Wörterbuchnetz
Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
schild bis schildbedeckt (Bd. 15, Sp. 109 bis 124)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) schild, m. und n. clypeus.
I. Verbreitung und herkunft. das wort ist gemeingermanisch und in allen germanischen sprachen erhalten, goth. skildus, altn. skjldr, dän. skjold, schwed. sköld (daneben dän. skilt, schwed. skylt, schild an der thür u. ä.); ags. scild, engl. shield, altfries. skeld, schield, schild Richthofen 1022a; nld. schild, alts. skild, ahd. scilt Graff 6, 489. man hat wurzelverwandtschaft zwischen schild und schallen angenommen im hinblick auf den bericht des Tacitus vom schlachtgesang (barditus = schildrede) der Germanen: affectatur praecipue asperitas soni et fractum murmur, objectis ad os scutis, quo plenior et gravior vox repercussu intumescat (Germ. 3). indessen liegt es näher, schild zu der wurzel skel- in beziehung zu setzen, die in altn. skilja, trennen, goth. skalja, abgespaltenes, schindel, tegulum, lit. skeliù, spalte, auftritt (Fick4 566), da der germanische schild aus einem oder mehreren brettern hergestellt wurde. eine andere ansicht ist von Grimm in der gesch. der deutschen sprache3 154 aufgestellt.
das geschlecht des wortes ist in älterer sprache durchaus männlich; vereinzelt begegnet es schon früh als neutr. in nd. quellen: breck dat horne, den boghen, dat schilt. quelle d. 15. jahrh. bei Schiller-Lübben 4, 91b. bei Maaler 352b, Schottel 1398, Stieler 1793 wird männliches geschlecht angegeben, doch verzeichnet Stieler neben der pluralform die schilde auch die schilder. Steinbach 2, 413 bezeugt masculines und neutrales geschlecht: schild (das, quibusdam der, plur. schilder, schilde), clypeus, scutum, signum. es kann beobachtet werden, dasz im eigentlich hochdeutschen gebiet schild in neutralem geschlecht nur wenig in anwendung gelangt; schon Adelung bemerkt das und fügt hinzu, dasz in 'Obersachsen und Niedersachsen' das neutr. schild, mehr noch der plur. die schilder in den bedeutungen gebraucht wird, die man gewöhnlich auf das masc. beschränkt, nämlich auf die ursprüngliche von clypeus und die zunächst davon abgeleiteten. eine allgemeine, durchgreifende bedeutungstrennung zwischen der schild und das schild findet wenigstens in der sprache der klassischen periode nicht statt. vielfach begegnet das neutr. mit dem plur. schilder im sinne von scutum: das schild auf den rücken nehmen, das schild sinken lassen, sich aufs schild stämmen, die soldaten haben schilder. Steinbach 2, 413; das schild des Achilles. Lessing 6, 480. 11, 161; beantwortung der einwürfe wider das homerische schild. 14, 126; Polybius, wenn er das römische schild beschreibt, sagt unter andern. 708, vgl. 13, 152; um das weggeworfene schild für nichts als für einen poetischen zug anzusehen. 4, 30; wie kömmt es denn, dasz dieses stroherne schild nur an meinem arme schlimmer als keines ist? 10, 170; aber 163 im anschlusz an Göze: der stroherne schild; da wir dir standen wie mauren, auffiengen wie schilder die hiebe, die deinem leben galten. Schiller räuber 5, 2 schausp.; Ajas, sohn des Oileus, hält sein schild. Göthe 44, 99 (ebenda: überdiesz hat Menelaos den schild);

(Achill) wirft das schwert hinweg, das schild hinweg.
H. v. Kleist Penthesilea 8.

von wappenschildern:

zu häupten sah er dreyzehn schilde hangen,
denn jedem stuhl war eines zugezählt.
Göthe 13, 188.

andererseits erscheint (besonders bei Oberdeutschen) schild, m. auch in neuerer sprache nicht selten in der abgeleiteten bedeutung, für die gewöhnlich das schild verwandt wird:

der schönste leib beweiset für den geist
was ein vergüldeter schild für ächten wein beweist.
Wieland 4, 269 (Amadis 11, 31);

mohr. herr, ich bin ein ehrlicher mann. Fiesko. häng immer diesen schild vor dein gesicht hinaus, das wird nicht überflüssig seyn. Schiller Fiesko 1, 9; als der fürst auf seiner rückreise wieder an dem wirthshaus vorbeifuhr, sah er keinen schild mehr dran. Hebel 2, 109.
II. Bedeutung.
1) schild im eigentlichen sinne zur bezeichnung der am linken arm getragenen schutzwaffe gegen hieb und

[Bd. 15, Sp. 110]


stich; in neuerer sprache natürlich nach den veränderungen des waffenwesens in entsprechend eingeschränkter anwendung. neben schild sind den germanischen sprachen einige andere ausdrücke, die zunächst der poetischen, gehobenen rede angehören, gemeinsam, z. b. altn. rnd, f., ags. rand, rond, m., mhd. rant, m. zunächst margo clypei; altnord. ags. lind, f., ahd. linta, ags. alts. bord s. Grimm gramm. 3, 445.
a) in verbindung mit andern stücken der waffenrüstung, besonders mit schwert oder speer zusammengestellt. wenn schild und speer in alter sprache wie formelhaft verbunden werden, so liegt ein nachklang alter zeit vor, in welcher das schwert die vornehme, seltenere waffe war (Germ. cap. 6; scutum et lancea häufig in den alten gesetzen verbunden. Ducange unter scutum); für den gerichtlichen zweikampf gemietete kämpfer (campiones) fechten mit schild und keule (scutum et fustis). Ducange unter campio 2, 62b: hwaso haet XII ponda wird eerwis, di schil habba speer ende schield toe der landwer. Richthofen 390, 4; mit schield ende myt swird. 388, 17. 441, 21; die richtere sal ok plegen enes schildes unde enes sverdes deme, den man schüldeget, of he's bedarf. Sachsensp. 1, 63, 3; ouch welle wir, daʒ alle brûdere bie dem vanen blîben unde rîten, iʒ ensîe denne, daʒ sie anders werden geschicket von dem, der den vanen vûret, oder von sîme obirsten, noch er schilde, noch wâpen, noch ŷsenhûte abelegen, eʒ ensîe mit urlaube des, dem der vane bevoln ist. statuten d. deutschen ordens 151, 24 Perlbach;

(ni ist) ther ana scilt inti ana sperso fram firliafi in thaʒ giwer.
Otfrid 4, 17, 9;

thô nam er skild indi sper,ellianlîcho reit her. Ludwigsl. 42 (vergl. die anm. zu dieser stelle denkmäler2 2, 73);

wir suln mit schilde und mit spere
dînen willen irwerben.
Lamprecht Alex. 6664;

hie nist der schilt noh daʒ swert. 4806;

ouch habe ich unz her
beide schilt unde sper
zesamene behalten.
Hartmann Erec 610;

wand man noch hundert ritter siht
die alle tiurre sint dan er
ze swerte schilte unde sper. Iwein 1938;

er bôt im schîlt unde sper.
Wolfram von Eschenbach Parz. 597, 15;

er begunde sich des swertes,helmes unde schildes verzîhen. Tit. 22, 4;

eʒ muoʒ in ir dienst erkrachen,
beide, schilt und ouch daʒ sper. minnes. 2, 74b Hagen;

wol uff balde, junge und alt!
vil snelliglichen unde balt
nemment swert und schilde. Alsfeld. pass. 7327;

David aber sprach zu dem Philister, du kompst zu mir mit schwert spies und schilt. 1 Sam. 17, 45; und Assa hatte ein heerkrafft die schild und spies trugen. 2 chron. 14, 8; rustet schilt und tartschen, und ziehet in den streit. Jer. 46, 3; ja, poliert nu die pfeile wol, und rüstet die schilde. 51, 11; in dieser zeit des faustrechts unbesonnen schwert und schild wegzulegen. Schiller 8, 411;

da stampften pferde, glänzten helm und schilde.
Göthe 9, 136;

auch wahrt es (das schiff) nordscher schmiede werk,
zweischneidge schwerter, harnisch, helm und schild.
Uhland ged. (1864) 171.


b) die germanischen schilde waren aus holz hergestellt, sodasz man auf denselben flüsse durchschwimmt (Lindenschmitt handb. d. deutschen alterthumskunde 1, 242); dasselbe material wird auch später verwandt:

Gâwein in gewerte
einer wunden an der selben stet
durch die brünne und des schildes bret. krone 6580;

zum kampfe mit dem drachen läszt sich Beówulf einen ganz eisernen schild herstellen, weil der hölzerne der lohe des drachens nicht widerstehen würde:

wisse hê gearwe,
þät him holt-wuduhelpan ne meahte,
lind wið lîge. Beówulf 2340.

man überzieht den schild mit leder, pelzwerk oder anderen stoffen: nân scyldwyrhta ne lecge nân scêpes fell on scyld. quelle bei Bosworth - Toller 831b, s. W. Grimm kl. schriften 3, 269;

vel wale dat bret gesneden was
end gevoechlîke gebogen,
wale gehût (für gehûtet) end wale getogen. Eneit 5766 Behaghel;

sînes schildes dach was härmîn.
Pleier Garel 2183.

