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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
nachwille bis nachwirbeln (Bd. 13, Sp. 232 bis 233)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) nachwille, m. voluntas consequens Stieler 2537.
1) nachträgliche, abgenötigte einwilligung: da ich erstlich ein mönch ward .. hatte der vater viel bedenken, wolte nicht, bisz so lange er überredet war, und gab endlich darein einen unwilligen traurigen willen .. er hat wol den willen geben, aber ungern .. ein solcher wille ist der nachwille, er ist ein genöthigter gezwungener wille. Luther bei Haltaus 1397.
2) anhang zu einem testamente, codicill. Adelung.
 
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nachwimmeln, verb. wimmelnd folgen:

siegprangend zieht das laster durch die thore,
und elend, sein gefolge, wimmelt nach.
Gotter 1, 394.


 
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nachwimmen, verb. nachlese halten, racemare: nachwümmen Maaler 301a; das nachwümmen, racematio 301b; das nachwümmen oder nachherbsten. Albertini landleben (1610) 55a.
 
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nachwind, m. von hinten her wehender, günstiger segelwind, ventus secundus et favorabilis Stieler 2464; mhd.

mit ringer framspuot ûf dem mer
helfe dir durch sîn gebot
Êolus des windes got,
mit vil süeʒem nâchwinde. der gute Gerhard 2569;

dô huop sich balde ûf dem mer
starker nâchwinde vil. 2607;

nhd. syen sy mit nachwind .. in kurtzer schiffung gên Sicilia .. komen. Oheim chron. v. Reichenau 78, 25 (ende des 15. jh.), nachwind haben oder wind nach unserm willen, vela intendere ventis secundis. Maaler 301a; guten nachwind haben, aquilone secundo agi. Aler 1441b; ein frischer nachwind trieb uns in wenig minuten weit von W. weg. Bürde bei Campe.
 
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nachwinde, f.: nachwinde heiszt in den weinländern der zu allerletzt ausgepreszte most. Weber öcon. lexic. 384a.
 
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nachwinden, verb. reflexiv, in windungen nachfolgen:

und wand sich zwischen mirtenhecken
der dame nach.
Engelschall bei Campe.


 
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nachwinken, verb.
1) intransitiv mit dativ.
a) einem scheidenden winkend nachblicken und nachgrüszen: die fürstin, die ihrem gemahl noch in den schloszhof hinab mit dem schnupftuch nachgewinkt hatte. Göthe 15, 301;

noch klang mir der genossen lied im ohr,
noch winkte mir der hütte feuer nach.
Immermann 1, 444.


b) winken nachzukommen, praetereuntem nictando invitare. Stieler 2543.

[Bd. 13, Sp. 233]



2) transitiv.
a) winkend nachsenden:

noch manches gedenkmein
nachgewinkt.
Kosegarten dichtungen 2, 214.


b) winken nachzukommen: Heinrich zog die weinende sanft hinweg .. und winkte den schulrath nach. J. Paul Siebenkäs 4, 89.
 
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nachwinkung, f. invitatio discedentis nutibus Stieler 2543.
 
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nachwinter, m. winterwetter im frühlinge, spätwinter Kramer 2, 151c; wann ein groszer nachwinter ist und in dem martio ein groszer schnee fällt. Colerus 2, 637a; wenn die nachtigallen, so über winter in der stuben gehalten worden, bald nach weihnachten anschlagen und anfangen zu singen, so wirds bald somer: singet sie aber langsam, so wirds langsam somer und ist ein groszer nachwinter noch dahinden. 1, 115a; ist es (auf Lichtmesz) etwas warm, so verkriecht er (der bär) sich wider, weil er sorget, es werde auf das warme wetter noch ein nachwinter folgen. Dhaun Plinius 160; bildlich: giftig ist jeder nachwinter des nachzürnens. J. Paul Levana 1, 123; der heutige nachwinter der gestrigen erkältung wollte doch nicht schmelzen (das peinliche nachgefühl der gestern vorgefallenen misstimmung wollte die jetzt einträchtig wandelnden doch nicht verlassen). Titan 3, 19; und so dauert denn so oft unser nachwinter länger als unser nachsommer. 48, 96 Hempel.
 
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nachwintern, verb. unpersönlich, nachwinterlich sein, werden: wann es nachwintert. Voss zu georg. 1, 43; sprichwort: wenn es nicht vorwintert, so nachwintert es gern. Simrock 635.
 
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nachwirbeln, verb. wirbelnd folgen: jubelgeschrei vom ufer her wirbelte ihm (dem vom stapel gelassenen schiffe) nach. Thümmel 5, 73.