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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
metz bis metzelsuppe (Bd. 12, Sp. 2149 bis 2154)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) metz, m. hauer, schneider, nur in steinmetz, s. d.; ahd. mezzo; vergl. unten metzen.
 
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metzapfer, m. der met verzapft, ausschenkt: diejenigen, die sich vom trinken nähren, breuer, mälzer, weinschenker, bier und methzapfer. Schütze Preuszen 214.
 
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metzbank, f. schlachtbank: macellum metzbank Dief. 341a:

vil minder hat er uns geachtet
dans viech das man zr metzbank schlachtet.
Schade sat. u. pasqu. 2, 204, 284.

vergl. DWB metzelbank und DWB metzen.
 
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metze , koseform eines weiblichen eigennamens.
1) zu grunde liegt nicht, wie gramm. 3, 692 zweifelnd angesetzt wird, der seltenere frauenname Madalhilt, sondern (vgl. Wackernagel kl. schriften 3, 166 fg.) der häufig vorkommende Mahthilt, später umgelautet Mehthilt, Mehtilt, und mit verlust des ersten gutturals ahd. Mathilt, latinisiert Mathildis (auch Mathilda, z. b. Hrotsvitha 310, 95 Barack); die tochter Adolfs von Nassau Mechtild wird im 14. jahrh. als Mäcz aufgeführt, vgl. Schm. 1, 1701 Fromm. der älteste beleg für die koseform, unumgelautetes Matza, aus dem 11. jahrh. wird gramm. 3, 788 beigebracht, es dauert auch später häufig:

daʒ ungemach troumt mîner Matzen vert.
Neidhart 103, 21;

wâ ist mîn vrou Matze?
der springe ich ze tratze. minnes. 2, 87a Hagen;

er nam vrou Matzen bî der wîʒen hende. 3, 198b;

bis es dem umgelauteten Metze weicht. die niederdeutsch entsprechende form ist Metta, Metje, Metke.
2) die häufige verwendung des namens läszt ihn in allgemeinere bedeutung übergehen, zunächst noch als name für eine, die man nicht näher bezeichnen kann oder will, und oft mit eben so allgemeinen männlichen eigennamen Matz, Kunz (th. 5, 2750), Betz, Heinz (th. 42, 889) verbunden: Matz, werfs der Metzen zu. Garg. 165b (im spielverzeichnis 117);

wann Knz mit Mätzen danzen mag,
in hungert nit ein ganzen dag.
Brant narrensch. 61, 27;

als name für ein bauernmädchen (wie im ring die braut Mäcze, Mäczli heiszt, der bräutigam Bertschi):

er (der bauer) nimt die Metzen bi der hant,
die gibt im einen kranz,
er ist der Metzen eben
derselbe fererswanz;
die dörpel dreppeln hinden nach,
das ist der Metzen eben
und dem Conzen auch.
Uhland volksl. 340;

[Bd. 12, Sp. 2150]



ein ring mit einem blawen stein
wil Heinz der Metzen kaufen,
damit sie in mit trewen mein,
sol nicht im dorf umblaufen;
desgleichen sich die Metz beweist
den Heinzen z bedenken:
umb rote senkel sie sich fleiszt,
tt sie dem Heinzen schenken. 640;

als mägdename: liebe Metz wird in Kellers altd. ged. 87, 17 die kellnerin angeredet, die nachher 21 diu alte maget heiszt;

Metz, geh, kauf ein vorhen und esch.
H. Sachs 3, 3, 21b;

bald zu einem appellativ geworden, küchenmetze küchenmagd:

du stost do wie ein kuchemätz,
dir fgt nun wol ein schüsselblätz.
P. Gengenbach gouchm. 736;