[Bd. 15, Sp. 111]


die festigkeit des schildes wird erhöht durch die in der mitte der auszenseite angebrachte aus metall angefertigte erhöhung, mhd. der, die buckel, der bei kostbaren schilden vergoldet oder sonst mit besonderer pracht hergestellt ist (Lindenschmitt a. a. o. 244. 247):

hei waʒ rîcher buckelnvor gedrange lûte erdôʒ. Nib. 542, 4;

geliutert in dem fiure
was sîn buckel rôt golt. Parz. 37, 7.

zur weiteren stärkung dienen die nägel und eisenbeschläge (mhd. spangen, gespenge, gewöhnlich mit dem buckel verbunden), vor allem der eisenbeschlag am rande (mhd. rant), s. Schultz höf. leben2 2, 84 ff. goldbeschlag: syn breda schield mitta rada golde to bislaen. Richthofen 440, 30. alle diese theile waren wol bei wertvollen schilden mit gesteine, bunten leuchtenden steinen besetzt:

swie wunt er was zem tôde,so krefteclîch er sluoc,
daʒ er ûʒer dem schildedræte genuoc
des edelen gesteines. Nibel. 926, 2;

vil der schiltspangeûʒ den slegen spranc:
des reis ir schiltsteinenider in daʒ bluot. 2149, 3.

stärke, grösze (der veste, der breite schilt), schmuck, wert der schilde werden in der mittelalterlichen dichtung natürlich unzählige male geschildert, sehr oft mit phantastischer übertreibung der kostbarkeit in material und ausstattung (doch vgl. über prachtschilde Lindenschmitt a. a. o. 247):

dô kom ir gesindeund truogen dar zehant
von alrôtem goldeeines schildes rant
mit stâlherten spangenmichel unde breit,
dar under spilen woldediu vil minneclîche meit (Brünhild). Nibel. 414, 2;

der schilt was under buckelnals uns ist geseit,
drîer spannen dicke,den tragen solt diu meit:
von stâle und ouch von golderîch er was genuoc;
den ir kameræreselbe vierde kûme getruoc. 416, 1;

sêre vaht Alexander.
sîn schilt der was elfinbein.
Lamprecht Alex. 1247.

der pelzüberzug der schilde heiszt mhd. hulft, altfranz. houce, vgl. Schultz höf. leben2 2, 97:

ein hulft von liehtem pfelleûf sîner (des schildes) varwe lac. Nibel. 1640, 1.

während das weltliche ritterthum der bunten pracht und kostbaren zier des schildes sich freut, wird den ordensrittern einfachheit zur pflicht gemacht: doch sal man daʒ vlîʒeclîche behalten, daʒ man setele unde zoume unde schilde mit golde oder mit anderre werltlichen varwe gemâlet âne nôtdurfte icht vûre. schefte unde schilde unde setele sulen uberdecke niht haben. statut. d. deutschen ordens 46, 33 Perlbach. für den gerichtlichen zweikampf schreibt der Sachsenspiegel schilde bestimmter form und stärke vor: enen senewolden (runden) schilt in der anderen hant, dar nicht denne holt unde leder anne si, ane die bokelen, die mut wol isern sin. 1, 63, 4. über form und grösze der schilde s. Lindenschmit a. a. o. 241. Schultz2 2, 87 ff. Böheim waffenkunde 171 ff.
c) die schilde werden an den wänden aufgehangen und bilden so den hervorragendsten schmuck der halle:

sal um suðrþióðum
sleginn sessmeiðum,
bundnum rndum,
bleikum skjldum. Atlakv. 14;

ich hân beschouwet manege want,
dâ ich den schilt baʒ hangen vant
denner iu ze halse tæte. Parz. 173, 16;

von ankommenden gästen, die ihre waffen ablegen:

setton sæmêðe sîde scyldas
rondas regnheardewið þäs recedes weal. Beówulf 325;

sînen schilt sie hiengen
undr ir schilde, voreste
von der stat, dâ die geste
alle ir schilde hiengen hin. krone 22556.

sprichwörtlich: ein newen schild hengt man an die wand, wenn er alt wird, so wirfft man jhn unter die banck. Petri (1605) 2, X 8a. anders gewendet: er möcht wol den schilt zun brüdern hengen, er sollte des dinges sich enthalten, er ist zu alt dazu; der halben hengt ein alter man den schilt zun brüdern, er gehet der kurtz weil müszig, die man mit rennen, stechen, brechen, unnd turniren ubet, unnd befilcht es den iungen. Agricola sprichw. (1534) 677. wenn die ritter sich auf der reise befinden, hängen sie ihre schilde vor die zelte:

vil wol geparelieret
was diu pavelûne hêr
mit hundert schilten, niht mêr;
die hiengen nâch ein ander gar,
mit fremden wâfen missevar
sie lûhten an daʒ grüene gras. Lanzelot 5440;

[Bd. 15, Sp. 112]


in städten vor ihren herbergen:

ouch was dâ niden in der stat
von manger hant parât
rîcher kurzwîle genuoc,
dâ man die mûʒære truoc,
und die schilde ze strâʒen hienc. krone 663;

so der herre zu hofe varen wil, so sendet er ainen botten für, in die herberge, und tut im ainen schilt malen. so denne die andern herren da für varent, so sehent si des herren schilt, und varent für sich in ain ander herberge. quelle bei Schmeller 2, 407. die Skandinavier hingen auf kriegszügen zur see ihre schilde nach auszen längs des bords auf (skjaldat skip); unter demselben kriegerischen schmuck laufen schiffe der kreuzfahrer aus. Schultz höf. leben2 2, 345. belagerte hängen zum zeichen, dasz sie den kampf aufnehmen wollen, schilde vor die zinnen:

sie besluʒʒen tor und tür
und hingen ir schilde her vür
oben an die zinnen.
daʒ her wart des innen,
daʒ si zu gewer gingen. liet von Troye 3662.

in christlicher zeit entstand die sitte, die schilde, die man dem heidnischen krieger mit ins grab gab, in der kirche aufzubewahren. schon früh pflegte man statt der eigentlichen kampfschilde besonders zu diesem zwecke hergestellte, wappengeschmückte schaustücke (totenschilde) in den kirchen aufzuhängen. Schultz höf. leben2 2, 96.
d) der ritterliche schild der höfischen zeit wird vermittelst eines riemen (schiltveʒʒel) am halse getragen. Schultz höf. leben2 2, 86, fig. 77:

got sîn an sælden nie vergaʒ
dem ir (der frauen) genâde wirt beschert
und er mit triuwen dienet daʒ:
dem stât der schilt ze halse wol;
im kumt ze lône ein blanker arm
dâ im der rieme liegen sol.
Winsbeke 16, 8;

mînen gedanken wart nie baʒ
danne sô ich zorse gesaʒ
und den schilt ze halse genam. Gregor. 1423;

den schilt nam er ze halse sân. Parz. 71, 29;

sô en was niht mêr nôt,
wan daʒ er schilt enpfienge
ze halse, unde hienge
ein swert an den arm. krone 18216.

schild und speer von knappen nachgetragen: der meister sol haben. einen turkopel, der sînen schilt unde sîn sper vûre. statut. d. deutschen ordens 98, 33 Perlbach. der ritter hält, reitet unter dem schilde:

si riten under schiltendurch der Beier lant. Nib. 1540, 3;

under einem schilde breit
si sâhen rîten einen man. Biterolf 2744;

dâ haldet under schilde,
als die wîcnôtigen tuont. Dietrichs flucht 9130;

(er) sach under schilde
draven über gevilde
drîʒec tûsent Ermrîches man. 8965.

man grüszt und spricht über schiltes rant:

Hagene gruoʒte in über rant. Biter. 2789;

do rief er über schiltes rant. Rolandsl. 154, 16;

Îrolt begunde rüefenüber schildes rant. Gudrun 831, 1;

als Ecke Dieterîchen vant,
dô rief er über schiltes rant. Eckenlied 74, 2.

die zu fusz kämpfenden helden im letzten theile des Nibelungenliedes setzen den schild nieder, wenn sie unterhandlungen beginnen (2265, 4. 2191, 2. 2111, 3).
die linke hand umfaszt die handhabe des schildes (armgestelle), der dann fest vor die linke brust genommen wird:

sîn schilt vor sînem herzen lac,
recht als er wêre gelîmet dar.
Heinr. v. Freiberg Trist. 1700;

er hete für die linken brust
gedrücket einen tiuren schilt. troj. krieg 30889;

die schilte si stalten
nâch gewarsamkeit vür die brust. krone 20225;

eine reihe typischer wendungen in der mhd. dichtung bezeichnen die handhabung des schildes zu beginn und während des kampfes; den schild fassen, zur hand nehmen u. ähnl.; den schilt fürwärffen, opponere clypeum Maaler 352b:

si begunde vaʒʒenden schilt an der hant,
den gêr si hôhe zucte:do gie eʒ an den strît. Nib. 427, 2;

dô Dietrich gehôrteden grimmen Hagen muot,
den schilt vil balde zucteder snelle degen guot. 2285, 2;

Sîfrit dô daʒ niht enlie,
er zucte den schilt für sîne hant. Biterolf 10045;

[Bd. 15, Sp. 113]



vil manic schilt gevaʒʒet
wart nâch ritters rechte. troj. krieg 12220;

den schilt gezucte für sich
der vil genende wîgant. 12954;

den schilt zuht er vur sich. Vorauer Alex. 538;

den schilt trg er für sich
und reit uf in manlich. Basel. Alex. 855;

unz er den schilt vor im treit,
sô ist er ein sîcher man. Iwein 7135;

vor sich rucht er den schilt,
den er wolde, uf in er hielt. Ludw. kreuzfahrt 5154;

si twungen zuo dem mâle
vür sich die schilte beide
und vâhten ûf der heide. troj. krieg 3943;

sprichwörtlich: es ist zu spat den schilt fürwerffen, wenn man die streich hin hat. Petri (1605) 2, B b 6a; vgl.:

allein Paulin ist todt, der schild kommt nach der wunde.
Günther 1040.

