) beim schwefelbrennen die vorlage von thon, die vor jeden kolben gelegt wird. Jacobsson 4, 13a.
o) der am rücken einer mönchskutte herabhängende theil: und ein münch in einer kutten hat den schnabel an dem rucken. Pauli schimpf u. ernst 49 Österley.
p) spitz zulaufender brusttheil an miedern: (das schnabelbrüstlein) ein .. so genanntes brüstlein oder wams sonder schoosz, hat von vornher einen langen und breiten, mit fischbein auszgesteifften, und durchaus mit spitzen bekräuselten schnabel, so fast den gantzen bauch bedecket. Amaranthes frauenz.-lex. (1715) 1742. vgl. schnabelbrüstlein, schnabelmieder.
q) in militärischer sprache ein theil des löffels am mehrlader.
r) in der anatomie theil des groszen gehirns. Meckel 3, 502.
s) schnäbel, nates concharum, die erhöhungen zu beiden seiten des afters einer muschel. Nemnich 5, 514.
t) schnabel, pflugnase, nase, ein theil des kehrgestells des Göttinger pfluges. Jacobsson 6, 737b. vgl. DWB pflugnase theil 7, 1782.
 
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schnabelartig, adj. und adv. die art oder form eines schnabels habend: schnabelartige krümmung; die nase gieng schnabelartig nieder.
 
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schnabeläsche, f. der fisch salmo oxyrhynchus Oken 6, 360.
 
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schnabelätzer, m. vogelart, die zu den kegelschnäblern gehört und die jungen aus dem schnabel mit körnern und insecten ätzt. Oken 7, 272.
 
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schnabelaufsatz, m. aufsatz auf dem schnabel: der nashornvogel, der sofort durch den aufwärts gekrümmten, roth, gelb und schwarz gefärbten unförmlichen schnabelaufsatz in die augen fällt. neue preusz. zeitung von 1872 nr. 102.
 
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schnabelauster, f. die austernart gryphaea Oken 5, 382.
 
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schnabelbarsch, m. die barschgattung sillago Oken 6, 260.
 
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schnabelbein, n. die schneckenart murex aluco Campe.
 
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schnabelbohne, f. die bohnenart phaseolus mas Oken 3, 1660.
 
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schnabelbrüstlein, n. art mieder der augsburgischen frauen Amaranthes frauenzimmerlex. (1715) 1742. vergl. dazu schnabel 5, p.
 
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schnäbelchen, n. kleiner, zierlicher schnabel; übertragen auf den mund einer frau, eines mädchens: sie, die um ein gutes theil neugieriger war, als ihr mann, und der das schnäbelchen nicht leicht fünf minuten still stand, ergriff die erste gelegenheit, nach dem namen des fremden herrn zu forschen. Siegfr. v. Lindenb. 1, 177; sie tunkte ihr schnäbelchen in den wein. Eichendorff 3, 32; merk' auf, wie sie lacht; nicht so pflatschig zum ausschütten, und nicht so spitzig zum schnäbelchen machen, nein, so von innen heraus. Auerbach ges. schriften 9, 182. theil des samens einer pflanze: aus der mitte der verwachsenen stelle geht nach unten eine kleine spitze ab,

[Bd. 15, Sp. 1147]


welche das würzelchen (radicula) wird und auch so heiszt, oder schnäbelchen (rostellum). Oken 2, 81.

 

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11) falschwitzig
 ... falschwitzig , nach seiner art, falschwitzig, bisweilen schmutzig. Ramler dichtk. des Hor. s. 85 .
 
12) fein
 ... ; so ist sie auch fein schmutzig fett, dasz allzeit ihr anklebt das bett.
 
13) flaum
 ... möglich. unter den heutigen mundarten ein nd. adj. vlaum schmutzig, trübe von wasser und auge ( Schambach 271 b
 
14) flecksiedern
 ... flecksiedern , schmutzig wie ein flecksiedern wammesz. Schwabe tintenf. A 5
 
15) fotze
 ... penis und praeputium. Was die deutung dieser beiden, schmutzig angelaufenen wörter belangt, so nehme ich auch für sie den
 
16) fuchser
 ... Stalder 1, 401 . 2) ein schmutzig geiziger, ein knicker. in Tirol ( Schöpf 158 ).
 
17) fud
 ... schwache biegung angenommen. Dasz dasselbe im nhd. ein schmutzig angelaufenes, in anständiger sprache durchaus gemiedenes ist, wurde schon sp.
 
18) fut
 ... 1) cunnus, vulva. dies die richtige schreibung des als schmutzig geltenden und darum gemiedenen wortes; doch wird, da wir zur
 
19) garstig
 ... noch heute auch abschreckend überhaupt. 4) schmutzig im sittlichen sinne. a) unsittlich, namentlich auch '
 ... schimpft, räsonniert u. ä. c) schändlich, gemein, schmutzig, niedrig überhaupt, im gegensatz zu ehre, sitte u. ä.:
 ... alle garstig - geizige, sordide avari. 147 ( jetzt schmutzig geizig), vgl. unter II, 1, e; dis ist
 ... Aber auch oberd.: kärnt. gaschtik ( neben garstik), garstig schmutzig, häszlich Lexer 108 , schwäb. gastig
 
20) genetzt
 ... mitbruder, der ( beim essen ) bis an den rückgrat schmutzig und bis auf die knochen genetzt erscheint. Göthe
 
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