und unter fraumetz wird eine haushälterin begriffen und als bild einer solchen dargestellt: dʒ wär ain rechte frawmetz die also umb und umb künd hausz halten, als man frawmetz malet, da hat sy ainen korb mit ayern auf dem kopf, und ain schüsselkorb hinden auf dem rucken, und hat ain katzen auf der achsel. Keisersberg geistl. spinnerin (1511) O 3c; also solten die obern und die fürweser sein frawmetz, dʒ sy künden die schwestern fürsehen in den dingen die jnen not seind, und nichts dest minder jr herz bei got haben. ebenda.
3) weiter dann auch von einer unverheirateten, wie jungfrau oder dirne, ohne unehrbaren nebensinn: also grüszete der engel Mariam die jungfraw, sei gegrüszet du gnadenreiche oder holdselige, denn was heiszet gnade haben anders, denn holdselig sein? als wir von einer magd sagen, du feine freundliche metze. Luther 4, 179b; ein arme dienstmagd, wenn sie thut was sie thun sol, und ein christin dazu ist, so ist sie für gott im himel, ein schöne reine metz, das alle engel jr zu lachen, und lust zu sehen haben. 5, 358b; sie schmücken sie mit gold, wie ein metze zum tanz. Baruch 6, 8 (ὥσπερ παρθένω septuag.); sollen sie denn nicht finden und austeilen den raub, einem jglichen man eine metzen oder zwo zur ausbeute. richter 5, 30; wann er etwas mit flehen nicht erlangen kondte, dorfte er wie ein weib dazu weinen, darumb jhn auch Pius nante: Mariam pientissimam (ein sehr fromme metz), weil er so ein weibermann gleich einer weichen metzen war. G. Nigrinus papist. inquis. 580; im munde eines bauern: am tanz lgt er allweg, das jm die hüpschte metz aufzziehen ward. Wickram rollw. 62, 21 Kurz; vergl. dorfmetze theil 2, 1283 fg.
4) metze, jungfrau um die man wirbt, die zur ehe begehrt wird: so sagt hie der text, wie Abraham habe zur ehe genomen die Kethura .. ich wil hie aber nicht viel disputiren, was Abraham gelüstet habe, das er noch eine junge metze nimpt. Luther 4, 136a; wir wollen .. bekennen, das er ein narr sei, das er (Jacob) bisher sein leben also gewagt hat, und nu erst hin kompt und henget sich an eine metze, und als er betrogen wird, nimpt er die ander schwester, und dienet umb diese noch sieben jar. 161b; darumb wil der heilig geist nicht zörnen, ob eine metze einen knaben lieb hat, und wiederumb, also das sie lust haben ehelich zu leben. 162b; denn baal heiszt ein hausherr oder hauswirt, bula, eine hausfraw, welchs wort bula, nun auch deudsch worden ist, wie man spricht, mein holder bule, und ich mus einen bulen haben, welchs vorzeiten ehrlich eine metzen hies, darumb ein geselle bulet zur ehe, nu ists (das wort bulen) in andern verstand geraten. 8, 59a; die reichen muszten nemmen, die jnen am nechsten verwandt waren, auf dasz die armen metzen nicht sitzen blieben. tischr. 317a; als: wenn ein gesell zur metzen spreche, uber 2 jar, so will ich dich nemmen. 318b;

(einem schuster) war sein erste fraw gestorben,
mit der gut narung hett erworben.
nu war er sonst auch fromb und bider,
er nam ein junge metzen wider.
B. Waldis Esop 4, 42, 6;

er (ein witwer) nam ein junge, freche (muntere) metzen. 70, 13;

wie schatz, geliebte: zu diser zeit (Johannistag) stecken die bawrenknecht grosze hohe dannenbeum ... und lassen den mit groszer mühe eingegrabnen baum, jrer metzen zur ehr, den ganzen sommer stehn. S. Frank weltb. 51b;

er (ein bauer) lest sich nieman tretzen,
wann er ist bei der metzen.
Uhland volksl. 656;

so sol man am tanz werben umb die metzen
und sol gar hubschlich mit ir swetzen. fastn. sp. 856, 13;

der ander sagt von seinem scherz,
wie er sei gwesen ein blherz,
und wie er kundt so lieblich schwetzen
mit seiner allerliebsten metzen. Grobian. H 4b (v. 2098);

[Bd. 12, Sp. 2151]


mit verächtlicher betonung: las einen andern zuhören seiner metzen, die da singt ein weltlich lied, dieser züchtigen jungfrawen höret billich zu ein fürst und herr, die jm ein geistlich, reines, heilsams lied singt. Luther 1, 477a;

die gassentretter, und die göffel
die durch die nacht kein rw went han
wann sie nit uff der gassen gan,
und schlagent luten vor der tür,
ob gucken well die mätz har für.
Brant narrensch. 62, 8.