posten, wachen ergreifen den schilt, stehen mit gefasztem schilde, um für jeden angriff bereit zu sein (daher schiltwacht); so heiszt es von den wächtern am grabe Christi:

sia obar themo grabe sâtun,
werôs an thera wahtunwânom nahtom,
bidun undar iro bordon. Heliand 5768;

dô si entslâfen wârenund er daʒ ervant,
dô nam der degen widereden schilt an die hant
und gie ûʒ dem gadmefür den turn stân,
und huote der ellendenvor den Kriemhilde man. Nibel. 1774

(eine andere erklärung des wortes schildwache in der gr. 2, 436). daher von steter bereitschaft: es was dismals groszer krig in den landen und (wir) musten stetz mit gefasten schilt sitzen. quelle bei Schmeller 2, 407. Hagen räth den gefährdeten Burgunden, als sie zum münster gehen:

leget, mine friunde,die schilde für den fuoʒ,
und geltet, ob iu iemenbiete swachen gruoʒ,
mit tiefen verchwunden. Nibel. 1796, 1.


um die obere brust und den hals zu schützen, wird der schild bis zur höhe des unteren helmrandes gehoben (Schultz höf. leb.2 2, 98); in demselben sinne:

den helm sazter ze schilte.
das ros hiwer mit den sporen. Rolandsl. 210, 30 (doch vergl.
Bartsch zu Karl 6954);

beim schwertkampf pariert man mit dem schilde, daher leitet das heben, höher rücken des schildes den kampf ein:

den schilt er baʒ dô ructeüber diu helmbant. Nibel. 2000, 2;

'nu müeʒ uns got genâden'sprach der küene man.
do huoben si die schilde,alsô si wolden dan
strîten zuo den gesten. 2129, 2;

alle Gunthêres man
huoben schilde in henden. Biterolf 11018;

sich decken, schirmen mit dem schilde: mit dem schilde sich vor den pfeilen beschirmen. Steinbach 2, 413;

der lartin mit gewêfene varen,
wî er sih mit einem schilde solde bewarn.
Lamprecht Alexander 230;

gevuge buhurdiren mit deme schilde. graf Rudolf 6, 9;

die twêne degene rîke
dacten sich ridderlîke
met den skîlden, die sî fûrden. Eneit 7533 Behaghel;

si wolden kurzewîlemit dem gesinde hân,
schirmen mit den schildenund schieʒen manegen schaft. Nibel. 307, 3.

vereinzelte wendung aus der neueren sprache:

ihr schutzgeist aber warf sein trotzig haupt empor,
und setzte seinen schild den pfeilen Amors vor.
Uz (1768) 2, 178.

im kampfe selbst ist der schild am meisten der wut der feindlichen waffen ausgesetzt (daher spricht die volksdichtung von den wunden des schildes. zeitschr. f. deutsches alterth. 11, 461); sie erkrachen unter den speerwürfen und schwertschlägen:

dynedon scildas, hlûde hlummon. Judith 204;

funken lohen von den eisenbeschlägen:

si sluogen durch die schilde,daʒ eʒ lougen began
von viwerrôten winden. Nibel. 1999, 1;

von den schlägen und stichen werden die schilde zerspalten, zerhauen:

heuwun harmlîccohuittê scilti,
unti im iro lintûnlittilô wurtun. Hildebrandsl. 66;

'ich stên in grôʒen sorgen',sprach aber Hagene.
'den schilt den mir vrou Gotlintgab ze tragene,
den habent mir die Hiunenzerhouwen von der hant'. Nibel. 2131, 2;

[Bd. 15, Sp. 114]



mit sîner ellenthaften hant
verhiu er maniges schildes rant. Alex. 2360;

des wart von sîner clâren hant
verdürkelt manec schildes rant. Parz. 478, 24;

die schildbuckel zerbersten, die edelen steine werden herausgebrochen:

man sach ouch dâ zebrochenvil manege buckel starc,
vil der edelen steinegevellet ûf daʒ gras
abe liehten schîldes spangen. Nibel. 37, 4.

wenn der schild zerbrochen ist, ist der kämpfer wehrlos: dar habet es (gott) gebrochôt starche bogen unde scilt unde suert (ibi confregit fortitudines arcuum et scutum et gladium). Notker ps. 75, 4.
einer der regelrechten stiche bei der rittterlichen tjost war auf die vier nägel gerichtet, die in der mitte des schildes den buckel festhielten, doch auch andere stellen des schildes dienen zum ziel (Schultz höf. leben2 2, 128 ff.); die wirkung des furchtbaren anpralls, das splittern der lanzen, das zerbrechen der schilde, das zerreiszen des riemenwerks, das herausschleudern des gegners aus dem sattel wird mit stets wiederkehrenden zügen im höfischen epos geschildert. ein typisches beispiel:

nu erriet er in, daʒ ers enphant,
zen vier nageln gegen der hant.
alsô sêre er in stach
daʒ im daʒ fürbüege brach.
darmgürtel und surzengel brast,
sam eʒ wære ein fûleʒ bast.
im beleip ein swacheʒ phant,
der zoum zerbrochen in der hant.
er viel dô im misselanc
vom orse wol drir schefte lanc. Erec 2795;

in bildlicher wendung, jemandem in den schild reiten, ihn angreifen:

nu se konnen nicht wol liden,
dat men in er schilde riden,
wellen nicht gestraft sîn.
Daniel von Soest 264, 1118 Jostes;

frauenzimmer soll man ehren, anders sind es grobe sitten;
wie, dasz nechst dann einer jungfer Trullus so in schild geritten?
Logau 3, 98, 1

(es ist wol eine zweideutigkeit beabsichtigt, s. unten unter 2, c). um freier und behender kämpfen zu können, läszt man den schild fallen oder wirft ihn auf den rücken:

alsô der küene Wolfhartder wunden dô enphant,
den schilt den lieʒ er vallen,hôher an der hant
huop er ein starkeʒ wâfen. Nibel. 2234, 2;

den schilt warf dô ze ruckeder mære helt guot:
alrest begund er rechendaʒ im dâ was getân. 1917, 2;

den schilt warf er ze rücke,den er vor hende truoc.
wie rische si Alphart beidevür sich nider sluoc! Alpharts tod 295, 1.

vor dem ringen:

den schilt lieʒ er vallen:sîn sterke diu was grôʒ:
Hagen von Tronegemit armen er beslôʒ. Nib. 2289, 1.

der alte Hildebrant, von den schwertschlägen Hagens verwundet, wirft den schild auf den rücken und entflieht eilig:

den schilt warf über rukkeder Dietrîches man:
mit der starken wundender helt dô Hagenen entran. Nibel. 2244, 3.

sprichwörtlich: den schild tragen wie der Spiegelschwab, sein herz ist ihm in die hosen gefallen, er trägt, um es zu schützen, bei der flucht den schild hinten. Eiselein 549. den schild wegzuwerfen galt den Germanen als höchste schmach (German. cap. 6):

wand si die schilte von in
wurfen, dô si fluhen hin.
Ottokar reimchron. 15969 Seemüller.

daher setzt die lex. Sal. (tit. 32 § 6) für ungerechtfertigtes vorwerfen dieses feigen vergehens eine strafe fest.
zum zeichen der trauer wird der schild mit der spitze nach oben, der breite nach unten getragen:

si hânt ir schildes breite
nâch jâmers geleite
zer erden gekêret:
grôʒ trûren si daʒ lêret. Parz. 92, 1 (vgl. 99, 1).


todte und verwundete werden auf dem schilde getragen, liegen auf dem schilde; für diesen zweck ist der kleine ritterschild des 13. jahrh. weniger gut verwendbar (das höfische epos kennzeichnet den schild der älteren epoche als grosz und ungefüge. Erec 747): dise ... haben ires herrn vatters cörpel nach altem brauch auf schilten in die stat getragen. Zimm. chron.2 1, 38, 25;

dô die herren sâhendaʒ der helt was tôt,
si leiten in ûf einen schilt(der was von golde rôt). Nibel. 940, 2;

ir herren sie dâ vunden
siechen unde wunden
ûfm gras in sînem schilde ligen. krone 11485;

[Bd. 15, Sp. 115]



van der erden hey en up loste,
in synen schilt dede hey en legen.
also droich man den konen degen
zo Tollet in de gode stat. Karlmeinet 96, 48;

vgl. Schultz höf. leben2 2, 309. krieger schlafen auf dem schilde:

den waʒʒermüeden heldenden wart daʒ erloubet:
si strakten nider die schilde.dar ûf legten sumelîche ir houbet. Gudrun 1348, 4.

ein besonders dem nationalen epos angehörender zug ist es, wenn gold, schätze in schilden getragen werden; der schild gilt in gewissem sinne als masz (belege J. Grimm kl. schr. 2, 202; plenum scutum de cera, als abgabe, s. Ducange unter scutum), vgl. noch:

manegen schilt vollenman dar schatzes truoc. Nib. 316, 1;

eʒ wurden sicherlîchenschilte dar getragen
mit schatze für den recken. Wolfdietrich A 559, 1;

pfenninge die êrst vuoren von der münze hamer.
man sagt daʒ sîs ûf schilden vür in trüegen. Lohengr. 2920.