5) metze, in unehrbare bedeutung übergetreten, die pfaffenköchin, zuhälterin eines pfaffen: ob er (der priester) ein metz bei im hat sitzen. Keisersberg christ. künigin ee 3b; da hat irer der merentheil ein eigen metzen am barren, die ziehen si köstlicher dan fromer burger wiber gezogen werden von iren eemannen. Schade sat. u. pasqu. 3, 65, 19; da ward funden, dasz es nit müglich were, den pfaffen ir metzen ab z stricken. deshalb ward erkant, man sölt der pfaffen mesz hören, ob si schon metzen in iren hüsern und bankarten hetten. 66, 7; laszt man dem priester, nach dem so er die absoluz bezalt hat, die metz im haus? 164, 35;

ein pfaff, het ein gut vicarei
und ein gar schöne metz dabei.
B. Waldis Esop 4, 39, 4;

die zuhälterin eines landsknechts: was het ein Switzer mit der lanzen hinden noch zottren, ein metz dye im nochgot, die frt er mit im, einen unflot. Keisersberg bilg. 37a; dann mancher, ob er wol daheim ein ehrbare ehefrauw, mit jhren kleinen kinderlein verlassen, hat hie (im lager) an sich eine frembde metze hangen. Kirchhof mil. disc. 114; der kriegsman redet Cordeli Huiuf, ein metz an:

du wärist grad für mich ein meitle!
ich msz doch ouch ein metzen han,
dann ich ie nit selb kochen kan,
und bsunder in eim frömbden land.
Manuel 323, 501 Bächtold;

und die zuhälterin überhaupt:

sy sig min mätz old sy min wib. trag. Joh. G 6;

sy ist min wyb und nit min mätz. G 7.


6) metze ein leichtfertiges weibsbild: metzen in schamloser tracht erbern frowen entgegengestellt Brant narrensch. vorrede 114—123; ein keusches weib oder eine metze. colica vorrede; in demselben scharfen sinne wie wir auch dirne (nr. 3, theil 2, 1188) brauchen: meretrix metz Dief. 357c; gemein metz, scortum, scortulum, scortillum, prostibulum, propudium, lupa, meretrix, unflätige metzen, scraptiae Dasyp.; mätz oder hr, mercenariae stipis ancilla, meretrix, hoffliche und fast geschickte mätz, commoda et faceta meretrix Maaler 281d; sy zieren sich, wie es inen geliebt, wie gemeine metzen. Pauli schimpf 26; da kam ein hüpsche metz in den garten. 55; und bestellet ein gute metzen. 58; du solt dich an der hund hinken, der metzen winken, der frawen weinen, der kinder greinen, der krämer schwören nicht ein dinglein kehren. Fischart groszm. 117; nicht anders vermeinen, als dasz sie solchen geruch bei einer garstigen, unflätigen stinkenden metze oder huren bekommen. Tabernaem. 612; den umgang mit dieser schändlichen metze meiden. Salinde 110;

uff flchen, schweren bin ich geschwindt,
täglich man mich bin mätzen findt.
P. Gengenbach x alter 200;

du bist ein alter thor,
und hast uff dir jetz achtzig jor
und wilt erst sin der mätzen knecht. 679;

an farben bist du gleich den hetzen,
und an geberden gailen metzen.
Weckherlin 804;

der metzen sonntag sprichwörtlich für eine zeit ungebundener lust, nach der örtlichen sitte namentlich des 15. jahrh., gemeinen weibern, die sonst in bezug auf ausgänge gebunden waren, éinen sonntag im jahre eine gröszere freiheit für lustbarkeiten einzuräumen: und wol sich daucht der metzen sontag sein. Bocc. (1580) 1, 60b; gedacht der metzen sonntag wer, die weil die schönen fräwlein nach jm schickten. wegkürzer 126a; als schimpfwort für einen buhler, der den metzen einen guten tag macht, ihnen viel zu verdienen gibt:

dan gen fur dich zwen oder drei,
so spricht der ein: sich der stat far (zuchtstier);
der ander: jha, yder mansz nar.
der lewt eszel heiszt yn der dritt,
so spricht der vierd: ei lieber nit,
man nent yn der metzen suntag.
H. Folz in den fastn. sp. 1274.