ein eigenthümlicher nachhall dieser alten sitte ist es, wenn die wendung über schildes rand in dem sinne von 'in bausch und bogen', zur bezeichnung überschlagender, nicht genauer berechnung gebraucht wird: (die gastwirte sollen) die raitung der göstzehrungen nit summarie in pausch oder über schiltsrant, sondern particularieter von der malzeit, fietterung und stallmieth unterschidlichen obgeschribner ordnung gemäsz halten, damit ain jeder gast wisse, warumben er sein gelt ausgibt. tirol. weisth. 1, 20, 15; übern schildsrand rechnen alias in bausch et überhaupt rechnen. Stieler 1514, vergl. Schmeller 2, 117. Frisch 2, 182a.
herausforderung zum zweikampf bedeutet es, wenn ein ritter den aufgehängten schild eines andern berührt: dar wart on vororlovet, dat malk rorde einen schilt; welkes jungelinges de schilt were, de queme hervor und bestunde den rorer. quelle bei Schiller-Lübben 4, 92b;

de wulf sprak (zum kaiser): ik wil unvorzaget
den strit, oft it di behaget,
annemen unde ôk vullen voren
unde wil dinen schilt dar roren.
G. v. Minden 49, 59;

swelhes rîters schilt geruort wart,
der muos die êrste juste nemen. Lanzelot 5464.


e) sitte und recht verleihen in alter zeit dem schild eine hohe wertschätzung. er ist rechtes mannesgut und geht daher mit dem übrigen heergeräte an den nächsten schwertmag über; die wehrbarmachung, die überreichung von schild und speer ist zugleich mündigkeitserklärung (Germ. cap. 13). wer noch reisig ist, mit schwert und schild ohne hilfe sein rosz besteigen kann, darf ohne befragung seiner erben über sein fahrendes gut verfügen: alle varende have gift de man ane erven gelof in allen steden, unde let unde liet gut, al de wile he sik so vermach dat he begort mit eme sverde unde mit eme scilde up en ors komen mach, von enem stene oder stocke ener dum elne ho, sunder mannes helpe, deste man ime dat ors unde den stegerep halde. Sachsensp. 1, 52, 2; im Schwabenspiegel mit der weiteren forderung: und alle die wile er mit disen dingen eine mile geriten mac. cap. 45 Gengler; sehr merkwürdig ist die bestimmung der schwere einer verwundung nach dem klange, den ein aus der wunde heraustretender knochensplitter verursacht, wenn er auf einen schild geworfen wird. Grimm rechtsalterth. 77. der schild mit anderen waffen ist wertvolle gabe (Germ. cap. 18). die markgräfin Gotlint überreicht Hagen beim abschiede von Bechelaren den von ihm bewunderten schild Nuodungs:

si sprach zuo dem degene'den schilt wil ich iu geben.
daʒ wolde got von himele,daʒ er noch solde leben,
der in dâ truoc en hende!der lac in sturme tôt.
den muoʒ ich immer weinen:des gât mir armer nôt'.
diu edel marcgrâvinnevon dem sedele gie,
mir ir vil wîʒen handensi den schilt gevie:
die vrowe truoc in Hagnen,er nam in an die hant,
diu gâbe was mit êrenan den recken gewant. Nibel. 1638. 1639;

ein zug des ergreifendsten hochsinns ist es, wenn Rüdiger vor seinem kampfe mit den Burgunden seinen schild Hagen überreicht, dessen schild von schwertschlägen zerhauen ist:

do er im sô willeclîchenden schilt ze geben bôt,
dô wart genuoger ougenvon heiʒen trehen rôt.
eʒ was diu leste gâbedie sider immer mêr
bôt deheinem degenevon Bechlâren Rüedegêr. 2134.

zusammenklirren der waffen auf den schilden bezeugte zustimmung des versammelten volkes. Gregor v. T. 2, 40, vgl. Tac. 11. bei den Franken wurde der gewählte könig auf den schild erhoben und dreimal im kreise der versammelten herumgetragen. Grimm rechtsalterth. 234. durch gelehrten einflusz ist die wendung

[Bd. 15, Sp. 116]


einen auf den schild erheben in die neuere sprache eingeführt worden und wird in freierer anwendung gebraucht:

auf prangendem schild ihn tragend empor, den beherrscher des worts in der dichtkunst.
Platen 302b.

der schild dient in germanischer zeit als kriegerisches symbol; der blutrote schild wird als zeichen des kampfes an der raa aufgehiszt:

slng upp við rá
rauðum skildi,
rnd var or gulli. Helgakviða Hundingsb. 1, 34, 3;

im gegensatz hierzu ist der friðarskjldr, der ergebung, frieden anzeigt, weisz. Cleasby - Vigfusson 553b. in neuerer poetischer sprache begegnen wendungen, die mit beziehung auf die alten verhältnisse gebildet sind:

sie selbst, sie pflanzten auf den blut'gen schild.
Chamisso 2, 122 Koch.


der heerschild ist das kriegerische symbol des aufgebotes zur heeresfolge (Otto Frising., gesta Frid. 2, 12), altnord. bera herskild, fara við herskildi, vgl. auch die wendung þióna undir þann, sama skjld; langobardisch arischild, id es adunatio. zeitschrift f. deutsches alterth. 1, 550 (modifiziert zum begriffe von zusammenrottung Zöpfl d. rechtsgesch.4 2, 61, vgl. unser schilderhebung). naturgemäsz wird der schild dann symbol der gewalt des heerführers und des königs: arimannus (heermann) qui sequitur scutum dominicum. langobard. glosse a. a. o., vgl. Grimm rechtsalterth. 292. als zeichen der vom könige ausgehenden gerichtsgewalt wird ein schild bei der gerichtsversammlung aufgehängt. J. Grimm kl. schr. 8, 237. rechtsalterth. 851. Ducange ed. nova 7, 382b.
der schild, ursprünglich symbol einer heeresgefolgschaft, wird im alten deutschen recht das symbol der geschlossenen stände, in welche die freigeborenen sich gliedern; er bezeichnet den stand selbst, seinen rang und sein recht, besonders die lehensfähigkeit: dat echte kint unde vri behalt sines vader schilt, bleibt im stande des vaters. Sachsensp. 3, 72. die sieben heerschilde werden aufgezählt ebenda 1, 3, 2. Schwabensp. cap. 5. jemand erniedrigt seinen heerschild, setzt ihn um eine stufe herab, wenn er dienstmann seines standesgenossen wird. Sachsensp. 3, 65, 2; den heerschild erniedrigen noch bei Möser: da ein fürst jetzt seines mitfürsten farbe tragen kann ohne seinen heerschild zu erniedrigen. patr. phant. 2, 63. man konnte auch seinen heerschild niederlegen, seiner lehensfähigkeit entsagen, das geschah stets beim eintritt ins kloster. Sachsensp. 1, 25, 3. 2, 22, 3. in erinnerung an den heerschild als symbol des kriegsbannes:

der heerschild ist erklungen,
der ruf fürs vaterland.
Uhland ged. (1864) 70.


2) schild in bildlicher anwendung.
a) sonne und mond in poetischer sprache als schild gedacht:

musz doch zu rüste gehen,
so offt es abend wird, der schöne himmelsschildt.
Opitz 2, 283;

wenn schwimmt von osten der mond,
ein blasser schild, ziehend den himmel hindurch.
Herder z. schön. litt. u. kunst 8, 10;

das lichte schild (des monds) hat sich umdunkelt,
auf einmal reiszt's und blitzt und funkelt.
Göthe 41, 153;

die sonne stand schon zu einem groszen goldschild gewachsen vom himmel gehalten über den Ponzischen inseln. J. Paul Tit. 4, 161.
b) mit beziehung auf die bestimmung des schildes; von der undurchdringlichen haut des nashorns: wie aus fels gebrochen, wie vom wilden meer geboren, gefallen aus einer winterwolke, stehet er im rauhen schilde, trotzt aller thiere zahn. Fr. Müller 1, 25. in scherzhafter anwendung: (er) hält seine in schweinleder eingebundene schilde den pfeilen der weisheit entgegen. J. Paul grönl. proc. 1, 70; die gläsernen schilde vor den augen, die brillengläser. Freytag handschr. 1, 203. als bildliche bezeichnung des schirmers, schützers und des schutzes. so schon in alter sprache: rennir sá maðr í kirkjugarð, ok sœkir þingat skjld. quelle bei Cleasby-Vigfusson 553b; fries. inna hemme and binna skelde. Richthofen 159, 15. besonders unter dem einflusse der biblischen sprache entfaltet sich der bildliche gebrauch von schild mehr und mehr; meist haben diese wendungen den klang des gehobenen, gewählten ausdruckes, doch bisweilen auch ist die ursprüngliche, sinnliche vorstellung ganz zurückgetreten: aber du herr bist der schild fur mich. ps. 3, 4; er ist ein schild allen die jm vertrauen. 18, 31; er ist unser hülffe und schild. 33, 20; seine warheit ist schirm und schild. 91, 4; er wird heiligkeit nemen zum unüberwindlichen schilde. weish. Sal. 5, 20; vor allen dingen aber, ergreiffet den schilt des glaubens, mit welchem jr ausleschen künd alle fewrige