7) die neuere sprache braucht metze nur noch in dieser bedeutung (6) als schelte, verhüllend für einen härteren ausdruck:

[Bd. 12, Sp. 2152]


metze pro hure, meretrix Steinbach 2, 60; eben so gewisz, als die tugend, in den liedern eines sich immer gleichen Epikureers, ziemlich das ansehen einer metze haben würde. Lessing 5, 7; die spartanischen jungfrauen scheuen sich nicht in einem aufzuge gesehen zu werden, wodurch in Athen die geringste metze sich entehrt hielte. Wieland 1, 148; es war unmöglich, eine ehrliche frau von einer metze an etwas anderm zu unterscheiden, als an der seltsamen affektazion, womit diese sich bemühten wie ehrliche frauen, und jene wie metzen auszusehen. 7, 79; o satyr! hast du nicht metzen genug, dasz du die tugend kränkst? Klinger Otto 15, 11; wenn der graf bei lesung des schreibens in verwirrung aufschlägt und schreit: sterb die metze! Fr. Müller 3, 220; an den pranger mutter und metze von tochter! Schiller kab. u. liebe 2, 6; weg von der metze, junge! 2, 7; die metze ist gutherzig — doch, das sind alle! 5, 7 (handschriftlich von Schiller geändert die buhlerin); wenn du mich wie eine gemeine metze mishandelst. ebenda;

den weisen von Stagir entehret eine metze.
Hagedorn 1, 86;

wenn lästerung brüllet! wenn
auf gottes altar sich die metze
stellt! wenn das blut der gerechten flieszet!
Stolberg 2, 146;

angejochet an den hurenwagen
bring ich sie die mätze Zypria.
Schiller hist.-krit. ausg. 1, 187;

ich seh wahrhaftig schon die zeit,
dasz alle braven bürgersleut,
wie von einer angesteckten leichen,
von dir, du metze! seitab weichen.
Göthe 12, 197;

verflucht bin ich, wenn ich die metze nehme! (zur ehe).
H. v. Kleist zerbr. krug, 6. auftr.;

ich beug mich nicht vor jenen hübschen metzen,
die schamlos prunken mit der eignen schand.
H. Heine 15, 79.


8) metze, eine hündin. bairisch. Schm. 1, 1701 Fromm.; in Augsburg. Schmid 384. anders schlesisch: metze, quibusdam kalbe, junix, juvenca bos, quae vitula esse desiit, nedum tamen peperit. Steinbach 2, 60.
9) frau Metz, die scharfe Metz als geschützname im 15. 16. jahrh., niederd. Mette, Metteke, wie man sonst geschütze auch Grete, Ketterlein u. ähnl. nannte und sie so personificierte (vgl. Wackernagel kl. schr. 3, 93); in einem liede von der beschieszung von Hohenkrähen 1512, wo die geschütze als frawenzimmer und canterei eingeführt werden:

fraw scharpfe Metz schickt hin ain post,
tet die von Kräen grüszen.
Uhland volksl. 472;

im verein mit andern mit namen versehenen geschützen:

die singerin singt den tenor schon,
die nachtgall den alt in gleichem ton,
scharpf Metz bassiert mit schalle,
die schlang den discant warf darein. ebenda;

appellativ geworden: die metzen oder mauerbrecherin. die scharfe metzen schoiszt 95—100 pfd. eisen, die halbe scharpfe metzen 80—95 pfd. feurbuch von 1591 bei Schm. 1, 1705 Fromm.
 