[Bd. 15, Sp. 117]


pfeile des bösewichtes. Eph. 6, 16; ein fürst oder herr, sol seiner unterthanen schilt, schutz, und schirm sein. Luther 8, 63b; aller christlichste fürsten, geistlich und weltlich, graven freien ritter knecht, ... mitsambt allen den, die schilt sein der rechten, beschirmer und liebhaber der gerechtigkeit. Aventinus bair. chron. 2, 578, 28; das y möchte zu einem end-buchstaben wol hingehen, weil es in vielen schrifften gefunden wird; doch wil ich jhm kein schild seyn. Logau vorr. z. dritten tausend; du weist, lieber gott, wie ich immer in meiner noth und anfechtung auff dich mich beruffen hab. Schuppius schr. 683; gefühl! was gefühl? gefühl ist ein stroherner schild. unsere hermeneutik, unsere symbolischen bücher, das, das sind das alles schirmende, undurchdringliche, diamantene schild des glaubens. Göze bei Lessing 10, 163; (der fürst fand nicht einen einzigen) welcher tugend genug gehabt hätte, seine brust zum schilde eines verabscheuten königs zu machen. Wieland 7, 115; seine (Daniels) frömmigkeit, durch die man ihn zu verderben drohte, ward früher und später sein schild und seine waffe. Göthe 24, 223;

der himel sî der schilt dîn. MSD3 XLVII, 4, 48 und anmerk.;

edel riter, got sî dîn schilt
und müeʒe dir der sêle phlegen. Erec 8813;

er was der nôthaften fluht,
ein schilt sîner mâge. arm. Heinrich 65;

unz unser schilt
der touf wart fürʒ helle fiur. Parz. 453, 29;

swâ im kumbers wære bevilt,
da was ir minne für ein schilt. 687, 20;

Cristus an dem kruze hienc
und den slac undervienc
vor uns als ein getruwer schilt. pass. 142, 3 Köpke;

dem lande bin ein schilt gewesen. 292, 65 Hahn;

ir sît mîn ougenweide
und schilt vor herzeleide. Apollonius 2364;

wan siu waren ir kampf gesellen
und trugen sament cristes schilt,
da under hatten siu gespilt
mit ernste deʒ todis spil. Martina 233b, 51;

er was schilt und obedach
den armen für ungemach.
Ottokar reimchron. 21836 Seemüller;

mit des frides schilt
beschirmet er vor freisen
witiben unde weisen. 20961;

der thurm, sprach wir, ist unser schilt,
den wirstu nicht umbstoszen.
Soltau volksl. 2, 243;

nun alle forcht zu ruck ich leg
weil mich Lisa hat hertzen lieb,
der ich mich gantz und gar ergib
in jren schirm, schielte und schutz.
H. Sachs 3, 2, 212b (1561);

derselbig (Christus) ist worden unser schild. d. knaben wunderhorn 1, 447 Boxberger;

der getreue fromme hirt,
bleibe stets dein schild und hort.
P. Gerhardt 94 Gödeke;

du bist der deinen schwert und schilt.
Weckherlin 364;

zu meinem schutze flammt
der unschuld ehrner schild.
Uz 1, 205 (1768);

ernst setz' ich, wann er spottet, sanftheit, wann er schilt,
trotz, wann er mich verachtet, ihm entgegen,
und seinem schwerd, und seiner pfeile regen —
der wahrheit demantschild.
Gotter 1, 373;

ich stehe in der allmacht hand; sie wird
das fromme kaiserhaus mit ihrem schilde
bedecken.
Schiller Piccolom. 5, 1.


c) mit obscönem scherz für die pudenda muliebria:

mir hat ein schone frau gezilt,
si wolt mir leihen iren schilt,
do man mit den speren einsticht,
die sich piegen und keins abpricht. fastn. sp. 125, 25 (vgl. 152, 14. 731. 1487).


d) schilde für den damit bewaffneten krieger (vergl. Zupitza zur Virginal 177, 8. Haltaus 1619; in neuerer sprache fünfhundert lanzen, tausend gewehre; helme in gleicher anwendung. Philander (1650) 2, 377; so schon in alter zeit, vergl. Du Cange 7, 381a;

sô bringt iu vil der schilde
Rüedegêr der milde. Dietrichs flucht 5915;

vrou Helche die milde
hât dir gesendet her
vümfzec tûsent schilde. Rabenschl. 552 (vgl. 562);

mit rossen ohne zahl
braus't er heran, und vielen tausend schilden.
Schiller 6, 126.

[Bd. 15, Sp. 118]


freier im singul. schilt für den ritter (s. unten unter 5):

durch daʒ solte ein schilt gesellen kiesen,
daʒ im ein ander heileswunschte, ob dirre schilt kunde niesen.
W. v. Eschenbach Tit. 80, 3 (vgl.
J. Grimm kl. schr. 6, 123);

der willerîche schiltgât vür den marketveilen, als man giht.
Reinmar v. Zweter 153, 6.


3) schild als träger farbigen, bildlichen schmuckes, des wappens. Tacitus bezeugt glänzenden farbenschmuck der germanischen schilde (nulla cultus iactatio (in der bewaffnung); scuta tantum lectissimis coloribus distinguunt. Germ. 6). einzelne farben werden besonders als schildfarben bezeugt (vergl. über den roten und weiszen schild der Skandinavier unter 1, e); roter schild (s. Ducange nov. edit. 7, 382b):

randir rauðar. Gudrúnarkv. 2, 14, 9;

thene haga helm and thene rada skeld. Richthofen 30, 22; mith tha bruna skelde, with thene stapa helm and with thene rada skeld. 122, 27. das braun ist hier (494, 5 op an brunen sceld) in dem alten sinne als farbe von dunklem glanz zu verstehen:

und fürchtest nicht meinen braunen schild? wunderhorn 1, 326 Boxberger.

weisze schilde:

hiálm ok skild hvítastan. Atlakv. 7, 9;

hôfon herecyste hvîte linde,
signas on sande. exod. 301;

heuwun harmlîccohuîtte scilti. Hildebrandsl. 66.;

weisz ist die schildfarbe der Franken. Sidon. Apollinar. epist. 20; Ermoldus Nigellus 3, 243. gelbe farbe:

hond rnd gefêng,
geolwe linde. Beówulf 2610 (vgl. 438);

bundnum rndum
bleikum skildum. Atlakv. 14, 8

(s. besonders über die schildfarben Wackernagel kl. schr. 1, 196). die leuchtende farbe des schildes dient zur sinnlichen bestimmung der entfernung im alten recht: als ferre man einen rothen schild mag gesehen. Lorscher wildbann von 1423. Grimm rechtsalterth. 74. 39. der widerschein des schildes als scheinbusze: kempen unde iren kinderen, den gift man to bute den blik von eme kampscilde jegen die sunne. Sachsensp. 3, 45, 9. schon früh sind bildliche darstellungen auf schilden bezeugt. Weinhold altnord. leben 428. aus den ursprünglich willkürlichen zeichnungen entwickeln sich bestimmte abzeichen für familien, stände, landschaften, städte, reiche u. s. w., die wappen. das höfische epos ist ausführlich in der schilderung der wappenbilder, die allein den ritter im kampfe kenntlich machten, indessen sieht man, dasz das wappenwesen noch nicht durch starre gesetze beherrscht war und es vielfach im belieben des einzelnen lag, welches bild, welche farben er wählen wollte (Schultz höf. leben2 2, 94 ff., wälsch. gast 10425 ff.). auch ist das wappen durchaus noch nicht festes vorrecht der herrengeschlechter. charakteristisch ist eine stelle des renners:

sô dirre und der
an ein drîeckot britlein
heiʒʒet môlen und an ein tüechlîn
ein tierlîn oder ein vogellîn,
oder manik ander zeichenlîn,
seht sô wil er ein herre sîn. 1097.

die wappendarstellung auf dem schilde wurde vielfach durch aufgeschlagenes pelzwerk bewirkt (Schultz a. a. o. 90):

ouch fuort der degen milte
ûf dem härmîn schilte
von swarzem zobel ein pantel.
Pleier Garel 2188;

von zobele swarz reht als ein bech
fuort er einen tiuren schilt.
mîn zunge niht die kost verhilt,
der ein wunder lac dar an.
von hermelîne ein wîʒer swan
was in daʒ brûne velt geleit. troj. krieg 11993.

gewöhnlich waren die wappenbilder aufgemalt: wepin scolde hi ther efter drega alle scone, and sine scelde moste hi melia tha kenlika crona. Richthofen 355, 36;

dô het der hêrre Liudgêrûf eime schilte erkant
gemâlet eine krônevor Sîfrides hant. Nibel. 214, 1;

wollte der ritter unerkannt bleiben, so verbarg er auf irgend eine weise das wappenbild (Schultz a. a. o. 89, 1).
4) mit der weiterentwicklung des wappenwesens wird der kampfschmuck der schilde zum festen abzeichen. das wappen wird, freilich nicht ausschlieszlich, vorrecht der edlen geschlechter; auszerdem wird es zum vereinigenden wahrzeichen, als wappen einer stadt, eines landes, einer genossenschaft u. s. w. im kreise dieser vorstellungen erscheint schild als träger des wappens, meist mit völliger aufgabe seiner bedeutung als schutzwaffe, dann auch

[Bd. 15, Sp. 119]


für das wappen selbst: schilt und hälm, insignia. Maaler 352b; (spielleute) die der statt schylt trügen. Nürnb. polizeiordn. 79; so hat der Petz Thürre auf dem gewanthaus ettlich tisch und anders, das zu dem haus gehort und auch mit der stat schilt geprennt ist. Tucher baumeisterb. 246, 34; herr Wörnher hat im ein gehawen stain auf sein begrebt in sant Martins pfarrkirchen mit seim schilt und helm machen lassen. Zimm. chr.2 1, 193, 16; es ist wol müglich, sicht im auch von wegen der schilt und helm nit ungleich, darin nur die farben sein underscheiden, als ob sie ains stammens seien. 3, 25, 9; mein ungnediger herr hertzog George, hat jtzt lassen ausgehen seine antwort, auff meinen trostbrieff an die verjagten zu Leipzig, und solche antwort mit seinem namen, und schild auswendig gezeichent. Luther 6, 19b. bildlich: aber dise werk gen gar in der still z, da hecht man weder schild, helben noch wappen an. H. Sachs dial. 17, 12;

ir nemet des rîches schiltes war,
den prüevet ordenlîche dar:
in golde ein ûf reht adelar
hât ûf den schilt gestrecket sich. minnes. 2, 139a Hagen;

si tragen dîner marter schilt,
ich mein daʒ kriuze ûf ir wât.
Ottokar reimchron. 48460 Seemüller;

die roʒʒ gar wol gezieret
mit dekhen durch florieret,
daruf mang schilt gar rîch erschein
von sechs varwen sunder ein.
H. v. Montfort 2, 117 Wackernell;

umb und umb gezieret mit schilden,
wie man die wapen pflegt zu bilden.
Rollenhagen froschm. T 3a;

ein mensch im hohen saal
von altberühmten schilde.
B. Ringwaldt ev. X 7a;

auch bei uns findet sich der name spät zu dem schilde, und dieses, das familienzeichen, ist späteren ursprungs als die familie selbst. Chamisso 3, 216 Koch. für die felder des wappens: diese vier groszen schilde oder felder haben in der mitte ein kleines. Dewerdeck Silesia numismatica 129;

auch des wappens nette schilder
loben den erfahrnen bilder.
Schiller 11, 318.

vgl. zusammensetzungen wie wappen-, ahnen-, adelsschild, wendungen wie seinen schild rein erhalten, beflecken u. ähnl.:

dasz nichts reiner und nichts edler
als sein blut ist und sein schild.
Herder z. schön. litt. u. kunst 5, 72.

edelgeborenen wird helm und schild auf den sarg gelegt; früher auch mit in die gruft gegeben, wenn mit dem verstorbenen sein geschlecht erlischt: er ist zu Schönaw im kloster, unferr von Haidelberg gelegen, in seiner eltvordern begrept, sampt seinem schilt und helm, nemlichen den sternen mit den sechs spitzen, wie von alter here gebreuchlich, seit mals er kain manlichen leibs erben hünder ime verlassen, begraben worden. Zimm. chron.2 2, 201, 9; er ist der letzst seins stammens und namens gewesen und ist schilt und helm mit im vergraben worden. 222, 38, vgl. Scherz 1403.
besondere wendungen, in den schild reden, eigentlich jemandem die berechtigung bestreiten, den ritterlichen schild oder ein bestimmtes wappen zu führen, die ritterbürtigkeit, wappenfähigkeit jemandes anzweifeln, dann übertragen, einreden gegen jemanden machen, jemanden zurecht setzen, einem die wahrheit sagen u. ähnl.: rach läst jhr nicht in schild reden. Lehmann 1, 608; andere hasen vexieren und stumpfieren gar gern andere leut, aber mögen nit leiden dasz man ihnen in den schildt rede. Albertinus schaw- u. tummelpl. 208; mein gott, wie ungern höret jhr, dasz man euch in den schilt rede, und die warheit sage. Philander 2, 44 (1650);

die reden in recht in den schilt,
die wissen, wo es jnen gilt.
Fischart 1, 15, 459 Kurz;

so bald man redt der welt in schilt,
von stund an sy darwider bilt. trag. Joh. K 4.

man mahlets niemand ins schild, was einer thut, man sagt es ihm nicht gerade ins gesicht. Wander 4, 178, 13. im sinne von zum vorwurfe machen: solten sie doch sonst was nützlichs fürhaben, unnd es für keyne schand achten, arbeyten, wie jetzund ihr vil meynen, man würde es jhnen im schilde mahlen, wenn sie etwa häuszliche arbeyt thn solten. J. Westphal faulteuffel (1563) c 7b; an den schild schreiben:

darumb schreybt man dirs nit an schilt.
H. Sachs 1, 524a (1558).

in den schild sehen: wer jhr (der span. monarchie) aber mit rechter politischen brillen in den schilt sehen kan, befind

[Bd. 15, Sp. 120]


nichts dann eitel hochmuth, geitz, wüterey. Boccalini relationes (1644) 638.
5) wenn in der älteren sprache in vielen wendungen schild als symbol ritterlichen standes, ritterlicher ehre erscheint, so tritt zwar der begriff der waffe mit den sich daran knüpfenden beziehungen besonders hervor, doch wirkt die vorstellung von dem privileg des standes den wappengeschmückten schild zu führen schon früh ein, auch die bedeutung, welche schild in der rechtssprache entwickelte (s. oben 1, e) macht sich geltend. mhd. wendungen, den schilt gewinnen, dem schilde volgen, des schildes pflegen, den schilt tragen u. ähnl.:

sît ich den schilt von êrst gewan
und rîters fuore mich versan. Parz. 258, 21.

durch segensspruch werden schild und schwert des neuen ritters geweiht:

über schilt und über swert
was dâ kurz der segen.
Ottokar reimchron. 15856 Seemüller;

swer volget dem schilde, der sol eʒ enblanden
dem lîbe, dem guote, dem herzen, den handen.
U. v. Lichtenstein 404, 4;

der aller besten rîter drî,
die dô der schilde pflâgen. 815, 19;

ir tragent die liehten helmeund manegen herten rinc,
dar zuo die vesten schilteund diu gewîhten swert.
Walther 124, 43.

schilt im sinne von ritterthum, ritterlicher stand, ritterliche ehre:

sun, du solt wiʒʒen daʒ der schilt
hât werdekeit und êren vil.
Winsbeke 17, 1;

daher schildes ambet, die ritterwürde mit ihren pflichten:

schildes ambet ist mîn art:
swâ mîn ellen sî gespart,
swelhiu mich minnet umbe sanc,
sô dunket mich ir witze kranc. Parz. 115, 14;

dô ich schildes ampt gewan,
des êrsten dô ich ritter wart.
H. von Freiberg Tristan 3894;

sich, ritter wert, an dine hôhe werdekeit, ...
pflic schiltes amptes schône und êre swertes segen. minnes. 2, 381b Hagen.

schildes orden:

sô lœst mich durch des helmes art
unt durch des schildes orden. Parz. 787, 21.

zum schilde geboren (vgl. schiltbürtig), zu schild und helm geboren, ritterlicher abkunft: auch wyseten die merckere gemeynlich ungezweiet, daʒ m. h. gn. oder ein amptman von sinen wegen einen knecht zum schilde geborn solt han. Grimm weisth. 4, 535; der zum schild gebohren, genuinae nobilitatis. Frisch 2, 181b. vgl. die belege aus älteren quellen bei Schiller-Lübben 4, 92a. Haltaus 1619. Scherz 1403;

er muoʒ ouch haben rehteʒ adel
und lûtere triuwe sunder tadel,
die erben zu dem schilde.
H. v. Freiberg Tristan 1373.

schild in allgemeinerem sinne als symbol der ehre:

und schwecht im seiner eren schilt,
das er zu stücken musz prechen. fastn. sp. 710, 11.


6) besondere bildliche wendungen im mhd.; die vorstellung des wappengeschmückten schildes liegt zu grunde:

du zimst mir zeime knehte wol, sint daʒ du wilt
des sanges schilt
und anders keinen vüeren.
Frauenlob 108, 8;

swer Minnen schilt wil vüeren. 319, 1.

die neugeschmückte flur wird als des Maien schild bezeichnet:

mein ros schreit gên des Mayen schilt.
O. v. Wolkenstein 30, 1, 27.


7) im schilde führen, zunächst im eigentlichen sinne von den wappenbildern: einen adler, drei sterne, einen schreitenden löwen im schilde führen; mhd. an dem schilde vüeren:

dô sprach der keiser rîche'nû sage mir mêr dâvan,
wer was der selbe reckeder iu hât gesiget an?
waʒ vüert er an dem schilde?kanstû mirʒ gesagen,
deich in dâ bî erkenneswâ man in siht daʒ wâpen tragen?' Alpharts tod 186;

swer an sîm schilde vüeren solde
rôsen, ob er danne wolde
die bluomen gar ûʒ dem gevilde
ouch vüeren an dem schilde,
des diuhte mich gar ze vil. wälsch. gast 10425;

in dem schilde:

der eine fuorte ze wâfen ...
in einem rôten schilte
semlîner wecke drî.
Ottokar reimchron. 15966 Seemüller;

der hauptmann führt im schild
ein röslein roth von golde und einen eber wild.
Uhland ged. 359.