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metze, m. f.
1) ein kleineres trockenmasz; ahd. metzo wie mhd. metze als masc., ags. dagegen als fem. mitte (mid þam winstran fêt þâ mittan träd. Apollonius 10; recipiet x sextarios frumenti fannatos, et x mittas brasii. Thorpe dipl. 447) bezeugt, und so auf ein älteres, in goth. form mitjô lautendes subst. schlieszen lassend, das am nächsten zu goth. mitaþs und mitadjô ein getreidemasz steht (vgl. DWB messen I, 1 sp. 2115); mnd. ebenfalls als fem. mette, aber auch matte Schiller-Lübben 3, 46a. als masc. geht das wort im Oberdeutschen: 1 metz salz. d. städtechron. 5, 5, 10; ain metz erbisz. 147, 22; 1 metz kerns. 161, 23; item die linsen wurden gesetzt 1 metze umb 60 dn., item die arbeiszen 1 metzen umb 6 gr., item den haniff 1 metzen umb 2 dn., item den hirsz 1 metzen umb 1 . 2, 304, 7; aus einem gereuterten gestrichnen metzen weitz musz der müller geben groben gesinds-griesz ein viertel. Hohberg 1, 202a; man nimmt gemeiniglich zu einem ditthäufel oder den 8ten theil eines metzen meels 1 halb pfund frisch schmalz. 3, 3, 27a; er begehrt einen metzen erbes, welche ihr ihm schuldig sein solt. Abele gerichtsh. 1, 18;

hört ir frau mit dem kretzen,
wie gebt ir des reis ain metzen. fastn. sp. 368, 12;

da habt ir ayer zu den sachen,
last uns ein mezen krapfen pachen!
H. Sachs fastn. sp. 2, 26, 22;

er hat der (bohnen) wol ein metzen gessen. 3, 24, 263;

noch jetzt bair. der metzen (Schm. 1, 1704 Fromm.), wie auch Frisch 1, 662a metze als masc. bezeichnet; kärntn. der metze, metzen, der vierte theil eines maszels Lexer 190 (unterschieden

[Bd. 12, Sp. 2153]


die metze nachher 2), in Franken aber theilweise, wie weiter im norden durchaus ist metze, dem ags. und mnd. entsprechend, fem., und so in der schriftsprache: die metze, modius, eine metze korn, modius frumenti Stieler 1285; eine halbe metze, semodius Steinbach 2, 60; da Adrian Bocks hauptman alda war, dauchte sie der scheffel viel zu gering sein, machten ihn groszer, demnach auch die metzen. Henneberger landtaf. 393; (der) das gold nachher in metzen ausgemessen habe. Arnim kronenw. 1, 404; sprichwörtlich: eine metz gunst, vermag mehr als ein scheffel rechts. Pistorius thes. par. 5, 85. — metze als flüssigkeitsmasz: ein metzen öls. Lexer handwb. 1, 2127.
2) metze der theil des zu mahlenden getreides, der dem müller als lohn gebührt: tirol. der metzen und die metz Schöpf 436; in Franken aber und in der Oberpfalz nur die metz und mitz, welche letztere form an ags. mitte (oben 1) erinnert; kärntn. die metze der in getreide bestehende mahllohn des müllers Lexer 190; vgl. das niederd. matte sp. 1764. baten die breuer anzuweisen, das sie gutwillig weren und gäben die doppelte metze nur auf ein jarlang zur besserung und wideraufbauung der mühlen. Schütz Preuszen 174;

ei, nein (sagt der müller), mein metz die nim ich nur
aus deinem sack, von deinem korn.
J. Ayrer 433b;

im sprichwort:

der müller mit der metzen,
der weber mit der gretzen,
der schneider mit der scheer,
wo kommen die drei diebe her?
Pistorius thes. par. 3, 49.

vergl. DWB mahlmetze und DWB mühlmetze.
3) die metz, die zugemessene fläche bodens, feldes, waldes u. s. w., ein bestimmtes masz von grund und boden: metzen loostheile eines districts im Riese Schm. 1, 1705 Fromm.
 
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metzel, f. schlachthaus, fleischbank: carnificina metzel Dief. 102b (kölnisch, von 1507);

der metzger in die metzel kam,
seinn gürtel und messer mit sich nahm,
einn weiszen schurz darneben. wunderhorn 2, 389.

s. DWB metzeln und DWB metzler.
 
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metzelbank, f. schlachtbank (vergl.metzbank): macellum metzelbank Dief. 341a;

(du) liferst uns zur metzelbank wi schafe.
Melissus ps. J 1b.


 
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metzelei, f. das niedermachen, zu stücken hauen, blutbad (vgl. DWB metzeln 1):

in dem innern sturm
und wilden drang der bürger-metzelei. Shakesp. Heinrich IV, 1, 1, 1.

s. DWB gemetzel. auch das ungeschickte schneiden mit dem messer, wobei statt langer streifen kleine brocken abfallen, heiszt metzelei: ist das eine metzelei! z. b. zu einem kinde gesagt, das ungeschickt brot schneidet (vgl. DWB metzeln 3).
 
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metzeler, s. DWB metzler.
 
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metzeln, verb.
1) in stücke hauen, niedermachen; von menschen: da die leute .. erwürget, gemetzelt und geschlachtet werden. Luther tischr. 45b; gedenken aber dieweil den ganzen leib zu trennen und die glieder zu metzeln. 372a; mit erzehlung, wie die männer in der eingenommenen stadt von den uberwindern gemetzelt, die weibsbilder genohtzüchtiget und die stadt selbst geplündert worden. Simpl. 3, 14 Kurz;

hier thront der mord, mit blut bespritzt,
auf eiternden, zerfleischten leichen ..
hier hält er nach dem metzeln ruh.
Hagedorn 1, 8;

man metzelt in neuen tragödien auch schlechtweg, nach kurzer versuchung.
Platen 264;

der folgenden bedeutung (2) vergleichen: wurden von einem hinterlistigen feinde jämmerlich niedergemacht, den sie selbst vorher als das vieh gemetzelt, und mit dessen leben und tod sie nach ihrer wuth oder nach ihrer willkühr geschaltet hatten. J. E. Schlegel 1, 298; die feinde .. wie das vieh niedermetzelten. Pierot 3, 388.
2) vieh schlachten und zerkleinern: ich metzele, lanio Steinbach 2, 60; auch als die metzeler an den sontagen und heilgen tagen stechen und metzelen. weisth. 1, 507 (Aschaffenburg, von 1435); wan man die wieszen mewet, so soll man in (ihnen, den mähern) metzeln, und davon sollent des abtes meder essen. 5, 600 (Limburg); dasz ich stäts rinder, schwein, kälber, feiszte hämmel und schaf genug zu metzeln hette. buch der liebe 7d; eine blase von einem gemetzelten schwein. esels adel 121; die tage wann ein sau oder schwein gemetzelt wird, da erfreut sich jederman. 122; (ein bauer, der) eben denselbigen tag ein par feister schwein gemetzelt hatte. Simpl. 3, 214 Kurz;

[Bd. 12, Sp. 2154]


welcher dieses jahr alle schaafe seiner bauren metzelt und schlachtet, der kan das künftige jahr weder wolle noch lämmer genieszen. Schuppius 559.
3) metzeln, ungeschickt schneiden, aus ungeschicklichkeit statt éines mals mehrmals schneiden, fetzen; auch zermetzeln. Adelung.
4) ausnahmsweise vom mähen des getreides:

gemetzelt liegt die ganze schaar
der halme lang und schwer,
in dicken schwadten paar bei paar,
im wellenzug umher.
Overbeck ged. 105.

vergl. metzen.
 
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metzelsuppe, f. suppe in der beim schlachten eines schweines die würste gekocht werden, wurstsuppe. oberdeutsch: was soll ich von den metzelsuppen, den würsten, leberwürsten, hirnwürsten, blutwürsten und dergleichen dingen sagen. esels adel 116; zur sogenannten wurst- oder metzelsuppe. Schm. 1, 1345 Fromm.; metzelsuppe, gastmahl beim schweineschlachten gegeben Vilmar 269 aus der obergrafschaft Hanau;

wär ich doch daheim geblieben ..
bei den frommen metzelsuppen!
H. Heine 17, 89 (vorher schwäbisch ist die mundart);

ein metzelsuppenlied Uhland ged. 65.