[Bd. 15, Sp. 121]


(mit charakterisierender beziehung von Alcibiades, der)

im rath Ulysz, Achilles in gefahr,
und Paris nur bey freyen schönen war,
und, ob er Amorn gleich in seinem schilde führte,
die feinde schlug wie sichs gebührte.
Wieland 10, 109.

bildlich zur bezeichnung der absicht, des vorhabens, bisweilen auch verschlimmernd: er führt etwas im schilde, er hat seine besonderen absichten, ihm ist nicht zu trauen; merkwürdig und dem ursprung der redensart widersprechend ist es, dasz auch sonst vielfach eine versteckte, nicht auf den ersten blick erkennbare absicht bezeichnet werden soll: also bald sieht man eim an der nasen an, was er im schilt führt. Fischart Garg. 148a; also kan man auch .. von dem euserlichen ansehen, kein sicheres urteil fassen und wissen, was er in dem schilde führet. Butschky Pathmos 321; aus furcht erkant zu werden, was man im schilde führet. 386; man kan es aus den augen sehen, was einer im schilde führet, imago animi vultus, indices oculi. Steinbach 2, 413; wenn er es nun selbst verrieth, was er im schilde führe? Lessing 2, 162; gesetzt aber, dasz sie dieses auch im schilde führten. Kant 10, 12; ohne dasz er merkte, was sie im schilde führten. Wieland 2, 333; ich werde fortfahren ihn genau zu beobachten, und euch von allem benachrichtigen, was er gegen euch im schilde führt. 8, 288; er gieng nicht von uns wie einer der einen schelmenstreich im schild führt. Schiller räuber 4, 5 schausp.; aber sage mir doch, woher kömmst du denn jezt, und was führst du im schilde? schr. 4, 76; was gilt's, dachte der Frieder, der führt auch etwas im schild? Hebel 2, 232;

was er vermag und fürt im schilt.
Dedekind christl. ritter (1590) 3, 5;

merck was dis Wallensteinsch hauff,
in seinem schilde führen.
Soltau hist. volksl. 477;

(du) kanst zeigen, was für thun ein mensch im schilde führt
ausz seiner augen art.
Opitz 2, 38;

er sieht ja in mein hertz hinein,
kennt was sein grund im schilde führet. ps. 44, 11;

ich kenne sie und weisz gar wol,
was sie im schilde führen.
P. Gerhardt 253, 30 Gödeke;

ein junger mensch, der viel studirte,
und, wie die ältern ganz wohl sahn,
was groszes schon im schilde führte (schon grosze pläne hatte).
Gellert 1, 203;

kurz um, er kommt als stier,
und graset im gefilde,
als führt' er nichts im schilde.
Bürger 22a;

ein alter freund erscheint maskiert,
und das, was er im schilde führt,
gesteht er wohl nicht allen.
Göthe 2, 171;

ganz was anders führt' er im schilde. 40, 97;

wer ist der bunte mann im bilde?
er führet böses wohl im schilde. des knaben wunderhorn 1, 87 Boxberger;

doch wenig gutes führet er im schilde.
Uhland ged. 434.

in freierer anwendung:

doch möchte sich der prunk zuviel vermessen,
wofern er nicht gehalt im schilde führt (gehaltvolles verspricht).
Göthe 11, 343.

eine bemerkenswerte wendung ist im mitteld. gebiete mundartlich bezeugt: uff'n schille firen, in der öffentlichkeit etwas zur schau tragen. Jecht 93b.
8) insofern sich auf münzen der schild mit den wappen des landesherren findet, spricht man von der schildseite einer münze. in älterer sprache begegnet schild als bezeichnung einer bestimmten münzart; die münze und ihre bezeichnung stammt aus Frankreich, s. Ducange unter moneta (nov. edit. 5, 467a. 470a ff. scutum 7, 381c, daher franz. écu Diez4 567). häufig in den fries. rechtsquellen, s. Richthofen wörterb. 1022a; vierhundert alde gulden schilde. Lacomblet 3, nr. 637 vom jahre 1363; bi een peen van hondert alte schilt. Grimm weisth. 6, 719; vor hundert vrankesche schilde. quelle bei Schiller-Lübben 4, 92a; vgl. Lexer mhd. handwb. 2, 738. Schm. 2, 406. Frisch 2, 181b.
9) zur bezeichnung zunächst schildförmiger abzeichen, für gegenstände des schmuckes, der verzierung u. s. w.
a) zunftgenossen hingen kleine schilde, mit ihrem namen bezeichnet, an den zunftkannen oder sonst in der zunftstube auf: wêr ouch, das dehein geselle wider dise ordenunge getete, der sol selber sînen schilt ab dem bret machen. Schreiber urkundenb. d. stadt Freiburg 2, 39 bei Lexer mhd. handwb. 2, 738; ein jeder neuer meister und neuer gesell ist schuldig einen silbern schild an den willkommen zu geben. quelle bei Frisch 2, 181c; wann einer oder der ander von denen brüderen ein

[Bd. 15, Sp. 122]


underschneyder wird und von den alten aus der reige genamen wirdt, derselbe soll und musz ein silbern schildt zur verehrung an der brüderschaft hänse geben. quelle bei Schiller-Lübben 4, 92a, vgl. Jacobsson 7, 217b. schilde und schildchen an den schützenkleinodien, von den siegern gewidmet; der schützenkönig trägt dies kleinod, schmückt seine tänzerin im ehrentanze damit, daher die redensart mit den schildern danzen. Dähnert 406b; von den abzeichen, die auf der brust, am arm, an der mütze getragen werden: schild eines ausläufers, eines dienstmannes, boten; armschild, brustschild, amtsschild u. ähnl. abzeichen der spielleute einer landgemeinde aus silberblech mit figuren und inschriften. Tobler 387a. nd. he hett'n schild up'n rokk; dar sitt di een groot schild, scherzhaft von einem groszen fleck. Dähnert a. a. o. das schmuckstück, welches der jüdische hohepriester auf der brust trägt, bezeichnet Luther in der bibelübersetzung mit schiltlin, amptschiltlin (2 Mos. 28, 4. 15).
b) schimmernde schildchen schmücken im mittelalter die achseln der frauen, als liebeszeichen von dem verehrer geschenkt (J. Grimm in der zeitschr. für deutsch. alterth. 8, 21): dâ gît ir etelîchiu alse vil umbe, als sie daʒ tuoch kostet, der nüewerin: sô schilte ûf die ahseln, sô geriselt, sô gerickelt al umbe den soum. Berthold v. Regensburg 1, 414, 21;

wie solten dan die jungen man
ûf den ahseln die schilde gesehen,
der glenzlîn kan diu minne spehen. renner 427.


c) schildförmige, besonders herausgearbeitete theile, ornamente an bautheilen, runder schilt mitten im gewölb, da es sich zusammenschleuszt, tholos. Dasyp.; dann auch ohne beschränkung auf eine bestimmte form, schildförmige beschläge u. ähnl.: schiltle oder stückle von marmel oder anderen steinen von mancherley farben, die kostlichen esterich damit zu besetzen, scutulae in pavimentis. Maaler 352c. von den einzelnen bildflächen einer fortlaufenden darstellung (urtheil des Paris, auf Reinekes wunderbarem kamme):

desse hystorye stund ghegraven
up deme kamme hoch vorhauen,
myt bockstauen under den schylden. Reinke de vos 5037.


10) schild vorm hause, zum zeichen des dort betriebenen gewerbes: schild eines bäckers, eines kaufmanns, eines wirtshauses; ladenschild, herbergsschild, wirtshausschild u. ähnl. diese gewerbezeichen nannte man schilde, weil sie zunächst nur embleme enthielten und so sich den wappen verglichen. in neuerer sprache braucht man schild in diesem sinne meist, doch nicht ausschlieszlich, mit neutralem geschlechte (s. oben I).
a) in eigentlichem sinne und zwar besonders von dem wahrzeichen eines wirtshauses, nach dem es genannt wird (zur krone, zum löwen, zu den drei lilien u. s. w.): ein schilt oder zeichen an einem hausz, signum. Maaler 352b; schild vorm hause. Schottel 1398; schild, das ausgehängte zeichen eines handwerksmann, worauf desselben handwerks zeug und namen, als des schneiders scheere etc., signum opificis expensum; it. eines gastwirths, cauponis, oder pandochei signum super janua. Frisch 2, 181c, vergl. Jacobsson 3, 601b; belevet einen offentlichen kroch tho holdende, darsulvesten ein offenbarer schildt uththohengende. quelle von 1620 bei Schiller - Lübben 4, 92a; hey, hey, was hört einer, solt man vergebens ein schilt auszhencken: solt ein wechszler vergebens den wechselbanck auszsetzen? Fischart bienenk. 45a; er zeigte sich fleisziger in der sonne — disz war das schild zu dem wirthshaus. Schiller 4, 66; als der fürst auf seiner rückreise wieder an dem wirthshaus vorbeifuhr, sah er keinen schild mehr dran. Hebel 2, 109.
b) im bilde: euch ist der schilt auszgehenckt, kehrt hie ein. Fischart Garg. 17b; wenn ich ein kunstrichter wäre, wenn ich mir getraute, das kunstrichterschild aushengen zu können. Lessing 8, 208; Mohr. herr, ich bin ein ehrlicher mann. Fiesko. häng immer diesen schild vor dein gesicht hinaus, das wird nicht überflüssig seyn. Schiller Fiesko 1, 9; sie (die schrift) ist, unter dem schild eines geheuchelten druckorts: Köln, ohne jahrszahl, wahrscheinlich in Florenz, um 1730 herausgekommen. Göthe 35, 370;

bei einem wirthe wundermild,
da war ich jüngst zu gaste;
ein goldner apfel war sein schild
an einem langen aste.
Uhland ged. (1864) 60.


c) besondere redensarten, sprichwörter: den schild einziehen, das ist, das handwerk nicht mehr treiben. Frisch 2, 181c; na grade moot man wol dat schild innehmen, wenn die anzahl der leute im wirtshaus zu grosz wird. Dähnert 406b. übertragen auf thun und treiben: aber laszt es nur gehen! er wird schon