 

metze
1)  zu grunde liegt nicht, wie gramm. 3, 692 zweifelnd angesetzt wird, der seltenere frauenname Madalhilt, sondern (vgl. Wackernagel
2)  die häufige verwendung des namens läszt ihn in allgemeinere bedeutung übergehen, zunächst noch als name für eine, die man nicht näher bezeichnen kann oder will, und oft mit eben so allgemeinen männlichen eigennamen Matz, Kunz (th. 5, 2750), Betz, Heinz (th. 42, 889)
3)  weiter dann auch von einer unverheirateten, wie jungfrau oder dirne, ohne unehrbaren nebensinn: also grüszete der engel Mariam die jungfraw, sei gegrüszet du gnadenreiche oder holdselige, denn was heiszet gnade haben anders, denn holdselig sein? als wir von einer magd sagen, du feine freundliche metze. Luther
4)  metze, jungfrau um die man wirbt, die zur ehe begehrt wird: so sagt hie der text, wie Abraham habe zur ehe genomen die Kethura .. ich wil hie aber nicht viel disputiren, was Abraham gelüstet habe, das er noch eine junge metze nimpt. Luther 4, 136
5)  metze, in unehrbare bedeutung übergetreten, die pfaffenköchin, zuhälterin eines pfaffen: ob er (der priester) ein metz bei im hat sitzen. Keisersberg
6)  metze ein leichtfertiges weibsbild: metzen in schamloser tracht erbern frowen entgegengestellt Brant
7)  die neuere sprache braucht metze nur noch in dieser bedeutung (6) als schelte, verhüllend für einen härteren ausdruck: metze pro hure, meretrix Steinbach 2, 60; eben so gewisz, als die tugend, in den liedern eines sich immer gleichen Epikureers,
8)  metze, eine hündin. bairisch. Schm. 1, 1701 Fromm.; in Augsburg. Schmid 384. anders schlesisch: metze, quibusdam kalbe, junix, juvenca bos, quae vitula esse desiit, nedum tamen peperit. Steinbach 2, 60.
9)  frau Metz, die scharfe Metz als geschützname im 15. 16. jahrh., niederd. Mette, Metteke, wie man sonst geschütze auch Grete, Ketterlein u. ähnl. nannte und sie so personificierte (vgl. Wackernagel
 
metze
1)  ein kleineres trockenmasz; ahd. metzo wie mhd. metze als masc., ags. dagegen als fem. mitte (mid þam winstran fêt þâ mittan träd. Apollonius 10; recipiet x sextarios frumenti fannatos, et x mittas brasii. Thorpe
2)  metze der theil des zu mahlenden getreides, der dem müller als lohn gebührt: tirol. der metzen und die metz Schöpf 436; in Franken aber und in der Oberpfalz nur die metz und mitz, welche letztere form an ags. mitte (oben
3)  die metz, die zugemessene fläche bodens, feldes, waldes u. s. w., ein bestimmtes masz von grund und boden: metzen loostheile eines districts im Riese Schm. 1, 1705 Fromm.
 
metzeln
1)  in stücke hauen, niedermachen; von menschen: da die leute .. erwürget, gemetzelt und geschlachtet werden. Luther
2)  vieh schlachten und zerkleinern: ich metzele, lanio Steinbach 2, 60; auch als die metzeler an den sontagen und heilgen tagen stechen und metzelen. weisth. 1, 507 (Aschaffenburg, von 1435); wan man die wieszen mewet, so soll man in (ihnen, den mähern
3)  metzeln, ungeschickt schneiden, aus ungeschicklichkeit statt éines mals mehrmals schneiden, fetzen; auch zermetzeln. Adelung.
4)  ausnahmsweise vom mähen des getreides: gemetzelt liegt die ganze schaar der halme lang und schwer, in dicken schwadten paar bei paar, im wellenzug umher. Overbeck