[Bd. 15, Sp. 123]


einmal das schild einziehen. L. Ph. Hahn d. aufruhr zu Pisa 20; von einer dirne, die sich frech entblöszt: se lett dat schild uthangen. Schütze 4, 49; wo ein schild aushängt, da ist einker. Eiselein 549; oft entspricht die bewirtung dem schilde des wirtshauses nicht, der ankündigung die leistung nicht: ein schönes schild, ein schlechter wirt und andere redensarten bei Wander 4, 177. 178:

der schönste leib beweiset für den geist
was ein vergüldeter schild für ächten wein beweist.
Wieland 4, 269 (Amadis 11, 31),

doch kann man anderseits vom schild auch auf den wirt schlieszen: wie meynt ir, das auch bey eim schönen auszgehenckten schilt böser wein vorhanden sey: meynet jhr, das inn solcher sauberer herberg könn ein wüster wirt oder gast hausen? Fischart Garg. 77a.
11) zur bezeichnung des namenbrettes am stern eines schiffes; es ist vielfach verziert und enthält den namen des schiffes, oft das wappen des heimatsortes u. ähnl. Jacobsson 3, 601b; franz. écusson.
12) kruste, deckende fläche von thieren (vgl. schildkröte, schildlaus); besonders von dem harten rückenstück der schildkröte: schild oft schelpe van de schildpadde, testudinis operimentum. Kilian; harte, krustenartige theile an anderen thieren, an insekten, schalthieren, schlangen, fischen. die schuppen des Leviathan werden schilden verglichen: seine stoltze schupen sind, wie feste schilde, fest und enge in einander. Hiob 41, 6; in zusammensetzung augen-, bauch-, brust-, kopf-, rückenschild. scherzhaft:

und lg ob er keyn wiltpret fynd
mit sechsz füesz, und eym Ulmer schilt.
Brant narrensch. 110a, 129 mit Zarnckes anm.;

auch von solchen thieren selbst: conchilium schilt. sumerl. 5, 49; patella compressa (eine napfschnecke) schilt. Nemnich; cancer granulatus, körnerschild. ebenda. schild, m. die seeforelle, trutta lacustris (Ober-Engadin). Siebold 406.
13) als bezeichnung besonders gefärbter oder sonst auffallender theile an thieren, besondere ausdrücke der weidmannssprache.
a) von flecken am thierkörper (von schildförmigen flecken am vieh im isländischen s. Cleasby-Vigfusson 553b unter skjldr III, skjalda, scheckige kuh); im schweiz. wird ein geflecktes rind schilti genannt. Stalder 2, 318; schilt, rind mit weiszem fleck auf der stirne. Hunziker 220; schild, ein fleck auf der brust der rebhühner: das rebhuhnmännchen hat auf der brust einen groszen kastanienbraunen, hufeisenförmigen fleck (schild). v. Thüngen waidm. pract. 199, nach Jacobsson 3, 601a auf der brust der feldhühner von roten, auf der der haselhühner von schwarzen federn. schilde heiszen ferner die weiszen oder gelblichen flecke auf den keulen des dam- und edelwildes. Behlen lex. der forst- u. jagdk. 5, 479; die flügel des fasanen. ebenda.
b) zur bezeichnung der verharzten stellen am vordertheile des schwarzwildes: die keuler angehenden und haupt-schweine, bekommen auch, zumaln im november, da sie am feistesten werden, über den blättern und am rücken starcke und feste pantzer oder schilde, durch welche man kaum schieszen kan, und musz gewisz ein guter steiffer hirschfänger oder klinge, und force dahinter seyn, wenn man durch das schild kommen will. Döbel jägerpract. 1, 24b; sie verhärten sie durch vieles reiben an den harzigen bäumen. Heppe jagdlust (1783) 1, 198. auch die dicken knorpel, welche starke keuler und hauptschweine in der feistzeit auf dem rücken erhalten, heiszen schilde. Behlen a. a. o.; da auch ein wildschwein gefangen, davon gebühret dem richter anstad unsers gnädigsten churfürsten und hern der kopf und rechtes schilt (blatt?, vgl. 13, l). Grimm weisth. 3, 76.
14) besondere und vereinzelte bedeutungen.
a) landschaftlich und zwar in der Schweiz wird ein dachfirst (die schmalseiten an walmdächern, s. schilddach) mit schild bezeichnet. Stalder 2, 317.
b) schild, eine schwache wand zwischen zwei stärkeren pfeilern, z. b. in einer gartenmauer. Jacobsson 3, 601a.
c) im wasserbau die wand, womit eine arche oder strudelbau von der seite zugeschlossen wird. 601b.
d) gröszere, bewegliche schutzwehren, hinter welchen z. b. belagerungsarbeiten ausgeführt wurden, hieszen schilde, gewöhnlicher setzschilde. Schmeller 2, 406.
e) ein mit leinwand überzogenes gestell, auf dem eine kuh, ein pferd, hirsch aufgemalt war, dessen sich die jäger bedienten, um durch allmähliche annäherung die hühner in das treibzeug zu jagen: da nun aber vielen jägern oder hünerfängern kein pferd gehalten, oder futter darauf gegeben wird; so wird in ermangelung dessen, ein schild von leinwand, auf 3 ellen breit und drittehalb elle hoch, an einem ende auch noch ein

[Bd. 15, Sp. 124]


stücke leinwand daran gemacht, und ausgeschnitten, dasz es wie ein perde- oder rindvieh-hals aussiehet. Döbel jägerpract. 2, 185b. Behlen lex. d. forst- u. jagdk. 5, 479. Frisch 2, 181c.
f) schutzblech vor einem schlosz, häufig verziert. Frisch 2, 181c: schild, ein zierlich ausgefeiltes, bisweilen geädertes, durchbrochenes oder getriebenes blau angelaufenes, oder auch verzinntes blech, welches das schlüsselloch und den drücker oder die klinke verzieren musz. Jacobsson 3, 601a.
g) an den taschenuhren eine besonders verzierte platte, welche die unruhe bedeckt. Jacobsson 7, 217b; bisweilen auch zur bezeichnung der zifferblattplatte auf wanduhren.
h) der mittlere theil der schere, wo die schraube durchgeht. Jacobsson 7, 217a.
i) feuriger schild, eine art feuerwerk. 1, 718a.
k) schild an der mütze, zum schutz der augen und zum anfassen. Pfister 250.
l) die fleischer nennen schild den theil hinter dem vorderblatt des rindes, an dem sie erkennen, ob der ochse fette rippen hat. Jacobsson 3, 601a.
m) bei den lederarbeitern heiszt schild der theil an der haut des thieres, welcher über dem hüftknochen gesessen hat. Jacobsson 3, 601b.
n) schweiz. schilt, ein kupferstich, bild. Tobler 387a.
o) in einem volksrätsel zur bezeichnung einer bodenerhebung: ik geng mal öwer en schild da mi de laiwe god helpet, da fand ick en klain mesterstücke (eichel). Woeste 228b.
p) schweiz. von kleinen brötchen, die zu mehreren zusammengebacken sind (vergl. schildbrot, -brötchen). Stalder 2, 317. Tobler 387a. vergl. aus Tirol: so sollen dieselben semelen oder rögglen, drei an einer pin oder schilt, 6 fierer, oder aber ain semel oder röggl jedes 2 fierer gelten. tirol. weisth. 1, 27, 3.
q) schild, fruchtlager an pflanzen (pelta). Campe.
r) okulieren mit dem schilde, anschilden ist bei den gärtnern ein besonderes verfahren und dem okulieren mit dem ringe entgegengesetzt. Adelung; mit schild ist eine besondere form des impfauges bezeichnet; s. DWB schildung.
s) hängende schneemassen werden in den alpen schilde genannt (schnee-, eis-, föhnenschilde).
t) knochentheil am arme: wann vor dem gelaich hangt der schilt. das ist die spitz des elenbogens. Braunschweig chir. (1539) 7.
u) mnd. im sinne von kummtgeschirr: item so schall man de sadele maken van drogem holte unde ock de schilde. quelle bei Schiller-Lübben 4, 92a.
v) zur bezeichnung dreieckiger plätze (aus Wismar und Rostock). 6, 254b.
w) in mnd. quellen ist mehrmals von schilden bei pflasterungsarbeiten die rede: twe schylde nye to settende, de eyne vor der Guldenstrate unde der Echterenstrate ..., unde ok der rucghe uppe dem beckerklynte. quelle bei Schiller-Lübben 4, 92b. der ausdruck ist nicht ganz klar (s. die bemerkungen a. a. o.); vielleicht ist eine art bürgersteig gemeint.
x) schild im sinne von mulde in back-, badschild; s. oben theil 1, sp. 1068. 1074.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
schildabtheilung, f. abtheilung, feld eines wappenschildes. Campe.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
schildamsel, f. eine auf brust und hals weisz gezeichnete jagbare amselart, turdus torquatus Nemnich. Oken 7, 61. Döbel 1, 54; andere namen: schilddrossel, ring-, schilddrossel, meer-, bergamsel, stockziemer.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
schildamt, n., mhd. schildes amt, die ritterliche würde mit ihren rechten und pflichten, s. DWB schild 5.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
schildarm, m. der linke arm, der den schild trägt.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
schildartig, adj.: schildartige verzierungen.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
schildbank, n. die schild-, schillbanken, schildbanken, schildplanken dienten in älterer zeit zur aufnahme der welle für die ankerketten und ankertaue. Bobrik 593b.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
schildbar, adj., berechtigt, den schild zu führen, vom ritterlichen stande; mhd. schiltbære mhd. wb. 2, 2, 131a. Lexer mhd. handwb. 2, 739.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
schildbauer, m. besitzer eines freien bauerhofes, der mit den ritterbürtigen gleichgestellt ist. Frisch 2, 181c (aus Tirol).
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
schildbaum, m. ein indischer baum, aus dessen sehr zähem und leichtem holz schilde verfertigt werden (adenanthera falcata). Oken 3, 1690.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
schildbedeckt, adj.:

Pylämenes, ein oberster
der schildbedeckten Paphlagonier.
Bürger 165a.